Commons & Piraten. Eine programmatische Schatzsuche

Dieser Beitrag, den ich gemeinsam mit Daniel Constein verfasst habe, erschien soeben in dem Sammelband: Unter Piraten. Erkundungen in einer neuen politischen Arena.

Piraten im Commonstheater

Februar 2012. Die ewige Stadt präsentiert sich schneeweiß. Im Teatro Valle friert zwar das Publikum, doch das altehrwürdige Haus befindet sich keineswegs in einer Kältestarre. Im Gegenteil, es strotzt vor Kreativität! Das Valle, in phantastischer Lage zwischen Pantheon und Piazza Navona, ist seit 8 Monaten von Menschen besetzt, die Theater machen und lieben. Sie reklamieren es als bene comune, als Commons. Ein Theatercommons!? Das ist kein Ort, „zu dem man einfach geht, um sich ein Ticket zu kaufen und die Show anzusehen“, sagt der Theatertechniker und Mitbesetzer Valerio, denn: „Die wirkliche Show findet vor der Show statt.“ Im Ideenaustausch, in der gemeinsamen Arbeit, in Workshops und Gesprächen mit Leuten von draußen und drinnen. Eine von drinnen ist Irene. Die Fotografin versteht es, die Dinge ins Bild zu setzen: „Es ist heute sehr wichtig, dass wir lernen zu verstehen, dass alles unser ist. Auch die Probleme!“1 Die wirkliche Show – im Teatro Valle und anderswo – ist gemeinsames Handeln, damit das, was „unser ist“, auch unser bleibt. Wir nennen es Commoning. “There is no commons without commoning” (etwa: Es gibt keine Commons ohne Menschen, die sie machen.), hat der US-amerikanische Historiker Peter Linebaugh einmal gesagt und damit einen der wichtigsten Sätze der gegenwärtigen Commonsdebatte geprägt.

In diesen romverschneiten Tagen öffnet sich das Valle für Akademikerinnen, Politiker und Aktivistinnen aus ganz Europa. Wie wäre es, so wird gefragt, wenn wir Commonsprinzipien in unseren europäischen Rechtsrahmen einschreiben? Die Theaterbühne füllt sich mit ACTA-Gegnern aus Polen und Bulgarien, Stadtforscherinnen aus Spanien, italienischen Rechtsprofessoren und vielen mehr. Eine Europäische Commons Charter soll auf den Weg gebracht werden, denn ab April 2012 gibt es in Europa die Möglichkeit, Gesetzesvorschläge durch Bürgerinitiativen einzubringen. In dem Land, in dem es bereits 2011 gelang, 27 Millionen Menschen zur Beteiligung am Bürgerbegehren für „Wasser als Gemeingut!“ zu bewegen, wird nun über europaweite politische Bündnisse für die Commons nachgedacht.

Auf der Bühne sitzt auch ein Pirat. Er gehört seit der Wahl vom 18. September 2011 der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus an. “Commons”, so sagt Alexander Spies, “mausert sich zum wichtigen Thema der Piratenpartei.” Und sein erster Bezugspunkt ist dabei nicht das Internet, sondern…

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