EU gegen Microsoft

Es läuft auf allen Kanälen: Schwere Schlappe für Microsoft! Der Redmonder Konzern wird nun auch vom EU Gericht verdonnert, fast 500 Millionen Euro Bußgelder zu zahlen. Die Luft ist dünner geworden, Microsoft gibt sich in den ersten Reaktionen kooperationsbereit.

Die Reaktionen auf das Urteil verdeutlichen allerdings eine etwas eindimensionale Sicht der Dinge. Es geht -ausschließlich- um mehr Wettbewerb. Microsoft werde gezwungen, technische Einzelheiten für Konkurrenten (proprietärer Software) offen zu legen, damit diese ihre Produkte für große Betriebsrechner so stricken können, dass sie mit dem Betriebssystem von Windows vereinbar sind. Ein Meilenstein für „fairen Wettbewerb“. Nun, es hat sich rumgesprochen, daß die Welt nicht allein von „mehr Wettbewerb“ seeliger wird.

Natürlich ist das Kompatibilitätsproblem ein Problem. Es ist wichtig, daß Konkurrenten Software schreiben können, die mit MS kompatibel ist. Schließlich hat die Marktbeherrschung des Konzerns uns eine Welt beschert, in der es noch 1000 Dinge gibt, die auf Microsoft beruhen. Die Veröffentlichung der relevanten Schnittstelleninformation erleichtert nicht nur das Geschäft der Konkurrenz, sondern mittelfristig auch den Übergang zu anderen, freien Systemen.
Hätte die EU nun Microsoft zugleich veranlasst, diese Daten so offen zu legen, dass die Lizenzbedingungen auch die Nutzung freier Software ermöglichen, dann wäre das nicht nur ein Plädoyer für mehr Wettbewerb sondern auch für mehr Wahlfreiheit und für die Stärkung der Bürgerrechte gewesen wäre. So bleibt die Veröffentlichung der Daten an Lizenzbedingungen gebunden, die für Freie Software nicht nutzbar sind. Das ist schade, denn die langfristigen Alternativen liegen nicht im microsoft-kompatibleren Wettbewerb von Anbietern proprietärer Software. Sie liegen in freien Formaten!

Natürlich finde auch ich das Urteil gut. Jeder Euro, den Microsoft an öffentliche Kassen zahlen muss, ist sozusagen ein Akt der Wiedergutmachung an der Gesellschaft. Diese wurde schließlich in mehr als zwei Jahrzehnten durch allerhand beklagenswerte Gates’sche Strategien, um viel Geld erleichtert.

Foto by Intruder on flickr; ausgesucht, weil wir finden, dass GNU/LINUX genau das ist: mehrfach Ok!

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