Die wundersame Vermehrung des Commons-Buchs

Agape_feast_04 PDWir reden manchmal salopp davon, dass sich Ideen, Wissen und Werke besser verbreiten, wenn wir das Teilen so einfach machen wie möglich. Wir wollen, dass sich die Idee der Commons verbreitet; nicht weil sie so gut ist, sondern weil  nur durch eine breite Diskussion, Aneignung und kritische Würdigung ihre Ungereimtheiten, Herausforderungen, Grenzen und ihr Entfaltungspotentail abgeklopft werden können: auf dem Weg zu einer “Wissensordnung der Commons”, wie meine Kollegin Brigitte Kratzwald unter Rückgriff auf Foucault jüngst formulierte.

Deshalb und weil zudem alle 90 Autorinnen und Autoren ihre Ideen mit uns geteilt haben, sollte das Teilen der in diesem Buch versammelten Beiträge einfach werden: Mit einer Creative-Commons Lizenz (CC-BY-SA, hier geht’s zur Englischen Fassung) Das ist – auch für Autorinnen und Herausgeber – ein spannendes Experiment. Für den Verlag ohnehin. Es ist Neuland.

Was allein in den knapp 10 Monaten nach Veröffentlichung entstand, übertrifft meine Erwartungen. Den Rest des Beitrags lesen »

Defining the Commons I

Eine audiovisuelle Definition der Commons aus vielen Mündern auf Remix the Commons (das steht da schon ewig und wir haben es gerade erst gefunden :-) )

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Wie der Marktplatz zum Commons wird

Draußen schüttet es. Und das Sonntagsradio tönt mal wieder, dass es den Märkten schlecht geht. Sehr schlecht. Ich bedauere sie trotzdem nicht. Die Sendung hieß “Wirtschaft und Soziales”. Über Soziales hat man nichts erfahren, und über Wirtschaft wird in den Medien geredet, als kämen Menschen darin gar nicht vor. Das macht traurig, manchmal wütend. Also schalte ich das Radio ab und blogge lieber darüber, wie mehr Markt zum Commons werden kann.

Ganz einfach, gestern hab ich’s verstanden ;-) : mit 9 LKW-Ladungen voller Sand.

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Aussage gegen Aussage: Verteidigung der Commons und der Green Economy

von Stefan Tuschen

Achim Steiner, Direktor von UNEP und einer der Väter der Green Economy, gab sich gestern Abend auf dem Peoples Summit die Ehre. Dort musste er ausgerechnet unter dem Banner “In Verteidigung der Commons und gegen die Kommodifizierung” Platz nehmen. Anmerkung dazu: UNEP hatte auf der Website zum Weltumwelttag mit der Tragik der Allmende für die Green Economy geworben. Und auch beim McPlanet im Mai in Berlin hatte sich Achim Steiner auf die Tragik der Commons bezogen, obwohl UNEP zuvor die Referenz auf der Website als Missverständnis erklärt und angeblich entfernt, tatsächlich nur auf eine weniger sichtbare Seite verschoben hatte. Denn so ganz falsch findet Herr Steiner die Hardinsche Idee wohl doch nicht.
Bevor der UNEP-Chef aber zur Verteidigung der Green Economy ansetzen konnte, musste er sich zunächst der Kritik verschiedener Stimmen der sozialen Bewegungen stellen: Den Rest des Beitrags lesen »

Commons & Piraten. Eine programmatische Schatzsuche

Dieser Beitrag, den ich gemeinsam mit Daniel Constein verfasst habe, erschien soeben in dem Sammelband: Unter Piraten. Erkundungen in einer neuen politischen Arena.

Piraten im Commonstheater

Februar 2012. Die ewige Stadt präsentiert sich schneeweiß. Im Teatro Valle friert zwar das Publikum, doch das altehrwürdige Haus befindet sich keineswegs in einer Kältestarre. Im Gegenteil, es strotzt vor Kreativität! Das Valle, in phantastischer Lage zwischen Pantheon und Piazza Navona, ist seit 8 Monaten von Menschen besetzt, die Theater machen und lieben. Sie reklamieren es als bene comune, als Commons. Ein Theatercommons!? Das ist kein Ort, „zu dem man einfach geht, um sich ein Ticket zu kaufen und die Show anzusehen“, sagt der Theatertechniker und Mitbesetzer Valerio, denn: „Die wirkliche Show findet vor der Show statt.“ Im Ideenaustausch, in der gemeinsamen Arbeit, in Workshops und Gesprächen mit Leuten von draußen und drinnen. Eine von drinnen ist Irene. Die Fotografin versteht es, die Dinge ins Bild zu setzen: „Es ist heute sehr wichtig, dass wir lernen zu verstehen, dass alles unser ist. Auch die Probleme!“1 Die wirkliche Show – im Teatro Valle und anderswo – ist gemeinsames Handeln, damit das, was „unser ist“, auch unser bleibt. Wir nennen es Commoning. “There is no commons without commoning” (etwa: Es gibt keine Commons ohne Menschen, die sie machen.), hat der US-amerikanische Historiker Peter Linebaugh einmal gesagt und damit einen der wichtigsten Sätze der gegenwärtigen Commonsdebatte geprägt.

In diesen romverschneiten Tagen öffnet sich das Valle für Akademikerinnen, Politiker und Aktivistinnen aus ganz Europa. Wie wäre es, so wird gefragt, wenn wir Commonsprinzipien in unseren europäischen Rechtsrahmen einschreiben? Die Theaterbühne füllt sich mit ACTA-Gegnern aus Polen und Bulgarien, Stadtforscherinnen aus Spanien, italienischen Rechtsprofessoren und vielen mehr. Eine Europäische Commons Charter soll auf den Weg gebracht werden, denn ab April 2012 gibt es in Europa die Möglichkeit, Gesetzesvorschläge durch Bürgerinitiativen einzubringen. In dem Land, in dem es bereits 2011 gelang, 27 Millionen Menschen zur Beteiligung am Bürgerbegehren für „Wasser als Gemeingut!“ zu bewegen, wird nun über europaweite politische Bündnisse für die Commons nachgedacht.

Auf der Bühne sitzt auch ein Pirat. Er gehört seit der Wahl vom 18. September 2011 der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus an. “Commons”, so sagt Alexander Spies, “mausert sich zum wichtigen Thema der Piratenpartei.” Und sein erster Bezugspunkt ist dabei nicht das Internet, sondern…

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Frisch gedruckt: Unter Piraten

Christoph Bieber und Claus Leggewie (Hg.) haben mich eingeladen, zum neuen Piratenbuch beizutragen. Daraufhin habe ich Daniel Constein eingeladen mitzudenken und mitzuschreiben. Das hat ziemlich viel Spaß gemacht. Und jetzt ist es da. Das Buch: Unter Piraten. Erkundungen in einer neuen politischen Arena.

Unser Beitrag trägt den Titel: Commons & Piraten. Eine Programmatische Schatzsuche. Er ist selbstredend frei lizenziert (das ganze Buch leider nicht). Inhaltsverzeichnis und Leseprobe gibt es hier.

Zur Einleitung:

Mit dem Erfolg bei den Abgeordnetenhauswahlen in Berlin ist die Piratenpartei in Politik und Öffentlichkeit angekommen. Sind die Piraten nur ein Übergangsphänomen, das von der Schlafmützigkeit des Establishments profitiert, oder gibt es ein Potenzial für nachhaltige Verschiebungen im politischen Koordinatensystem? Bildet ein »digitaler Wertekanon« im Spannungsfeld von Offenheit, Dezentralität und Beteiligung die Basis für eine neue politische Arena? Oder sind Themen wie Urheberrecht, Datenschutz und Netzneutralität lediglich Modeerscheinungen? Werden mit Stilmitteln wie »radikale Transparenz« und »liquid democracy« neue Zugänge für Kooperation und Beteiligung in politischen Organisationen entwickelt?

Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Band und nimmt damit eine erste Bestandsaufnahme und kulturelle Deutung eines neuen politischen Phänomens vor.

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248 Seiten, kart., 19,80 €; ISBN: 978-3-8376-2071-9.

Mehr Infos sowie eine Bestellmöglichkeit gibt es hier bei transcript. Und unser Artikel kommt morgen auf dem Commonsblog.

Ten Guidelines for the Commons

James Quilligan presented the following guidelines in his seminar on The Great Transition and the Commons presented at the New Economics Foundation in London, 14 May 2012.

1. We are Co-creators with Nature

2. By Creating our Shared Environment, we Participate in our own Culture

3. Through Creative Cooperation, Resource Users become Producers of their own Resources

4. Cooperation between Users and Producers is the Practice of Stewardship

5. The Social and Political Expression of Stewardship is Trusteeship

6. Co-production and Co-governance Reconcile the Duality between Deductive and Inductive Thinking, Self and Whole, and Individualism and  Collectivism

7. Co-produced and Co-governed Commons Generate New Sources of Value

8. Commons Value is the basis of a Debt-Free/ interest-free Monetary System

9. A Commons-Based Society results from Collective Intentions for Sustainability

10. The Economics of the Commons is Replenishment

(Commons Trusts cap the stock, rent the flow — ensuring that commons are not diminished — prices are set through true costs to the commons. Non-debt money based on sustainability rates that measure health and well-being of human and natural communities, bioregionally. This will align government, business and community decision-making with the best interests of society and natural systems)

[via + information by the author]

update June 9 2012

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Just one comment on this: I would suggest a rewording of the explanation on nr 10:

10: Commons Trusts cap the stock, rent the flow — ensuring that our common resources are not diminished — prices are set through true costs to the use of those resources and of social spaces. Non-debt money based on sustainability rates that measure health and well-being of human and natural communities, bioregionally. This will align government, business and community decision-making with the best interests of society and natural systems.

Geistiges Eigentum und Freie Partizipation. Ein Blick auf den Januskopf der Urheberrechtsdebatte aus Commons-Perspektive.

Autoren und Leser trinken aus zwei Quellen, die untrennbar miteinander verbunden sind.

Aus Commons-Perspektive betrachtet ist Kultur eigentlich ein bilaterales Ressourcen-Erhaltungs-Problem. Die Gesellschaft nutzt die nicht-rivale Ressource Kultur, denn Kultur ist ein grundlegender Baustein der menschlichen Zivilisation. Kultur ist eine nicht-rivale Ressource, denn sie wird nicht weniger, indem man sie nutzt. Im Gegenteil: Ein Film ohne Zuschauer ist nichts, ein Buch ohne Leser irrelevant und ein Musikstück ohne Hörer für die Katz.

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Buchvorstellung: Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat

Die Vorstellung des Buches in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin wird heute ab 19 Uhr hier gestreamt.

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Interview mit Silke Helfrich in der TAZ: “Gebrauch ja, Missbrauch nein”

Bild:  Ibrahim Iujaz – Lizenz: CC-BY

Bild: Ibrahim Iujaz – Lizenz: CC-BY

Anlässlich der Buchvorstellung von Commons. Für eine Politik jenseits von Markt und Staat bei McPlanet erscheint in der TAZ ein Interview mit Silke Helfrich, die das Buch gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben hat.

update 22.04. schon sehr spät:

Warum sagt mir denn keiner, dass dieses Interview schon 2 Jahre alt ist? :) Hier ist das richtige Interview von Heike Holdinghausen.

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