Tom Hanks: Electric City. Eine Commons-Geschichte?!

Gastbeitrag von Daniel Constein

Commons auf dem Weg zu einer „neuen großen Erzählung“ sind darauf angewiesen, dass Geschichten über sie erzählt werden. Die neue Webserie „Electric City“ von Tom Hanks (in Kooperation mit yahoo) ist so eine Geschichte. Sie ist angesiedelt in einer postapokalyptischen Zukunft, in der sich die Überlebenden in eine Gated Community names „Electric City“ zurück gezogen haben, weil sie dort von der Leistung eines Kraftwerkes leben können. Das, was man heute (vor allem in den USA) für selbstverständlich nimmt – nämlich Strom – wird nach der Apokalypse zum begehrtesten Gut schlechthin!

Die Behörde AMP übt die Kontrolle über das Kommunikationsnetz und die Stromversorgung aus …und hält somit die Macht in ihrer Hand. Im Verlauf der zwanzig 5-7 minütigen Episoden kommt es zu einem Aufstand, bei dem „wiedererfundene“ Rundfunkgeräte und die freie, commonsförmige Nutzung des elektromagnetischen Spektrums eine wichtige Rolle spielen.

Neben dieser positiven Botschaft am Ende, den überwältigend schönen Bildern und dem komplexen Geflecht von Charakteren ist es vor allem die Beschreibung der Gesellschaft, die „Electric City“ für die Commons-Debatte spannend macht. Eine autoritär-kommunitaristische
(Selbst-)regierung lebt von der Idee einer streng subsistenten, auf erneuerbaren Energien basierenden Wirtschaft. Arbeit wird durch „Gilden“ organisiert, Handel findet teilweise durch Tausch, teilweise geldvermittelt statt. Einerseits finden sich in dieser Gesellschaftsdarstellung viele wünschenswerte Aspekte eine nachhaltigen Lebensweise wieder, andererseits zeigt sie das Gefahrenpotential, wenn technische Netze oder Sozialbeziehungen autoritär kontrolliert werden. „Electric City“ ist damit ein Spiegel der Komplexität der Commons-Debatte und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um alternative Wirtschaftsweisen.

Ich weiß nicht, ob Tom Hanks als Hauptproduzent von „Electric City“ Einblick in diese Debatte hat, aber ob gewollt oder nicht
bietet er den Commoners mit seinem Werk gehörig Diskussionsstoff.

Hier geht’s zu electric city, Episode 1 und hier zu einem Kommentar in der New York Times

Foto: by yahoo!

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