Open-Source-Möbel zum Selberbauen

Offenes Design von anfassbaren Dingen, nicht nur von Software. Also von Dingen zum zusammen- und wieder auseinanderbauen, zum draufsetzen, rumlümmeln, anzünden (wie Lampen) – das ist der Trend.  Was halten Sie von der Idee, den neuen Schreibtisch aus dem Internet zu laden, den persönlichen Bedürfnissen anzupassen und selbst „die Endfertigung“ vorzunehmen? (Das ist ernst gemeint.) Die Nutzungsmöglichkeiten der Allgemeinheit erweitern sich. Die Abhängigkeit vom Produzenten sinkt. Offenes Design beweist, dass die Prinzipien der Produktion von Freien Betriebssystemen und Freier Software auch auf die materielle Welt übertragbar sind. Das wird vielen Designern, die auf das Prinzip der Exklusivität gesetzt haben nicht gefallen,  anderen wiederum neue Betätigungsfelder eröffnen und insgesamt die Welt des Designs und der Architektur bunter, lebendiger und vielfältiger machen. Doch open design scheint mir erst dann richtig spannend, wenn gerade auch solche Lebensbereiche erfasst werden, die bisher ein stiefmütterliches Designerdasein fristeten.

Original Artwork –> Subsequent Artwork based on Original –> Communal Work

Hier und hier berichtet die ORF Sendung Futurezone über den israelischen Designer Ronen Kadushin, stellvertretend für den Einzug des Prinzips Offenheit in Design und Architektur.

„Open Design war für mich eine Möglichkeit als Designer, …meine Entwürfe umgesetzt zu bekommen“.

Und nicht nur das:  Kadushin verdient auch Geld damit (was nicht heißt, dass diese Möglichkeit des Geldverdienens verallgemeinerbar ist.) Aber ihm zumindest hat sein Ansatz und die Veröffentlichung seiner Entwürfe einen Lehrauftrag beschert.

„Jeder kann die Entwürfe für private, nichtkommerzielle Zwecke kostenlos kopieren, verbreiten und verändern – und, was das Wichtigste ist: zu Hause nachbauen.“

Diskutiert werden diese Themen in Deutschland unter anderem in der „Everything Open“ Veranstaltungsreihe vom newthinking store. Christian Siefkes hat eine der Veranstaltungen dokumentiert. Und bei Thingiverse gibt es jede Menge „digitale Designvorschläge, aus denen man richtige Produkte machen kann.“

Was ich nun gern noch wüsste: Warum stellt Ronen Kadushin seine Website nicht unter eine Creative Commons Lizenz?

Illustrationen von design&people

5 Gedanken zu „Open-Source-Möbel zum Selberbauen

  1. Pingback: RTFM! » Aus der virtuellen Nachbarschaft N° 7

  2. Pingback: Open Design – Eine kritische Betrachtung « Stairflight

  3. Hallo,

    aus dieser Perspektive habe ich es noch nie betrachtet… Hochinteressant. Aber gibt es diesen Trend nicht schon seit Jahren? Denke da an die Harz-IV-Möbel. Und eigentlich doch auch an diese ganzen schlechten Einrichtungsshows, die es seit den 90ern gibt und in denen die Leute dann bedrückt zurückgelassen werden.

    LG, Olga

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