Die Privatisierung der Stille

 

//www.flickr.com/photos/chicagoceli/Es ist faszinierend. Über Gemeinschaftsgüter (commons) nachdenken heißt, auf Altbekanntes in anderer Weise zu schauen. Oder wären Sie auf die Idee gekommen, sich zu fragen, wem eigentlich die Stille gehört? Wer sich das Recht – oder die Dreistigkeit- herausnimmt, Stille in öffentlichen Räumen abzuschaffen?

Ich habe einige Jahre in Mexiko City gelebt. Dort kommt beschallungsfreier öffentlicher Raum gar nicht mehr vor. Die Flugzeuge dröhnen im 10 Minutentakt über die Wohngebiete. Jeder Kleinhändler versucht, mit einem Mehr an Dezibel ein Stück der knappen Aufmerksamkeit der reizüberfluteten “Kunden” zu erhaschen. 5 Millionen Fahrzeuge verpesten nicht nur die ohnehin gesundheitsgefährdende Luft, sondern sie sind ob des Lärms auch eine Zumutung für die psychische Gesundheit der chilangos, der EinwohnerInnen von Mexiko City. Diese wiederum scheinen keine andere Chance zu haben, als einfach drüber weg zu hören.

Stille kann man in Mexiko City und anderswo nur noch haben, wenn man sie kauft. Wie jede andere beliebige Ware. So haben sich zum Beispiel Wellness Hotels darauf spezialisiert, Geräusche aus der Umgebung des Gastes zu verbannen. Mit Spa lässt sich gut Geld verdienen. Rundrum wird es trotzdem nicht still.

Foto: by chicagoceli on flickr

3 Gedanken zu „Die Privatisierung der Stille

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