Creative Commons für Abgeordnete

„In Deutschland gibt es inzwischen mehrere namhafte Beispiele einer praktischen Anwendung von CC-Lizenzen: So sind die Inhalte bei Wikipedia und Netzwelt.de mit CC-Lizenzen ausgestattet. Das Bundesarchiv stellt der Öffentlichkeit mehr als 100.000 Bilder unter einer freien CC-Lizenz zur Verfügung. Auch Fernsehsendungen wie „Elektrischer Reporter“ (ZDF) sowie „Extra 3“ und „Zapp“ (NDR) sind im Internet unter einer CC-Lizenz zu finden….“

Das erfahren die deutschen Bundestagsabgeordneten und alle jene, die es sonst noch wissen wollen, im letzten Absatz dieses Zweiseiters: Titel: Aktueller Begriff: CREATIVE COMMONS. Der Wissenschaftlichen Dienst fasst gut verständlich zusammen, worum es bei den alternativen Lizenzen geht. O-Ton: Es sei eine Idee,

die Nutzern eine höhere Transparenz und Urhebern eine bessere Ausschöpfung ihrer Rechte verspricht.“ BINGO!

Hoffen wir mal, dass es in spätestens 2 Jahren einen Zweiseiter gibt mit dem Titel: „Aktueller Begriff: Gemeingüter“. (via)

Foto: Jakob B.

Bundestagspetition: Open Access

Es ist ganz einfach: „Was öffentlich finanziert ist, muss öffentlich zugänglich bleiben.“ So steht es in diesem Manifest. Der Wissenschaftsblogger Lars Fischer hat in diesem Sinne eine ePetition beim Bundestag eingereicht. Der Titel, Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen, scheint mir zwar etwas unglücklich, aber das Anliegen nicht. In der Petition heißt es:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.“

Hier einige Anmerkungen zu Sinn und Entstehungsgeschichte der Petition und hier geht’s zur Unterzeichnung bis zum 22. 12.2009 . (Anmeldung ist schnell erledigt.) Begründet wird der Antrag damit, dass … Den Rest des Beitrags lesen »

Rezept für einen Stollen, den Oma Leni noch „Dresdner Christstollen“ nennen durfte

Stollen BildJahrelang dachte ich, man sollte das Stollenrezept meiner Großmutter Helene patentieren lassen. Ich bin mir sicher, es ist das definitiv beste Stollenrezept der Welt! Meiner Welt zumindest. Gestern kam mir diese Idee plötzlich wieder in den Sinn. Was für ein absurder Gedanke, ein Stollenrezept zu patentieren. Was wäre denn der Effekt eines solchen Patents? Jeder, der ein Stück Stollen zu Weihnachten äße, müsste Lizenzgebühren an mich bezahlen. Falls es mir in den Kram passte, könnte ich das Backen und Essen von Stollen dieses Jahr überhaupt verbieten und einfach niemandem eine Lizenz erteilen. Als ob es mir irgendwie nützen würde, wenn keiner einen Stollen nach dem Rezept meiner Großmutter bäckt. Ich habe das Rezept ja nicht einmal erfunden. Ich habe es geerbt, von meiner Großmutter und die wiederum von ihrer Urgroßmutter oder weiss der Teufel von wem. Wer weiss, ob es überhaupt einen Erfinder des Dresdner Christstollens gibt? Auf jedenfall müsste ich eine Gesellschaft für Christstollen Backrechte (GECHBA) gründen, deren Mitarbeiter zur Weihnachtszeit an sämtlichen Haustüren klopfen und Gebühren eintreiben … oder so ähnlich hatte ich diese Idee weitergesponnen.

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„Wissen als Privateigentum ist absurd“ – Junge Ideen in der BpB

Aber auch eine Renaissance der Gemeingüter, der Allmende ist möglich. Nötig wäre sie allemal. In den Bereichen der digitalisierten und weltweit vernetzten Kulturen und Wissenszirkulation zeichnen sich neue, faszinierende Möglichkeiten ab, Ressourcen intelligent und effizient zu teilen und zu verteilen. Das muss nicht ohne Gewinn und private Eigentumsanteile bleiben. Aber auch hier ist noch vieles offen: …

eröffnet Thorsten Schilling das aktuelle Jugendmagazin Fluter, herausgegeben von der Bundeszentrale für Politische Bildung (BpB) zum Schwerpunkt Eigentum. Gelungenes Heft mit eigentümlichen Zahlen.

Gleich zum Anfang gibt es ein Interview mit Prof. Ulrich Steinvorth, Ko-autor unseres Manifests;; Steinvorth meint: Wissen als Privateigentum ist absurd.

Bei den Fragen geht allerdings ein bisschen was durcheinander – die Allmende wird mit dem Gemeineigentum und sogar dem Gemeinwohl in einen Topf geworfen, was in der eigenwilligen Frage gipfelt:

„Dann hat also sowohl privates Eigentum als auch Gemeinwohl einen Nachteil?“

Wie bitte? Also das mit dem Gemeinwohl sollten die Autoren korrigieren, ansonsten versteht man trotz Begriffsverwirrung die Richtung.

Fluter: Wie lange gibt es denn Privateigentum schon? So lange wie es Menschen gibt?

Steinvorth: Nein, das kann man in der Philosophie sehr schön ablesen. Der Begriff des privaten Eigentums entsteht erst in der Antike, besonders deutlich wird das bei Cicero. Cicero ist sich sehr klar darüber, dass es Privateigentum geben soll, weil das der Gesellschaft insgesamt nutzt. Aber bestimmte Ressourcen wie Grund und Boden können kein Privateigentum sein. Und die Vorstellung, dass es ein natürliches Recht auf Eigentum gibt, wird sogar explizit bei Cicero verworfen. Bei ihm heißt es: Eigentum ist immer Eigentum einer Gesellschaft.“

Jack Wolfskin macht sich lächerlich

Es sieht so aus, dass Jack Wolfskin, obwohl erst 1981 gegründet, die Rechte an Katzenpfoten hat. Wer hätte das gedacht?! Das muss ich gleich den Alten Ägyptern, Walt Disney und dem Pinken Panther erzählen“, so ein Betroffener der jüngsten Abmahnwelle von Jack Wolfskin.

Dem wäre nichts hinzufügen, würde sich Wolfskin nicht ausgerechnet bei Walt Disney in der Nähe Gleichgesinnter befinden.

Das Denken solcher Firmenstrategen kommt mir vor wie aus einer anderen Galaxie. Und gleichzeitig scheint es mir genau unsere Chance – das „alte Denken“ macht sich mit diesem Gebahren einfach lächerlich.

Hier die ganze story mit ständigen updates, bei Netzpolitik eine kurze Zusammenfassung und hier erfahren wir warum…

die taz bestimmte Merchandising-Produkte aus Outdoor-Bereich nicht mit der taz-Tazze bedrucken oder besticken darf – auch dann nicht, wenn neben der Tatze der Schriftzug „die tageszeitung“ eine eindeutige Zuordnung erlaubt„,

Spiegel online hat recherchiert und macht klar, warum wohl so manche Hobbybastlerin demnächst auf Pferdefußmotive umsteigt, denn: Den Rest des Beitrags lesen »

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Telepathology: a life saving commons?

Access to Pathology Expertise: How can we turn this luxury into a global commons? This is the question asked by Jacques Paysan from Carl Zeiss MicroImaging GmbH during the World Commons Forum held in Salzburg on September 29/30.

The success of medical treatment crucially depends on accurate diagnosis by an experienced pathologist. This is particularly true for tumour surgery, transplantation medicine, and diagnosis of infections. In a nutshell: No diagnosis, no therapy!

Just imagine: You have something you don’t understand. Nor your doctor does. So, … Den Rest des Beitrags lesen »

Wenn die Steinzeit Patente gekannt hätte

fragt Natur&Kosmos anlässlich des World Commons Forums in Salzburg (29.-30.09.09) und legt nach:

„Amerikaner und Russen reklamieren den Nordpol für sich, sämtliche Industriestaaten die Atmosphäre und einzelne Unternehmen sogar Patente auf Leben.

Was wäre wohl, wenn die Steinzeit schon das Patentrecht gekannt hätte? Wenn der erste Mensch, der vor Zigtausend Jahren mit Stein und Zunder ein Feuerchen anzündete, zum Amt gerannt wäre und seinen Anspruch auf Verfahren und Produkt angemeldet hätte? Wäre der Kochtopf je erfunden worden? Die Zentralheizung? Der Verbrennungsmotor?

Wir wissen es nicht. Eines ist jedoch klar: Es gibt Ressourcen auf der Erde, die für jedermann nutzbar sein sollten, sonst müssten viele von uns bald wieder leben wie unsere Urahnen. Feuer ist ein Beispiel: …“

Der ganze Text hier.

Foto: Der Versuch Feuer zu entzünden mit Hilfe eines funkenschlagenden Feuerdings. by Torsten Magner; Lizenz: CC: BY, SA

Bürgermedizin: Revolution oder „Verrat am Fleisch“?

Im Commonwealth Club of California hatte Tim O’Reilly am 28. Juli prominente Gäste: Jimmy Wales, John Wilbanks und Stephen Friend diskutierten über die Chancen der „Bürgerwissenschaft„. Nein, das ist nicht so langweilig wie die Mimik der Herren :-)

Voraussetzung dafür, dass die Menschen die Medizin(ische Forschung) revolutionieren, ist – Ex-Merck Vizepräsident Stephen Friend sagt es klar-: die massive Übergabe bzw. Sammlung unserer biologisch-genetischen und Patientendaten. Freiwillig und mit Begeisterung, weil wir „wissen wollen was ist“.

Etwa so, wie sich hier Hunde- und Katzenbesitzer über jedes Detail der Krankengeschichte ihrer Vierbeiner austauschen … Den Rest des Beitrags lesen »

GreenXchange oder: Wie funktioniert „open innovation“?

Entworfen, um für’s Geschäft und mehr Innovation Wissen zu teilen.

Das folgende Video über GreenXchange (vía; „enable the green economy“, ein Projekt von Nike, BestBuy und Science Commons) erklärt neue Kooperationsformen – Open Innovation -, die (Digital) Commons und die Comedy of the Commons. Deswegen steht es hier. Und weil zutrifft, was  der Sprecher John Wilbanks sagt, dass nämlich die Möglichkeiten digitaler Kooperation nicht vorwiegend dafür eingesetzt werden, Lösungen für komplexe Umwelt- und Ressourcenprobleme zu finden. Gerade in diesem Bereich werden Innovationen aber dringend gebraucht:  „shared innovation is more innovation.“

So; hier sollte das Video stehen, aber ich kriege es nicht eingebunden :-( ,  Ihr HIER klicken.

Aus der Projektbroschüre: Den Rest des Beitrags lesen »

Das Merkel-Steinmeier-Duell gehört uns

Und zwar exklusiv, fanden ARD, ZDF, SAT 1 und RLT. Die öffentlich – rechtlichen fanden das ein bisschen weniger, die Privaten dafür umso mehr.

Ich habe das Duell genau deswegen nicht verfolgen können, denn ich besitze – wie weitere 3 % deutscher Haushalte – keinen Fernseher. Die Süddeutsche vermeldet heute einen Minus-Zuschauerrekord:

„Merkel und Steinmeier debattierten auf vier Kanälen, trotzdem blieb die Quote mäßig. Statt den erwarteten 20 Millionen haben nur 14,2 Millionen Menschen beim TV-Duell eingeschaltet.“

Und warum interessiert niemanden das Potential der Zuhörer?

Die Debatte um die Senderechte im Vorfeld hatte ich verpasst. Als ich dann gestern Abend den Deutschlandfunk einschaltete, kommentierte  Programmdirektor Günter Müchler, dass man eines der wichtigsten Beiträge zur politischen Meinungsbildung in diesem Jahr behandelt habe wie Privateigentum. Den Rest des Beitrags lesen »