Urheberrecht im Wandel

Heute beginnen in Weimar die Frühjahrstage für Zeitgenössische Musik, veranstaltet von Via Nova. Und ich bin am Freitag, den  5. April 2013 ab 15:00 Uhr dabei. Dort habe ich im mon ami in Weimar das Vergnügen über “Urheberrecht im Wandel” zu diskutieren.

Und zwar unter anderem mit:

Alle am Wandel des Urheberrechts Interessierten sind herzlich eingeladen. Weitersagen!

 

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Stilblüten der Einhegung

SiempreAuch wenn die Möglichkeit der Urheberrechtsverletzung durch Fotografie eingehegter Erdteile (auch wenn sie so klein wie eine Briefmarke sind) skuril erscheint, so ist dies doch ein Indiz für gesellschaftliches Denken. Alles, und sei es noch so irrelevant, soll kommerzialisiert werden. Vom Trinkwasser über das Urinal bis hin zum Blick auf die Welt. Genau betrachtet ist dies nicht skuril, sondern äußerst bedenklich!

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XO: Literarisch Besonderes unter Creative Commons Lizenz

Aller guten Dinge sind neu. Zum Beispiel die ed[ition]. cetera. Die ist neu und sie hat ihr erstes Buch heraus gegeben. Francis Neniks Debütroman “XO“. Das Buch kommt in besonderer Form daher: seine 853 Seiten liegen als 427 lose Blätter in einer Kartonage. Durcheinanderlesen – statt von vorn nach hinten – ist ausdrücklich vorgesehen.

“In Francis Neniks ‘XO’ geht’s drunter und drüber: barocke Sprachgewalt und avantgardistischer Formwille.”,

heißt es in der Zeit online unter dem Titel “Fröhliches Gefabel auf heimatlosen Blättern“. Und weiter:

“Eine geradezu barocke Liebe des Autors zum Substantiv trifft auf einen fast naturalistischen Beschreibungswahn, der sich in Kaskaden von Partizipien manifestiert: werdend, habend, lallend und sofort. Das ist nicht einfach zu verfolgen, aber sprachgewaltig. Vor allem, weil das munter auf-, ab- und austretende Personal in den verschiedensten Registern spricht. Bertschie Bückling zum Beispiel schreibt ‘Composition’ echt wilhelminisch mit c. Mit ‘Composition’ bezeichnet er seinen Entwurf zu einer Brücke. Die will er bauen, weil er bei seiner Geburt in den Fluss fiel [...] Vor allem in Sachen Sprachspiel ist dieses Buch stark. Alle paar Seiten findet sich eine wirkliche Perle.”

Und warum schreiben wir auf dem Commonsblog über XO? Den Rest des Beitrags lesen »

Urheberrecht: Abmahnung vom Passbildautomaten

Wer sich online bewirbt benötigt digitale Bewerbungsbilder. Die Abzüge eines Passbild-Fotografen einfach einzuscannen und per Copy&Paste in die Bewerbung einzufügen ist aber nicht erlaubt. Auch in Facebook etc kann man nicht einfach ein vom Fotografen hergestelltes Klassenfoto einstellen, sonst verletzt man Urheberrechte und riskiert eine Abmahnung, so erklärt uns die  Stiftung Warentest.

Man sollte also dem Passbildfotografen den gleichen Vertrag zur Unterschrift vorlegen, den ein Verlag dem Autor eines Buchmanuskripts anbietet und sich sämtliche Rechte übertragen lassen. Welche schöpferische Leistung liegt eigentlich darin ein Gesicht abzulichten, das jemand grinsend vor die Linse hält? Und was mich besonders interessiert: Kann auch ein Passbildautomat Urheberrechte beanspruchen? Wird mich demnächst mein Kamerahersteller verklagen?

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Wozu Geistiges Eigentum?

Belisaire bittet um ein Almosen von Jacques-Louis David

Bei der ganzen Debatte über das Urheberrecht und den Diebstahl geistigen Eigentums, die derzeit durch alle Medien geistert (Thomas @sechsdreinuller twitterte gestern: Was am DFP-Pokal wirklich toll ist: 90 Minuten keine Urheberrecht-Tweets!) wundert mich, wie unpräzise die Forderungen der selbsterklärten Urheberrechts-Schutzfraktion definiert sind. Was genau soll hier eigentlich verteidigt werden?

Über das Geistige Eigentum, das angeblich gestohlen wird, habe ich mich schon vor einigen Tagen amüsiert. Betrachtet man die Welt aller möglichen Gedanken als eine Landschaft, so könnte man das Geistige Eigentum als ein Privatgrundstück verstehen, das man innerhalb dieser Landschaft erworben hat. Dieser Erwerb findet statt, indem der Urheber eines Gedanken diesen in irgend einer Form materialisiert, zum Beispiel mittels einer Schreibmaschine oder durch eine Zeichnung, die er macht. Das Urheberrecht legt fest wie und in welcher Form dieser Erwerb von Grundbesitz in der Landschaft der Gedanken zustande kommt.

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Kulturen des Urheberrechts: Reto Hilty beim Netzpolitischen Kongress

Diesen schon etwas älteren Vortrag von Reto Hilty, dem Direktor des Max-Planck-Instituts für Geistiges Eigentum, muss man gehört haben.

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Geistiges Eigentum und Freie Partizipation. Ein Blick auf den Januskopf der Urheberrechtsdebatte aus Commons-Perspektive.

Autoren und Leser trinken aus zwei Quellen, die untrennbar miteinander verbunden sind.

Aus Commons-Perspektive betrachtet ist Kultur eigentlich ein bilaterales Ressourcen-Erhaltungs-Problem. Die Gesellschaft nutzt die nicht-rivale Ressource Kultur, denn Kultur ist ein grundlegender Baustein der menschlichen Zivilisation. Kultur ist eine nicht-rivale Ressource, denn sie wird nicht weniger, indem man sie nutzt. Im Gegenteil: Ein Film ohne Zuschauer ist nichts, ein Buch ohne Leser irrelevant und ein Musikstück ohne Hörer für die Katz.

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Das Patentrecht gehört genauso auf den Prüfstand wie das Urheberrecht

Netzpolitik war schneller als ich und hat die gestrige DLF-Kultur Sendung Breitband zu “Geistigem Eigentum in Zeiten der 3-D Druckerschon gepostet.

“In der Industrie werden 3D-Drucker schon seit längerem eingesetzt. Auch für Zuhause gibt es schon einige Open-Source-Geräte, die immaterielle, digitale Designs per Knopfdruck in die Kohlenstoffwelt überführen. Der große Durchbruch der Technologie auf dem Massenmarkt blieb bisher aus. In diesem Jahr soll sich das ändern. Weltweit entstehen kleine Unternehmen, die ihre 3D-Drucker-Modelle im Crowdfunding-Prinzip an die bastelwillige Masse bringen wollen. Eine Verbreitung der Technologie könnte die Industrie und Produktion, sogar die Wirtschaft wie wir sie kennen, komplett verändern. Die Urheberrechtsdebatten der vergangenen Jahre wirken bei dieser Aussicht fast wie eine unterhaltsame Kurzgeschichte.”

Ich wurde dazu auch interviewt. Der Blogtitel ist ein Zitat daraus..
Hier gibt’s das Interview als mp3... würde sich lohnen, die spannenden Fragen mal ausführlicher zu bearbeiten. Die werden uns nämlich in Zukunft öfter gestellt.

Die Schlacht der Kulturen

Westerwelle hat sein Spaßmobil verschrottet und zieht mit seinem Schwert Handelsblatt und ernster Miene gegen die Piraten von Mordor in die Schlacht ums Urheberrecht. Die FDP hat ihren Rettungsring gefunden. Die Piraten befinden sich in einer Schlammschlacht statt in einer Seeschlacht. Sie rufen zum konstruktiven Dialog auf, aber sowas tut man nicht in einer Schlacht. Die Grünen rudern in einem Tretboot mit Antriebsrädern nach allen Seiten verzweifelt vor und zurück und hin und her und man beginnt zu hoffen, dass die bald ihren Kompass wieder finden. SPD und CDU halten klug den Mund und profitieren davon.

Die ganze Diskussion geht am Kern der Problematik völlig vorbei, dass wir und nämlich in einem Zeitalter befinden, in dem es Kultur für jedermann in Hülle und Fülle geben könnte. Wir wissen dieses Füllhorn bloss nicht zu nutzen. Stattdessen entfinden wir den Buchdruck und stürzen uns auf die Entvielfältigung der Kultur. Trotzdem sehr spannend: Die Urheberrechtsdebatte.

PS: Kapitel 4 des neuen Buchs setzt sich mit der Thematik aus Commons-Perspektive auseinander.

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“Geistiges Eigentum”: Herr Niebel, Sie sind ein Ufo

Foto: Markusram (Flickr)

Ich sitze im Hotel und komme endlich mal wieder zum Fernsehen. Gerade spricht Maybrit Illner mir aus der Seele. “Herr Niebel, Sie sind ein Ufo.” Ich kann mich nicht erinnern, worauf sich diese Aussage bezog, denn ich habe Herrn Niebel einen Moment nicht zugehört (ich muss auf meinen Blutdruck achten). An was ich mich aber erinnere ist die Attacke, die Herr Niebel (“Sie lassen mich ja nicht ausreden”) gegen Marina Weisband, die Geschäftsführerin der Piratenpartei führt. Die Piratenpartei, so wirft er in die mediale Öffentlichkeit, wolle das geistige Eigentum nicht respektieren.

Ein heißes Thema! Man hat manchmal den Eindruck, als gäbe es außer dem Bobbycar von Bundespräsident Wulff kaum ein Thema, das mehr polarisiert als die Diskussion um das geistige Eigentum und das Urheberrecht. Es ist ein bisschen spät heute, um einen ausgefeilten Beitrag hierzu zu verfassen, aber eine kurze Frage liegt mir trotzdem auf der Zunge (jetzt erklärt Herr Niebel Frau Weisband gerade was man tun muss, wenn man keine 100% im Parlament hat):

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