Rechte indigener Völker

Wie ist es möglich, dass eine historische Entscheidung, die die Regelung der Verfügungsgewalt über Öl und Bodenschätze betrifft, kaum das allgemeine Rauschen globaler Nachrichten durchdringt?

In der UN wurde am 13.09.2007 nach 20 jährigem Ringen mit 11 Enthaltungen und 4 Gegenstimmen die Erklärung über die Rechte Indigener Völker angenommen. Die Reaktion der globalen Bewegung der Urvölker finden Sie hier, und hier die Berichterstattung der UN.

Die Annahme der Deklaration ist zweifellos ein Meilenstein im Kampf um die Durchsetzung der Menschenrechte der bis zu 500000 Indigenen weltweit und uneingeschränkt zu begrüßen. Indigene werden endlich als Völker anerkannt, und Völker haben ein Recht auf Selbstbestimmung.

Was das für die Verfügungsgewalt über die Ressourcen bedeutet, bringt die taz auf den Punkt: „Der Theorie folgend könnten nun die UreinwohnerInnen Sibiriens wie auch die Aborigines Australiens frei darüber entscheiden, was mit Vorkommen an Öl, Kohle, Uran oder Gold ihrer Territorien geschehen soll.“ Da wird offensichtlich, warum Kanada, die USA, Neuseeland und Australien gegen die Deklaration gestimmt haben.

Ob diese Entscheidung theoretisch fundiert ist, darüber werden die Völkerrechtler und Eigentumsexperten streiten. Meiner Ansicht nach gehört die Luft über uns allen Menschen, nicht nur uns. Tendenziell sehe ich das auch unter der Erde so. Wenngleich ich also nicht denke, dass die Ressourcen eines Territoriums per Definition nur den Menschen des entsprechenden Territoriums gehören, scheint es mir ein Fortschritt, dass indigene Völker über die Ressourcen unter und über der Erde zu entscheiden haben. Es ist nicht nur richtig so. Es ist auch beruhigend, dass sie diese Ressourcen für sich, für uns alle und für nachfolgende Generationen „treuhänderisch“ verwalten, denn indigene Völker weltweit haben in der Geschichte bewiesen, dass sie es besser machen als Staaten und private Akteure oder als beide zusammen: besser als „ausbeuten, ausbeuten, ausbeuten.“

Warum die Nachricht nicht durchdrang? Mehr als politisch-moralische Druckmittel sind unverbindliche UN Deklarationen nicht.

Foto: cc on flickr

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