Commons sind gelebte Praxis

Eine der 2400 (sic!) Veranstaltungen des Weltsozialforums war die Vorstellung des spanischsprachigen Commonssammelbandes. Mir ist ein Rätsel wie die Leute in dieser Schwüle 3-stündige Präsentationen und Diskussionen aushalten.

Ulrich Brand hat während der Buchvorstellung eine Einordnung der Commonsdebatte in die politisch-strategischen Optionen der Gegenwart, also des Post-Neoliberalismus, vorgenommen.

Die Politische Ökonomie der Commons sei die Politische Ökonomie des Widerstands und der Alternativen, denn in der Gemeingüterdiskussion geht es grundsätzlich um die Wiederherstellung nicht marktvermittelter Sozialbeziehungen.

Es gibt, so Brand, vier post-neoliberale Strategien:
– die Barbarei (kurz: Das Bush-Projekt)

– die sozialdemokratische Strategie (zum Scheitern verurteilt, da nur für ein Drittel der Bevölkerung überhaupt umsetzbar)

– den Konservatismus und Autoritarismus (beispielsweise der konservativen Regierungen Europas, die sich derzeit auf dem Vormarsch befinden. In Lateinamerika drückt sich diese Tendenz als neodesarrollismo aus, in dem der Staat eine stärkere Rolle spielt, auf exportorientierte Entwicklungstrategien setzt und die Transformation der Sozialbeziehungen diesen unterordnet.)

– emanzipatorische Strategien – dazu gehöre die Commonsdebatte.

Commons, so Brand, seien immer praktische Kritik von Herrschaftsverhältnissen!

Das ist der Punkt. Und mir wurde mal wieder klar, dass Commons vor allem gelebte Praxis sind. Und keine Theorie.

Commons als soziale Beziehung, zwischen den Menschen in Bezug auf natürliche, soziale und kulturelle Gemeinressourcen und zwischen Mensch und Natur – sind so bunt wie das Leben selbst. Und dort, mittem im Leben, im Alltag und in unseren vielfältigen Sozialbeziehungen ist der Ort, wo wir Gemeingüter erhalten und ausbauen können.

Das müssen wir vermitteln!

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