Jahrelang dachte ich, man sollte das Stollenrezept meiner Großmutter Helene patentieren lassen (ihr handschriftlich verfasstes Orginal: siehe Bild – grösser klicken) . Ich bin mir sicher, es ist das definitiv beste Stollenrezept der Welt! Meiner Welt zumindest. Gestern kam mir diese Idee plötzlich wieder in den Sinn. Was für ein absurder Gedanke, ein Stollenrezept zu patentieren. Was wäre denn der Effekt eines solchen Patents? Jeder, der ein Stück Stollen zu Weihnachten äße, müsste Lizenzgebühren an mich bezahlen. Falls es mir in den Kram passte, könnte ich das Backen und Essen von Stollen dieses Jahr überhaupt verbieten und einfach niemandem eine Lizenz erteilen. Als ob es mir irgendwie nützen würde, wenn keiner einen Stollen nach dem Rezept meiner Großmutter bäckt. Ich habe das Rezept ja nicht einmal erfunden. Ich habe es geerbt, von meiner Großmutter und die wiederum von ihrer Urgroßmutter oder weiss der Teufel von wem. Wer weiss, ob es überhaupt einen Erfinder des Dresdner Christstollens gibt? Auf jedenfall müsste ich eine Gesellschaft für Christstollen Backrechte (GECHBA) gründen, deren Mitarbeiter zur Weihnachtszeit an sämtlichen Haustüren klopfen und Gebühren eintreiben … oder so ähnlich hatte ich diese Idee weitergesponnen.
Dann kam mir eine andere Idee. Ich beschloss, das Rezept gleich hier auf dem Blog unter einer Creative Commons Lizenz zu veröffentlichen: Dann dürfte jeder das Rezept anschauen, verwenden, verändern und sogar damit Geld verdienen (wenn er wollte). Ich dachte, ich könnte mich nur einfach freuen, wenn der Stollen weiterhin “Lenis Dresdner Christstollen” heissen würde – in Erinnerung an meine Großmutter eben, denn so hatte sie ihr Rezept übertitelt. Doch dann kam wieder alles anders: Der Dresdner Christstollen® ist markenrechtlich geschützt und meine Oma Leni würde vermutlich eine Abmahnung für ihr handgeschriebenes Kochbuch bekommen, wenn sie noch lebte. Dabei kam sie aus Dresden und hatte den Namen des weit über 100 Jahre alten Rezepts selbst so gewählt. Aber ich kann mir auch keine Abmahnung leisten, weswegen ich den Namen des Rezeptes jetzt modifiziert habe – in der Hoffnung, dass mir die Abmahnung erspart bleibt und Ihr alle selber einen Stollen backt statt einen zu kaufen. Selbstgebacken schmeckt er nämlich unvergleichlich besser, denn welche Großbäckerei hat heutzutage noch Raum um Tausende von Stollen wochenlang zu lagern? Und gerade diese Lagerung macht den Unterschied vom trockenen Fabrikgebäck zum saftigen selbstgebackenen Stollen.
(Übrigens: Ein über 140 Jahre altes Rezept für Weihnachtsplätzchen findet sich hier.)
Hier das Rezept (für ungefähr 3 Stollen):
Rezept für einen Stollen, den meine Oma Leni noch Dresdner Christstollen® nennen durfte (überliefert durch meine Schwester Yvonne)
Zutaten
5 Pfund Mehl
1 Pfund Zucker
Ohne Schale gemahlen:
313 Gramm süße Mandeln (das Rezept war ursprünglich wohl für 8 Stollen verfasst worden, daher die seltsame Zahl)
125 Gramm bittere Mandeln
0,5 Pfund Citronat (ganz nach Geschmack – wir Kinder bekamen immer einen Stollen ohne diese etwas bittere Zutat)
2,5 Pfund Rosinen (gut gewaschen und über Nacht auf einem Küchenhandtuch getrocknet)
1 Schale von einer Zitrone
1 Teelöffel Muskatblüte
2 Pfund Butter (davon 0,5 Pfund Butterschmalz)
3/4 L Milch
6 Würfel Hefe
3 Esslöffel Rum
Alle Zutaten am Abend vor dem Backen vorbereiten und im Zimmer warm stellen.
Am Morgen rührt man die Hefe mit 2 Teelöffeln Zucker (und einem Löffel lauwarmem Wasser) flüssig und giesst sie vorsichtig in die Mitte des gesiebten Mehls. Man deckt die Schüssel mit einem Tuch ab und lässt die Hefe 10 Minuten gehen. Inzwischen die Milch lauwarm erhitzen und auch die Butter und das Butterschmalz vorsichtig schmelzen. Dann gibt man rings um das Hefeteigle alle Zutaten zum Mehl und knetet den Teig mit den Händen von der Mitte her langsam und sorgfältig durch. Man beginnt dabei mit der Milch, gefolgt von der lauwarmen Butter und den anderen Zutaten, bis ein schöner Teig entstanden ist. Zum Schluss noch den Rum einarbeiten und den Teig 1 bis 2 Stunden mit dem Handtuch zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Schliesslich formt man die Stollen, lässt die fertigen Laibe nochmals gehen und bäckt sie dann bei 150 – 175°C für eine Stunde. Nach dem Backen wird der Stollen sofort mit lauwarm zerlassener Butter bepinselt und (besonders in den Rillen) mit Zucker bestreut. Zum Schluss mit Puderzucker einstäuben. Nach dem Abkühlen werden die Stollen in Aluminiumfolie gewickelt und für einige Wochen bis Weihnachten kühl gelagert.
Meine Mutter hat beim Betrachten meines Stollens übrigens bemerkt, dass ich vergessen haben, den Laib vor dem Backen mit einem Messer der Länge nach leicht anzuritzen, damit er beim Backen ähnlich wie ein Brötchen eine Narbe bildet. In diese passt anschliessend besonders viel Butter und Zucker.
Ein paar weitere Details zum Backen finden sich noch unten in den Kommentaren.
Als meine Großeltern noch lebten, war das Anschneiden des Stollens nach dem Weihnachtsessen (Truthahn mit Apfel-Kastanien-Füllung, Salzkartoffeln und Rotkraut) ein grosses Ritual und ich kann mich nicht erinnern, dass es je auch nur einen Bissen Stollen vorher gegeben hätte.
Das traditionelle Essen an Heiligabend war aber nach Erzählungen meiner Mutter nicht der Truthahn (der kam am 1. Weihnachtsfeiertag), sondern Heringssalat (meine Urgroßmutter kam aus Königsberg) und eben Stollen (mein Urgroßvater war ein Ofensetzer aus Dresden). Im Ritual von Heiligabend erinnert sich meine Mutter daran, dass der Anschnitt des Stollens nach dem Heringssalat das große Ereignis des ganzen Abends war.
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Ich würde mich freuen, wenn die eine oder andere Variation bis Weihnachten hier in den Kommentaren landet.
Einen bemerkenswerten Artikel zum Dresdner Christstollen habe ich gerade in der TAZ entdeckt.
PS: Heute (am 8. November 2011) hatte ich ein wirklich nettes Stollenerlebnis. In einer Jenaer Apotheke, wo ich eigentlich nur ein Fläschchen Aceton kaufen musste, bestellte neben mir eine ältere Dame Bittermandeln. “Aber gerne”, sagte die Apothekerin und verschwand ins Lager, um die giftigen und aromatischen Nüsse zu holen. “Sie backen wohl einen Stollen?”, erkundigte ich mich neugierig. “Ja”, sagte die Dame und freute sich. “Das ist bei uns eine lange Familientradition”. Ich erfuhr, dass die Enkel sich jetzt wieder dafür interessieren und sie für diese die Stollen backe – und, was mir schon seit letztem Jahr ein Rätsel war, dass man die Bittermandeln jetzt nicht mehr im Laden kaufen kann (wusste ich schon), sondern in der Apotheke (was ich noch nicht wusste). Wir unterhielten uns noch ein Weilchen über die Stollen in Thüringen und die in Sachsen, einigten uns darauf, dass künstliches Bittermandelaroma indiskutabel sei, wünschten uns Schöne Weihnachten (das geht ja jetzt ganz schnell) und gingen gut gelaunt unserer Wege.

Mein erster 2011er Stollen sah nach dem Backen so aus, nur um die Farbe einmal zu illustrieren. Naja, die Farbe wirkt bescheiden - was an der Handykamera liegt, nicht am Stollen
.
Ein paar Tage später (am 26. November) habe ich allerdings entdeckt, dass man Bittermandeln in der Stuttgarter Markthalle beim Schwyzer Stand ganz normal kaufen kann. Ist das Ganze eine länderspezifische Spinnerei? Dort gab es übrigens auch hervorragendes Citronat … am Stück, nix Dr. Dingsbums. Apropos: die Aussage, dass Benzaldehyd das aromatische Prinzip der Bittermandel sei und genauso gut schmecke, das zieht bei mir als sagte man, jedes Essen könne als Brei serviert werden, da die Inhaltsstoffe sich ja doch im Magen vermischen. Brrrrrrrrr!
PPS: Wer möchte, der kann die VERORDNUNG (EG) Nr. 510/2006 DES RATES „DRESDNER CHRISTSTOLLEN/DRESDNER STOLLEN/DRESDNER WEIHNACHTSSTOLLEN“ im Amtsblatt der Europäischen Union nachlesen. Ist eigentlich ganz interessant. Aus meiner Sicht ist der ganze Denkansatz aber irreführend, denn hier wird ein Jahrhunderte altes Rezept und seine Geschichte zur Verteidigung eines Vermarktungsmonopols benutzt und nicht eine regionale Handwerkskunst geschützt. Ich finde, ich sollte den Stollen meiner Großmutter noch immer “Mutters Dresdner Christstollen” nennen dürfen, auch wenn ich ihn in München backe. Denn egal wie die EU-Kommision und der Bundesgerichtshof darüber denken – meine Oma kam aus Dresden und das Stollenrezept, das sie mir vererbt hat auch. Und mir persönlich schmeckt natürlich der nach unserem Familienrezept gebackene Stollen am besten, und nicht der Echte Dresdner Christstollen, den ich kürzlich aus Neugier für 6,99 Euro bei Aldi gekauft habe.
Zu guter Letzt ein Witz: Treffen sich zwei Rosinen. Die eine hat einen Helm auf dem Kopf. Fragt die andere: “Warum trägst du einen Helm?” Antwortet die eine: “Na weil ich in den Stollen gehe.”
17. November 2009 um 13:40
Mir kam gerade folgender etwas unheiliger Gedanke: Der Schutz des Begriffes “Dresdner Christstollen” könnte sowas wie der Versuch einer Gruppe von Allmendenutzern vor Übernutzung ihrer Allmende sein. Oder?
In Ausführlich: Wenn die Stollenbäcker aus Dresden ihren Stollen nach mehr oder weniger öffentlich bekannten und zugänglichen Rezepten backen, dann kann das im Prinzip auch jeder andere tun und das Dingens ebenso als “Dresdner Stollen” verkaufen oder verschenken. Also auch Bäcker auch Polen, Rumänien oder China.
Weil die Dresdner Stollenbäcker aber weiterhin viel Geld für ihren Stollen bekommen wollen und eben nicht mit den Bäckern aus China konkurrieren möchten, schaffen sie mit dem “Ruf” oder dem “Mythos” (der speziellen Qualität) des Dresdner Stollens eine Art Gemeingut, von dem sie profitieren können. “Dresdner Stollen” wird dadurch zu einem Produkt, für das manche Leute schonmal 12 Euro ausgeben, was sie für Stollen aus Polen wahrscheinlich nicht tun würden.
Um dieses Gemeingut des “legendären Dresdner Christstollens” zu erhalten, müssen andere von dessen Nutzung ausgeschlossen werden. Daher wird nur bestimmten Stollenbäckern erlaubt von diesem Gemeingut Gebrauch zu machen, indem man anderen verbietet ihren Stollen “Dresdner Christstollen” zu nennen.
Mir fällt gerade noch ein, dass Gemeingüter vielleicht auch manchmal die Gemeingüter der Anders-Denkenden sind.
28. November 2011 um 0:54
Hallo Thorsten. Aus gegebenem Anlass habe ich gerade deinen Kommentar nochmal gelesen und mir überlegt, was aus deiner Sicht eigentlich die “übernutzte Allmende” in diesem Beispiel wäre. Falls du dazu nochmal was sagen könntest, würde ich mich freuen. j.
11. Dezember 2011 um 20:39
hallo-wunderbares Stollenrezept-nur ein kleiner Tipp am Rande:meine Oma nahm pro Pfund Mehl noch jeweils eine Prise Salz ,so wie bei allen Hefeteigen dazu und geschmiert wurde der Stollen kurz vorm anschneiden.
Das hat den Vorteil,dass die Butter nicht ranzig werden kann,falls es doch mal was wärmer wird.
Vielen Dank für das leckere Rezept!
12. Dezember 2011 um 2:46
Hallo Manu. Danke für den Hinweis. Ich hatte schon überlegt, ob Salz fehlt, aber Oma Leni nahm tatsächlich kein Salz. Das Einschmieren vor dem Anschneiden stimmt mich etwas skeptisch, denn die Butter soll ja einziehen und sich mit dem Teig verbinden. Aber bezüglich der Haltbarkeit im Warmen ist das sicher ein sehr nützlicher Vorschlag. Vielleicht probiere ich das mal – obwohl – ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen, mit Lenis Rezept zu experimentieren.
Jakob
13. Dezember 2011 um 1:19
Orangeat und Zitronat kann man einfach selber machen, dazu brauchts nur Bio-Orangen, -Mandarinen, -Zitronen und Honig und Geduld, das Ergebnis ist leckerer als das gekaufte Zeug, und billiger auch, weil ja die Schale ansonsten Abfallprodukt ist,
lg aus dem Waldviertel, leila
18. Dezember 2011 um 20:21
Meine Frau hat auch ein entsprechendes Rezept. Es stammt nicht aus Dresden, ist aber fast identisch. Überlieferung von Oma, Urgroßoma usw..
Ich glaube, meine Frau hat das Rezept durch Überlieferung noch verfeinert.
Zusätzlich zum Fettanteil, wie beschrieben, sollte man noch 250Gr Schmalz zusetzen.
Zitronat und Orangat darf bei uns nicht fehlen. Korinten nehmen wir auch noch zusätzlich.
Ich glaube, das Schmalz machtt die Stolle saftiger.
In den letzten Jahren verwenden wir eine Form für die einzelnen Stollen, da läuft sie nicht so breit. Die Formen gibt es im Handel und sind zu empfehlen.
Das Hefestück kann man auch moderner ansetzen-ist aber nicht so wichtig. Meine Frau nimmt ca 300 Gr. Hefe.
Ich kann nur bestätigen, dass wir noch nie eine bessere Stolle gefunden haben. Ich habe 5 Jahre in Dresden gelebt und die Stolle ( Original Dresdener) war und ist nicht besser.
Ihr Rezept ist super!!!!
Gruß
Der feinschmecker
18. Dezember 2011 um 21:37
Vielen Dank für den interessanten Kommentar. Aus welcher Region stammt denn Ihr Rezept, wenn nicht aus Dresden? Ich erinnere mich an einen Besuch im Jenaer Stadtmuseum, wo eine “Stollenkarte” ausgestellt war. Man konnte sehen, wie auch der Name für den Stollen von Region zu Region wechselte. Ich habe schon überlegt, daraus ein schönes Commons-Projekt zu machen … mal sehen, vielleicht klappt das ja irgendwann.
17. November 2009 um 15:06
Ich bin für diesen Kommentar besonders dankbar, da mir die Problematik natürlich durchaus bewusst ist. Die komplexe Situation verunstaltet ein bisschen das Stollenrezept, aber im Grunde ist die Vertiefung im Commonsblog ja wichtiger als der Stollen. Ich arbeite daran … .
17. November 2009 um 17:21
@Torsten: Der Gedanke ist gar nicht unheilig. Das war mir gestern auch zuerst eingefallen. Die geographischen Herkunftsbezeichnungen haben schon so manchen regionalwirtschaftlichen Kreislauf gestärkt. Ich bin mir deshalb nicht sicher, wie man das Instrument bewerten soll. In diesem Fall hier wird ja auch einigen Leuten ein Recht weggenommen, dass sie vorher hatten (nicht den chinesischen, aber den Dresdner Stollenbäckerinnen).
Es ist die alte Debatte: Schutzrechte sind nicht per definition das Problem, sondern die Frage ist, wofür man sie einsetzt und wie legitim die Zielsetzungen dieser Schutzrechte sind.
In Deinem Kommentar schreibst Du:
“öffentlich bekannten und zugänglichen Rezepten backen, dann kann das im Prinzip auch jeder andere tun und das Dingens ebenso als „Dresdner Stollen“ verkaufen oder verschenken.”
Dazu würde ich sagen. Backen ist was anderes als Schenken ist was anderes als Verkaufen: Wieso soll nicht jeder backen und essen dürfen, was er mag? In den Freihandelsverträgen gibt es das Konzept des “entgangenen Gewinns” – ganz gruselig. Die Dresdner Stollenbäcker könnten nun sagen: Wir wollen nicht, dass die Leute zu Hause unseren Stollen backen, weil sie ihn dann nicht mehr kaufen. Absurd, aber genauso argumentiert die Musikindustrie. Die denkt auch, dass jeder illegale Download ein Kauf gewesen wäre. Verschenken finde ich auch in Ordnung: Nach dem Prinzip des Fair Use für Wissen!
Der Knackpunkt scheint mir die Handelbarkeit (wie immer) Reicht es nicht, dafür sinnvolle Regeln zu formulieren?
Regionale Herkunftsbezeichnungen können sich nämlich auch zum Monopol entwickeln. Nicht zufällig ist das Nest (ein Kleckerdorf in der Emilia-Romagna) aus dem der Parmaschinken kommt, der Ort mit der höchsten Ferraridichte der Welt.
18. November 2010 um 22:37
Es stimmt, die Sachsen schneiden den Stollen erst am 24. an. Vorher geht gar nicht. Meine Mutter (Halenserin) hat die Rosinen, das Zitronat und Orangat samt gemahlenen Mandeln am Abend vorher in Rum eingelegt. Und dann wurden diese Zutaten händeweise in den Teig gegeben, der von der Maschine gerührt wurde. Außerdem kamen nicht nur Muskatblüte, sondern auch messerspitzenweise Nelken, Piment und Kardamom in den Teig.
17. November 2009 um 20:16
Was ich auch sehr bemerkenswert finde ist, dass sich die Sprache und das Denken dabei sogenannten “wirtschaftlichen Kriterien” unterzuordnen haben.
18. November 2009 um 21:45
Nicht im Blick ist vielleicht das Arche-Projekt von Slow Food. Die Hessische Aale Worscht ist ein Beispiel.
Es darf nicht um eine Marke gehen. Es muß aber gesichert sein, daß da, wo “Dresdner Christstollen” drauf steht, auch der Stollen drin ist. Wenn es typische Merkmale und Qualitäten gibt, die genau den Dresdner Christstollen ausmachen, sollte er nur unter diesem Namen verkauft werden dürfen, wenn er diesen Kriterien entspricht. Backen darf ihn sowieso jede und jeder. Unter dem Namen verkaufen nur, wenn es auch Dresdner Christstollen ist. Das ist auch der Erhalt eines Gemeingutes!
Entschuldigung, wenn ich versuche, in Rechtschreibung und nicht in Untertanen-Schreibung zu schreiben. Bei der Rechtschreibung muß man sich nun wirklich nicht ohne Not unterwerfen.
22. November 2009 um 0:09
Wer rechtschreibt, hat sich schon einem Diktat unterworfen … so oder so.
22. November 2009 um 21:40
Nein, weil Rechtschreibung der Entwicklung in der Schreibgemeinde folgt, in der das Gemeinschaftsgut Rechtschreibung entsteht.
Die neue Schreibung wird gegen die Schreibgemeinde erzwungen. Also:
- Rechtschreibung: Nutzung eines Gemeinschaftsguts.
- Untertanenschreibung: Unterwerfung unter u.A. Bertelsmann
6. Dezember 2009 um 19:57
Seit Hunderten von Jahren kam es heute zum ersten Mal dazu, dass jemand (Silke) den Stollen sofort nach dem Backen anschnitt und partiell vertilgte. Ein Affront gegen die Tradition!
6. Dezember 2009 um 22:28
Ein leckerer Affront, der allerdings gar nicht wie Stollen schmeckte. Bei uns in der Rhön sagt man dazu übrigens “Schorn”. Und die Erkenntnis, dass frischer Schorn nicht wie Schorn schmeckt, war’s wert.
25. Dezember 2009 um 12:44
noch was; Ihr müsst am Schluss, also gleich nach dem Backen, wenn der Schorn noch heiß ist, tonnenweise Butter drauf machen!
25. Dezember 2009 um 13:45
Zu spät. Weihnachten ist fast vorbei.
26. Dezember 2009 um 13:30
Sobald das Nachbacken durch Rumänen, Chinesen oder Polen droht [Kommentar Nr. 1], geht offenbar selbst den LeserInnen des Commonblogs das Visier hoch: Dann muss “gesichert sein, daß da, wo „Dresdner Christstollen“ drauf steht, auch der Stollen drin ist”. Denn “Schutzrechte sind nicht [...] das Problem, sondern die Frage ist, wofür man sie einsetzt”. “In diesem Fall hier wird ja auch einigen Leuten ein Recht weggenommen, dass sie vorher hatten (nicht den chinesischen, aber den Dresdner Stollenbäckerinnen)”
Den Dresdner Stollerbäckerinnen darf das Recht also nicht weggenommen werden, weil sie es (im Ggs. zu Chinesen usw.) schon vorher hatten? Aber woher hatten es denn die Dresdner (und die berühmte Oma), die natürlich dürfen sollen? Die werden es doch auch mal von jemand übernommen und vielleicht abgewandelt haben? Vielleicht würden die ChinesInnen, wenn sie denn dürften, es ja auch abwandeln und es würde was andres bei rauskommen?
“Tja”, höre ich sagen, “aber das müssen sie dann ja nicht ‘Dresdner Christstollen’ nennen!” Nur, vielleicht werden Dinge ja oft übernommen, weil sie jemand kaufen will? Wie viele Geschichten gibt es über Produkte, die mit durchaus kommerzieller Absicht kopiert und verbessert wurden?
24. Juli 2010 um 0:51
Oma Lenis Stollen kann nicht verbessert werden! Keine Ahnung, warum mir das gerade jetzt mitten im Sommer einfällt. Bei dieser Hitze wird es Zeit, dass es wieder Winter wird und ich einen neuen Stollen backen kann …
26. Dezember 2009 um 15:17
Nicht umsonst gibt es die “Geschützte Ursprungsbezeichnung”, die ein Stück regionaler Identität sichern kann. Jeder kann den Stollen nachbacken. Wenn er in den Handel kommt, will ich aber wissen, wo er her kommt, dann kann ich mich entscheiden. Ich brauche z.B. keinen Stollen, in dem Zutaten aus ganz anderen Regionen sind und der Tausende Kilometer transportiert wurde.
Daß insbesondere Lebensmittel nicht klar deklariert werden müssen und so Entscheidung ermöglichen, gehört zum Problemkreis.
27. Juli 2010 um 8:28
…. mmmmh lecker lecker. Ich habe selbst auch noch so eiiin altes Rezept von meiner Mutter. Ich probier dann im Oktober beide aus und schau mal welches besser ist.
Egal wieder der Name nun lauten darf oder nicht, entscheidend ist der Geschmack.
14. November 2010 um 0:28
Hallo Kirsten. Na, hast du schon Stollen gebacken?
27. Juli 2010 um 10:47
15. November 2010 um 12:58
Das Rezept ist perfekt! Wir haben es am Wochenende getestet und die Freude war riesig. Der Stollen wurde sofort angeschnitten und der Geschmack ist vom Feinsten. Vielen Dank!
15. November 2010 um 14:08
Es freut mich sehr, dass euch der Stollen schmeckt. Auch wenn ihr das eigentlich noch gar nicht wissen dürftet, denn aus dem Hefegebäck muss ja noch der fertige Stollen reifen. Wir haben dieses Wochenende auch gebacken und ich werde die Laibe bis Weihnachten bewachen wie ein Luchs.
23. November 2010 um 15:43
Das ist ein feines Rezept! Meine Oma hat mir leider keines hinterlassen, wenn ich mich aber noch richtig dran erinnere, dann hat sie ihre Stollen auch so zubereitet. Die blieben dann bis Weihnachten eingewickelt auf dem Schrank im kalten Schlafzimmer und vor den Feiertagen wurde nicht davon gegessen. Ich habe jetzt 2 kleine Stollen (angegebene Menge x 0,4) gebacken und werde abwarten. Am Wochenende kommen nochmal 2 dazu, dabei wird mir mein kleiner Enkel helfen. Vielleicht inspiriert ihn das in ein paar Jahren zu ähnlichen Überlegungen wie Jakob…
4. Dezember 2010 um 14:18
Ich freue mich schon richtig auf Weihnachten!
9. Dezember 2010 um 11:38
Um den 25.Nov. habe ich von 1 Kg Mehl 4 mittelgroße Stollen gebacken – die haben sich schon verflüchtigt. Alle Bekannten und Nachbarn haben dabei geholfen. Heute wird die nächste Charge gebacken und wenn es sein muß vor Weihnachten noch mal. Adventszeit ohne Stollen ist keine. Da man hier in Ungarn Stollen nicht kennt, sind Alle hellauf begeistert und versuchen es auch mit dem Rezept.
19. August 2011 um 23:18
Ungarn? Das ist ja großartig. Irgendwie ist mir dieses Detail in deinem Kommentar letztes Jahr völlig entgangen. Ich freue mich riesig, dass Oma Lenis Stollen jetzt auch in Ungarn gegessen wird. Hoffentlich dieses Jahr wieder.
10. Dezember 2010 um 11:12
Lieber Husar, ich muss mich mal einmischen. BITTE; BITTE; BITTE den letzten Hinweis im Rezept beachten.
“Nach dem Abkühlen werden die Stollen in Aluminiumfolie gewickelt und für einige Wochen bis Weihnachten kühl gelagert.”
Man MUSS den Stollen wirklich ein paar Wochen in der Kälte (aber nicht bei Minusgraden!) ruhen lassen, dann schmeckt er ganz anders.
Wenn man ihn sofort verzehrt, dann schmeckt es wie ein Hefegebäck, wenn man ihn ruhen lässt, dann REIFT ein Stollen heran.
Man muss also spätestens Anfang November backen oder jetzt backen und bis Januar durchhalten
Ansonsten ist es natürlich großartig, dass Ihr so begeistert seid. Guten Appetit wünscht Silke
10. Dezember 2010 um 12:32
Ich weiß, ich weiß, aber es fällt doch so schwer zu warten, wenn so etwas Feines im Hause ist.
6. Februar 2011 um 2:54
Jetzt darfst du ihn aber essen!
6. Februar 2011 um 9:51
Vielen Dank, aber jetzt lebt nur noch die Erinnerung daran, er war wirklich fein. Na es ist ja bald wieder Advent !
18. Oktober 2011 um 21:21
Jetzt ist wirklich bald wieder Advent und ich habe schon Ausschau gehalten nach den Stollenzutaten. Das Jahr verging wie im Fluge, die Ernte ist eingebracht und der neue Wein ist im Keller. Mit zunehmenden Alter geht die Zeit immer rasanter voran, ein Jahr ist wie ein Wimpernschlag. Denken wir nicht daran und backen neue Stollen, so lange wir noch können.
19. Oktober 2011 um 0:53
Gute Idee. Apropos Zutaten: Die Bittermandeln sind immer schwieriger zu bekommen und das Bittermandelöl ist leider nicht sooo gut.
12. Februar 2011 um 18:26
Endlich ….. habe ich ein altes Stollenrezept gefunden – leider ist das unserer Großmutter nicht erhalten geblieben. Vielen Dank Silke, dass Du dieses Rezept veröffentlicht hast , es ist ja im übrigen auch eine wunderbare Hommage an Deine Großmutter … nun bin ich voller Vorfreude auf den kommenden November und die “Backsaison”.
12. Februar 2011 um 23:02
13. Februar 2011 um 2:09
Hi Lucie, ich glaube, Jakob wollte so ein bisschen darauf hinweisen, dass es sich gar nicht um meine Großmutter handelt, sondern um seine
Aber ich fühle mich jetzt bestärkt, auch mal nach dem Rezept meiner Großmutter zu suchen. Dazu fallen mir auch gleich Geschichten ein: zum Einen, dass ein Stollen bei uns “Schorn” heißt und nicht Stollen. Zum Anderen, dass es bei uns Flüsternstollen und Schreistollen gab. (Komischerweise nicht Flüsterschorn und Schreischorn, warum weiss ich auch nicht…). Im unbeliebten Letzteren waren so wenige Rosinen drin, dass sie sich zuschreien mussten, wenn sie sich mal was erzählen wollten.
13. Februar 2011 um 2:16
5. März 2011 um 18:28
Hallo Jakob und Hallo Silke, eigentlich wollte ich erst im November wieder auf “Oma Lenis” Webseite schauen … aber nun war ich doch neugierig, ob jemand geantwortet hat … und gleichzeitig habe ich erfahren, dass Oma Leni zu
Jakob gehört.
Ich werde mich vor Weihnachten (nach dem Backen und Verkosten) wieder melden.
Bis dahin Euch einen schönen Frühling, Sommer und Herbst … Lucie
14. Oktober 2011 um 1:30
Hallo Lucie – jetzt wird es langsam wieder Zeit Bittermandeln und Butterschmalz einkaufen zu gehen … .
6. März 2011 um 17:30
Ich freue mich schon auf deinen neuen Stollen …
und wünsche Dir auch ein schönes Jahr bis dahin.
10. September 2011 um 18:19
also ich bin ja der Meinung, dass man christstollen das ganze Jahr essen kann?! Oder gibt’s da bei euch wirklich strikt an weihnachten?
10. September 2011 um 19:20
Hallo Blume. Ich gebe zu, ich bin da ziemlich konservativ. Ich esse Stollen tatsächlich nur an Weihnachten und zwar aus zwei Gründen: 1. bin ich ein Freund von saisonalen Spezialitäten (frischer Erdbeerkuchen im Oktober ist mir einfach ein Graus, genau wie Gänsekeule mit Rotkraut im Hochsommer), und 2.) ist ein ganzjähriger Verzehr schwer machbar. Der mehrere Kilo schwere Stollen, der zu grossen Teilen aus frischer Butter besteht, muss ja wochenlang im Kalten reifen. Im Sommer geht das nicht und einen so großen Kühlschrank habe ich nicht. Geschmacklich ginge es natürlich schon, da gebe ich Dir Recht.
14. Oktober 2011 um 1:23
[...] dem Dresdner Christstollen gehen nun auch mit dem Schwarzwälder Schinken die Gäule durch: Der Verpackungsort von Schinken [...]
18. Oktober 2011 um 21:09
Hallo,
also, hier kommt eine Frage von einem Stollen-Baecker-Anfaenger:
Wie kriegt man diese leckere dicke Schicht von Puderzucker hin? Wenn man den im kalten Schlafzimmer auf dem Schrank gelagerten Stollen auspackt? Dann bestaeuben? Oder vorm einpacken oder wie?
Ich habe mich bereit erklaert 10 stollen fuer das Weihnachtsfest an der Schule meines Sohnes zu backen! Jetzt ist mir bange! Und das alles in England….
Juli D
19. Oktober 2011 um 0:50
Hallo Juli. Nur Mut. Wenn Du gute Zutaten nimmst, dann werden alle Leute von dem Stollenbegeistert sein – außer denen, die gar kein Citronat mögen. Ich habe damit noch nicht experimentiert, aber ich stelle mir vor, dass sehr gute kandierte Zitronenschalen in kleine Stückchen geschnitten hier Wunder wirken könnten. Meine Oma hatte es immer unheimlich wichtig mit dem Gehen des Teigs und man durfte in der Küche kein Lüftchen wehen lassen. Silke war da aber weniger zimperlich und es hat auch sehr gut geklappt. Bei “Unmassen” Butter würde ich mein Veto einlegen, wichtig ist aber, dass man Butter direkt nach dem Backen darauf giesst, solange der Stollen warm ist. Der Puderzucker ist gar nicht so dick. Ich stäube ihn mit einem kleinen Sieb darauf. Vorher kommt aber noch etwas richtiger Zucker auf die Butter. Der Stollen wird gezuckert und dann eingepackt. Anschliessend ist es wirklich wichtig, dass man ihn gut in Alufolie und Plastiktüten einwickelt (damit er nicht austrocknet) und anschliessend mindestens 2-4 Wochen kühl lagert. Lecker ist er schon warm, aber dann nur als nettes Hefegebäck. Ein Stollen wird’s durch Lagern. Da bekommt er diese herrliche Konsistenz und einen noch viel besseren Geschmack. Ich bin gespannt auf Dein Urteil. Viel Spaß. Jakob
19. Oktober 2011 um 1:18
UNMASSEN! BUTTER!
19. Oktober 2011 um 1:39
Naja, ein bisschen Unmassen ist aber genug.
18. Oktober 2011 um 23:37
Hallo Juli,
gute Frage. Ich erinnere mich daran von früher. Und habe jetzt 2-x damit rumexperimentiert. Ich glaube das Wichtigste ist, UNMASSEN ausgelassener Butter über den Stollen zu gießen (also mehr als im Rezept von Oma Leni angegeben), dann bestäuben und dann einpacken.
So werde ich es jedenfalls dieses Jahr probieren. Erfahrungsberichte werden gern entgegen genommen.
Wenn Du 10 Stollen backen musst, kannst Du ja ein paar unterschiedliche Methoden probieren. Dann musst Du Dir nur noch merken, welche Methode Du bei welchem Stollen ausprobiert hast.
Gruß
Silke
19. Oktober 2011 um 0:51
Du musst auch 10 Stollen backen. 9 davon für mich.
20. Oktober 2011 um 1:26
Hallo Liebe Silke, ich bin jetzt so gut gelaunt, endlich ein schönes Rezept gefunden zu haben, dank deiner Oma!!
Ich habe die ganzen Kommentare gelesen, mit patentierung und so weiter, weisst du was?, du kannst Menschen glücklich machen in dem du das Rezept zur Verfügung stellst, ist das nicht wundervoll?
Ich sage Danke, werde in den nächsten Tagen mal den Teig anrühren und mich gewiss wieder melden………neugierig verbleibt Eva
Vielen Dank liebe Silke
23. Oktober 2011 um 11:31
Egal wie dieser Stollen auch heißt, er ist genau das Gebäck, welches ich schon als Kind genau so zur Weihnachtszeit essen durfte und hält mit dem
,,Original” ( von denen kenne ich eine Menge aber nur sehr wenige wirklich gute ) locker mit. Deiner Oma Leni sollte nachträglich ein Orden verliehen werden und Dir gleich mit für die Veröffentlichung dieses superleckeren Weihnachtsschmauses.
23. Oktober 2011 um 14:07
Vielen Dank. Das berührt mich jetzt richtig. Ich wünschte, ich könnte es meiner Oma noch sagen. Naja, wer weiss. Vielleicht kommt der Tag … .
7. November 2011 um 14:57
…der Tag rückt näher mein Lieber,ich lasse mir einen ausgereiften Vierpfünder als Wegzehrung ins Grab legen.Es grüsst dein Onkel Hartmut
8. November 2011 um 0:30
Wenn man Rosinen, Zitronat, Orangeat und gemahlene Mandeln über Nacht in Rum einlegt, wirds noch leckerer. Meine Mutter hat genau das gleiche Rezept aber eben mit dieser Variante. Der Lehmann’sche Stollen hat eine lange Tradition, ich kenne ihn seit meiner Kindheit. Und er darf erst Heiligabend und da auch nicht vor 17 Uhr angeschnitten werden.
8. November 2011 um 0:32
Vielen Dank für die lecker klingende Variation. Ich werde das mal an einem Exemplar ausprobieren dieses Jahr.
9. November 2011 um 0:53
Dieser kuriose Abschnitt stammt aus einem Spiegelartikel von 1964 (ob der Text wohl von Dr. Ödger als Marketing-Gag für synthetische Geschmacksstoffe lanciert wurde?):
Auch zur bevorstehenden Weihnachts -Backsaison sollen nach Schätzungen des Waren-Vereins der Hamburger Börse wieder rund 100 000 Kilogramm bittere Mandeln auf Ladentheken und in Selbstbedienungsregale geschleust werden – eine Menge, die ausreichen würde, zehn Millionen Kinder oder anderthalb Millionen Erwachsene tödlich zu vergiften. Weil aber dieser Vorrat an Küchenwürze zum größten Teil bereits abgepackt ist, werden Westdeutschlands Konsumenten frühestens zu Weihnachten 1965 offiziell vor Blausäure-Verzehr gewarnt werden.
Gesundheitsministerin Schwarzhaupt Mit der Küchenwürze für Weihnachten …
Bittere Mandeln in Berliner Feinkostladen
…tödliche Gefahr für 10 Millionen Kinder
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46176140.html
12. November 2011 um 15:30
Hallo zusammen und insbesondere Hallo Jacob,
die Zeit ist schnell vergangen und nun ist sie da, die heißersehnte Stollenbackzeit. Nun backe ich ja in diesem Jahr
zum ersten Mal Stollen und mir ist etwas mulmig zumute, ob mir das auch so gut gelingt wie allen anderen.
Ich hätte noch eine Frage zum Rezept: 6 Würfel Hefe, wieviel Gramm sind das ? Beim Bäcker hat man mir 300 Gramm Hefe gegeben (angeblich der Würfel 50 Gramm) ist das nicht zu viel?
Und weiter: Wenn ich in meinem Ofen immer nur einen Stollen backen kann, steht dann der Hefeteig nicht zu lange ?? (Eine ältere Dame hat mir erzählt, das ich das so nicht machen kann) Beste Grüße von Lucie
12. November 2011 um 23:42
Hallo Lucie. Die Frage mit der Hefemenge ist leicht zu beantworten: Ich habe es nie gewagt, die Mengenangaben im handgeschriebenen Rezept meiner Oma zu ändern
und der Stollen wurde stets ausgezeichnet. Die Frage mit dem Gehen ist etwas heikler. Ich erinnere mich, dass Leni stets ein großes Aufhebens um den Teig gemacht hat und nirgends ein Fenster geöffnet werden durfte (wegen des kalten Luftzugs). Besonders Silke war da wenig zimperlich und ihr Stollen war von dem meiner Oma eigentlich kaum zu unterscheiden. Ich glaube, die Hefe ist nicht so empfindlich wie man denkt.
Man lässt den restlichen Teig einfach weiterruhen und formt den nächsten Laib, wenn er dran ist. Keine Angst, das klappt schon.
14. November 2011 um 10:14
Hallo Jakob, bezüglich der Hefe wollte ich eigentlich gern wissen, ob Ihr auch 300 Gramm Hefe verarbeitet, da die Grammangaben pro Würfel unterschiedlich sind. Nun geht aber mein Teig gerade ganz gut “auf” und ich hoffe, dass das Backergebnis ordentlich wird, habe mir extra einen “Backtag” frei genommen. Beste Grüße Lucie
12. November 2011 um 17:59
Gleich noch eine Frage: Die Backtemperatur wurde mit 150 – 175 Grad angegeben, handelt es sich hierbei um
Umluft oder um Ober- und Unterhitze. Ich habe gelesen, dass bei O/U 210 Grad eingestellt werden sollen, bei
Umluft die angegebene Temperatur bis 175 Grad (hatte Oma Leni einen Umluftofen?)
Grüße von Lucie
13. November 2011 um 0:11
In der Zeit, in der Oma Leni mit dem Stollenbacken anfing, da gab es noch keine Umluftöfen. Zumal das Rezept viel älter ist. Damals brachte man die Teiglaibe ins Backhaus. Ich habe meine Mutter nochmals befragt. Sie sagt, der Ofen darf auf keinen Fall zu heiss sein, da so viel Butter im Teig ist, die andernfalls anbrennt. Der Stollen darf keinesfalls zu dunkel werden. Am besten schaut man immer wieder nach der Farbe. Auf dem Foto oben sieht man ganz gut, wie er werden soll. Lieber ein bisschen heller, als zu dunkel!
Gerade rief sie nochmal an und erzählte, dass die Stollen früher aus 5 Pfünder beim Bäcker gebacken und anschliessend in Truhen aufbewahrt wurden. So hielten sie sich bin Ostern (sofern man genügend davon gebacken hatte).
13. November 2011 um 10:57
Es wird schon werden ….
13. November 2011 um 17:45
Grüße aus Amerika! Genauer gesagt, aus Princeton New Jersey, wo ich gestern meine erste zwei Stollens der 2011/12 Saison backte, und zwar auch nach einem Oma’schen Rezept. Mein Vater, Hans Joachim Schulze war 04.05.1903 in Roda, Thüringen, geboren, verbrachte aber sein Kindheit in dem ehemaligen Erzherzogtum Sachsen-Altenburg (50km südlich von Leipzig ["Leip'sch" ihm nach]). Er kam nach Amerika in 1927, heiratete meine Mutter, eine Amerikanerin von polnischer Abstammung, Lucy Kawczynska, und sie nannten ihre erstes Kind Richard Hans Schulze (geb. 05.30.33, wohnt noch in Dallas Texas). Ihm schicke ich jedes Jahr eins von meinen Stollen. Kurz nach Richard’s Geburt kam die deutsche Oma per Dampfshiff nach Amerika um ihren ersten Enkel zu sehen. Mit meinem Vater als Dolmetsch bittete meine Mutter die Oma für ein Rezept das meinen Vater an seiner Heimat erinnern würde. Die Oma teilte ihres Stollen Rezept mit. Meine Mutter war schon längst begeisterte häusliche Bäckerin, und das paßte ihr gut. Seit 1934 gab es jede Weihnachten Stollen im Schulze’schen Haus bis meine Eltern in 1972 sich zur Ruhe setzten. Zu dieser Zeit schrieb meine Mutter ein Kochbuch mit ihren Lieblingsrezepten, darunter das Stollenrezept, Erst nach dem Tode meiner Mutter in 1996 fing ich mit Stollenbacken an. Merkwürdig ist es wie ähnlich unsere zwei Oma’sche Rezepte sind. DIe Verhältnisse von Mehl, Mandeln, Milch, Zucker, Butter und Früchten sind ähnlich. Mein Rezept hat aber zwei Eier, und die Muskatblüten fehlen bei mir. Und dann natürlich gibt es die “bitter almond” Sache, weil sie bei uns verboten sind (zu viele Mordversuche?) Frisches Mandelmehl kann man am Internet kaufen, und als Ersatz für die bittere Mandeln kann man “Almond extract,” eine Alcoholvermischung von Mandelessenz verwenden. Das gibt es überall in amerikanishen Supermarkets. Ich aber fand ‘was noch besseres: “almond oil,” von http://www.americanspice.com. Es ist auch eine Alcoholvermischung von Mandelessenz aber viel (4x) conzentrierter.
13. November 2011 um 20:26
Hallo Carl. Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich frage mich gerade, ob Du wohl bereit wärst, das genaue Rezept hier zu posten. Darüber würde ich mich natürlich besonders freuen. Auf jedenfall aber herzliche Grüsse nach Princeton. Jakob
14. November 2011 um 17:16
Hallo Jakob, vielen Dank für das Rezept! Ich freue mich schon auf ausprobieren, morgen gehts los. Erfolgsmeldung folgt, falls er schmeckt
Einen schönen Gruß aus Oberfranken, Michael Zapf
29. November 2011 um 23:27
Hallo Michl. Hat es geklappt?
7. Dezember 2011 um 21:04
Hallo Jakob,
es hat alles bestens geklappt, der erste Probestollen war sehr, sehr lecker. Ich hatte nur vergessen zurück zu schreiben. Vielen Dank für das Rezept. Mittlerweile sind schon 14 Stollen daraus geworden. Die werden dann mit den anderen Geschenken zu Weihnachten verschenkt. Dir und deiner Familie noch eine schöne Vorweihnachtszeit, ruhige und besinnliche Feiertage und alles Gute für das neue Jahr!
Nochmals vielen Dank, Michl
14. November 2011 um 20:09
Sooo, ich weiß ich bin eigentlich viel zu spät dran, aber meine Stollen, wenn sie denn überhaupt was werden, können eh erst mind. eine Woche nach Weihnachten verschenkt werden – es werden Weihnachtsgeschenke

Ich hab heute alle Zutaten gekauft, bis auf die Bittermandeln, da auch Kinder mitessen sollen und man mir gestern sagte ich solle es dann sicherheitshalber lieber weglassen :-/. Nun schwimmen meine Rosinen gerade freuchtfröhlich mit dem Citronat ihre Bahnen im Rum, das war das einzige, an das ich mich im Rezept meiner Oma noch erinnern kann und morgen geht es los. Da bei mir beim Backen bisher leider immer so gut wie alles schiefging, bibber ich schon seit heute morgen und beeeeeeete, dass die Stollen was werden und ich nicht am Ende mit schwarzen Klumpen dasitze
Aber egal wie es ausgeht: Jakob, ich danke Dir ganz doll für das Rezept!
14. November 2011 um 20:16
Danke für das nette Feedback. Was die Bittermandeln betrifft: Amygdalin, aus dem das Cyanid abgespalten werden kann, ist hitzeinstabil. Wenn die Kinder keinen rohen Stollen und den dann auch noch ganz verzehren, dann kann eigentlich nichts passieren. Jedenfalls haben wir als Kinder den Stollen immer mit Bittermandeln gegessen und ich lebe noch.
14. November 2011 um 20:21
Ich wie man sieht auch, genau DEN Gedanken hatte ich ehrlich gesagt auch!
Aber ich hatte n bissel Angst, dass am Ende keiner meinen Stollen essen mag, wer z.B. im Ausland wohnt und den “guten alten Stollen” nicht kennt, kann sich da vielleicht auch querstellen. Es wäre dann schade um die Arbeit gewesen.
28. November 2011 um 11:18
Auch grüne Bohnen enthalten in rohen Zustand Blausäure .
Gekocht nicht und so ist es auch bei Bittermandeln.
Bei uns gibt es die im Gewürzhaus 30 Gramm (ca 40 Stück) für 1,25 € Apotheken konnten das laut Ihrer Listen nicht bestellen.
Dies habe ich dieses Jahr erstmals ausprobiert und man schmeckt nichts von den Geschmack der rohen Bittermandeln im Stollen von denen ich natürlich auch mal ein Stückchen probierte !
Aromatisch bitter. Deutlich . Lang anhaltend!
Fühle mich nach einer Viertel Bittermandel immer noch pudelwohl
Also :
—– Roher —– Stollenteig für Kinder und andere Naschkatzen verboten !
—- Gebacken —nur ein traditionelles ungefährliches Kuchengewürz !
Für alle die auf synthetische Aromastoffe verzichten wollen.
Nur das heutige Zitronat/Orangeat ist grottenschlecht . Was oder wo , kauft ihr?
14. November 2011 um 20:28
Na gucke mal, es wird wieder richtig lebendig an der Stollenfront. Ich werde Ende November die ersten Stollen backen, erfahrungsgemäß überleben sie ersten 3 Wochen nicht. Ich weiß, ein Sakrileg, aber es ist nun mal so. Jeder Besucher fragt als erstes, ist Stollen da. Da kann man doch nicht nein sagen.
14. November 2011 um 20:31
Im Gegenteil. Man MUSS nein sagen!
15. November 2011 um 19:50
Die Spannung steigt, ich habe mich gerade per Hand mit dem Teigkneten völlig verausgabt
Drückt mir die Daumen!
Nun wird es mysteriös, ich habe einen typischen 0-8-15 Herd, der schon in der Wohnung stand als ich einzog, ich habe nicht die geringste Ahnung, wieviel Grad jetzt bei mir angebracht sind … NOCH sind meine Stollen also noch nicht in trockenen Tüchern bzw. Folie und Tüten
Es grüßt die noch immer bibbernde
Karo
15. November 2011 um 19:53
150 Grad ist eher eine mittlere Temperatur. Mache es nicht zu heiss und beobachte den Stollen nach der halben Backzeit ein bisschen, damit er nicht zu dunkel wird. Am Anfang aber nicht aufmachen, das mag der Hefeteig nicht so.
Viel Glück!
15. November 2011 um 20:03
Nur zu, ganz entspannt angehen. Wichtig, der Stollenteig mag keinen Zug, also darauf achten. Übrigens lege ich nur die Rosinen in Rum ein, das Citronat und die Zukkade nicht und alles kräftig durcharbeiten. Ich halte es auch nicht so mit der Backzeit, wichtig ist zu beobachten, wie der Stollen im Herd geht und auf die Farbe achten, mittelbraun ist am Besten.
16. November 2011 um 21:56
So ihr Lieben,
vielen Dank für’s Daumendrücken, ich habe gestern um 00:50Uhr den letzten Stollen aus dem Ofen geholt und mich dann schnell wieder schlafen gelegt. Ob sie etwas geworden sind, wird sich Weihnachten beim Anschneiden zeigen, jedenfalls sind sie schonmal nicht zu dunkel oder zu hart geworden
Ich freu mich jetzt schon wie verrückt – Dank Oma Leni und Jakob ist mir beim Backen endlich mal etwas gelungen
Liebe Grüße
Karo
17. November 2011 um 1:24
Liebe Karo,
ich freue mich riesig über die tollen Rückmeldungen von Stollenbäckern aus aller Welt. Was den Dank betrifft, so möchte ich ihn aber weiterreichen an Silke und ihr unermüdliches Engagement für die Commons. “Was mehr wird wenn wir teilen”, so heißt das Buch der Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom, das Silke dieses Jahr herausgegeben hat. Und das Stollenrezept ist, wie ich finde, ein wunderbares Beispiel für diese Idee aus dem täglichen Leben.
http://www.amazon.de/mehr-wird-wenn-teilen-gesellschaftlichen/dp/3865812511/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1321485535&sr=8-2
Ein hochpolitisches Thema, ohne das ich nie auf die Idee gekommen wäre, das Stollenrezept meiner Großmutter im Internet zu veröffentlichen.
Aber man muss nicht an die Commons glauben, um sich den Stollen schmecken zu lassen. Denn egal wer den bäckt und warum, mir macht es einen Riesenspaß.
Und Oma Leni wäre sehr stolz, da bin ich mir ganz sicher.
Liebe Grüße zurück,
Jakob
20. November 2011 um 0:34
Lieber Jakob,
bisher kenne ich das Buch leider noch nicht, aber den Grundtenor deiner Aussage kann ich nur bestätigen, ganz im Gegensatz zu dem “neuen Wind”, der z.B. bei mir an der Uni gerade zu wehen beginnt, finde ich es wichtig und mehr als sinnvoll, Dinge weiterzugeben. Und da zähle ich das Wissen um bestimmte Herstellungsarten, wie in diesem Stollen-Beispiel, absolut (!) dazu. Denn hätte dieses Rezept etwas gekostet, so hätte ich es wahrscheinlich nicht probiert – schade wie ich finde, denn dem niederländischen Teil meiner Familie, die am Ende die Stollen als kleine Weihnachtsgeschenke bekommen, wäre sicherlich ein Genuss entgangen.
also auch hier ist das “Weitergeben” in vielerlei Hinsicht allen nützlich…
Ich bin zudem eine leidenschaftliche Bastlerin und benutzte viele Dinge, die andere sicherlich wegwerfen würden, daher bin ich seit langem bei uns im Büro Anlaufstelle für alle möglichen Dinge, aus denen ich noch etwas mache
Das Thema geht ja aber eigentlich ja noch weiter, gerade in Bezug auf den Umweltschutz – zugleich aber auch im Bereich Kultur z.B., gehen kreative Menschen sehr viele neue Wege, wie im “Theater am Rand” (das googeln zu diesem Theater lohnt sich *g*!).
Aber genug geschrieben
Danke nochmal!
Ich grüße Euch,
Karo
20. November 2011 um 1:17
Liebe Karo,
das Theater am Rand ist eine prima Idee für unseren nächsten Besuch in Berlin. Dass die Stollen als Weihnachtsgeschenke in die Niederlande reisen, freut mich natürlich ganz besonders. Und was das Buch betrifft, so kann ich die Lektüre nur empfehlen. Es ist sehr ermutigend! Schon Silkes Einführung, die man z.B. auf Amazon frei einsehen kann, finde ich sehr schön.
Liebe Grüße zurück,
Jakob
19. November 2011 um 14:33
[...] Kommentare Coca Cola und der … on Stevia: Kampf um eine freie…Jakob B. on Rezept für einen Stollen, den …Karo on Rezept für einen Stollen, den [...]
20. November 2011 um 14:29
Seit mehr als 30 Jahren backe ich jedes Jahr so meine 6-8 Stollen, immer nach dem gleichen Familienrezept. Dieses Jahr wollte ich mal was “Neues” ausprobieren und bin als erstes auf diese Seite gestoßen. Schon beim Durchlesen hat mich Begeisterung gepackt und mir lief schon jetzt das Wasser im Munde zusammen aus Vorfreude auf diesen Gaumenschmaus. Ich bin mit Silke einer Meinung “Unmengen von Butter” und sofort mit etwas Zucker und mit Puderzucker (den mache ich in einem Küchenmixer immer selbst, schmeckt komischerweise anders als der gekaufte) bestreue. Weil die Früchte schon seit gestern im 54%igen Rum vor sich hin reifen, habe ich leider noch meinen ursprünglichen Fruchtcocktail (Rosinen und Korinten, Orangeat und Zitronat, abgeriebene Zitronenschale von 4Zitronen, gehackte Mandeln, Bittermandeln, gemahlene Mandeln (ohne Schale) in meinem Rezept. Aber von der Gewürzmischung werde ich die gemahlene Muskatnuss durch die Muskatblüte ersetzen und mal den Kardamon ganz weglassen (war im letzten Jahr etwas viel reingeraten, hat aber allen geschmeckt, nur mir nicht). Ich bin Jakob sehr dankbar für die Veröffentlichung dieses Rezeptes seiner Oma und freue mich, mich jetzt an die Arbeit zu machen. Ich werde das Ergebnis nach Weihnachten bekanntgeben, denn da bin ich mit Jakob einer Meinung “Vor Weihnachten geht gar nicht” und wer den Geschmacksunterschied zwischen einer frischen Stolle und einer gereiften kennt, wird, auch wenn es schwer fällt, die Zeit abwarten.
Vielleicht noch ein Wort zum gekauften “Original Dresdner Schriststollen”, den ich mal für 20,-€ das Kilo erworben habe. Mein Christstollen hat mir immer besser geschmeckt und ich bin davon überzeugt, dass mir der von Jakob auch besser schmecken wird, vielen Dank
wenn es interessiert, veröffentliche ich auch gern mein Familienrezept
Liebe Backgrüße von Gerd
21. November 2011 um 0:12
Hallo Gerd,
danke für das tolle Feedback und viel Glück beim Backen. Und was dein Familienrezept betrifft: Wir sind daran sogar sehr interessiert und würden uns freuen, wenn Du es hier in einen Kommentar stellst.
Grüße zurück,
Jakob
21. November 2011 um 12:31
. . .bin gerade auf Stollensuche über Deinen Blog gestolpert und hab eine Riesenfreud damit, danke!!! Ich bin im Erzgebirge geborenund aufgewachsen und jetzt schon lange in Österreich und meine Oma lebt schon lange nicht mehr, hat mir leider kein Stollenrezept hinterlassen, so blieb mir nur die ewige Sucherei, nach einem Stollen, der “richtig” schmeckt, werde gleich heute anfangen mit der Backerei! Gruß aus dem wunderschönen Waldviertel (das ein bisserl wie Erzgebirge ist) und ein riesiges Dankeschön!
21. November 2011 um 22:06
Grüße zurück nach Österreich ins Waldviertel. Wir freuen uns, dass Oma Lenis Stollen jetzt auch dort angekommen ist und sind gespannt, wie er Dir schmeckt. Durch Brigitte Kratzwald wird übrigens auch in Österreich ein Commonsblog betrieben: http://www.commons.at/
24. November 2011 um 6:09
Ein herzliches Dankeschön an Jakob und Silke und an die Uroma! Neben den vielen “Kochseiten” seit Ihr ein wahrer Schatz, ich bin froh Euch gefunden zu haben und Euer Rezept ausprobieren zu dürfen.Es gibt da aber ien kleine Besonderheit: Wir, mein Mann und ich leben in Malaysia. Bei tropischen Temperaturen will die Vorfreude auf Weihnachten nicht so richtig entfachen. Deshalb möchte ich Euren Christollen für die Kollegen meines Mannes backen. Da auch Muslime und Hindus darunter sind wollte ich fragen ob es für den Rum eine geschmackvolle Alternative gibt. Wie wäre es mit Apfelsaft? Vielen Dank! Mit herzlichen Grüßen – jenny
24. November 2011 um 23:26
Liebe Jenny. Oma Lenis Stollen in Malaysia? Wir sind begeistert! Was den Rum-Ersatz angeht würde ich die Rosinen vielleicht einfach in etwas Tee einlegen – oder Apfelsaft (Traubensaft?), aber Tee kommt mir in den Sinn, das könnte passen. Ich habe es aber noch nie versucht. Aber ich glaube, es ist einfach gut, wenn die Rosinen nicht ganz trocken sind. Wir würden uns sehr freuen zu hören, wie der Stollen in Malaysia den Kollegen geschmeckt hat. Liebe Grüsse, Jakob
28. November 2011 um 11:25
Der Alkohol soll die Trockenfrüchte besser quellen lassen. Der Geist verschwindet beim backen. Ich konnte keinen Alkoholgeschmack hinterher im Gebäck feststellen.Vielleicht hat der Alkohol einen Einfulß auf die Hefe im Teig und das aufgehen, statt anzusäuern.
Genauso könntest Du die Trockenfrüchte warscheinlich in wenig heißem Wasser stocken lassen.
24. November 2011 um 12:41
danke für die Begrüßung und nochmal danke für den link, commons war mir bis jetzt noch völlig entgangen und ist so absolut auf unsrer Welle,
noch ein Tip: wenn ihr Aprikosenkerne nehmt und wie bittere Mandeln verwendet, sie sind ein guter Ersatz!! und statt Rum wäre vielleicht Melasse eine gute Alternative?
herzlichen gruß nach Malaysia, leila
24. November 2011 um 23:29
Aprikosenkerne? Verwendet man die gleiche Menge? Und Melasse? Ist das nicht sehr klebrig? Das muss ich mir gleich mal anschauen. Vielen Dank für die Ideen.
25. November 2011 um 0:25
Melasse ziemlich verdünnt, damit sie gut fließt und aufgesaugt wird, wie Rum – nur wegen des Geschmacks halt, und die Aprikosenkerne kann man 1:1 wie Bittermandeln verwenden, lg
25. November 2011 um 14:45
Juli D Sagt:
18. Oktober 2011 um 21:09 Hallo,
also, hier kommt eine Frage von einem Stollen-Baecker-Anfaenger:
Wie kriegt man diese leckere dicke Schicht von Puderzucker hin? Wenn man den im kalten Schlafzimmer auf dem Schrank gelagerten Stollen auspackt? Dann bestaeuben? Oder vorm einpacken oder wie?
Ich habe mich bereit erklaert 10 stollen fuer das Weihnachtsfest an der Schule meines Sohnes zu backen! Jetzt ist mir bange! Und das alles in England….
——————————————————–
@Juli : nach dem Backlen –MUß– der Stollen mit viel heißer Butter eingepinselt werden. Tauchen wäre noch besser. Dann wird etwas gezuckert mit Vanillezucker und dann dick mit Puderzucker paniert. Auch unten.Also gleich auf ein dickes Bett von Puderzucker setzen! Am besten Backpapier oder Pergament. So wird er verpackt außen noch mit Alufolie und muss durch ziehen damit aus dem Hefe/Mürbteig Mix ein mit Butter durchzogener Stollen werden kann. Bei Auspacken nach mindestens 10 Tagen Lagerzeit wird er dann nochmals dekorativ mit frischem Puderzucker überstäubt. Der gelagerte hat deutliche Spuren goldener Butter.
(Außerdem kamen nicht nur Muskatblüte, sondern auch messerspitzenweise Nelken, Piment und Kardamom in den Teig.) Das kann ich ebenso bestätigen. Ohne Stollengewürz kein Stollen! Gibt es fertig oder selber mischen.
Backzeittipp: Auf 500 Gramm Mehl (also einen ca 750 GrAMM Stollen bei 200° ca 1Std. Nur gold braun backen
Klassische Formgebung ! Nieee mit einer Stollenform. Man übt am Frottee-handtuch oder Kissenbezug. Alle 4 Seiten gut handbreit einschlagen. Nun eine seite doppelt handbreit einschlagen und dann die lange Seite zweimal fast drüberlegen. Gefällt Euch das Formhandtuch dann ist es richtig
und dann macht man es am ausgerollten Stollen ebenso. Zur Orientierung : Meist habe ich das Teigstück in Backblechgröße ausgerollt .
Es lebe der Chrtist- Stollen.
Christel
25. November 2011 um 20:02
Liebe Christel,
Den letzteren werde ich allerdings auch mal ausprobieren. Meine Oma war aber sehr unflexibel, was die Zutaten betrifft. Und ich persönlich mag den Zucker eher in Maßen als in Massen.
herzlichen Dank für die Vorschläge, denen ich natürlich aus prinzipiellen Erwägungen widersprechen muss: kein Vanillezuckker, keine Stollengewürze und auch keine Zuckerberge – sonst ist es kein Oma Lenis Christstollen mehr, sondern eben ein Christelstollen.
Die Backbedingungen wurden weiter oben schon einmal diskutiert. Mein Mutter warnte ausdrücklich vor zuviel Hitze (also eher 150 als 200°C, da die Butter sonst leicht anbrennt). Und lieber heller als dunkler, aber das ist natürlich Geschmacksache.
Das Orginalrezept ware 5-Pfünder! Also sehr große Laibe und keine kleinen, aber sie müssen natürlich in den Ofen passen.
Gruß,
Jakob
27. November 2011 um 6:06
Puderzucker außen meinte ich , ebenso den Vanillezucker wenig und von außen.
Habe gerade einen Original Dresdner Christstollen gegessen. Da war auch viel Puderzucker außen auf.
Aber bei den vielen Unterschieden regionaler Art bleibt immer eines … ein göttlicher Kuchen-
Bei meinem Ofen funzt es so wie auch in meinem Rezeptbuch (Käfers) beschrieben bei 200 . Hatte für die Rosinen allerdings eine Alufolie locker aufgelegt. Ich stellte nach 20 Min. runter auf 180 wegen der Rosinen . War dann aber nicht durchgebacken und mußte nachbacken . Auch bei mir muß er hell sein um ein schöner Stollen zu sein. Meist muß ich dann trotzdem einige zu dunkle Rosinen außen entfernen.
Auf Wikipedia gibt es gute Infos über Christstollen. Mindestangaben über Buttergehalt oder andere Zutaten usw.bei Großrezepten die man selbst runter rechnen muß. Auch beim Link– Dresden besuchen — kann man Angaben für Großrezepte lesen
In einen normalen Backofen dürfte ein Stollen aus 1k Mehl diagonal aufs Blech passen. Das gibt dann ca ein 8 Pfünder . Diese Menge backe ich als 2 Stollen mit je 1,9 Kg quer gelegt, mit gutem Abstand Damit ist das Blech beim aufgehen dann pralle voll.
Möglich das ein großes Rezept aus geheimnisvollen Gründen besser schmeckt. Evtl weil das Teig/ Kruste -Verhältnis dann mehr ist,wie bei den Kleinkuchen für Singles. Aber mehr wie diese Menge trau ich mich nicht. Da müßte ich den Bäcker fragen ob die meinen Teig in Auftrag nehmen für einen Riesenstollen. Das Backbrett mit Handgriff ist schon gesägt
25. November 2011 um 15:10
Noch was gefunden!
Nach dem Backen sollte der Stollen in Pergamentpapier eingewickelt werden und dann in einem Tongefäß mindestens 1 bis 2 Wochen ruhen. Erst dann kommen die vielen Zutaten und Aromen zur Geltung.
————>Ein großer Römertopf wäre also gut zum lagern.
25. November 2011 um 15:36
Liebe Christel,
das ist super! Vielen Dank, jetzt aber ran an den Stollen. No excuses anymore
Juli
25. November 2011 um 15:40
Übrigens Weihnachtsessen : Da meine Familie aus Schlesien stammt, gab es seit ich denken konnte: Heiße Knacker, gekochtes Rauchfleisch, Salzkartoffeln, Sauerkraut und Pfefferkuchensauce. So lange meine Großmutter konnte kochte sie, später dann ich – bis Heute. Ein Freund aus Frankfurt/Main, der hier seit ein paar Jahren mit seiner Familie Weihnachten feiert, hat das mal gekostet. Er hatte nur einen Kommentar Genial ! Seitdem koche ich für die ganze Mannschaft.
25. November 2011 um 20:04
Das klingt sehr lecker. Könntest Du das Rezept zur Verfügung stellen? Ich glaube, ich würde das mal ausprobieren.
25. November 2011 um 20:23
Es ist nicht so schwer. Das wichtigste ist die Sauce, Fisch oder Saucenpfefferkuchen in einer Flasche Malzbier auflösen, eine andere Flasche Malzbier kochen mit Möhren, Petersilienwurzel, Pfefferkörner, Senfkörner, einer mittelgroßen Zwiebel. Nach ca. 30 Minuten den Sud abgießen und mit dem aufgelösten Pfefferkuchen mischen. Man muß etwas auf die Konsistens achten. Das Ganze mit Zucker und etwas Esssig süß-sauer abschmecken. Zum Schluß ein nußgroßes Stück Butter beifügen. Alles Andere wird wie gewohnt gemacht, Rauchfleisch kochen, ca. 2 Stunden, Kartoffeln und Sauerkraut kochen und Knacker heiß machen. Und dann guten Appetit !
29. November 2011 um 22:25
Nachdem ich mir jetzt alle Kommentare durchgelesen habe, denke ich, dass ich gewappnet bin. Es wird mein erster eigener Stollen, den ich backe. Hab nur vor vielen, vielen Jahren mal mit meiner Oma einen gebacken. Als ich heute Morgen nach einem Rezept gesucht habe, bin ich hier über den Blog gestolpert und gleich wegen des Namens “Leni” hängengeblieben. Meine Tochter heißt nämlich auch Leni – als KANN es nur ein toller Stollen werden
. Ich habe heute also alle Zutaten gekauft, die Rosinen in etwas Rum eingelegt und morgen früh geht es los. Ich hoffe, dass ich alles hinbekomme. Aber wird schon werden, was? Nur eine Frage habe ich: Das sind ja jede Menge Rosinen. Bekommt man die bei den Teigmassen überhaupt gleichmäßig verteilt? Und worin knetet ihr den Teig? Einfach auf dem Tisch, wenn der Anfang gemacht ist? Immerhin arbeite ich ja mit 5 Pfund Mehl, also 2,5 Kilo…
Drückt mir die Daumen, dass alles klappt!
LG aus Magdeburg
29. November 2011 um 22:37
Ich habe heute auch die ersten Stollen in diesem Jahr gebacken, von einem Kilo Mehl. Alles ist prima gelungen und schon war der erste neugierige Gast da, der versuchte einen Happen zu ergattern. Ich habe ihm etwas gepfiffen. Nun lasse ich wirklich dem Stollen etwas Zeit.
29. November 2011 um 23:16
Gepfiffen?
Ich hoffe doch ein Weihnachtslied!
29. November 2011 um 23:15
Hallo Isabell. Gruß an deine Tochter, die das Rezept ja ihren Enkeln weitervererben kann
.Keine Sorge, das Mischen ist kein Problem. Ich habe eine große Salatschüssel verwendet, in die die Zutaten gerade eben rein gepasst haben. Durch die lauwarme Butter ist der Teig ganz weich und lässt sich mit den Händen wunderbar kneten und die Rosinen verteilen sich ohne Probleme. Die Butter muss nur wirklich geschmolzen sein.
Übrigens hat meine Oma deshalb den Rum zum Teig gegeben und nicht zu den Rosinen. Man braucht ja einen Liter Rum, um diesen Berg einzulegen. Viel Glück, Jakob
29. November 2011 um 23:59
@ Isabell
Bei mir wurde aus 1000 Gramm mehl eine Menge von 4000 Gramm Stollen.
bei mir sind das 2 sehr große .
Überlege ob diese Menge für Dich beim verarbeiten händelbar ist .
Ich habe eine Backschüssel aus der Gastronomie die die Größe eines Spülbeckens hat .
Wenn de Teig gegangen ist muss er ins Rohr !
1. Dezember 2011 um 1:01
Ich habe übrigens meine drei Stollen von einem Teig geformt und dann nacheinander gebacken, was überhaupt kein Problem war
2. Dezember 2011 um 10:50
Ok.
Hab gedacht das eine Übergare entsteht. Ist ja Hefe.
3. Dezember 2011 um 0:30
Ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich einen Unterschied schmecke zwischen dem 1., dem 2. und dem 3. Stollen. Ich schiebe immer den nächsten Stollen rein, sobald der vorherige fertig ist und glaube, die zwei zusätzlichen Stunden machen den Kohl nicht fett.
3. Dezember 2011 um 11:56
Na super , das macht Mut auf die ganze Menge.
Bei Roggensauerteig würde das schief gehen und durch Übergare ein flacher haltloser Fladen entstehen, deshalb achte ich darauf.
30. November 2011 um 6:43
Ich sitze vor meinem computer und freue mich über eine Erfolgreiche Jagd nach einem Stollen Rezept, d.h. für
einen echten Dresdner. Nach all der Rezepte Auswahl habe ich mich entschlossen Oma Lenis zu benutzen. Leider bin ich n recht spät dran, aber das mach nichts. Dann werden halt zwei gebacken Einer wird dann Weihnachten verzehrt und der andere Ende Januar – des Geschmacks der “Reife” wegen” . Die Reife ist wichtig, wenn ich im Oktober so mal kurz in Omas Schlafzimmer schnüfflte, dann war schon Weihnachten.
Frohe Weihnachten aus Kanada
Henry
1. Dezember 2011 um 0:59
Kanada? Wow! Wo denn in Kanada? Bin gespannt, ob die Kanadier den Stollen mögen.
1. Dezember 2011 um 19:25
Guten Tag
Schön, dass Sie das Stollenrezept Ihrer Grossmutter hier veröffentlichen. Um aber Missverständnisse auszuschliessen: unter “1 Pfund” sind wieviele Gramm zu verstehen? 1/2 Kilo, d.h. 500 Gramm?
Danke im Voraus für die baldige Beantwortung!
2. Dezember 2011 um 2:11
Genau: 1 Pfund = 500 Gramm
1. Dezember 2011 um 19:51
Das ganze liest sich für mich wie ein Krimi , konnte nicht aufhören ! Da reift bei mir die Idee ,selbst ist der Mann ……aber …ich habe bisher noch jeden Hefeteig gekillt . Ich habe keine Ahnung woran es liegt ! Nun ist mir allerdings ein Floh ins Ohr gesetzt worden …..Wie lang muß man(n) Selbstkasteiung betreiben ,bevor der Stollen ein ECHTER Stollen ist ? Welche Temperatur ist für die Lagerzeit angeraten ? Und….funktioniert das auch in Schlewig-Holstein (zwinker)
Gruß an alle Stollenbäcker
2. Dezember 2011 um 11:06
Die besten und berühmtesten Köche und Bäcker waren seit dem Mittelalter immer Männer !
Und – einen Hefeteig kan man nicht killen !
300 Gr Mehl, 200 Gr Wasser 6 Gramm Salz 1-2 Teelöffel Olivenöl und ein Halber frischer Würfel Hefe . Gehen lassen in einer Tupper bis er groß und dick wird (etwa 20 Mintuen bis 1 Std) ! Dann vorsichtig raus wischen und den Batzen lang falten bis ein Brot entsteht, ohne ihn zuviel zusammen zu drücken. Bei 200 Grad etwa 35 Mintuten backen. Die Teigmenge sind 4 Brötchen , oder zwei Pizzas oder ein Baguette bzw ein ganzes Blech Flammkuchen.
Soviel zum üben mal vor einem Stollen.
Beim Stollen ist das zusammenrühren der Zutaten ja kein Problem ! Der Rest geht nach Anleitung wie bei uns allen und der Ofen backt von alleine.
Das schaffst Du ! Nur nach dem abkühlen ist das Lagern z.B. auf einem Fensterbrett wichtig weil so aus dem knusprigen Gebäck ein weich mürber Kuchen wird.
1. Dezember 2011 um 20:02
@Holger S.
Diesen symphatischen Beitrag muss eine Frau beantworten. Hefeteig kann ‘mann’ eigentlich nur mit Temperaturschwankungen, Ungeduld oder Luftzug killen. Da es an Dir nicht liegen kann vermute ich mal, in Schleswig-Holstein gibt es einfach zuviel Wind.
Mein Tip: einfach alles so machen wie es da steht. Dann wird das schon!
Die Selbstkasteiung sollten 8 Wochen andauern. 6 geht vielleicht auch. Ein wagemutiger Stollenbäcker hat hier kommentiert, dass er schon nach 4 Wochen anschneiden will. Er wird sicher hier berichten, ob das sinnvoll ist.
Leg die Stollen gut verpackt in einen kühlen Raum. Eine Spezifische Temperatur ist mir nicht bekannt, bei uns lagen sie immer in der klassischen Speisekammer und da waren es zwischen 10 und 15 Grad.
So, los jetzt. Wir freuen uns auf den Bäckerbericht aus Schleswig-Hostein.
1. Dezember 2011 um 21:16
Danke für die fixe Nachricht . Ich werde berichten !
Gruß an alle Stollenbäcker
5. Dezember 2011 um 9:41
Hallo an alle! Ich wollte nur mal einen kurzen Bericht abgeben, wie alles geklappt hat: Der Teig ist wunderbar geworden, habe ihn erst in einer großen Schüssel verarbeitet und dann auf 3 Schüsseln verteilt und ruhig und OHNE ein lüftchen im warmen Kinderzimmer (meine Tochter war im Kindergarten) gehen lassen. Hat wunderbar geklappt. Dann den ganzen Rest wie beschrieben gemacht – und siehe da – am Ende hatte ich 5 Stollen á 1,4 Kilo. Jetzt liegen sie seit 5 Tagen in der Fensterbank im kühlen Schlafzimmer und schlafen. (Kann es eigentlich auch zu kalt sein für einen Stollen???) Ich bin wirklich sehr gespannt, wie sie schmecken. Der Teig hat auf jeden Fall schon roh sehr lecker geschmeckt.
Vielen Dank für das tolle Rezept und den Spaß, den mir der Backtag bereitet hat!
5. Dezember 2011 um 10:20
Na wunderbar.
Was die Kälte betrifft, ich habe den Stollen oft sogar im Freien gelagert, was ihn auch nicht ruiniert (außer wenn die Vögel sich durch die Alufolie picken, was mir schon passiert ist). Aber ich glaube, “kühl” ist die richtige Temperatur. Gefrieren sollte er eigentlich nicht.
Bin sehr gespannt, wie Leni der Stollen schmeckt. Ich habe als Kind das Citronat nie gemocht.
5. Dezember 2011 um 11:11
Das heutige Zitronat aus den Supermärkten ist ja auch grausam.
Ich hab diesmal Orangeat und Zitronat frisch aus dem gewürzhauzs geholt. Da dran zu kabbern war lecker.
5. Dezember 2011 um 23:29
Das Citronat, das ich als Kind nicht gemocht habe, war nicht “das heutige Citronat”. Leider.
9. Dezember 2011 um 11:12
Schade, dass ich dieses Rezept erst heute entdeckt habe. Naja, dann im nächsten Jahr
10. Dezember 2011 um 21:50
Geht gerade noch, mit zwei Wochen Lagerung.
10. Dezember 2011 um 2:08
Und wie lagere ich meinen Stollen wochenlang kuehl im heissen Australien mitten im Sommer??? Kann er denn im Kuehlschrank liegen? Raumtemperatur faellt nicht unter 20C!!!!
10. Dezember 2011 um 10:06
Hallo Alex,
hier ist jenny aus dem tropischen Kuala Lumpur! Ich hab meine im Kühlschrank gelagert! Wir haben heute, obwohl die Reifezeit noch nicht vorüber ist, die Stollen gekostet – sie sind sowas von lecker! Viele Grüße
10. Dezember 2011 um 10:20
Kühl deshalb damit während der Lagerzeit die Butter im Gebäck nicht ranzig wird.
Ein Tipp zu den Rosinen. Ich rolle den Teig inzwischen aus , lege die Rosinen und Zitronatmenge darauf. dann schlage ich alle 4 Seiten mit einem Riesenteigschsber ein eine Seite deutlich mehr und dieses Rechteck wird dann mit dem tTeigschaber vorsichtig hochgerollt. Gibt eine tolle Rolle –und alle Rosinen bleiben innen statt außen und werden dadurch nicht schwarz und bitter. Ich backe auf einer Alufolie damit ich den Kuchen ohne in in heißem Zustand zu heben, mit der Folie vom Blech ziehen kann um ihn mit Butter zu begießen.
10. Dezember 2011 um 14:52
Danke Jenny und Christel! Natuerlich – wegen der Butter!!! Ab in den Kuehlschrank, denke ich!
– die australischen Kollegen wollen naemlich den Stollen noch vor Weihnachten probieren….war mein erster Stollenversuch und hat Spass gemacht, vor allem, nachdem ich nach wochenlangem Suchen endlich frische Hefe fand…
Bin ja auch etwas spaet mit dem Backen dran, aber jetzt habe ich vier Stollen – da wird einer etwas laenger gelagert wegen der Geschmacksentfaltung – aber die anderen drei sind jetzt schon verbucht
10. Dezember 2011 um 21:49
Hallo Alex. Ich habe Stollen schon im Keller, im Freien und im Kühlschrank gelagert … ist ziemlich unproblematisch, solange er weder austrocknet, noch ranzig wird. Kühlschrank ist bestimmt ok, solange er nachher nicht nach Zwiebeln schmeckt. Gruß nach Australien! Jakob
13. Dezember 2011 um 1:26
Orangeat und Zitronat kann man ganz einfach selber machen, schmeckt lecker und ist mehr wie das Original (kommt ja auch daher): Bio-Orangen,- Zitronen, -Mandarinen, -Grapefruit schälen (ohne die weiße Schicht, die ist gut als Antibiotikum-Ersatz und recht bitter), dann in kleine stücke schneiden, in Gläser füllen, mit Honig überdecken, dann Geduld . .
13. Dezember 2011 um 18:44
Das ist bestimmt eine prima Idee, obwohl ich es noch nicht ausprobiert habe. Der Form halber trotzdem zwei kleine Hinweise: 1.) In Oma Lenis Rezept wird kein Orangeat verwendet, nicht mal ein bisschen. Ich weiss, dass ihr das sehr wichtig war. Und 2.) Zitronat wird aus der Schale der Früchte des Zedratbaums hergestellt, einer speziellen Zitronatzitrone (Citrus medica), die nicht identisch mit der sonst üblichen Zitrone ist. Der Geschmack (den man aber sowieso mögen muss) ist etwas erwachsener.
Aber wie gesagt: Nur Zitronat in Oma Lenis Stollen, kein Orangeat, was aber kein Argument gegen das Experimentieren sein soll.
18. Dezember 2011 um 17:20
Ich habe vor ca. 2 Wochen dieses Rezept gefunden und zum ersten Mal in meinem Leben Stollen gebacken.
Er schmeckt ganz, ganz toll! Man muss ihn nicht ewig lagern, 2 Wochen reichen. Alle Freunde, die schon ein Stück geschenkt bekommen haben, sind total begeistert! Ein klasse Rezept! Ich glaube, ich muss ihn nun jedes Jahr backen. Allerdings stand doch irgendwo, dass die Menge ungefähr 3 Stollen ergibt. Ich hatte 8 Stück! Aber nachdem sie so lecker sind, ist das ja nicht weiter schlimm!
18. Dezember 2011 um 21:50
Das freut mich sehr, obwohl ich die voreilige Gefräßigkeit natürlich rügen muss.
Aber ich gestehe, ich habe es früher auch oft nicht bis Weihnachten ausgehalten. Inzwischen mag ich die Tradition. Die Urgroßeltern buken den Stollen ja noch im Backhaus und damals war er 5 Pfund schwer, also noch größer. Ich habe noch nie mit kleineren Stollen experimentiert, weil meine Oma dann immer so vorwurfsvoll guckt. Meine Mutter experimentiert öfters mit anderem Mehr, z.B. Dinkelmehl und Vollkornmehl, aber wir ziehen dann beim Kosten immer ein langes Gesicht.
Langsam werde ich ungeduldig. Noch eine Woche … hechel, hechel …
18. Dezember 2011 um 21:53
wollte mich nur mal für das tolle Stollen-Rezept bedanken…
Mein Vater, 80 jahre, kommt aus Dresden und Bäcker!!!) hat auch so ein tolles altes Rezept, aber verrät es nicht und versteckt es gut.
Jetzt kann ich endlich meinen eigenen Stollen backen.
Vielen Dank dafür und Euch allen schöne Feiertage
18. Dezember 2011 um 21:53
Na hoffentlich ist Dein Vater mir jetzt nicht böse. Frag ihn doch mal, warum er das Rezept nicht verraten will. Seine Argumente würden mich sehr interessieren.
18. Dezember 2011 um 23:16
Bettle ihn an das nicht mit ins Grab zu nehmen . Auf schönes Papier soll er es drucken lassen . gerahmt der Familie hinterlassen.
Oder ihn fragen ob er das nicht schon längst vergessen hat.
So geht es mir nämlich wenn ich ein Rezept längere Zeit nicht backe .
Dann müsst Ihr es schnell gemeinsam recyclen.
19. Dezember 2011 um 11:41
Hallo allerseits
Die letzten Jahre habe ich mich lediglich an Quarkstollen versucht und erst dieses Jahr mich an einen Hefestollen heran gewagt: Mit diesem Rezept – und es ist unschlagbar! Im direkten Vergleich wirkt mein Quarkstollen fast ungenießbar ;P
Vielen vielen Dank dafür!
So kann man sich auch als junger Mensch schon Traditionen schaffen.
19. Dezember 2011 um 18:00
Jawoll ! Nur junge Menschen können die Tradition weiterleben.
Die älteren müssen sie hergeben.
Seit ca 5 jahren backe ich Stollen und meine Söhne haben das im Kopf. Schmeckt ja auch . Irgendwann werden sie selber backen . Und wenn es nur aus Verzweiflung ist kein Industriestollen essen zu müssen und deshalb ein Hobby-Stollenbäcker zu werden.
19. Dezember 2011 um 21:39
Schick mir mal einen Quarkstollen. Ich möchte ihn gerne probieren.
25. Dezember 2011 um 2:13
Mein erster Stollen ist angeschnitten. Er ist etwas sparsam im Zucker, aber er schmeckt ausgezeichnet. Das gute Zitronat aus der Markthalle hat sich gelohnt. Er schmeckt fast ein bisschen zitronig, aber nur einen Hauch. Ich bin zufrieden, aber das nächste Mal backe ich ein bisschen länger und ritze den Laib vor dem Backen an.
Fröhliche Weihnachten.
10. Januar 2012 um 1:19
Zum Thema “Dresdner Christstollen weltweit”: Meine estnische Freundin Meeli erzählte auf Facebook mit Fotos von ihrem ersten Stollenexperiment mit Jakobs Oma-Leni-Stollen. Sie hat Ende November von insgesamt 5 kg Mehl gebacken (und natürlich bis Heiligabend gelagert). Und am 27.12. war ich bei ihr eingeladen zum Stollenessen! Superlecker!! Bin total begeistert. Meeli hat mir auch von diesem Blog mit den Extratips und Erfahrungsaustausch berichtet. Nachdem ich nun eben ein weiteres Stück vom schwindenden mitgegebenen Stollenrest verzehrt hatte, bekam ich Lust, hier mal rumzustöbern. Tolle Sache. Danke, dass dieses Rezept öffentlich zugänglich ist!
Eine andere estnische Freundin hat vor ein paar Jahren mit ihrem Münchener Mann dort Stollen nach seinem Familienrezept gebacken. War mit Dresdner Christstollen nicht zu vergleichen. Viel trockener und ganz anders im Geschmack. So, wie man die Stollen halt in Süddeutschland liebt. Ich stehe aber absolut auf Dresdener – und neuerdings ganz speziell auf Oma Lenis.
Nächstes Jahr backe ich auf alle Fälle selbst – nach diesem Rezept und keinem anderen!
10. Januar 2012 um 1:33
Du bist nicht zu spät mit Deinem Posting
denn der wird jetzt immer besser. Stollenfreaks genießen jedes Scheibchen, bis hin zu Ostern, habe ich gelesen.
Mal schauen wann der letzte postet das er aufgegessen ist : )
10. Januar 2012 um 9:09
Vielen Dank für dieses nette Feedback. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr.
28. März 2012 um 23:12
Hallo Jakob, um die Orte, an denen der Stollen Deiner Oma inzwischen gelandet ist, noch um einen zu erweitern – der Stollen schmeckt auch Menschen in Südflorida (palm beach und broward county) sehr gut.
Ich hab mich letzte Saison erstmalig an Stollen gewagt und irgendwie war mir Dein Rezeptvorschlag am sympathischsten. Leider erhält man hier nicht alles oder nicht in gewünschter Qualität und muss daher zwangsweise improvisieren und auch der Herd ist noch nicht so ganz mein Freund, da er manchmal stärker heizt als gewünscht. Daher sind nur 2 der 4 Stollen wirklich saftig geworden. Aber die beiden haben mich echt davon überzeugt, wie wichtig das “Reifen” tatsächlich ist. Das war der beste Stollen jemals!
Und auch die Einheimischen, die von der besseren Charge kosten duften, waren total begeistert. Selbst die figurbewussten Ladies haben sich nach dem “only a little bit” noch ein paar weitere bits gegönnt und die Männer sowieso, das letzte Stückchen war umkämpft!
Ich freu mich schon jetzt auf die nächste Saison!
Grüsse
Floridian
28. März 2012 um 23:57
*freu*! Bitte lass nach der nexten Saison hören, ob es Fortschritte gibt. Ich wollte immer eine Englische Übersetzung schreiben. Dieses Jahr schaffe ich es!
29. März 2012 um 0:09
Reblogged this on Mein Tagebuch und kommentierte:
Ich muss das jetzt einfach mal hier rebloggen: Mein erfolgreichster Text aller Zeiten. Bisher mehr als 30.000 Zugriffe aus aller Welt.
29. März 2012 um 10:19
Hallo Jakob! Freut mich sehr für dich! Kannst du das zum Startschuß im Oktober wiederholen? Den einige, auch ich, waren zu spät dran – und die Zeit zum Reifen fehlte …
Ubrigens: hier in Malaysia kam der Stollen bei den drei größten Bevölkerungsgrupen sehr gut an! Ein bisschen musste auch ich improvisieren – Traubensaft statt Rum, gelierte chin Zitronen, und leider keine Bittermandeln!
Doch jetzt habe ich genügend Zeit mich auf die Suche zu begeben! Vielleicht finde ich die Bittermandeln bei den Arabern!
Sei herzlich gegrüßt
jenny
Ps: auf das Warten und die Vorfreude auf Frühling und auf den Sommer bin ich ein wenig neidisch!
30. März 2012 um 0:35
Hallo Jenny. Ich bin auch neidisch auf Malaysia!
10. Mai 2012 um 1:34
[...] frei zugängliche Stollenrezept meiner Großmutter hat bisher 31,998 Leser, berichtet Jakob B von commonsblog.de. Sharen mit:TwitterFacebookFlattrE-MailGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem diese(r) Artikel [...]