Lesetip: CO 2 Emissionen deckeln, aber wie?

Ich mag diese Broschüren vom Tomales Bay Institute. Am meisten den State of the Commons Report… ein leicht zu lesender Streifzug durch die US-amerikanische Allmende. Er transportiert ein komplexes Thema schlicht, klar und berührend. Diese Kurzpublikationen schaffen es, die Beziehung wieder herzustellen – zwischen uns und den Ressourcen; den Dingen, von denen die Rede ist. In diesem Fall -heutiger Lesetipp- zwischen uns und dem Klima: „Carbon Capping A Citizen’s Guide. So heißt die jüngste Publikation von Peter Barnes. (siehe Blogroll) „While a single citizen can’t stop global warming, an army of citizen can.“ So muß man commons angucken: Von unten.

Die Broschüre erläutert sehr übersichtlich grundlegende Fragen zur Deckelung der CO2 Emissionen und analysiert verschiedene Vorschläge, genau dies zu tun. Nach der IPCC brauchen wir 80% Reduktion bis 2050, das sind ab jetzt 2 % jährlich. Die Grundidee des Autors: begrenze den Totalverbrauch und gib jedem gleiche Nutzungsrechte. Tue dies effizient, einfach, fair und nachhaltig (fair meint, dass die Interessen der BürgerInnen dieser und künftiger Generationen berücksichtigt werden). Aber wie?

Der Markt wird’s nicht richten und der Staat allein auch nicht. Das ist das Problem (S.4). Es deckt sich mit vielen Ergebnissen der empirischen Commonsforschung. Barnes schlägt vor, die Deckelung der Emissionen (und damit die permanente Verteuerung der Emissionsrechte) mit einer Art Klimadividende für jeden Bürger und Importzöllen zum Schutz der Industrie zu koppeln. Die wichtigsten Funktionsmechanismen seines Vorschlags. (S.13)

1. zwei Prozent Reduktion pro Jahr (ohne Hintertürchen)

2. Versteigerung (nicht Verkauf und schon gar keine Schenkung) der Emissionsrechte

3. Verteilung des Einkommens aus den Emissionsrechten an die Bürger (wobei Energiesparsamkeit sich auszahlt und Verschwendung kostet)

Simpel, fair und marktbasiert, das ist Barnes‘ Vorschlag. Man mag die Bepreisung und „Verwarung“ (commodification) der sauberen Luft kritisieren, man mag die Probleme des potentiellen Missbrauchs handelbarer Emissionsrechte sehen … Aber: Haben Sie -fünf vor zwölf- eine bessere Idee?

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