Mit der ’68 zu den Commons

Fahrplan zu den Commons  Ich werde ja immer gefragt: Wie kommen wir von hier nach da?

Also von da wo wir grad sind zu den Commons?

Jetzt weiß ich’s:

Nach Colchester fahren und dort in die 68 einsteigen :-) .

[1000 Dank an MB]

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CommonsBotschaft(en) in Polen und anderswo

Derzeit bin ich viel in Europa unterwegs. Entweder im Zug oder am Rechner. Das gehört zum netzwerken. Am aktivsten ist die CommonsBewegung zweifellos in Italien. Da haben sie gerade eine “Verfassungsgebende Versammlung für Gemeingüter” diskutiert. Sic. Das traditionsreiche Teatro Valle in Rom, selbst als Commons reklamiert, war vollbesetzt. Auch die Franzosen sind recht gut aufgestellt. Dort scheint es zudem ein authentisches Interesse zu geben, Wissenschaft und gesellschaftliche Debatte miteinander zu verzahnen. Das ist alles andere als selbstverständlich. Soeben rede ich auf dieser Konferenz, die Teil des Forschungsprogramms ANR Propice ist, geleitet von dem Ökonomen Benjamin Coriat. Ende November hatten wir eine kurze Begegnung in Paris. Auch ein Commons-Event. Auch rappelvoll. Da erzählte er mir, dass die Internationale Commons-Konferenz, die wir 2010 in Berlin veranstalten hatten, von enormer Inspiration gewesen sei.  “Seitdem haben wir zwanzig Papiere produziert.” In Wirklichkeit sind es fast 40. Und jetzt geht es darum, das zu diskutieren, zu reflektieren und zu verbreiten.

Kroatien hat eine interessante Szene (hier hatte ich mal ein Schlaglicht darauf geworfen) und in Deutschland ist Einiges los. Das sagt jedenfalls mein Kalender. Am interessantesten ist für mich, von wem die Einladungen kommen. Die Palette ist bunter geworden in den letzten Jahren. Die FDP war noch nicht dabei, auch die Christsozialen sind commons-träge, aber die Gewerkschaften werden offener, Veranstalter aus der wirtschaftsnahen Szene interessieren sich und selbst der Evangelische Kirchentag hat die Commons entDEKT, weshalb ich demnächst in einer ziemlich großen Kirche reden werde. Hui.

In Polen haben ein paar Hacker eine Embassy of the Commons ins Leben gerufen. Dass es Hacker sind, die jenseits der Computerwelt auf Commons als politisches Konzept setzen, finde ich bemerkenswert. Anderswo sind Hacker eher peripher beteiligt. Da habe ich immer den Eindruck: Wir brauchen sie, aber sie brauchen uns nicht. Petros, einer der polnischen Aktivisten, schreibt:

The most amazing thing in the relationship of Polish social movements with the idea of The Commons (as defined by late Elinor Ostrom) is that it does not exist. At all. Even those, whose daily practice is in fact commoning, never refer to the concept. In Poland, The Commons, as a positive political project, simply doesn’t get through.”

Und das will er verändern, “for the benefit of Polish society.” Die guten Gründe dafür zählt er auf:

1. Der Commons-Diskurs ist positiv und inklusiv, überwindet eine Rhetorik der Konfrontation und des “gegen” und formuliert, was zu gewinnen ist.

2. Commons werden global gedacht, jenseits “politischer Folklore”. Der Commons-Diskurs ist in der Lage, ein Gegengewicht zum Markt-Staats-Diskurs zu schaffen, das gerade in Osteuropa so dringend gebraucht wird. Initiativen gäbe es überall, europaweit, weltweit. Sie würden oft klein gemacht, aber: “If we put our own initiatives in such a broad context, we are no more ‘unrealistic’.”

Und da es nicht angeht, einfach “fremde Ideen zu adoptieren”…

3. Es gibt auch eine polnische Perspektive auf Commons: “While real-soc (with significant success) struggled to wipe all traces of commons-related traditions in Poland, we still have a lot to contribute to the global commoning meme pool. Polish cooperatist thought (Edward Abramowski being one of it’s coryphes) [...] and – above all – XIX-XX century self-governance movements in Wielkopolsk facing the oppressive Preussian state – this is the wealth of threads we can add to the humanity-wide narrative of Commons.”

Stimmige Begründung und augenöffnend. Oder kannte von Euch jemand Abramowski und die Selbstverwaltungsbewegung in Wielkopolska? (Falls doch; links und Literaturhinweise gern in die Kommentare packen, ich will dem für das nächste Buch nachgehen.)

Das ist doch was: Eine Commons-Botschaft in Polen und Commons Botschaften überall. Es gibt viel zu lernen!

PsyCommons. Mehrmals täglich in verschwenderischen Dosen.

Postle BuchJeden Morgen gibt’s in meiner Miniküche ein bisschen psyCommons. Wir flachsen, ich packe dem Kind ein Frühstück ein, obwohl es das natürlich längst selber machen könnte. Sie frotzelt über die Falten, die mich am Morgen besonders zieren. Wir reden über den Bruder, der gerade weit weg ist. “Los, los, ab in die Schule.” Kuss rechts, Kuss links. Dicke Umarmung. “Te quiero mucho preciosa”, ist stets mein letzter Satz. Sie antwortet auf Spanisch. Dieser Satz ist der einzige, der ihr vom Spanischen geblieben ist. Es ist unser Ritual. Wir genießen es, jeden Morgen. Es ist ein bisschen psyCommons.

Der britische Therapeut und ehemalige Dokumentarfilmer Denis Postle nutzt diesen Begriff und er gefällt mir.  Zudem gefällt mir, wie er argumentiert. Auf Therapytoday.net schreibt Postle über den Reichtum der täglichen Beziehungen – und wie er schleichend eingehegt wird von den Psy-Berufen.

PsyCommons, das heißt formelhaft “gewöhnliche Weisheit” + “geteilte Macht”.  Zitat:

“PsyCommons ist der Begriff für das Universum der Beziehung – der Beziehungen zwischen den Menschen – durch das wir in unserem Alltag navigieren. Er beschreibt die Meinungen, Vorurteile und besonders das Erfahrungslernen, das wir alle hervorbringen in unserer ganz spezifischen Weise des menschlichen Seins. Diese gewöhnlichen Fähigkeiten, die Sinn machen (‘commonsense capacities’) ‘psyCommons’ zu nennen ist ein Tribut an die vielfältigen Möglichkeiten,

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Die Dinosaurier sind wieder da! Ila jetzt bestellen

Ila LandgrabbingDie ILA verdient ja immer mal wieder ein dickes Lob aus der Commonsecke, so auch für die neueste Nummer und für das Titelblatt. Die neue Ausgabe (Nr. 364, April 2013) erschien zum Schwerpunkt “Landgrabbing” und Spielarten wie das Green Grabbing. erschien pünktlich vor dem 17. April, dem Internationalen Tag der Landlosen!

Aus der Ankündigung: Landnahme, Landraub, Jagd nach Boden, Landgrabbing – das Thema ist
nicht neu. Es steht in einer langen Traditionslinie mit den Landnahmen, Aneignungen und Vertreibungen während des europäischen Kolonialismus und der US-amerikanischen Interventionen in Lateinamerika. Neu an der aktuellen Welle sind das Ausmaß der Landnahme, die Geschwindigkeit sowie die dahinter stehenden Haupttriebkräfte. Das Phänomen deutet auf Machtverschiebungen und Produktionsveränderungen auf globaler Ebene hin.  Häufig ist mittlerweile auch von Greengrabbing die Rede. Gemeint sind damit Landkäufe mit der Absicht, Umwelt- oder Klimaschutzziele  umzusetzen, etwa Wiederaufforstungsprojekte, Anbau von Soja, Zuckerrohr  oder Ölpalmen für die Agrotreibstoffproduktion oder andere Projekte zur Energiegewinnung, die große Flächen beanspruchen …/”

Zum Editorial und zu einigen Leseproben.

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Italien – Land der Wunder. Ein Commoner im Quirinale?

Stefano_Rodotà_Trento_2007Es ist Montag, der 22. April 2013 um 19 Uhr. Soeben wurde der Jurist Stefano Rodotà, der Präsidentschaftskandidat des MoVimiento 5 Stelle, mit 506 Stimmen (2 mehr als nötig) zum Präsidenten Italiens gewählt. Ein Paukenschlag in diesem  krisengeschüttelten Land. Und ein unfassbarer Gewinn für die Commonsbewegung weltweit.

Zehn Wahlgänge waren nötig. Erst im Verlaufe des Wochenendes erhielt Rodotà zunehmend  “Schützenhilfe”.  In der entscheidenden Abstimmung unterstützte ihn ein Großteil der vor Tagen implodierten PD.* Die traditionelle Linke zerlegt sich bekanntlich gern selbst. Aber wenn jemand in der Lage ist, “links” neu zu denken, dann der knapp 80-jährige Rodotà. Dass er den Schreibtisch im Quirinalspalast bekommen könnte, war den deutschen Medien weitgehend entgangen. Sie verfolgten die holprig verlaufenden Präsidentschaftswahlen mit verhaltenem analytischem Eifer und verhackstückten Nachrichtendienstmeldungen. Über Rodotà jedenfalls las man in den hiesigen Medien wenig. Die Stuttgarter Zeitung schrieb: Viele Namen aber kein FavoritNun, mein Favorit ist Stefano Rodotà. …

Und damit zurück in die Gegenwart. Noch ist nicht Montag und es käme einem politischen Wunder gleich, wenn #RodotàPresidente nicht nur ein Fiktion bliebe. Doch verrückte Verhältnisse ver-rücken auch manchmal die Verhältnisse. Noch gestern hatte ich getwittert,… Den Rest des Beitrags lesen »

Foodsharing: Wie rivale Ressourcen mehr werden, wenn wir sie teilen

DSC_7691Vermutlich bin ich wieder völlig out of date, aber zufällig bin ich auf der Suche nach Crowd Funding auf einen Film über Foodsharing gestossen, in dem eine wirklich großartige Idee kommuniziert wird. Interessant daran finde ich auch einen prinzipiellen Aspekt: Die Aussage, nur nicht-rivale Ressourcen könnten mehr werden wenn wir sie teilen, ist falsch! Mir ging die Idee schon vorgestern Nacht bei einem Spaziergang durch Wien durch den Kopf. Nach einem hervorragenden Essen im Ristorante La Delizia dachte ich: Es verdirbt einem den Appetit, rivale Ressourcen wie das Essen nicht zu teilen. Denn wenn andere hungern, bleibt einem selbst das beste Tiramisu im Halse stecken. Das erinnerte mich an einen Besuch in Kamerun. Ein junges Mädchen bat mich in Oku um eine leere Wasserflasche, die als Behältnisse für das Leitungswasser sehr beliebt sind. Ich gab ihr eine fast leere Flasche und beobachtete, wie sie den Rest des unerschwinglichen Flaschenwassers ganz gerecht mit anderen Kindern teilte. Die Idee, alles für sich zu behalten, nur weil ihr die Flasche gehörte, kam ihr offensichtlich nicht in den Sinn.

Commons-Sommerschule. Die Zweite. Plätze frei.

Commons 4Die erste Anmeldeetappe für unsere zweite Commons-Sommerschule  ist vorbei, und wir freuen uns schon jetzt darauf, die großartige Gruppe, die sich da zusammenfindet, im thüringischen Bechstedt (rechts im Bild) begrüßen zu dürfen. Sieben Tage lernen, diskutieren, ausprobieren, auf- und wieder verwerfen, zuhören und gehört werden. Sieben Tage Commoning! Mitten in Deutschland.

Ein paar Plätze sind noch frei, deswegen hier eine kleine Ankündigung. Viel Werbung hat ja die Sommerschule nicht nötig, obwohl so jung an Jahren spricht sie für sich selbst.
Finde ich . :-)

Besonders freuen wir uns über Menschen aus dem Bereich der digitalen und Wissenscommons.

Hier der link zur Anmeldung.  Und hier zum Programm.

Ich freue mich besonders auf unsere externen Referent_innen zu den Themen: Geschichte der Commons, “Copyleft Saatgut”, Commonie als Gesellschaftsform, C3C – Cultural Commons Collecting Society und das Earth Forum.

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