Gesundheitspolitik aus Commonsperspektive

Im Mabuse-Verlag ist soeben der Sammelband „Nachhaltige Gesundheitsförderung Gesundheit gemeinsam gestalten“ erschienen. Er wurde herausgegeben von Prof. Eberhard Göpel und der GesundheitsAkademie.

Die Beiträge dieses Buches skizzieren Leitkonzepte, auf denen aufgebaut werden kann, wenn nachhaltige Gesundheitsförderung zum Programm öffentlicher Gesundheitspolitik gemacht und in den Städten und Gemeinden umgesetzt wird. Das Buch ist als orientierende Einführung konzipiert und beschreibt Ansatzpunkte für eine sozial integrierende Kommunalentwicklung und eine solidarische Daseinsvorsorge der Bürgerinnen und Bürger auf Grundlage der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Den Artikel „Gemeingüter – Szenarien einer heilsamen Welt“ habe ich beigesteuert.

Die Themen:

  • Vitale Gemeingüter: Grundlage nachhaltiger und selbstbestimmter Gesundheitsförderung
  • Logik der Gemeingüter statt Logik der Verwertung
  • Gemeingüter brauchen Kümmerer
  • Gemeingüter brauchen stärkende Strukturen
  • Gemeingüter sind heilsame Settings
  • Was allen zusteht: Zugang, Nutzung und Kontrolle gesundheitswichtiger Ressourcen
  • Das Prinzip: Teilen statt herrschen [Das Problem: „vernachlässigte Krankheiten“]
  • Das Prinzip: Was öffentlich finanziert ist, muss öffentlich zugänglich bleiben [Alternative Lizenzen für medizinische Forschungsergebnisse]
  • Das Prinzip: Ressourcen zusammenbringen und gemeinsam nutzen [Telepathologie rettet Leben]
  • Das Prinzip: Horizontal statt Vertikal oder Kooperation statt Konkurrenz
  • Das Prinzip Selbstbestimmung: wer betroffen ist, soll mitentscheiden
  • Das Prinzip: Commoning – Gemeinsames Tun

Ich zitiere hier mal die Schlußpassage:

Die entscheidende Frage in jedweder Situation, in jedwedem Projekt und jedweder gesetzlichen Maßnahme ist demnach: Wie gelingt Gemeinsames Tun? Wie entstehen Beteiligung und Selbstorganisation der Menschen für die Gestaltung gesundheitsfördernder Lebens- und Arbeitsbedingungen? Wie sehen Strukturen aus, die Sozialbeziehungen stärken, Zeitreichtum ermöglichen, Vielfalt wachsen lassen, Kooperation honorieren und die Fülle der Gemeinressourcen immer wieder reproduzieren, so dass alle aus ihnen schöpfen können?

Wie das Konzept der Salutogenese zu einer Inspirationsquelle der Gesundheitswissenschaften wurde, indem es die Perspektive auf den Menschen in seiner Lebenswelt verschiebt – weg von den Defiziten, hin zu den Potentialen für Selbststärkung und Selbstheilung -, wirft auch das Konzept der Gemeingüter ein neues Licht auf alte Fragen. Es macht sichtbar, wie und unter welchen Bedingungen Menschen so kooperieren, dass sie ihr Potential entfalten, Lebensqualität und Autonomie gewinnen indem sie anderen gleiches zugestehen. Eine heile Kultur ist eine Kultur der Verbundenheit. Und Verbundenheit ist ‚die Natur allen Seins‘ (Vandana Shiva).“

Hier der gesamte Text (dessen Nutzungsrechte ich mir vorbehalten habe, obwohl man das dem gedruckten Buch leider nicht entnehmen kann). Zum Buchkauf geht’s da lang.

Vitale Gemeingüter: Grundlage nachhaltiger und selbstbestimmter Gesundheitsförderung

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