Commonszitate dringend gesucht!

Derzeit stelle ich eine kleine Zitatesammlung zu den Commons zusammen. Es wäre schlicht grandios, wenn Ihr mir dabei helft. Ich wünsche mir von jedem Leser des Commonsblogs sein/ihr Lieblingszitat über die Commons ( Gemeingüter/ Allmende) Bedient Euch auch aus anderen Sprachen und Kulturen.

Als Bienchen winkt die Veröffentlichung einzelner Zitate in diesem Buch (und wenn die Sammlung weiter gewachsen ist, stelle ich sie auch hier auf das Blog).

Helft Ihr bitte? (An meine Adresse, in die Kommentare oder info@commonsblog.de) Tausend Dank vorab.

PS: Stichtag, damit es noch Eingang ins Buch findet, ist der 21. Dezember. Aber Sammeln können wir bis in alle Ewigkeit.

25 Gedanken zu „Commonszitate dringend gesucht!

  1. Dann überflieg ich mal meine Sammlung…

    “Omnis enim res,quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.” – “Denn jede Sache, die durch Weitergabe an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange sie nur besessen und nicht an andere weitergegeben wird.” – Aurelius Augustinus “De doctrina christiana”

    Die Ideen müssen sich frei ausbreiten vom einen zur anderen über die Welt, zur gegenseitigen Belehrung des Menschen. Frei wie die Luft, in der wir atmen, uns bewegen, ja unsere ganze physische Existenz haben, ganz und gar ungeeignet für ein Eingesperrtsein oder exclusive Aneignung. Deswegen können Erfindungen niemals Eigentum von irgendjemand auf diesem Erdball werden.
    Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich kann die Gesellschaft irgendwelche Regeln setzen, die einem Erfinder exclusive Rechte verleihen. Aber es handelt sich nicht um ein natürliches Recht, es geht alleine um den Nutzen für die Gesellschaft. – Thomas Jefferson, dritter Präsident der USA, Erfinder und erster Chef des US-Patentamtes 1813

    Wissen ist wie eine Kerze: Wenn eine Kerze die nächste anzündet, vermindert das nicht ihre Leuchtkraft. – Thomas Jefferson, 3. Präsident der USA

    „Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen »Dies gehört mir« und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wieviel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: »Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört«.“ – Jean-Jacques Rousseau , Discours

    Gut, ob das unbedingt Commons-Zitate sind… kommt auf den Zusammenhang an, aber ich zähl sie einfach dazu ^^

    Ich denke, also störe ich. – Parole der spanischen Indignados.
    Wissen ist Macht. – Francis Bacon
    Wo Trockenheit herrscht, gibt es keinen Frieden. – Sprichwort
    Wer am meisten hat, wenn er tot ist, hat gewonnen. (Beschreibt quasi das Gegenteil der Commons; auch: Man gibt Geld aus, das man nicht hat, für Dinge, die man nicht braucht, um damit Menschen zu imponieren, die man nicht mag. – Walter Mitchell)
    Die Zukunft ist die Ausrede derer, die in der Gegenwart nichts tun wollen. – Harold Pinter
    Der Besitz besitzt, er macht die Menschen kaum unabhängiger. – Friedrich Nietzsche
    Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert. – Oscar Wilde (1854-1900)
    Keiner weiß soviel, wie wir alle zusammen. – Inschrift auf einer dänischen Rathaustür
    Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen; doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben. – Martin Luther King
    Ändere die Welt: Sie braucht es. – Bertold Brecht
    Die beste Zeit, ein Problem anzupacken, ist die Zeit vor seiner Entstehung. – Ray Freedman
    Ihr führt Krieg? Ihr fürchtet euch vor einem Nachbarn? So nehmt doch die Grenzsteine weg — so habt ihr keinen Nachbarn mehr. Aber ihr wollt den Krieg und deshalb erst setzet ihr die Grenzsteine. – Friedrich Nietzsche, Philosoph (1844-1900)
    Da die Völker nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben sie so dumm, dass sie sich Kriege für 60 Milliarden leisten müssen. – Christian Morgenstern
    Unter dem Kapitalismus beuten Menschen Menschen aus. Unter dem Kommunismus ist es genau andersherum. – John Kenneth Galbraith

  2. Ja super. Natürlich passen die meisten, es geht ja in den vielen Beiträgen um sehr unterschiedliche Aspekte. Einordnen fällt mir da nicht schwer.
    Ich werde ein bisschen vorsortieren, sonst haut mich der Verlag (der ohnehin schon eine ziemlich herausfordernde Zahl an Zeichen zu bewältigen hat)😉 Danke!

  3. Na wenn es auch etwas abseits geht, hier noch drei, die ersten zwei Zitate aus der Geschichte, das dritte aus einem Roman. Das hatte mich wie ein Sack Zement getroffen. Ich hatte 2 Tage vorher eine Doku über Favelas gesehen, und der Satz hat die 45 Minuten perfekt ausgedrückt.

    Jede Waffe, die hergestellt wird, jedes vom Stapel laufende Schlachtschiff und jede abgefeuerte Rakete ist letzten Endes ein Diebstahl; begangen an all jenen, die hungern und nichts zu essen bekommen, an denen, die frieren und nicht gekleidet werden. Diese unter Waffen stehende Welt vergeudet nicht bloß Geld, sondern auch den Schweiß der arbeitenden Bevölkerung, den Erfindungsreichtum ihrer Wissenschaftler und die Hoffnungen ihrer Kinder. Das ist überhaupt keine Art zu leben, in keinem wahren Sinne. Unter den Wolken des Krieges hängt die Menschheit an einem eisernen Kreuz. – Dwight D. Eisenhower

    Plötzlich wurde mir bewusst, dass diese winzige Erbse, so schön und blau, die Erde war. Ich hob meinen Daumen und schloss ein Auge, und mein Daumen löschte die Erde aus. Ich fühlte mich nicht wie ein Gigant. Ich fühlte mich sehr, sehr klein. – Neil Armstrong

    Die Armen haben immer in einem anderen Land gelebt als die Reichen. In jedem Zeitalter. Ganz egal, wie nahe ihre Häuser beieinander standen. – Vicki, „Bettlers Ritt“ (v. Nancy Kress)

  4. @Lennstar: Ich werde auch mindestens 4 literarisch-poetische Beiträge reinnehmen. Daher danke für dieses letzte Zitat. Dem Beitrag von Peter Linebaugh (dem „Commonshistoriker“) habe ich den Hinweis auf Nat Turner entnommen http://de.wikipedia.org/wiki/Nat_Turner
    Daraufhin habe ich mir dieses Buch besorgt. http://www.amazon.de/Die-Bekenntnisse-Nat-Turner-Roman/dp/B0023S6SQ2/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1324170624&sr=8-8

    Eine unter die Haut gehende Illustration dieses Zitats, das allerdings noch eine ganz andere Dimension beleuchtet als jene des materiellen Reichtums.

  5. Mal abseits von Zitaten:

    Du solltest dir überlegen, es wie Cory Doctorow zu machen:
    Die Bücher werden nicht nur auf Papier verkauft, sondern als .pdf unter CC-by – bei so vielen Autoren könnte das natürlich schwer werden.
    Aber außerdem haben die Leute noch die Möglichkeit, „Zweierpacks“ zu bestellen. Ein Buch geht an sie, eines an „Bedürftige“ – Bibliotheken, Schulen (was in D. schwer sein dürfte) etc.

    Und ganz abseits vom Thema:
    Falls du dich für Regionalgelder interessierst, bei mir ganz in der Nähe (in Köthen) ist im März eine große Konferenz zu dem Thema, und die Teilnehmer von überall her bezahlen dann ausschließlich mit dem dann neu ausgegebenen Köthener Regiogeld. Der Gewinn soll (daher komm ich gerade drauf) an die Bibliothek oder den Zoo gehen. (In Köthen wird gerade diskutiert, ob Zoo oder Bibliothek zumachen sollen wegen Geldmangel.)
    Da ein paar der Organisatoren wie ich Piraten sind, kenne ich die ganz gut. Bei Interesse könnte ich euch mal verbinden.

  6. Auch wenn ich dir schon eine Email geschrieben habe, kann ich die Zitate ja hier auch noch mal teilen:
    „Die Probleme dieser Welt lassen sich nicht mit den gleichen Denkweisen lösen, die sie erzeugt haben.“ (Albert Einstein)
    In die gleiche Richtung geht:
    „Das Heil der Welt liegt nicht in anderen Maßnahmen, sondern in einer anderen Gesinnung.“ (Albert Schweitzer)
    Wie lang dürfen die Zitate denn sein?

  7. @Stefan: Danke! Das erste setze ich auf jedem Fall auf die Liste.
    @ Lennstar: Unser Buch wird es auch elektronisch geben aber CC BY SA🙂
    Alle Autoren sind einverstanden. Probleme gab es nur bei den wenigen Sachen, die nicht erstveröffentlicht sind.
    Das mit dem Zweierpack finde ich ganz toll, kannte ich auch schon. Danke für’s wieder ausgraben. Ich werde das mal mit dem Verlag besprechen, der ja für einige Experimente offen ist.
    Ich kenne jede Menge HartzIV Leute, die das gerne lesen würden.

  8. @lennstar: noch was. Alle interessanten Tagungen scheinen im März stattzufinden. Die Idee gefällt mir, mit der Regionalgeldszene bin ich lose im Kontakt. Wenn es klappt und ich es terminlich unterkriege, fände ich das durchaus interessant.

  9. Die ersten beiden Sätze vielleicht. Von Ettore Schmitz alias Italo Svevo:
    „Das gegenwärtige Leben ist bis in die Wurzeln vergiftet. Der Mensch hat sich an die Stelle von Bäumen und Tieren gesetzt und hat die Luft verpestet, hat jeden Freiraum versperrt. [Bis hier??] Großer Reichtum wird die Folge davon sein – in der Zahl der Menschen. Jeder Quadratmeter wird von einem Menschen besetzt sein. Allein, wenn ich daran denke, ersticke ich.“
    Heute morgen im Kalenderblatt im Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/1624474/)

  10. Über Hüther’s „Was wir sind und was wir sein könnten“ hatten wir ja schon gesprochen. Im Kapitel 6 gibt es drei Unterkapitel, deren Titel „Programm sind“:
    „Statt uns vom Leben formen zu lassen, könnten wir auch zu Gestaltern unseres Lebens werden“
    „Statt so weiterzumachen wie bisher, könnten wir auch versuchen, über uns hinauszuwachsen“
    „Statt Ressourcenausnutzer zu bleiben, könnten wir auch Potentialentfalter werden“
    Letzteres überschreibt ein Kapitel, was mir besonders gefällt. Habe aber noch kein knappes Zitat rausschreiben können. Der Text ist ziemlich dicht. Man könnte fast das Kapitel zitieren;-)

  11. „However, from the perspektive of commons and communities, the ’state‘ can either be a ‚community of communities‘ – and therefor no longer a ’state‘ as we know it – or an illusionary community used to rule our life. To be a community of communities it has to be the horizontal articulation of communities“ (Di Angelis, the commoner Nr. 6, 2003, Seite 13).

    Commons are forms of direct acces to social wealth, acces that is not mediated by competitive market relations (Seite 7)

  12. Pingback: Mit Horst Eberhard Richters Tod verlieren auch die Commons einen grossen Denker « CommonsBlog

  13. „Bitte hört nicht auf zu träumen von einer besseren Welt.
    Fang nie an aufzuräumen, bau sie auf, wie sie Dir gefällt.“
    Xavier Naidoo – Bitte hör nicht auf zu träumen.

    Beschreibt eine negative Welt und das positive „einfach anfangen“, die vielen Möglichkeiten, so wie ich Commons verstehe.

  14. So, hier noch eines, das ich zugesandt bekam:
    „Eine Gesellschaft ohne Vision hinterlässt eine Generation ohne Perspektive.

    Arwed Fuchs über Amundson und Scott

    und ansonsten: Tausend Dank in die Runde. Die Auswahl für das Buch ist fertig. Ich bin sehr gespannt, ob sie Euch gefällt. Aber ein bisschen Geduld braucht es noch.

  15. Pingback: Commons – was wir gemeinsam haben | Gedankenwelten

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