Die Schätze unter und über uns

Wem gehören die Bodenschätze der Arktis, fragte vorgestern Monika Seynsche im Deutschlandfunk in einem sehr empfehlenswerten Beitrag. Das ist auch immer unsere Frage: Wem gehört das A wie in Arktis, das B wie in Bodenschätze, das C wie in Chemische Prozesse… Wem gehört eigentlich das ABC?

Wie zentral diese Frage in Zeiten von Klimawandel und sich zuspitzender Konflikte um natürliche und intellektuelle Ressourcen ist, können Sie in Seynsches Reportage am Beispiel der in der Antarktis vermuteten Ölvorkommen nachlesen.

Kanada will die Nordwestpassage, eine Meeresstraße zwischen zahlreichen kanadischen Inseln, für sich beanspruchen. Die Arktis verändert sich. Das Eis wird dünner. Schon 2040 kann sie eisfrei sein. Seit an wirtschaftliche Verwertung zu denken ist, läuft der Run auf die arktischen Ressourcen auf vollen Touren. Die USA und Europa werkeln gegen den kanadischen Anspruch mit dem Begriff vom „internationalen Gewässer“. Sie wollen auch ein Stück vom Kuchen. (Ob sie, dh. wir, den dann auch mit den ChinesInnen oder den MozambikanerInnen teilen?)

Russland ist trauriger Vorreiter im Kampf um sündhaft teure geomorphologische Nachweise dafür, dass dem Land doch noch etwas mehr zusteht, als die 200 Seemeilen, die die UNCLOS (Seerechtsabkommen) für alle Küstennationen festlegt hat. Dänen und Kanadier werden nachziehen, meint der Deutschlandfunk. Briten und Norweger streiten schon lange mit.

Die Festlandssockelkommission entscheidet über entsprechende Anträge in mehrjährigen Verfahren. (Das Wort Festlandskommission gehört auf die Liste besonders inspirierender deutscher Wortschöpfungen.) Der Kampf um die Gemeinressourcen tobt sprichwörtlich um jede Handbreit Tiefseeboden. Ich werde mal nachschauen, was die internationale Gefechtslage ergibt, sobald ich die Frage: „Wem gehört das Weltall?“ in die Suchmaschine tippe.

Ansonsten fände ich es nur recht und billig, dass all genannten Streithähne des Nordens – wenn sie „begünstigt vom Klimawandel“ tatsächlich die Lagerstätten der Arktis ausbeuten können – dem Rest der Menschheit eine Entschädigung anbieten! Die Einnahmen müßten komplett den Betroffenen eben dieses Klimawandels zukommen. Und die leben größtenteils im Süden.


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