Allemansrecht: Nicht stören und nicht zerstören

Gerade diskutieren wir im Politischen Salon die Frage Commons und Eigentum.
Es ist kompliziert, allgemein gültige Idee, Regeln und Prinzipien für alle Commons zu formulieren, aber es ist möglich!
Fairness im Zugang ist solch ein Prinzip Das bedeutet bei Wasser: Zugangsbeschränkung. Bei Wissen bedeutet es Open Access.

Und es gibt noch ein schönes Prinzip, das man vielleicht ein bisschen aufpeppen müsste. Es stammt aus dem so genannten Allemansrecht der nordeuropäischen Länder (Schwedisch: Allemansrätten): Nicht stören und nicht zerstören.

Bei diesem Jedermannsrecht geht es darum, …der Allgemeinheit Nutzungrechte an der Wildnis und anderem privaten Landbesitz zuzugestehen.

„In Schweden hat jeder – ausländische Besucher eingeschlossen – das Recht, sich in der Natur aufzuhalten. Wir nennen dieses Recht Allemansrätten. Es handelt sich um ein Privileg, das es nicht in allen Ländern gibt. Das Allemansrätten bietet sehr viel Freiheit für Naturerlebnisse und Freizeitgestaltung. Doch diese Freiheit für den einzelnen Erholungssuchenden darf nicht zur Einschränkung, Belästigung oder gar Unfreiheit für andere werden. Gefordert sind Verantwortungsbewusstsein und Aufmerksamkeit:“ (herv. von mir)

Man darf einen Tag lang zelten, ohne den Grundbesitzer um Erlaubnis zu fragen. Man darf Beeren und Pilze und Pilze sammeln, sogar Feuer machen. „Die Jagd, das Fangen von Tieren sowie das Einsammeln von Eiern fallen nirgendwo unter das Jedermannsrecht“, erfahre ich aus der Wikipedia.

„Jegliche Verstöße werden als Wilderei verfolgt und streng bestraft.“

Commons bezeichnet die enge Bindung von communities/Gemeinschaften, Menschen an die sie umgebenden oder von ihnen geschaffenen oder ererbten Ressourcen. Beides kann ganz unterschiedlicher Art sein – die Gruppen und die Ressourcen. Commons als Commons zu respektieren heißt also immer, sowohl die Sozialbeziehungen der Gruppen zu respektieren (nicht stören) als auch die Ressourcen (nicht zerstören). Egal ob durch Übernutzung (von Wasser, Wald oder Weiden) oder durch Unternutzung (z.B. verwaiste Werke)

Hier ein hübsches Beispiel, was das konkret für die Nutzungsrechte für Touristen und andere Zeitgenossen an der „wunderbaren schwedischen Natur zu ihren Füßen“ bedeutet.

Was wir also suchen sind Prinzipien, die jeder Eigentümer und jede Eigentümerin – egal ob eine natürliche Person, der Staat, Gemeinschaften oder Unternehmen –  zu berücksichtigen hat. Knackig forumuliert wie im Jedermannsrecht.


		

4 Gedanken zu „Allemansrecht: Nicht stören und nicht zerstören

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