Managementprinzipien für (alle?) Commons

 

Ich bin noch immer auf der Suche nach einem Text, der Prinzipien und Erfolgsbedingungen eines fairen und zukunftsfähigen Managements der Wissensallmende ihn ähnlicher Weise zusammenfasst, wie das Elinor Ostrom für den Umgang mit natürlichen Commons (Sozio-Ökologischen Systemen) getan hat. Tips sind willkommen.

Ostroms Frage ist, wie robuste, vitale natürliche (sozio-ökologische) Ressourcensysteme bei hohem Selbstorganisationsgrad der NutzerInnen erhalten werden können. Diesen (und ähnliche) Texte habe ich mir wie folgt vergegenwärtigt:

Wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Commonsmanagement sind:

 

  • die Verankerung der Bevölkerung/NutzerInnen im entsprechenden Raum/ Ressourcensystem, dh. die Bindung der NutzerInnen an Ressourcen/ ans Territorium

  • die Förderung des Interesses am Erhalt der Ressource für die Gemeinschaft durch Gebrauch bzw. produktive Nutzung derselben

  • überschaubare Grenzen des Systems (bei natürlichen Gemeinschaftsgütern)

 

Als Erfolgsbedingungen gelten unter anderem:

  • Auf Normen und Regeln basierende Vertrauensbeziehungen zwischen den NutzerInnen bzw. ProduzentInnen und KonsumentInnen

  • direkte Kommunikation und hohes Maß an Interaktion (formelle und informelle Beziehungsstrukturen)

  • klare und akzeptierte Leadershipstrukturen (oft beruhend auf bereits eingebrachter Leistung oder Prestige)

  • stabiles Wissen um Ressourcensysteme und deren Funktionieren in langfristiger nicht kurzfristiger Perspektive

  • selbstorganisierte Monitoring- und Verstärkungs-/Motivationsinstrumente (dafür bedarf es geeigneter politischer Rahmenbedingungen, z.B. Autonomie zulassende Strukturen/ bzw. das Ermöglichen „subsidiärer Treuhänderschaft“)

  • funktionierende Sanktionsmechanismen

Folgende Prinzipien scheinen mir wichtig:

  • Diversität von Regeln/Normen auf mehreren Ebenen (z.B. int./reg./nat./lokale staatl. Institution + NRO + Selbstorganisation)

  • Gegenseitigkeit (und für deren Existenz eindeutige und leicht identifizierbare Signale)

  • Konsens in der Entscheidungsfindung bzw. mit der Art der Entscheidungsfindung (dh. hohes Maß an Akzeptanz der -selbsdefinierten- Regeln und Normen)

 

    Ostrom und andere Sozialwissenschaftler, die sich mit dem Funktionieren komplexer System anhand unterschiedlicher theoretischer Modelle auseinander setzen, machen immer wieder deutlich:

    Es gibt kein Geheimrezept für das erfolgreiche Management komplexer, nichtlinearer, sich permanent wandelnder Mehrebenensysteme. Commonsmanagement also auf eine politisch knackige Formel zu bringen ist unmöglich. Prinzipien zu formulieren, scheint da Erfolg versprechender.

     

    Angemessene Governancesysteme für natürliche Commons sind und bleiben ein Lernprozess.

     

     

    Literatur: Elinor Ostrom: A diagnostic approach for going beyond panaceas

    PNAS. Sept. 25. 2007. vol. 104. No. 39. pp: 15181 – 15187.

    Ein Gedanke zu „Managementprinzipien für (alle?) Commons

    1. Pingback: Commonsblog im April : www.who-owns-the-world.org

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