„Gefährlicher Open Access Schwindel“

Ich kann kaum glauben, was heute in der digitaz verbreitet wird.
Der vor Fehlern nur so strotzende Artikel von Rudolf Walther, der offenbar jede Form von Digitalisierung mit der Idee von Open Access verwechselt, gipfelt in der Aussage
„Die Google-Piraterie und der „Open-acces“-Schwindel sind gefährlicher als die Piraterie entlang der somalischen Küste.“

„Open Enteignung“ nennt der Autor seine Einlassung und vergisst zu erklären, wer wen angeblich „enteignet“. Mehr will ich hier nicht reproduzieren. Wäre schade um jede verschwendete Neurominute. Ich wüsste nur noch gern, von wem Rudolf Walther im richtigen Leben bezahlt wird.

foto on flickr by http://www.flickr.com/photos/cv47al/

4 Gedanken zu „„Gefährlicher Open Access Schwindel“

  1. Ist Rudolf Walther nicht Koautor von „Letztes Lexikon“?
    http://www.eichborn.de/index.php?id=96&tx_commerce_pi1%5BshowUid%5D=47202
    Wenn ja, dann scheint er ein interessantes Anliegen zu haben. Die Rettung wahrer Information im stürmischen Ozean digitaler Belanglosigkeit. Was er in diesem TAZ-Artikel allerdings treibt, runzelt einem die Stirn. Als Wissenschaftler müsste ich, um legal zu bleiben, ja sogar dann Gebühren an den Verlag des publizierenden Journals bezahlen, wenn ich meinen eigenen Artikel an einen Kollegen weitergeben will – denn ich habe ja sämtliche Rechte an den Verlag abgegeben. Eine haarsträubende Situation: Der Steuerzahler finanziert die Forschungsarbeiten. Der Autor schreibt den Artikel ohne jedes Honorar UND bezahlt Druckkostenzuschläge für Abbildungen. Andere Wissenschaftler übernehmen ehrenamtlich das Peer-Reviewing … und wenn ein Fachkollege das Ganze dann lesen will, dann muss er z.B. 15 USD für 24 h Zugang zum Volltext bezahlen (Science) – oder auch mal 31.50 USD z.B. für „The tragedy of the commons in evolutionary biology“ in Trends in Ecology & Evolution.
    Das spannende und recht komplexe Thema klingt bei Herrn Walther etwas schwach durchdacht. Vielleicht ist’s gerade hipp? Auch in der Süddeutschen Zeitung gibt’s heute Zunder für den Bücherfresser Google: http://www.sueddeutsche.de/,ra12m1/computer/846/462464/text/

  2. Pingback: Öffentlich finanziert - privat kassiert « CommonsBlog

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