Keim-Alarm: Der TÜV Rheinland und Bild der Frau blasen ins Füllhorn der Flaschenwasser-Industrie

Trinkwasserbrunnen in den Pyrenäen

Nur ungern glaube ich an globale Verschwörungstheorien. Und wenn überhaupt nur dann, wenn ich meine eigenen Gegenargumente selbst nicht mehr glaube. Gerade komme ich aus Indien zurück, wo ein frischer Mangosaft in einem erstklassigen Hotel (man verwendet dort Leitungswasser, um den Brei in einen Saft zu verwandeln) innerhalb von 15 Minuten meiner Darmflora das Lebenslicht ausbließ. Ich weiß also um die Gefahren Bescheid. Heute, ein paar Tage älter und einige Pfunde leichter sitze ich im Zug von München nach Wiesbaden. Es regnet draußen und die Temperaturen spotten dem Hochsommer Hohn. Plötzlich hektisches Treiben. Zugbegleiter verteilen Trinkwasser in pfandfreien Faltverpackungen. Die Klimaanlage sei ausgefallen, so die Begründung, und die Bahn entschuldige sich dafür ganz herzlich. Klimaanlage? Eine Heizung wäre heute nicht schlecht.

Aber was soll’s … man nimmt, was man kriegen kann. Ich lese gerade eine Abhandlung von Umberto Eco über die permanenten Verdauungsbeschwerden der Deutschen aufgrund von Schweinswürsten und exzessivem Bierkonsum. Da kommt mir ein Gläschen Wasser gerade recht. Natürliches Mineralwasser, steht da geschrieben. Was wäre eigentlich ein unnatürliches Mineralwasser? Natriumarm. Ohne Kohlensäure. Für Babynahrung geeignet. Jährlich DLG prämiert. Aus 101 m Quelltiefe … Urgestein … Fresenius-kontrolliert … war das nicht das Institut, das schon die umstrittenen Nutella-Etiketten unterzeichnet hat? ESSEN SIE 600 GRAMM NUTELLA PRO TAG, um Ihren Tagesbedarf an Eisen zu decken?

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‘faladji’ heißt ‘teilen’: Wüstenwassermanagement

Faladji sind lebensspendend. Das Wort kommt aus dem Persischen und bezeichnet ein antikes Bewässerungssystem. Im Oman wurde es vor circa 2500 Jahren eingeführt. Archäologische Funde weisen allerdings auch Bewässerungssysteme nach, die bis zu 4500 Jahre alt sind.

Für die Wassernutzung in Haushalten und Landwirtschaft sind die faladji oder quanats, die es auch in den arabischen Nachbarländern des Oman, im Iran und selbst in einigen europäischen Ländern gibt, unverzichtbar. Wie die acequias in Mexiko oder die johads in Indien folgen die Systeme einem einfachen Prinzip: An den Berghängen wird das Grundwasser angegraben und dann in Kanälen – die Topographie geschickt nutzend – zu den Siedlungen geleitet.

Anfänglich verläuft der normalerweise mit den einfachsten Mitteln geschaffene Kanal meist unterirdisch durch felsigen Boden, anschließend über mehrere Kilometer offen bis zu dem Feldern. Dort wird das Wasser nach festgelegten Regeln so verteilt, dass sich niemand benachteiligt fühlt. Den Rest des Beitrags lesen »

Wasser ist Gemeingut: 10 Prinzipien

Die alternative Nobelpreisträgerin Maude Barlow hat in Our Water Commons: Toward a freshwater narrative 10 Grundsätze zum Management von Wasser als Gemeingut formuliert. (s.u.) Das Papier ist noch nicht ganz rund, aber seither ist die Debatte weitergegangen. Barlows Stimme wird in der weltweiten Wasserbewegung gehört. Auch sie macht sich zunehmend für die Commons stark:

1) Wasser als Gemeingut  konzipieren und benennen
2) die Erzählung einer Erd-Demokratie stärken
3) Erhalt der Wasserressourcen durch Wasserschutzmaßnahmen und Gesetzgebung
4) Wassereinzugsgebiete als Gemeingut betrachten
5) Lokale Gemeinschaft Kontrolle über die lokalen Wasserressorucen geben
6) Wassersouveränität für die Gemeinschaften und für die Nationen
7) Wassersgerechtigkeit statt Wasserbarmherzigkeit Den Rest des Beitrags lesen »

Indische Johads: Wasser als Gemeingut

Demnächst werde ich in München zum Thema Wasser als Gemeingut diskutieren. Guter Anlaß, um das Thema Wasser auf dem Blog prominenter zu platzieren.

Im trockenen Norden von Indien ist schon seit Jahren eine Tendenz zur Wiederbelebung lokaler Wasserinitiativen beobachtbar, so der Council of Canadians in Local Control of our Water Commons.

Monsunregen einerseits, Dürre andererseits. Wie das zu händeln ist, zeigt die NGO Tarun Bharat Sangh (TBS) im ariden Rajasthan. Die Leute in den Dörfern bauen mit Unterstützung von TBS Johads. Das sind … Den Rest des Beitrags lesen »

Das Undenkbare denken: Global Agricultural Commons

Wir spielen Russisches Roulette mit der Erde. Die Klimaforscher – hier Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK – bedienen drastische Bilder. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig. Schellnubers Präsentation!

Er sagt: Wir stehen vor der MAD Herausforderung (Akronyme können wunderbar mehrdeutig sein). MAD heißt: Mitigation (Klimawandel verhindern) + Adaption (an Klimawandel anpassen) + Development (Entwicklung). Der zentrale Vorschlag: Wir brauchen eine Große Transformation der Land- und Wassernutzung! Ein Global Agricultural Commons. Den Rest des Beitrags lesen »

Weltsozialforum fordert Wiederaneignung der Gemeingüter

Durchgehalten hab’ ich nicht. Nach der 17. Deklaration – weitere 10 sollten folgen – raffte ich mein Regencape vom verschlammten Boden: das Weltsozialforum 2009 strebte seinem Ende entgegen, ich dem Ausgang des Mega-Veranstaltungsgeländes (UFRA).

Gerade war mir klar geworden, dass das Thema Gemeingüter (auf Portugiesisch bens comuns) einen enormen Energie- und Legitimationsschub erhalten hat. … Den Rest des Beitrags lesen »

UNICEF macht den Bock zum Gärtner

Ein Liter trinken, 10 Liter spenden! So der Slogan einer deutschen UNICEF Kampagne. Trinken Sie VOLVIC, spenden Sie Trinkwasser! Wie bitte?

Demnächst kommt die WIPO und sagt: Installieren sie Microsoft und finanzieren Sie 10 Minuten Entwicklung freier Software.

Das verstehen Sie nicht? Ich auch nicht. UNICEF arbeitet allen Ernstes seit 2005 mit VOLVIC zusammen, um Geld für Brunnenbau in Äthiopien zu beschaffen. Hier geht’s zur Kampagne mit dem Flaschenwassergiganten.

“Mit jedem Liter Volvic naturelle sorgen Sie jetzt für 10 Liter Trinkwasser in Äthiopien. Den Rest des Beitrags lesen »

Commons – Netz des Lebens

Die Grüne Jugend veranstaltet am kommenden Wochenende ihren Bundeskongress zum Thema “Wem gehört die Welt”. Barbara Unmüssig, Vorstand der Heinrich Böll Stiftung, hat ein Grußwort an die NachwuchspolitikerInnen geschickt. Darin rückt sie die Commonsidee in den Mittelpunkt.

Ein paar Ausschnitte: Den Rest des Beitrags lesen »

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