Commons – Theorie des kollektiven Handelns

Was hat ein englisches Dorf mit dem Blauwal gemeinsam?

Beide sind in Gefahr. Beide sterben aus. Beide sind commons. Genauer: Beide sind unterschiedliche Formen geteilter Ressourcen.

Oder auf Englisch:

„resources held ‘in-common‘, which means that although there is no private ownership many people might have some form of rights to use or benefit from their existence.“

(vía Pressemitteilung des CCRI vom 3. 6. 08 anläßlich der 12. Konferenz der Internationalen Assoziation zum Studium der Commons – IASC, vom 14. bis 18. Juli in Cheltenham/ GB)

Armut an natürlichen Ressourcen ist oft durch Mismanagement der Commons verursacht. Keine Eigentumsform an sich aber garantiert nachhaltiges Ressourcenmanagement. Vielmehr bedarf es in jedwedem Eigentumsverhältnis Zugangs-, Nutzungs, Grenz-, Entnahme-, Kontroll- u.a. -regeln, die Ressourcen als solche erhalten und deren gesellschaftliche Verfügbarkeit sichern. Und die entsprechenden Sanktionsmechanismen sowie Institutionen und Akteure, die sie durchsetzen.

Auf der IASC Konferenz wurde an zahllosen Beispielen verdeutlicht, wie komplex solche Regeln sind. Sie müssen in jedem sozio-ökonomischen und politischen Kontext Folgendes absichern:

  • Gerechtigkeit im Zugang
  • Nachhaltigkeit in der Nutzung
  • Demokratie und Transparenz in allen commonsbezogenen Entscheidungen sowie
  • gerechte Verteilung des Reichtums (der Produkte), die aus den commons entnommen werden

Commonstheorie ist letztlich nichts anderes als die Beschreibung dessen, wie kollektives Handeln diese Prinzipien absichern kann. Commonstheorie ist eine Theorie des kollektiven Handelns, das Commons(erhalt und -erweiterung) zugleich als Ausgangspunkt und Zweck von Produktion und Reproduktion versteht.

In den kommenden Monaten werde ich einige Dokumente, die im Kontext der IASC Konferenz veröffentlicht wurden, kommentieren.

foto: on flickr by Axel C

Ein Gedanke zu „Commons – Theorie des kollektiven Handelns

  1. Unsere wittener Attac-Gruppe bearbeitet z.Zt. das Thema
    Grundeinkommen. Und bei dieser Debatte darf es eben nicht nur um Warenkörbe etc gehen – ich bin ganz happy,
    auf den Begriff Commons zu stoßen, mit dem Wohlstand oder Armut sicher trennschärfer zu beschreiben ist..

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