Globale versus lokale Commons?

Gestern war Auslandsmitarbeiterkonferenz der Heinrich-Böll-Stiftung. Da traf ich die Kollegin vom Büro Pnom Penh (Kambodscha). Sie berichtet, wie der globale Biotreibstoff-Boom nun auch in Kambodscha einbricht.

Bauer in KambodschaIn Kambodscha ist die grundbesitzrechtliche Situation noch prekär. Investoren aus China und Japan eignen sich die Konzessionen für Plantagen gleich in 100.000 Hektar-Blöcken an, entgegen bestehender Gesetze die Landeigentum auf 10.000 ha begrenzen. Häufig wird Gemeinschaftsland privatisiert.

Ich zähle mich nicht zu den Biotreibstoff-Gegnern, die inzwischen in der Umwelt-Community um sich greifen. Bioenergien und auch Biotreibstoffe haben ein relevantes Potential zum Klimaschutz, zum Schutz des globalen Gemeinschaftsguts Atmosphäre. Doch sind sie ein zweischneidiges Schwert. Es kann nicht angehen, ein globales Gemeinschaftsgut auf Kosten der lokalen Allmende zu schützen. Und der globalen Mittelklasse (klimafreundliche?) Mobilität durch lokale Enteignung der KleinbäuerInnen und Kleinbauern zu verschaffen.

Commons brauchen Kataster. Und global darf nicht vor lokal gehen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s