Wie wir uns aus dem Kapitalismus herauswirtschaften

Kommt sie? Kommt sie nicht? Und wenn ja, wie kommt sie? Die Peer-Economy; die andere, auf Commons (Gemeingütern) basierende Wirtschaftsweise. Wir haben uns darüber ein paar Gedanken gemacht, die nun – arg gerafft – in der neuesten Contraste Ausgabe veröffentlicht sind. Contraste ist die „einzige überregionale Monatszeitung für Selbstorganisation“. …

Ko-autor Christian Siefkes hat dazu auf Keimform berichtet. Der Schwerpunkt umfasst:

  • Benni Bärmann: Einleitung zum Contraste-Schwerpunkt
  • Stefan Meretz: FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Peer-Ökonomie
  • Thomas Kalka: PPP – Private Public Property (momentan noch nicht online)
  • Annette Schlemm, Christian Siefkes: Commons-Netzwerke: Wie wir uns aus dem Kapitalismus heraus wirtschaften können
  • und meinen Beitrag: Worauf basiert die Peer-Ökonomie? Daraus einige Auszüge:
  • Das Verhältnis von Commons zur durchkapitalisierten Produktion ist konditionierend-komplementär und konträr zugleich.

    Die Kondition: Gemeinressourcen sind überall. Ohne Gene keine Vielfalt. Ohne Land keine Nahrung. Ohne Töne keine Musik. Ohne Sprache keine Kommunikation. Ohne Wissen kein Fortschritt. Ohne Wasser kein Leben. Sie sind – gleich ob stofflich oder nicht – Grundlage jeglicher (Re-)Produktion und Kreation. Insofern konditionieren sie Handeln in jedweder Wirtschaftsform. Sie sind auch Rohstoff kapitalistischen Wirtschaftens.

    Der Kontrahent: Der Kapitalismus kann als Abfolge von Landnahmen (R. Luxemburg, Die Akkumulation des Kapitals) beschrieben werden, als expansive Akkumulationslogik, die Bresche für Bresche in noch nicht durchkapitalisierte Lebensbereiche schlägt. Commonstheorie bezeichnet diesen Prozess als „enclosure of the commons“ – Eingrenzung oder Einzäunung der Gemeingüter. … Die „enclosure“ erfolgte zunächst zweidimensional. Mehr und mehr Fläche, mehr und mehr Territorien wurden einverleibt. Zugleich drang dieser Prozess auch in immer tiefere Schichten vor. So gerieten die Bausteine des Wissens und des Lebens im Rhythmus ihrer Entschlüsselung zum Gegenstand privatwirtschaftlicher Verwertung. … Die so fortschreitende kapitalistische Akkumulation verläuft aber nicht linear. … Es gibt noch immer große Bereiche, die der marktwirtschaftlichen Durchdringung entzogen sind oder in sozialen Kämpfen wieder entzogen werden.
    Letzteres konstituiert weitgehend die Bereiche, aus denen gemeingüterbasiertes Leben und Wirtschaften schöpft. Weltweit wird produziert um zu teilen und nicht nur um zu handeln. Weltweit wird Saatgut fortentwickelt, indem es in der Verfügungsgewalt der Bauern bleibt, von vorangegangenen Ernten einbehalten, ausgelesen und wieder ausgesät wird. Weltweit wird gelehrt, um zu bilden und zu befähigen, nicht um zu verdienen.

    …überall bestimmten die Gemeingüter (Commons) den Charakter der Sozialbeziehungen (und umgekehrt): Besitz statt Eigentum, Transparenz und Partizipation statt Hierarchie, Kooperation vor Konkurrenz statt Konkurrenz vor Kooperation, Gebrauch und Teilhabe an den Gemeinressourcen statt Verbrauch und Veräußerung derselben. …
    Commons sind also Teil des kapitalistischen Akkumulationsregimes selbst, zugleich aber auch das Äußere, das sich noch Einzuverleibende. Es geht darum, die Grenze zwischen gemeingüterbasiertem Wirtschaften und marktvermittelter Produktion zugunsten der Commons zu verschieben.“

    Und hier geht’s zur Bestellung!

Ein Gedanke zu „Wie wir uns aus dem Kapitalismus herauswirtschaften

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