Sherwood Forest ist überall

….nur dieser Artikel von Bernard Pötter in der jüngsten Ausgabe von Le monde diplomatique leider nicht. Jedenfalls ist er nicht vollständig im Netz.

Es ist der Stoff, aus dem Heldengeschichten gemacht sind: die Verteidigung der Gemeingüter gegen den Zugriff eines Einzelnen. Anfang des 13. Jahrhunderts begann der König von England, den Wald für seine Jagden und für die Versorgung seiner Günstlinge zu seinem exklusiven Eigentum zu machen. Bis dahin hatten alle Menschen das Recht, im Wald zu jagen, Holz zu sammeln und in den Gewässern zu fischen, auch wenn das Land dem König gehörte. Dieser kalten Aussperrung widersetzte sich nicht nur der Adel mit der Magna Charta, dem wichtigsten Verfassungsdokument Englands, mit der 1215 der englische Herrscher in seine Schranken gewiesen wurde – sondern auch ein Mann, dessen Taten legendär wurden: Rob Hod, besser bekannt als Robin Hood. Mehr in der aktuellen Printausgabe der Monde Diplomatique,

Mehr gib’ts aber auch hier und vor allem hier. Und morgen muss ich zum Kiosk…

Thomas Mann: Wald als Gemeingut

Gerade hielt ich an der auf Forstwirtschaft spezialisierten Fachhochschule Eberswalde einen Vortrag über Wald als Gemeingut. Den Einstieg lieferte mir ein Ausschnitt aus der “ Königlichen Hochzeit“ von Thomas Mann (1909):

„Das Volk sah ein, dass sein Wald auf die Witterungsbeschaffenheit und gesundheitlichen Verhältnisse des Landes vom entscheidensten, günstigen Einfluß war; es wusste wohl, dass ohne den prächtigen Wald in der Umgebung der Residenz der Quellengarten dort draußen sich nie mit zahlenden Fremden füllen würde; und kurz; dies nicht sehr betriebsame und fortgeschrittene Volk hätte begreifen müssen, … Den Rest des Beitrags lesen »

Lizenz zum Pilzesammeln

Stellen Sie sich vor, man würde den Menschen das Pilzesammeln verbieten und stattdessen zum Sammeln einen Forstverwalter einstellen! Staatskasse muss gefüllt werden.

Schnapsidee? Gibt’s aber trotzdem. So notiert hier die österreichische Landschaftsplanerin Elisabeth Salome Gruber in ihrem kurzen und sehr informativen Text zum „Sammeln von Wildpflanzen im Spannungsfeld zwischen Gemeingut und Allgemeingut“* Den Rest des Beitrags lesen »

„Commons werden umstandslos kannibalisiert“

Zugegeben, der Bewegungskongreß Mc Planet GAME OVER! NEUSTART! hat mich in seiner 4. Auflage weniger bewegt. Trotz der 1700 TeilnehmerInnen. Das mag auch daran liegen, dass ich mit meinen Dingen beschäftigt war: Buchpräsentation und Commonsforum. Beides prima gelaufen.

Mich hat gefreut, dass Christiane Grefe in ihrer Eröffnungsrede explizit die Debatte um Gemeingüter und Wissensallmende als zukunftsweisend erwähnte. (Alle diskutieren die Krise. In der Gemeingüterdiskussion geht es um die Antworten!)… Den Rest des Beitrags lesen »

„Wem gehört die Welt?

Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter!“ Es ist da! Gedruckt und gebunden. Hier beim Verlag bestellbar und natürlich auch bei der Heinrich-Böll-Stiftung.

Aus der Ankündigung:

„Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches Leben gehören. Doch … die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird eingezäunt und kommerzialisiert – zu unserem Schaden. Davon zeugen die weltweiten Konflikte über die Trinkwasserversorgung, den Zugang zu neuen Technologien oder den Umgang mit Regenwäldern. Wir stehen an einem Scheidepunkt, an dem ein neuer Blick auf unsere gemeinsamen Besitztümer erforderlich ist.
Dieses Buch will diesen neuen Blick ermöglichen. Es zeigt die Vielfalt unserer Gemeingüter – und welch’ ungeheures Potenzial in ihnen steckt. Es macht uns vertraut mit Dingen wie Creative Commons, Slow Food und der Wissensallmende. …

Mit Beiträgen von David Bollier, Elinor Ostrom, Richard Stallman, Sunita Narain, Ulrich Steinvorth, Peter Barnes, Oliver Moldenhauer, Pat Mooney und vielen anderen.

Der Link zum freien Download folgt demnächst (aber natürlich geht nichts über den Geruch frisch gedruckter Seiten :-) ! Die erste Buchvorstellung findet am 23.03. um 19.30 in Berlin statt. Hinkommen und Freunde mitbringen!

Neuerscheinung: Wem gehört die Welt?

Das Buch erscheint am 06. März. Sagt der Verlag! Ich freue mich und bringe hier die Ankündigung.

»Gemeingüter sind Räume, in denen wir frei sind.« Yochai Benkler, Harvard University

Wem gehört die Welt?

Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches Leben gehören. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird eingezäunt und kommerzialisiert – zu unserem Schaden. Davon zeugen… Den Rest des Beitrags lesen »

Commons: Herausforderung der Macht

Helmut Höge, Genossenschaftsexperte und taz-Blogger, hat unseren Contrasteschwerpunkt zur Peer Economy kritisiert.(vgl. Punkt 6)

Höge setzt Commons mit Gemeineigentum gleich. Vermutlich, weil er unter Commons nur die historische Allmende versteht. Auch Commons auf die Eigentumsfrage zu reduzieren -wie Höge das tut- ist verkürzt. Das wird auch dadurch nicht besser, dass er mit diesem Kurzschluss nicht der Einzige ist. Wenn Gemeineigentum die Lösung sein soll, warum haben dann so viele Gemeineigentumslösungen den Commons nichts genützt?

Was haben wir Kooperativen unterstützt! Beispielsweise in Nicaragua, Mitte der 90er Jahre. Aber Gemeineigentum allein ist eben noch kein Garant für einen wachsenden Commonssektor (der nicht dasselbe ist wie die historische Allmende). Zur historischen Allmende allerdings hat Höge immer Interessantes zu sagen. … Den Rest des Beitrags lesen »

Wie Geister Gemeingüter schützen

Kennen Sie den? Das ist ein Curupira, ein kleiner brasilianischer Waldgeist. Ich fliege ja morgen in die Amazonasregion. In Belém, der Hauptstadt des Bundesstaates Pará, findet das Weltsozialforum statt. Mit ein paar Ko-autoren werde ich dort mein Buch vorstellen. Gute Gelegenheit um nachzusehen, ob der Curupira im Amazonas wirklich einer der wichtigsten Hüter der Gemeingüter ist.

Die Sache ist nämlich die: Geister sind effizienter als Regeln. Überall gibt es alle möglichen Vorschriften für die Bewirtschaftung von Gemeinressourcen. Sie sind formell (in Gesetzestexten fixiert) oder informell (mündlich weitergegeben). Den Rest des Beitrags lesen »

Robin Hood – der erste commoner

robin-hoodZurück aus Graz, eindrucksvolles Commonsfestival erlebt. Doch heute Nacht werde ich dazu nichts mehr schreiben, sondern nur die versprochene Robin Hood Geschichte nachtragen (für alle, die keine Lust haben, die ganze Eröffnungsrede zu lesen :-) :

Robin Hood war der erste streitbare commoner, der Einzug in die Literaturgeschichte gehalten hat. Behaupte ich jetzt mal. Der reale Robin Hood erscheint im frühen 13. Jahrhundert (1225) in den Verwaltungsakten (Pipe Rolls) von York. Die Geschichte der „enclosure of the commons“ ist also eine Geschichte des letzten Jahrtausends, nicht der letzten Jahrhunderte.

Hood, der einst „Gesetzlose“, avancierte in den Balladen der Jahrhunderte zum sozialrevolutionären Helden. Der us-amerikanische Historiker Peter Linebaugh glaubt, dass die Ersterwähnung des realen „Rob. Hod Fug.“ (Robin Hod, flüchtig) nicht zufällig ausgerechnet dann stattfand, als … Den Rest des Beitrags lesen »

Weihnachten bei Henry III

Peter Linebaugh ist Historiker. Er erzählt hinreißend spannende Geschichten zur Geschichte der Allmende.

Da würzt zum Beispiel der weihnachtliche Speiseplan von König Heinrich III (s.u.) seinen sehr lesenswerten Text zur Magna Carta (1215).

In angelsächsischer Zeit (5.-11. Jahrhundert) spendeten die über Jahrhunderte entstandenen Waldweiden den Tieren Futter und den Menschen Früchte, Werkzeuge und Nutzholz.

„wooded commons were owned by one person, but used by others, the commoners. Usually the soil belonged to the lord while grazing belonged to the commoners, and the trees to either. „

Dann kam die Zeit … Den Rest des Beitrags lesen »