Elinor Ostroms “Nobel Lecture”

Habe heute (statt Silke, die gerade in Mittelamerika unterwegs ist) die angekündigte Nobel Lecture Beyond markets and states: polycentric governance of complex economic systems von Elinor Ostrom live mitverfolgt und muss sagen, ich war wirklich beeindruckt.

Was ich erleben durfte, war eine charismatische und vor Witz und Energie sprühende Wissenschaftlerin, die in einer kurzweiligen halben Stunde (oder war es länger?) die Struktur ihres Lebenswerks skizzierte – beim Umfang ihres Lebenswerks durchaus eine an sich beachtliche Aufgabe.

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Konkurrenz und Kooperation

Troja (Foto: Hans Paysan)

Kaum zwei Aspekte unseres sozialen Daseins sind so heiss umstritten wie Konkurrenz und Kooperation. Die beiden Streithähne tauchen in allen Bereichen unseres Lebens in den verschiedensten Farben und Schattierungen auf, wie zwei Chamäleons auf dem Kriegspfad. Kapitalismus und Kommunismus, Krieg und Frieden, Teamplayer und Einzelkämpfer, Proletariat im blauen Anton und Lonesome Cowboy im Sonnenuntergang, geldabhängige Warenwirtschaft und Sphäre der Gemeingüter, Homo oeconomicus und Homo reciprocans, Schwarz oder Weiss. Mann und Frau?

Zugegeben, es ist verlockend,… Den Rest des Beitrags lesen »

Ostroms Nobelpreisrede live

Die Zeit reicht gerade nur für Copy&Paste, sorry. Ich bin in Mittelamerika unterwegs, falls jemand Zeit hat, zuzuhören und zu bloggen – wäre prima.

Elinor Ostrom’s Nobel Prize Lecture will be held on Tuesday, December 8, from 3:00-3:40 p.m. (Stockholm time), at the Aula Magna, Stockholm University. All lectures will be given in English, and a live video broadcast will be available on the Nobel Foundation website (http://nobelprize.org/index.html ). Videos of prize lectures will also be available a few days later.
The Nobel Prize Award Ceremony will be held on Thursday, December 10, at 4:00 p.m. (Stockholm time), at the Stockholm Concert Hall. For live video broadcast, see above website.

Commons sind Zeitgeist

Lesenswerter Artikel in der Jungle World von Alex Berger über Elinor Ostrom, den Nobelpreis,

“Der Wirtschaftsnobelpreis stellt, …, eine Art politische Manifestation des Zeitgeistes dar. … Daher kann die Ehrung Ostroms als symbolische Kehrtwendung zumindest eines Teils der globalen Elite in Sachen Verwaltung endlicher Ressourcen verstanden werden.”

Ich bin immer für derlei Interpretationen! Das hebt die Motivation!

… über einige historische Details und die Kriminalisierung der “commoners” im Kontext der Einhegung der Allmende:

“Auch von den Zwölf Artikeln der Aufständischen des Deutschen Bauernkriegs beschäftigten sich immerhin vier mit der Forderung nach Aufrechterhaltung bzw. Ausdehnung der Allmenden.”

“Allein für das Jahr 1850 verzeichnete die preußische Kriminalstatistik 265 000 Fälle von Holzdiebstahl. Aber … Den Rest des Beitrags lesen »

Die ‘Emma’ begeistert sich für Gemeingüter

… konkreter: die größte deutsche feministische Zeitschrift begeistert sich (im Wortsinn) für Elinor Ostrom und zwar noch bevor sie den Nobelpreis gewonnen hat. Deswegen erfahren auch die Leserinnen der EMMA, dortselbst, was es mit den Gemeingütern auf sich hat.

“Die Politologin ist hoch renommiert – für etwas, was simpel scheint: Nämlich, dass die Menschen selber am besten wissen, was gut für sie ist. So oft wie sie lacht wohl kaum ein Wissenschaftler auf dieser Welt. Nicht die leiseste Spur von Müdigkeit ist der 76-jährigen Politologin anzumerken…”

Interessant übrigens, was in diesem Porträt über den Berufseinstieg von Ostrom zu lesen steht. vía.

Überhaupt: Das Thema macht Karriere in Fachzeitschriften wie … Den Rest des Beitrags lesen »

Wirtschaftsnobelpreis für Ostrom: von den Commons zum Mond

Ich war im Funkloch. Ausgerechnet als Anfang der Woche der Wirtschaftsnobelpreis an Elinor Ostrom vergeben wurde. Kurz vor meinem  virtuellen Abtauchen noch diese Pressemitteilung und jetzt lese ich den Nachrichten hinterher.

Stefan Meretz hat auf Keimform eine vergnüglich kritische Presseschau gemacht: Ich kann – da die Begriffsverwirrung auch die Presse plagt (Allmendressourcen, Gemeingüter, Gemeineigentum, Commons oder was?)  – diesen Artikel beitragen.

Zur Ergänzung der Presseschau hier der Versuch der NZZ, Ostrom doch noch der klassischen liberalen Schule zuzuordnen. Urteil: Nicht überzeugend.

Der Spiegel online findet, die diesjährige Preisvergabe sei ein Zeichen für

eine weitere Entideologisierung des Nobelpreises und den zunehmenden Sieg von praxisrelevanter Forschung über die abstrakte Theorie.”

Stimmt! Nichts ist so unideologisch wie die Commonsdebatte. Und die Financial Times Deutschland resümiert: Den Rest des Beitrags lesen »

Elinor Ostrom erhält den Wirtschaftsnobelpreis

Die Konsequenz, mit der Elinor Ostrom die ganze Welt durchkämmt hat, um den Gelingensbedingungen für einen nachhaltigen und fairen Umgang mit Allmendressourcen nachzuspüren, ist schlichtweg umwerfend.  Dass mit ihr nun erstmals in der Geschichte des Nobelpreises eine Frau diese höchste wissenschaftliche Auszeichnung erhält, ist grossartig.

Die Auszeichnung ehrt nicht nur Elinor Ostrom, sie wird auch der Debatte um Gemeingüter das Gewicht einräumen, das sie verdient.

Ein aktueller Text von Elinor Ostrom findet sich in unserem Buch: “Wem gehört die Welt. Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter”.

Mehr zu Ostrom auf diesem Blog:

Foto by Indiana University

Prinzipien des Commonsmanagements

Diese Woche wird sich der Dritte Interdisziplinäre Salon der hbs, “Zeit für Allmende”, mit Prinzipien des Allmendmanagements befassen. Dabei stehen sich, wie immer im Salon, Aussagen zum Umgang mit begrenzten natürlichen Ressourcen und mit fast unbegrenzt reproduzierbaren immateriellen Ressourcen gegenüber. Sicher werden sich auch dieses Mal irritierte Nachfragen wiederholen: Kann man das überhaupt vergleichen? Land und Code? Zugang zu biologischer Vielfalt und Zugang zu Software? Ist das alles unter dem Commonsbegriff subsumierbar, und selbst wenn: Wofür ist das gut?

Man kann nicht nur, man muss! Denn… Den Rest des Beitrags lesen »

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