Formyband ist online

Wort gehalten. Gleich zweimal. Formyband ist online und ich hatte versprochen, die Seite zu beobachten.

250 Künstler beteiligen sich am Erstauftritt der Plattform. Dieser Wachstum zu prognostizieren ist einfach, denn… durch das Nadelöhr der Rechteverwerter werden viele dieser Nachwuchsbands nicht kommen. Also werden viele von ihnen -hoffentlich- Formyband nutzen, um bekannter zu werden… und fans in die Förderung der Bands einzubinden.

Zudem setzt sich eine Erkenntnis durch: Kopieren ist gut für Autoren. Freie Downloads sind -zumindest um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen- gut für Musiker.

Texte und Musik sind nun nicht dasselbe. Der kanadische Science Fiction Autor Cory Doctorow, einer einer der wenigen, die ihre Bücher bereits unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlichen, so dass sie umsonst heruntergeladen und sogar verändert werden können sagt:

Ich veröffentliche unter Creative Commons, weil ich so mehr verdiene. … Der ökonomische Grund ist ziemlich einfach: Die Leute nehmen elektronische Bücher nicht als Ersatz für gedruckte Bücher. Sie nehmen es als Anreiz, gedruckte Bücher zu kaufen. Niemand liest
lange Texte am Bildschirm, weil Computer einfach zu sehr ablenken. Man kann so kein ganzes Buch lesen, wenn man nicht die eiserne Disziplin eines Mönchs hat. … Mein Problem ist nicht
Piraterie, sondern Unbekanntheit.

Dieses Problem teilt Doctorow mit den meisten Musikern. Doch um kopierte -nicht bezahlte- Musik zu hören, bedarf es keiner Mönchsdisziplin. Das unterscheidet online Texte von online verfügbarer Musik. Letztere braucht von Anfang an alternative Finanzierungsmodelle, wie etwa die vom fairsharing Netzwerk promotete Kulturflatrate. Aber auch Ideen wie die von formyband.

Formyband hat ein einfaches Konzept gestrickt, um in Bands und Musiker zu investieren:

Die Bands erhalten die Chance auf eine professionelle Albumproduktion und internationales Marketing und jeder investierende Supporter erhält für seine Investition eine Beteiligung an den zukünftigen Einnahmen der Musiker.

Robert Kunze, Entwickler von ForMyBand beschreibt, wie das funktioniert.

Die Zahlungsbereitschaft soll über einen „Gewinnbeteiligungsmechanismus“ stimuliert werden. Bekanntheit und Geld verteilen sich auf diese Art jedenfalls gerechter als im klassischen Rechteverwertersystem, wo Konzerne über unseren Musikgeschmack und über den Verbleib der Einnahmen bestimmen. Die Popgrößen schwimmen im Geld, aber die Mehrheit kann von der Musik nicht leben.

„Investieren“ kann man übrigens bereits ab EINEM EURO. Wie heißt es doch so schön? Kleinvieh macht auch Mist. Diese Idee der inkrementellen Investition vieler (statt auf einen großen Produzenten zu setzen, der viel Geld locker macht, dann aber auch alles entscheidet), scheint mir ein Erfolgsrezept.

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2 Gedanken zu „Formyband ist online

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