J.K. Rowling: Privatisierung der charity

Don’t buy Harry Potter books hat Richard Stallman schon 2005 Jahren geschrieben. Recht hat er.

Jetzt hat J.K.Rowling auch noch gegen einen ihrer größten Fans vor dem Bezirksgericht in New York gewonnen. Ich finde, die Anwälte von Creative Commons sollten sich der Sache annehmen und in Berufung gehen. Das in siebenjähriger Arbeit entstandene Harry Potter-Lexikon des Bibliothekars Steven Vander Ark darf nicht als Buch erscheinen. Es hätte „wesentliche Ähnlichkeit“ mit den per Copyright geschützten Werken der Autorin.

„Die 450 Seiten des Manuskripts des eingefleischten Potter-Fans ….entstammten primär den 4.100 Seiten des gesamten Potter-Werks. „Die meisten der 2.437 Einträge des Lexikons enthalten direkte Zitate oder Paraphrasierungen, Details der Handlung sowie Zusammenfassungen von teilweise mehreren Szenen der Romane“. (vía)

So what? Warum darf Vander Ark seine Arbeit nicht verwerten, warum muss er die Website vom Netz vom Netz nehmen? Als diese Rowling früher noch als Werbung diente, sagte sie:

„Das ist so eine großartige Site, auf die ich immer wieder im Internet Café einschleiche, wenn ich unterwegs am Schreiben bin und eine Sache nachschauen will. Eher das, als dass ich in eine Buchhandlung gehe und eine Kopie von Harry Potter kaufe (was beschämend ist)“ (Sinngemäß übersetzt). (vía)

Auch die Rowling Partner, Verleger, Spielhersteller und Regisseure bedienten sich nach eigenen Aussagen häufig auf Vander Arks Website.

Nein, auch Harry Potter ist nicht komplett auf Rowlings Mist gewachsen. Auch sie hat sich in der kulturellen Allmende bedient. Und das nicht zu knapp und nicht einmal immer fair, wie Kritiker meinen:

„Rowling has also been accused of borrowing more blatantly from the works of other contemporary authors. For instance, author Nancy Stouffer-creator of a book called Rah and the Muggles and a character named Larry Potter-claims that Rowling ripped off her books. Rowling has vehemently denied Stouffer’s allegations.“ (vía)

Besonders perfide finde ich diesen Teil der Klagebegründung der Milliardärin: Rowling plane selbst seit Jahren ein Lexikon. Den Erlös wolle sie für caritative Zwecke spenden.

So hat das schon Bill Gates gemacht. Erst den anderen das Wasser abgraben, Ergebnisse kollektiver Kreativität und Arbeit per Vertrag und Lizenzbestimmungen privatisieren und dann als der Retter der Welt daher kommen, eine Stiftung gründen und -steuersparend- das „investieren“, was er auch armen Ländern aus den Haushaltsbudgets gezogen hat.

Wie sagte der Science Fiction Autor Orson Scott Card?

„Rowling has now shown herself to lack a brain, a heart and courage. Clearly, she needs to visit Oz,“ he remarked.“ (vía)

Charity hat aber was mit Herz zu tun. Das ist Rowling abhanden gekommen.

Don’t buy Harry Potter books! Lest sie, besprecht sie, tauscht sie, leiht sie, remixed sie. Aber kauft sie nicht.

foto on flickr by Oopsy Daze

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