von Silke Helfrich und Julio Lambing
Am 24.03.2010 fand auf Einladung der Heinrich Böll Stiftung in Kooperation mit dem European Business Council for Sustainable Energy (e5) der nunmehr 7. Interdisziplinäre Allmendesalon statt. Der Salon wurde neu konzipiert, weg vom Konzeptionellen hin zum Konkreten und die bisherige Teilnehmerstruktur wurde aufgebrochen. Ob der Begriff der Gemeingüter (hier synonym zu: Allmende/ Commons) als Zentralbegriff der Umgestaltung der Gesellschaft trägt, war dieses Mal kaum Gegenstand. Vielmehr wurde gefragt, wie so produziert werden kann, dass die Allmende nicht schwindet, sondern sich mehrt. „Die Wirtschaft profitiert von den Gemeingütern? Wie können Gemeingüter von der Wirtschaft profitieren?“, so der etwas provokante Titel. Wie also kommen wir, jenseits der Notwendigkeit, Ressourcen, die allen zustehen (common pool ressources) anders zu verwalten, zu einer gesamtgesellschaftlichen Vision?
Es folgt ein ausführlicher Bericht, der die Diskussionstränge, konkreten Vorschläge und die Kontroversen nachzeichnet. Hier als pdf.
Der Salon
Insgesamt 30 Gäste nahmen teil. Ein Drittel der Beteiligten hatte die bisherige Salonreihe „Zeit für Allmende“ erheblich geprägt, der überwiegende Teil erlebte den Salon erstmalig. Ein Viertel der Teilnehmer kam aus der Wirtschaft. Eine Verständigung über den Begriff der Gemeingüter hatte demnach in dieser Runde nicht stattgefunden, was der Debatte ihre spezifische, von Gräben der Paralleldiskurse durchfurchte Dynamik verlieh. „Welche Daseinsberechtigung haben Unternehmer in einer Welt der Gemeingüter?“ (Gallehr) fragte die eine Seite, während die andere Seite noch viel grundsätzlicher problematisierte: Was ist, wenn Wirtschaft weder „die einzige noch die natürliche Produktionsform“ ist? (Meretz) Verstanden die einen unter Gemeingütern die „common pool resources“, also vorwiegend objektiv vorhandene natürliche und kulturelle Ressourcen, an denen alle ein Teilhaberecht haben, hatten andere einen eher dynamisch-sozialen Commonsbegriff, aus dem sich konkrete Erwartungen speisten. Beschäftigten sich die einen mit den Mechanismen und Instrumenten, Marktwirtschaft gemeingütersensitiv zu gestalten, fragten sich die anderen „Wie kommen wir zu veränderten Paradigmen des (Re-) Produzierens, jenseits von Wettbewerb, Privateigentum, Wachstumszwang und Verwertungsdruck auf dem Markt?“
Die Erwartungen
Konsens gab es zweifellos in der Grundannahme, dass Den Rest des Beitrags lesen »