Auf der Klima-Allmende

Fünf vor Zwölf: Klima auf allen Titelseiten… und natürlich auf dem Klima der Gerechtigkeit Blog, den Sie sich für die Fachdebatte nicht entgehen lassen sollten. Hier bei uns geht’s „nur“ um die Idee von der Atmosphäre als common, als Allmend. Am 3. Dez. 2007 – pünktlich zur Eröffnung der Klimakonferenz auf Bali- schreibt Konrad Mrusek in einem Faz Artikel:
„Das Klima ist ein öffentliches Gut. Die Atmosphäre gleicht einer globalen Allmende, die von allen genutzt und -wie häufig bei Gemeingütern- auch über Gebühr genutzt wird. Weil die Emissionsminderung eines Staates allen zu Gute kommt, wird taktiert, zeigen die kleinen auf die großen Verschmutzer, die Armen auf die Reichen.“

Da ist sie wieder. Die begriffliche Verwirrung. Zwischen öffentlichen Gütern – Allmenden – Gemeingütern. Als wäre alles dasselbe. Und da scheint auch die verkürzte hardinsche Weltsicht wieder durch: Als würden Gemeingüter „in der Regel“ über Gebühr genutzt. Für real in Gemeinbesitz befindliche Güter ist das eher die Ausnahme.

Aber unterm Strich macht Mrusek einen wichtigen Punkt: nämlich den, dass das Klima, dass nicht einer globalen Allmende gleicht, sondern eine globale Allmende ist, tatsächlich wie Niemandsland behandelt wird (siehe diesen post). Alle blasen ihren Dreck in den Himmel, wobei der Dreck sozialisiert und der damit verbundene Energiekonsum konzentriert wird. Es ist tatsächlich das besondere Problem der globalen Allmende, dass sie wie Niemandsland behandelt wird. Sie ist aber kein Niemandsland. Sie gehört uns allen. Den Südafrikanerinnen, den Chinesen, den US-AmerikanerInnen, Ihnen und mir. Doch wie lässt sich das „Erbe der Menschheit“ in einem internationalen Vertragssystem durchdeklinieren? Was heißt es für eine globale Allmendverwaltung, dass wir alle einen Anspruch auf eine saubere Atmosphäre haben, weil wir Miterben sind. Der Vorschlag von Peter Barnes (Tomales Bay Institute), einen Sky Trust einzurichten versucht, genau dies zu buchstabieren. Jörg Haas hat die Sky Trust Idee für die zweite Phase des Europäischen Emissionsrechtehandels durchdacht.

Der zweite gute Punkt ist, dass die FAZ das Klima als globales Allmend überhaupt benennt. Nur Dinge, für die wir Begriffe haben, können wir verteidigen.

Ein Gedanke zu „Auf der Klima-Allmende

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