Die Straße ist für alle da

Die Bürger diskutieren fleißig mit, ob in Hamburg die commons erweitert werden sollen und wie das Ganze dann zu nennen wäre. Es geht um das Teilen der Straße. Teilen bedarf (meist) klarer Regeln. Manchmal auch die, sperrige oder verwirrende Regeln abzuschaffen.  Das Konzept des Geteilten Raums (Shared Space), welches hier zum Tragen kommt, ist radikal.

Rücksicht statt Regeln, bringt das Hamburger Abendblatt die Idee der Hamburger Bezirke Eimsbüttel und Mitte, auf den Punkt, im Stadtgebiet eine gemeinsame Zone für Autos, Radfahrer und Fußgänger, einzurichten.

Rücksicht als Prinzip (des Umgangs mit der Allmende), könnte man das Hamburger Abendblatt korrigieren.

Im Filterblog wird zu Recht gefragt:

„Wozu komplizierte Regeln aufstellen, mit deren Befolgen man womöglich so beschäftigt ist, dass man die Dinge, auf die es ankommt (zum Beispiel auf die Straße rennende Kinder) unter Umständen genau deswegen übersieht?“

Interessant auch die Namenssuche für den neuen geteilten Raum:

„Dem Aufruf des Abendblattes, alternative Namen für das englische „Shared Space“ … zu schicken, sind … Hunderte Leser gefolgt. Die besten zehn Vorschläge werden an Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) weitergeleitet. …

Traditionsbewusst zeigt sich Gebhart Müller-König aus Moisburg, der „Allmende“,…, empfiehlt. … Moralischer ist Gesa Barthold: „Gutwillstraße“ … Britischen Sportgeist zeigt der Hamburger Bernd Stolte: „Fair Play Zone“. …. Minimalistisch wünschen es Gerhard von Harscher („Rücksicht“), Katrin Weymeyer-Münzing („Mit Einander“) oder Hans-Christian Kopetz („Gemeinsame Straße“). … Philosophisch geht Jörg Wessel die Namensfindung an. Er empfiehlt, anstelle von „Straße“ unbedingt „Weg“ als Begriff zu wählen. Dies betone schließlich die Gemeinsamkeit von Zielen.“ (Herv. S.H.)

Welcher Vorschlag auch immer am Ende den Zuschlag erhält: bei soviel Kreativität, kann nur was Gutes rauskommen.

Foto : on flickr by Pixilroiber

2 Gedanken zu „Die Straße ist für alle da

  1. Shared Space? – Wie blöd waren denn unsere Vorfahren, dass sie Regeln und Vorschriften (und Gerichte) geschaffen haben, wo doch alles durch „Rücksichtnahme“ geregelt ist.- Realitätsfremde sollten keine Veränderungen fordern.
    Hamburg ist nicht Bohmte. Schön, wenn es in Hamburg auch so wenig Verkehr gäbe. Der Verkehr in Hamburg hat sich, wie sein Regeln, zwangsläufig entwickelt.

  2. Lieber Herr Ort,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Dem Ton entnehme ich, dass Sie ein paar Gedanken (bzw. den Kontext des Blogs) überlesen haben könnten.
    „Teilen braucht klare Regeln“, steht da zum Beispiel. Die sind natürlich immer kontextabhängig und sachbezogen. Wenn ich recht informiert bin, ist ja kein Hamburger auf die Idee gekommen, in der ganzen Stadt Ampeln und Verkehrsregeln abzuschaffen. Dem wird auch im Beitrag nicht das Wort geredet. Das könnten Sie als realitätsfremd abtun.
    Regeln, Vorschriften und Gerichte sind aber nur so effizient wie die Menschen es zulassen. Gesetze, die nicht befolgt werden, machen keinen Sinn.
    Ich habe zu lange in Ländern gelebt, in denen Gesetze nur auf dem Papier exisitieren und die Juristen dem Rest der Welt in Sachen Korruption den Rang ablaufen um mich mit dem FORMELLEN und INSTITUTIONELLEN zufrieden zu geben. Auch in Deutschland hätten wir längst ein Tempolimit auf Autobahnen, mehr verkehrsberuhigte Innenstädte und ein 3-Literauto wenn es tatsächlich um’s Gemeinwohl ginge.
    Deshalb scheint mir, gibt es gegen ein Plädoyer für Rücksichtnahme, oder generell gesprochen; für Werte und Verhaltensweisen der Menschen, die wirklich eine Gemeinwohlorientierung in sich bergen, nichts einzuwenden. Um mehr geht es hier nicht.

    Viele Grüße
    Silke Helfrich

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