Unsichtbare Intelligenz

Würde mit dem gleichen Eifer, mit dem neue Superstars für die Kulturindustrie oder Talente für das Topmanagement oder Multimedia-Design gesucht werden, nach Begabungen für kritische Theorie und schlüssigen Modellen für alternative gesellschaftliche Praxis gesucht werden, man könnte durchaus fündig werden.„, schreibt der Mandelbau-Verlag, zu diesem Buch, „Unsichtbare Intelligenz“ (Hrsg. Franz Nahrada)

Darin gibt es einen Beitrag zu den Gemeingütern, der aus dem Scheitern Neo-liberaler Konzepte aber auch aus dem Scheitern verordneten Volkseigentums (wie  in der DDR, wo ich aufwuch), eine Vision formuliert: Sie wird nun auch hier auf dem Blog zur Diskussion freigegeben.

Eine unvollständige Vision der Commons

* Wir können unsere Energien, Institutionen und Talente direkt auf die Gemeingüter und deren Kern richten: die Vielfalt des Lebens.

* Wir können jedes Projekt, jede Idee und jede wirtschaftliche Aktivität darauf befragen, ob sie mehr für die Gemeinschaften, die Gesellschaft und die Umwelt tut, als sie ihnen nimmt.

* Wir können die Vorzeichen umkehren: indem wir uns Grenzen setzen statt mit natürlichen Ressourcen verschwenderisch umgehen und indem wir mit Ideen verschwenderisch umgehen, statt sie einzugrenzen. So kommt beides zu uns zurück.

* Wir können intelligente Wege finden, das Vorankommen aller zu optimieren, statt uns nur auf das individuelle Vorankommen zu konzentrieren.

* Wir können primär jene Handlungen anerkennen und materiell fördern, die gemeinschaftlich Verfügbares erzeugen, pflegen und vermehren.

* Wir können die vielfache und faire Teilhabe an den Gaben dieser Erde und den gemeinschaftlichen Leistungen von Vergangenheit und Gegenwart zum institutionalisierten Normalfall werden lassen.

* Wir können transparente, partizipative und vor allem freie Entscheidungsverfahren, Kommunikationsformen und Technologien anwenden und für alle verbessern.

* Wir können Gemeingüter, die bei richtiger Pflege eine Quelle des Reichtums für alle sind, reproduzieren. Natur und Mensch, Individuelles und Gemeinschaftliches können zu einem produktiven Ganzen verwoben werden.

Aus dem Herausgeberbrief von Franz Nahrada, der sich ganz wunderbar um die Kommunikation mit uns AutorInnen bemüht und hervorragende Einführungen zu jedem  Beitrag verfasst hat:

„Die Forderungen, die die Studenten erheben klingen so utopisch und unerfüllbar dass selbst wohlmeinende Kommentatoren Zweifel an ihrer Wirkung haben. „Bildung statt Ausbildung“ und „Selbstbestimmtes Studium“ stellen sich diametral gegen das neue Zeitregime der marktkonformen Akademikerproduktion. …

In dieser Situation kommt ein Büchlein zur rechten Zeit, das sich mit der lange vernachlässigten theoretischen Dimension der Kritik am Wissenschafts- und Meinungsbetrieb, an der unheiligen Allianz von pluralistischer Beliebigkeit und gedankenlosem Nachplappern populärer Gedanken beschäftigt.

„Unsichtbare Intelligenz“ ist eine Anthologie von QuerdenkerInnen, die sich mehr oder weniger erfolgreich ihr eigenes Biotop geschaffen haben, von Öffentlichkeit und Medien nicht beachtet und im unaufhörlichen Strom des Tagesgeplärres totgeschwiegen. … Es will einen Beitrag leisten zur Wiedergewinnung einer Theoriekultur, in der wir die Fülle ungelöster Aufgaben des Denkens für eine Welt „sinnlicher Vernunft“ (Robert Kurz) zu erkennen und denen Anerkennung zu geben vermögen, die sie lösen. …“

Danke, dass ich dabei sein durfte!

Hier bestellbar bei Mandelbaum.

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