Dennis Banks auf dem Indianer Inuit Filmfestival in Stuttgart

Dennis Banks mit Lynn Salt und David Mueller in Stuttgart

Auf der Suche nach einem interessanten Film bin ich gestern auf  „A Good Day to Die“ von Lynn Salt und David Mueller (2010) gestossen. Er wurde im Rahmen des Indianer Inuit Filmfestivals im Treffpunkt Rotebühlplatz in Stuttgart gezeigt. Der Film beschreibt Leben und Wirken des 1937 geborenen Anishinabe Indianers Dennis Banks, der als einer der Gründer des American Indian Movements (AIM) gilt. Unter Banks Führung war das AIM unter anderem an einer Revolte in Custer (South Dakota) und der Besetzung von Wounded Knee im Jahr 1973 beteiligt. Dennis Banks, Lynn Salt und David Mueller waren bei der europäischen Uraufführung des Films in Stuttgart anwesend.

Im Film und während der Diskussion nach der Vorführung erzählte der charismatische Banks von der Situation der nordamerikanischen Indianer und von der aktuellen Arbeit des AIM. Erschütternd fand ich die Episode, in der er die Zwangseinlieferung indigener Kinder in US-Internate beschrieb wobei zu spüren war, wie sehr ihn dies bis heute berührt. Diese Internierung habe zum Ziel gehabt, die Kinder von ihrer ursprünglichen Kultur und ihrem eigenen Volk zu trennen, um sie vollständig an die US-Amerikanische Gesellschaft anzupassen. Das Sprechen der eigenen Sprache war unter Prügelstrafe verboten. Bis heute, so Banks, gibt es rassistisch motiviere Gängeleien. So versuchten die Behörden beispielweise noch vor kurzem, den Indianern in ihren eigenen Reservaten Fischerei- und Jagdrechte vorzuenthalten.

Ein eindrucksvoller Abend mit vielen Querverweisen zu den Commons, um die hier spürbar gerungen wird.

Schade, dass dieser spannende Dokumentarfilm keine freie Lizenz hat.

PS: Dennis Banks kündigte an, dass er im nächsten Jahr gemeinsam mit Künstlern und Musikern seines Kulturkreises eine Wanderung kreuz und quer durch Deutschland unternehmen will (von Berlin bis Stuttgart). Er wolle damit die Deutschen in Kontakt mit seiner Kultur bringen und gleichzeitig soviel wie möglich über die deutsche Kultur lernen. „Kein Square-Dance“, wie er lachend anmerkt.

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Ein Gedanke zu „Dennis Banks auf dem Indianer Inuit Filmfestival in Stuttgart

  1. It was great to have Dennis Banks and also his daughter Glenda there. And it was wonderful to meet Lynn and David. Thanks so much for coming! Life will never be the same.

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