„Es ist schön, so reich zu sein“

Plädoyer für einen Commonsbutton!

Gerade habe ich 20 Seiten Transkription beendet. Die Diskussion im Dritten Salon der hbs „Zeit für Allmende“ war dicht. Für eine zusammenfassende Reflektion brauche ich noch Zeit, aber die letzten -sehr anregenden- Minuten des Gesprächs stelle ich bereits online, denn da gab es eine praktische Idee, die Benedikt Härlin ins Spiel brachte:

Auszug der Mitschrift:

Benedikt Härlin: Wie wäre es, wenn wir versuchen würden, ein Inventar der Gemeingüter aufzustellen. …Mir ging gerade Folgendes durch den Kopf: Heutzutage ist ja jedem öffentlichen Träger dem irgendwas gehört fast peinlich, dass es ihm gehört und dass er etwas kontrolliert. Das muss dann sofort verkauft oder privatisiert werden.

Wenn wir uns jetzt mal vorstellen, einfach zu sagen: „Wir sind stolz so reich zu sein.“ Und „Das gehört uns allen“. Wie wäre das? Und deshalb wird jetzt alles mal mit einem Kuckuck oder Siegel… gekennzeichnet. Alles was in der öffentlichen Hand ist, was Allmende ist, was uns -der Öffentlichkeit- gehört.

Das ist auch ein Strukturierungsvorschlag, um besser zu verstehen, ob nun ARD und ZDF Allmende sind oder nicht…

angeregte Debatte…

einen Gemeinwohlsticker; einen Gemeingutsticker und draufschreiben: „Alles unser“!

Oliver Moldenhauer: Der zentrale Punkt sind eben die Güter, die nicht der öffentlichen Hand gehören, weil gar keine Eigentumsrechte formuliert sind. Oder die gar nicht kontrolliert werden oder kontrolliert werden sollen (Luft, Wissen usw.) Das meinst Du wahrscheinlich mit, aber das ist genau das, was in der Debatte immer übersehen wird, deswegen betone ich es.

Benedikt Härlin: Genau darum ging es. Erstmal sagen: „Alles unser“. Das ist der erste politische Schritt: „Luft gehört uns, keinem anderen. Wenn da einer ranwill…  Und was formal eigentumsrechtlich der öffentlichen Hand gehört, gehört dann auch dazu. Das ist ganz klar.

Weitere angeregte Debatte:

Du brauchst zwei Sticker. Einen für das, was uns schon gehört. Und einen für das, was uns gehören sollte.

Und das, was wir nie haben wollten… wie Atommüll.

Silke Helfrich: Ich finde den Vorschlag auch deswegen charmant, weil man daran vermutlich nochmal den Unterschied zwischen Commons und Öffentlichem Eigentum klar machen kann.

Eine grundlegende Unterscheidung ist: Ressourcen sind das Eine. Eigentumsverhältnisse das Andere. Commons können grundsätzlich in jedes Eigentumsregime fallen. Sie können Privateigentum sein, oder Gemeineigentum verschiedenster Art. Staatliches Eigentum ist ja nur eine bestimmte Form des Kollektiveigentums. (siehe Zusammenfassung Erster Salon)

Insofern ist es genau richtig zu sagen, wir brauchen mehrere Sticker.

Wir müssen erst einmal alles aufzählen, was öffentliches Eigentum ist. Das ist es ja nicht ohne Grund.

Viele Commons sind in der Tat privatisiert. Das sind die, die wir wiedergewinnen wollen.

Viele Commons sind als solche noch gar nicht entdeckt – auf dem Mond oder am Meeresboden oder wo auch immer…

Klasse Idee!“

Soweit der Protokollauszug.

Die Idee ist übrigens nicht ganz neu. Die Friends of the Commons haben in ähnlicher Absicht ein Commonsmark entworfen. Es sieht so aus:

Auch ihre Begründung ist ganz ähnlich. Der sehr empfehlenswerte State of the Commons beginnt mit dem Satz:

„You and your family are richer than you think. Here’s why:…“ (einfach klicken und weiterlesen🙂

Die Idee des Gemeinwohl/ Gemeingutstickers darf auch hier in den Kommentaren weitergesponnen werden. Adelante…

Ein Gedanke zu „„Es ist schön, so reich zu sein“

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