US Militärstützpunkte in Kolumbien und der Streit um Gemeingüter

So überschreibt der Analyst der Wochenzeitung Brecha (Montevideo), Raúl Zibechi den von Anja Kanbach aus dem Spanischen übersetzten Beitrag im Quetzal. Der Originalbeitrag stammt vom August 2009.

„Das bevorstehende Abkommen zwischen den USA und Kolumbien über die Nutzung von sieben Militärstützpunkten durch das US-Südkommando ist einer der Anlässe für die heftigen Diskussionen, die derzeit in Südamerika über Gemeingüter geführt werden.“

Man erfährt Interessantes. Etwa dass,…

* Venezuela inzwischen das Land mit den weltweit größten potentiellen Erdölreserven ist und die vor den Küsten Brasiliens schlummernden Reserven das Land noch lange versorgen werden (der Sozialismus des 21. Jahrhundert lebt in großem Ausmaß von der Ausbeutung der Naturressourcen)

* laut Chefökonom der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Fatih Birol, die Ölkrise viel früher als erwartet eintreten wird, nämlich etwa 2020 (vielleicht beschleunigt das die Entwicklung der Alternativen zum Öl)

* China zum zweitgrößten Handelspartner Lateinamerikas und zum größten Partner des Erdölproduzenten Brasilien avancierte,

Zudem will das staatliche chinesische Erdölunternehmen CNPC seine Käufe in Lateinamerika weiter ausweiten (das Handelsvolumen gilt in der alten Ökonomie als Erfolgsindikator) und kräftig in den Energiesektor investieren.

Ergo, der Kampf um den Zugriff auf die natürlichen Ressourcen Südamerikas wird nicht nachlassen.

In diesem Kontext scheint es Zibechi naheliegend (ähnlich wurde das auch auf den letzten  Weltsozialforen diskutiert), dass die zunehmende US Militärpräsenz in Kolumbien nicht nur den Kampf gegen FARC und Drogenhandel flankieren soll.

„Das vorrangige Interesse der Supermacht besteht … in der Kooperation mit Regierungen der Region, um Radare und Überwachungssysteme installieren sowie Flughäfen und Häfen nutzen zu können. Diese Kooperation ist von viel größerer Bedeutung als die direkte militärische Präsenz,…“ und

„Besonderes Augenmerk liegt hier auf Brasilien. Brasilien bedeutet, gemäß der herrschen­den Logik Washingtons, ‚das Amazonasgebiet‘, und darunter sind wiederum ’natürliche Ressourcen‘ zu verstehen.“

„In einer Reihe von Berichten auf der Webseite des brasilianischen Militärs Defesanet ist zu lesen, dass 25 Prozent des von den USA verbrauchten Erdöls aus den Andenländern stammen, und dass das Amazonas-Problem die brennendste Frage in der Region sowie ein extrem sensibles Thema für Brasilien ist.“

Und weil das so ist, werden viele Leute im Süden immer hellhörig und sehr misstrauisch, wenn plötzlich von „den GLOBALEN Gemeingütern“ die Rede ist. Sie lesen das vor dem Hintergrund der von Zibechi beschriebenen strategischen Manöver. Da erscheint die Rede vom „Globalen Gemeingut (etwa der Amazonas) als Finte, um den Zugriff Anderer auf die Ressourcen desselben zu legitimieren.

Zweifellos eine Sorge, die man Ernst nehmen muss.

Bild: Raúl Zibechi, by: Teindira, Licencia de documentación libre GNU, versión 1.2

So überschreibt der Analyst der Wochenzeitung Brecha (Montevideo), Raúl Zibechi den von Anja Kanbach aus dem Spanischen übersetzten Beitrag im Quetzal.  http://www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/kolumbien/sudamerika-us-militarstutzpunkte-in-kolumbien-und-der-streit-um-gemeinguter-19093.html
Der Originalbeitrag stammt vom August 2009.

„Das bevorstehende Abkommen zwischen den USA und Kolumbien über die Nutzung von sieben Militärstützpunkten durch das US-Südkommando ist einer der Anlässe für die heftigen Diskussionen, die derzeit in Südamerika über Gemeingüter geführt werden.“

Man erfährt Interessantes, etwa dass
 * Venezuela inzwischen das Land mit den weltweit größten potentiellen Erdölreserven ist und die vor den Küsten Brasiliens schlummernden Reserven das Land noch lange versorgen werden (der Sozialismus des 21. Jahrhundert lebt in großem Ausmaß von der Ausbeutung der Naturressourcen)
 * laut Chefökonom der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Fatih Birol, die Ölkrise viel früher als erwartet eintreten wird, nämlich etwa 2020 (vielleicht beschleunigt das die Entwicklung der Alternativen zum Öl)
 * China zum zweitgrößten Handelspartner Lateinamerikas und zum größten Partner des Erdölproduzenten Brasilien avancierte, 
zudem will das staatliche chinesische Erdölunternehmen CNPC seine Käufe in Lateinamerika weiter ausweiten (das Handelsvolumen gilt in der alten Ökonomie als Erfolgsindikator) und kräftig in den Energiesektor investiert

Ergo, der Kampf um den Zugriff auf die natürlichen Ressourcen Südamerikas wird nicht nachlassen.

Da scheint es Zibechi naheliegend (ähnlich wurde das auch auf dem Weltsozialforum in Porto Alegre diskutiert), dass die zunehmende US Militärpräsenz in Kolumbien nicht nur den Kampf gegen FARC und Drogenhandel flankieren soll.

„Das vorrangige Interesse der Supermacht besteht … in der Kooperation mit Regierungen der Region, um Radare und Überwachungssysteme

installieren sowie Flughäfen und Häfen nutzen zu können. Diese Kooperation ist von viel größerer Bedeutung als die direkte militärische Präsenz,..." und
"Besonderes Augenmerk liegt hier auf Brasilien. Brasilien bedeutet, gemäß der herrschen­den Logik Washingtons, 'das Amazonasgebiet', und darunter sind wiederum 'natürliche Ressourcen' zu verstehen."

„In einer Reihe von Berichten auf der Webseite des brasilianischen Militärs Defesanet ist zu lesen, dass 25 Prozent des von den USA
verbrauchten Erdöls aus den Andenländern stammen, und dass das Amazonas-Problem die brennendste Frage in der Region sowie ein extrem sensibles Thema für Brasilien ist.“

Und weil das so ist, werden viele Leute im Süden immer hellhörig und sehr misstrauisch, wenn plötzlich von „den GLOBALEN Gemeingütern“ die Rede ist. Sie lesen das vor dem Hintergrund der von Zibechi beschriebenen strategischen Manöver. Da erscheint die Rede vom „Globalen Gemeingut (etwa der Amazonas) als Finte, um den Zugriff Anderer auf die Ressourcen desselben zu legitimieren.
Zweifellos eine Sorge, die man Ernst nehmen muss.

2 Gedanken zu „US Militärstützpunkte in Kolumbien und der Streit um Gemeingüter

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