Die Globale Allmende: Unsere Versicherung

Über Gletscher lässt sich nicht verhandeln! Mit solchen Sätzen bringt Konrad Mrusek die Allmende heute auf die Titelseite der faz und eines der wesentlichsten Argumente der Allmenddikussion auf den Punkt. Es gibt Grenzen:

  • Grenzen der Nutzungsrechte an den Commons,
  • Grenzen der Inwertsetzung derselben also  Grenzen physischer und rechtlicher Art. Aber es gibt auch…
  • Grenzen der Ignoranz, der Kurzsichtigkeit und der Doppelzüngigkeit.

Der Beitrag erscheint anläßlich der UN Klimakonferenz im Polnischen Poznan … Wissenswertes dazu mit vielen Hintergrunddokumenten und aktuellen Blogbeiträgen findet sich hier.

Mrusek sagt:

„Die Krise ist das Ergebnis eines allzu kurzfristigen Kalküls mit Finanzkapital. Es wäre falsch, mit Naturkapital ähnlich zu verfahren. … Überdies geht es jetzt nicht um die Klimakosten des Rezessionsjahres 2009, sondern um die der Jahre nach 2013.

Wenn Banken zusammenbrechen, kann die Politik ihnen Rettungsringe zuwerfen. Über Gletscher lässt sich nicht verhandeln, man muss ihr Abschmelzen beizeiten verringern. …  Wer dem wissenschaftlichen Konsens nicht folgt, kann wenigstens das Vorsorgeargument akzeptieren, um künftige Generationen vor einer Katastrophe zu bewahren. Auch Unfälle oder Feuer sind selten, doch man versichert sich gegen solche Risiken. Klimaschutz ist ebenfalls eine Versicherung.

Das gelingt am besten, wenn Kohlendioxid im Emissionshandel einen Preis bekommt und die Atmosphäre nicht länger eine kostenlose Deponie bleibt. Im Strom sind Emissionszertifikate schon eingepreist; daher kann man künftig alle Rechte für Kraftwerke versteigern. Für die Industrie sollte es Übergangsfristen geben, bis ein globales Klimaschutzregime steht. Das wird aber gebraucht, denn die Atmosphäre ist ein Gemeinschaftsgut, eine Art globaler Allmende.“

Ich denke, dass Emissionsschutz am Besten gelingt, wenn wir beginnen, Erdöl im Boden zu lassen. Insofern würde ich die Schwerpunkt anders setzen. Aber richtig ist: Commons sind eine Versicherung. Und: Commons are not for free. Gemeinschaftsgüter sind nicht für lau zu haben. Weder unser natürliches noch unsere kulturelles Erbe können wir einfach so verwenden und verschwenden. Wir müssen etwas aufwenden. Entweder Geld oder Engagement oder sonstwas. Vor allem aber: Unseren Verstand.

Fotos on flickr by savoonga

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