Geteilte Räume

Vorgestern ist Hans Monderman gestorben. Er gilt als der Vater von „Shared Space„, einem radikalen Verkehrsplanungskonzept für Städte. Keine Verkehrszeichen mehr, keine Ampeln, Straßenmarkierungenen, ja selbst die Unterscheidung von Straße, Fahrradweg und Gehsteig verschwindet. Der Straßenraum wird ein zwischen allen Verkehrsteilnehmern geteilter Raum. Ein Common.

Ein Common ohne strikte Regelungen, quasi anarchisch? Das kann doch nur schiefgehen, sollte man meinen. Doch interessanterweise nimmt mit der Abschaffung der Verkehrsregelung die Anzahl der Verkehrsopfer ab. Der Verkehr wird sogar flüssiger. Denn die Verkehrsteilnehmer lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Sie interagieren durch Handzeichen, nehmen Augenkontakt auf. Die Menschen erweisen sich spontan als soziale Wesen, die nicht durch die Hand des Planers gelenkt werden müssen, sondern miteinander Kontakt aufnehmen, ihr Auskommen miteinander aushandeln.

Hier ein kleines Filmchen, das in Groningen, einer Pionierstadt von Shared Space, gedreht wurde:

Spannend. Mehr über Hans Monderman findet man auf den Seiten des von der EU-Projekts Shared Space.

2 Gedanken zu „Geteilte Räume

  1. Pingback: Die Straße ist für alle da « CommonsBlog

  2. Pingback: Shared Space: “Die Straße ist für alle da” | Gemeingüter

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