Das Forum Integrierte Gesellschaft, “ein (Hamburger) “Ort der Diskussion zu brennenden Fragen der Zeit orientiert am Grundgedanken einer integrierten Gesellschaft”, wurde von Kai Ehlers ins Leben gerufen. Der Transformationsforscher ist unter anderem Experte zu Geschichte und Aktualität russischer Gemeinschaftskultur, ein bislang in unserer Arbeit unterbelichteter Bereich. So wird hier zu recht die Tatsache kritisiert,
“…, daß in [...] westlichen Arbeiten zum Thema, die sich heute mit ‘Wiedergeburt der Allmende’ Gemeineigentum u.ä. befassen die Gemeinschaftskultur der ehemals sozialistischen Länder mit keinem Wort auftaucht. Dabei ist z.B. besonders die russische Gemeinschaftskultur (Óbtschtschina)* und ihre erst sowjetische, dann nachsowjetische Transformation von größtem Interesse für die heutigen Prozesse der Allmendebildung. Man vergegenwärtige sich nur kurz die jahrhundertealte Gemeinschaftstradition mit klassischen Allmendestrukturen in der Geschichte der russischen Bauerngemeinschaften, danach deren Verstaatlichung, Zwangskollektivierung und Übertragung auf die Industriewelt durch die Sowjets seit 1917, heute ihre Zwangsprivatisierung seit der Auflösung der Sowjetunion. Die Aufarbeitung der Geschichte, der Form und der Regeln dieser Gemeinschaftskultur, ihrer Pervertierung durch die Verstaatlichung, und ihrer heutigen erneuten Transformation gehört selbstverständlich ebenfalls in das Thema der neuzeitlichen Allmendeentwicklung.”
Das wird im nächsten Sammelband gewiss eine Rolle spielen.
Das Forum diskutiert derzeit einige konzeptionelle Allmendefragen. Interessant (und treffend) fand ich unter anderem die Abgrenzung zum karitativ-ehrenamtlichen Bereich. Dieser Teil der Debatte wurde im Folgenden von Kai Ehlers zusammengefasst: Den Rest des Beitrags lesen »