Commoning für ein multikulturelles WEisenhaus

cil-werkstatt_Gamma Thesa TerheydenAus dem aktuellen Rundbrief der CIL in Frankfurt dokumentiere ich Ausschnitte eines Workshopbericht über: Bekömmliches Gemeinwesen – Arbeit am Commoning. Mit Heike Skok, Diplomsoziologin von Urbanes Wohnen in München.  Der Workshop fand Anfang Mai in Wiesbaden-Naurod statt, mit TeilnehmerInnen von CIL und KONE. Alle Hervorhebungen sind von mir.

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Bekömmliche Gemeinwesen – Arbeit an Commoning!
[…] Nach der Darbietung des „Alltags“ als Thema der einzelnen Teilnehmerinnen hatten wir es mit dem zu tun, was nach außen führt und gemeinsame Güter und Anliegen markiert. In einer mehrsprachigen Gruppe war anfangs Begriffsklärung notwendig:

„bekömmlich“ ist – so hoffen wir -beispielsweise das Essen. „Bekömmlich“ ist aber auch ein Gemeinwesen, in der auf das, was allen verfügbar ist (Luft, Licht, Regen, ein Fluss und sein Ufer) Wert gelegt und sorgsam mit ihm umgegangen wird.

COMMONS oder die Allmende – hier sind Ressourcen gemeint, die Mitgliedern eines bestimmten Gemeinwesens lokal zur Nutzung zur Verfügung stehen, z.B. Gemeindewiesen als gemeinsam genutzte Weide für den Viehbestand einer dörflichen Bevölkerung.
In der Gegenwart allerdings setzen wir uns im Umgang mit dem Begriff COMMONS/COMMONING eher damit auseinander, wie GemeinGüter aus der öffentlichen Hand in die wirtschaftliche Nutzung und Verwaltung der daran interessierten Bevölkerung retransferiert werden können. […]
Die TeilnehmerInnen der CIL-Werkstatt versuchten COMMONING in kleinen Arbeitsgruppen. Dabei stellen sie fest, dass sie erst herausfinden müssen, was sie brauchen, was sie wollen und ob es ein gemeinsames Anliegen gibt! Dass in einer der drei Arbeitsgruppen fünf Länder (Kamerun, Kongo, Elfenbeinküste, Frankreich und Deutschland) vertreten sind, ist ein Vorteil, der die Sache zunächst nicht einfacher macht.
Nach anfänglichem Widerspruch derer, die lieber in ihren Heimatländern alt werden wollen, entsteht ein multikulturelles Altenheim mitten in Frankfurt. Es wird geplant, diskutiert, verhandelt, verworfen, neu geplant. Ein Haus entsteht, in dem jede/jeder seine Talente einbringen kann, die von den anderen genutzt werden können. Auch wird deutlich, dass Begrifflichkeiten geändert werden müssen, um neue Wege zu gehen. Ein Haus, in dem alte Menschen ihr Wissen aus verschiedenen Kulturen zusammenlegen, ihre Erfahrungen einbringen und weiter geben, ist kein Altersheim, es ist ein Haus des Wissens. Am Ende sind alle begeistert vom „Multikulturellen WEisenhaus“ und wollen sofort damit starten.

Ob diese ersten Übungen schon der Entwurf eines echten COMMONING-Projektes waren, bleibt zu diskutieren. Welche Rolle der unbezahlten und bezahlten Arbeit in COMMONS zukommt, auch darüber besteht Klärungsbedarf. Aber wir haben ja auch erst begonnen!

Foto by Gammy Thesa Therheyden via

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