„Gates hat seinen ‚Wald‘ eingezäunt“

Letzte Woche hielt ich an der Fachhochschule in Nordhausen auf Einladung der studentischen GoFair Initiative der FH und der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen einen Vortrag über Gemeingüter. Habe das Buch „Wem gehört die Welt?“ vorgestellt, viel geredet, viele Geschichten erzählt und viele Fragen beantwortet. Hat sehr viel Spaß gemacht.

Daraufhin erschien dieser gelungene Artikel von Christian Darr in der Neuen Nordhäuser Zeitung. Ein Auszug:

„Warum kennen sehr viele den Namen Bill Gates und den von Tim Berners-Lee nur sehr wenige? Letzterer erkannte die Möglichkeiten seiner Entwicklung und das sie den Menschen am meisten hilft wenn sie allen frei zugänglich sein würde. Der zuerst genannte Herr zählt heute zu den reichsten Menschen auf dem Planeten. Wie hat er das gemacht? Hat der andere etwas falsch gemacht? Gates hat seinen „Wald“ eingezäunt. Dann haben Menschen wie er die Kunde verbreitet das ihr Vermarktungsmodell das einzig mögliche wäre.“

Die Woche zuvor war in ich an der TU Ilmenau. Gut besuchte Veranstaltung. Zwei Stunden Aufmersamkeit, Skepsis hie und da aber insgesamt offene Ohren und eine von Sympathie getragene Debatte. Wir müssten mit der Gemeingüterdiskussion durch die Unis tingeln und sie mit dem „abgleichen“, was die Studenten und Studentinnen bewegt.

5 Gedanken zu „„Gates hat seinen ‚Wald‘ eingezäunt“

  1. Genau das haben wir heute in Graz in der besetzten (unsere Sprachregelung ist „befreiten“ – nämlich von oben erwähntem Zaun) Uni begonnen🙂.

  2. TU Ilmenau sollte eigentlich ein Heimspiel für die Commons sein. Das ist mathematisch-informatisches Hoheitsgebiet.

    Ich kann mich erinnern, dass – im Gegensatz zu den BWL-Studenten – unser Professor uns IT-Studenten im ersten Semester etwas über den ethischen Kodex eines Informatikers erzählt hat. Das Thema Commons kam darin mehrfach vor.

    Überzeugungsarbeit braucht es stattdessen eher bei den Altvorderen. Die alten BWL-Herren hören das Wort „Doktorarbeit“ oder „innovative Forschung“ und fragen sofort nach Patentierbarkeit und Marktchancen. Sie haben einfach keine Ideale und ihre einzige Vision ist es, mehr Geld zu verdienen.

  3. PS: das Ergebnis der Altvorderen ist natürlich, dass sie mit dieser Einstellung im Nachgang überhaupt kein Geld einnehmen. Das ist dann natürlich nicht ihre Schuld, sondern die der IT-Abteilung, der Raubmordkopierer, der Weltwirtschaftslage und der hohen Lohnnebenkosten. Aber auf keinen Fall ist es die Schuld des hoffnungslos veralteten Geschäftsmodells.

    Wer von den Nicht-Technikern will denn heute schon noch die Welt retten, wenn er daran nichts verdient?

  4. @ Tom: „Wer von den Nicht-Technikern will denn heute schon noch die Welt retten, wenn er daran nichts verdient?“

    Ach, da kenn ich eine ganze Menge.🙂 Und die muss man mit den commoners aus dem mathematisch-informatischen Hoheitsgebiet in Kontakt bringen.

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