Commons-Sommerschule. Die Zweite. Plätze frei.

Commons 4Die erste Anmeldeetappe für unsere zweite Commons-Sommerschule  ist vorbei, und wir freuen uns schon jetzt darauf, die großartige Gruppe, die sich da zusammenfindet, im thüringischen Bechstedt (rechts im Bild) begrüßen zu dürfen. Sieben Tage lernen, diskutieren, ausprobieren, auf- und wieder verwerfen, zuhören und gehört werden. Sieben Tage Commoning! Mitten in Deutschland.

Ein paar Plätze sind noch frei, deswegen hier eine kleine Ankündigung. Viel Werbung hat ja die Sommerschule nicht nötig, obwohl so jung an Jahren spricht sie für sich selbst.
Finde ich . :-)

Besonders freuen wir uns über Menschen aus dem Bereich der digitalen und Wissenscommons.

Hier der link zur Anmeldung.  Und hier zum Programm.

Ich freue mich besonders auf unsere externen Referent_innen zu den Themen: Geschichte der Commons, “Copyleft Saatgut”, Commonie als Gesellschaftsform, C3C – Cultural Commons Collecting Society und das Earth Forum.

Urheberrecht im Wandel

Heute beginnen in Weimar die Frühjahrstage für Zeitgenössische Musik, veranstaltet von Via Nova. Und ich bin am Freitag, den  5. April 2013 ab 15:00 Uhr dabei. Dort habe ich im mon ami in Weimar das Vergnügen über “Urheberrecht im Wandel” zu diskutieren.

Und zwar unter anderem mit:

Alle am Wandel des Urheberrechts Interessierten sind herzlich eingeladen. Weitersagen!

 

Veröffentlicht in Veranstaltungen. Schlagwörter: . Kommentar schreiben »

Mehr Commons weniger Gewerkschaft

Gastbeitrag von Jan Kube

Am 27. Februar war die Gastgeberin dieses Blogs, Silke Helfrich, zu Gast auf der Konferenzwoche der Leuphana Universität Lüneburg. Sie hat dort maßgeblich die Veranstaltungen Wem gehört die Welt? Für eine Kultur der Commons und Allmende, Gemeingüter, Commons – Eine Praxis  mitgestaltet.

Die Konferenzwoche ist in erster Linie für Studierende des Leuphanasemesters (1. Semester) vorgesehen und beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit. Ich habe die Konferenz die letzten drei Male mit Begeisterung besucht und dabei sehr viel gelernt. Sie ist für alle Interessierten offen und ich kann den Besuch z.B. im Februar/März 2014 jedem empfehlen, der sich für die Zusammenhänge von Umwelt Gesellschaft und Wirtschaft interessiert.

Beim Podiumsgespräch „Wem gehört die Welt? Für eine Kultur der Commons“ diskutierte Silke Helfrich im vollbesetzten Hörsaal mit … Den Rest des Beitrags lesen »

Commons – Prinzipiell anders Wirtschaften

Gestern hatte ich Gelegenheit auf Einladung der Provadis School of International Management & Technology im Industriepark Frankfurt Hoechst über „Commons als prinzipiell andere Art des Wirtschaftens“ zu reden. In der knappen Zeit habe ich mich auf die produktive Seite, u.a. Beispiele für Commons Basierte Peer Produktion, konzentriert.  Es war ein vorsichtiges Herantasten, der Moderator konstatierte am Ende “grundsätzliche Aufgeschlossenheit gegenüber dem Thema.”

Setting und Publikum waren für mich belebend neu, das Veranstaltungsformat ganz pfiffig: Hauptvortrag, Thementische und Podiumsdiskussion, informeller Ausklang. In die Podiumsdiskussion wurde je eine These pro Thementisch eingebracht (s.u.) und dann vom Publikum sowie vom Podium per Mausklick bewertet. Das brachte den Meinungsaustausch rasch und pointiert in Gang.
Die Veranstalter werden die Diskussion aus Ihrer Sicht zusammenfassen (ich trage den link nach.)

Meine Präsentation sah so aus:

Wer meine Vorträge kennt, wird sich auch ohne Ton einigermaßen zurecht finden. Die „was wäre wenn… Projektion“ ist erwartungsgemäß auf Skepsis gestoßen. Ich habe übrigens einen neuen Helden der Wissenscommons: Wilhelm Conrad Röntgen. In der Präsentation kann man nachlesen warum :-)

(Danke Torsten für den Tipp!)

Neben mir hat sich Stefan Rostock, Teamleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung von Germanwatch e.V., für eine wachstumsbefriedete (Sachs) und fairere Welt stark gemacht. Rostock hat durch seine Tätigkeit bei Germanwatch und die jahrelange Erfahrung im internationalen Klimaverhandlungszirkus eine Dialogerfahrung mit der Wirtschaft, die ich nicht mitbringe. Das wiederum hat mir eher die Rolle zugeteilt, auch mal Stellung zu beziehen. Etwa im Konfliktfall zwischen verbessertem Zugang zu Medikamenten (Generika) einerseits und der Verteidigung der Geschäftsmodelle von Pharmakonzernen andererseits.

Für die Podiumsdiskussion hatte ich folgende Thesen formuliert:

  1. Was ich nicht reparieren kann, gehört mir nicht. (Slogan der DIY-Bewegung)
  2. Geistige Eigentumsrechte sind ein ökologisches Risiko. Oder genauer: eine ökologische Katastrophe.
  3. Commons Basierte Peer Produktion wird die klassische Industrieproduktion auskooperieren, da sie vorteilhafter organisiert ist und Organisationsvorteile haben die Macht, die Verhältnisse zu ändern.

Stefan Rost ging mit diesen Thesen an den Start:

  1. Das Konzept der Global Commons hat große Schwächen in der Operationalisierbarkeit. Der Zeitdruck der Klimadebatte macht die Entwicklung eines komplett neuen Ausgleichsmodells innerhalb der 192 Länder zu einer kaum zu bewältigenden Herausforderung. Der UN-Prozess im Klimabereich ist alternativlos. Kommentar: Eigentlich gibt es ja Steilvorlagen aus Commons-Sicht gerade im Klimabereich, etwas der Budget-Ansatz des WBGU, in dem das Prinzip „Eine Person – Ein Anteil“ durchbuchstabiert wird, und so nachvollziehbar ich die These finde, so erschütternd finde ich die bisherigen Ergebnisse des „alternativlosen“ UN-Prozesses.
  2. Commoning kann (überlebens-) notwendige Erfahrungen generieren und hilft soziale Netzwerke zu bauen und zu festigen.
  3. Um erfolgreich zu sein, muss der UN-Klimaprozess (inkl. begleitender Verhandlungen in den G20 etc..) ergänzt werden durch Vorreiter, d.h. gelingende Aktionen und gelebte Beispiele und Koalitionen zwischen willigen/betroffenen etc. Bevölkerungsteilen, Staaten oder Staatengruppen. Im Bereich der konkreten Aktionen können, ja müssen erfolgreiche Commoning-Beispiele, sowohl Emissionen reduzieren, wie auch innovative Politikansätze voranbringen.
  4. Commoning oder auch “commons-based peer production” entzieht dem kapitalistischen System Akteure und Finanzvolumen. So wird u.a. Ownership und Kreativität freigesetzt. Commoning setzt auf “gutes Leben” und Resilienz statt auf Wachstum.
  5. Zu diskutieren ist die Frage, wie die Politik “commoning” politisch fördern kann, so dass genug Räume entstehen können und erhalten bleiben, die nicht vom Markt und von marktbasierten Wirtschaftstransaktionen okkupiert werden.

Die Thesen dienten eher der Vorbereitung des (sehr souveränen) Moderators und wurden nicht im Einzelnen diskutiert. Vielleicht finden sie punktuell Eingang in die Veranstaltungsdokumentation. Ich bin gespannt.

Aus den Thementischen ergaben sich weitere Kernsätze:

Thementisch Wissen: Kibbuzim sind ein Erfolsmodell der Zukunft. (Große Zustimmung, wir haben an diesem Tisch so kontrovers diskutiert, dass sich die Gruppe mit dieser etwas themenfernen These gut aus der Affäre gezogen hat. :-) )

Thementisch Energie: Common (ja, trotz Einführungsvortrag ohne -s) heißt, dass nicht alles geteilt werden muss und Geben und Nehmen muss im Gleichgewicht stehen. (So wie die These formuliert ist, erntete sie erwartungsgemäß große Zustimmung, denn so formuliert, tun Commons niemandem weh. Ich habe in der Bewertungsrunde die „rote Karte“ gezückt, denn ich finde, dass Wissen und Code in den Commons geteilt und zugleich als Commons geschützt werden muss.)

Thementisch Atmosphäre: Das Ziel des Wirtschaftens ist nicht Wachstum, sondern Bestands- und Krisensicherung sowie Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. (Diese These wurde sehr kontrovers bewertet, da sich einige der an der Diskussion Beteiligten real im Wachstumszwang befinden und ein Abschied von diesem Ziel für sie schwer vorstellbar ist. Aber ich nutzte wegen des letzten Teils die rote Karte, da ich die Reproduktion des Lebens für den Sinn des Wirtschaftens halte. Essen, Schutz finden, fürsorgen … leben eben.

Thementisch Produktion: Gemeingüter in der Produktion lassen sich am ehesten in Verfahrens- und Stategie-Know-How einbinden. Wissen ist eines der relevanten Commons für die Produktion. (Fast einhellige Zustimmung, dem letzten Satz habe auch ich zugestimmt. Der Erste aber verwies auf ein zentrales Problem in der Debatte: Die Frage des prinzipiellen Ausschlussmechanismus’, der der gegenwärtigen Wirtschaftsweise innewohnt, wurde nicht berührt. Das hat viele Gründe, gelang aber durch ein relativ einfaches Argumentationsmuster: die Gruppe der Kooperierenden wird nur innerhalb des gewohnten Systems und Rahmen gedacht, einem Golfklub vergleichbar. Die Nutzungskonflikte und Interessenskonflikte jenseits dieses Rahmens werden ausgeblendet. So wird innerhalb des „Klubs“ teilen und gemeinsames Handeln denkbar.)
Es wird immer wichtiger, Commons nicht nur stärker von der Ressourcen- und Güterfixierung (die dem Begriff der Gemeingüter anhaftet) zu lösen, sondern auch klarer vom Begriff der Klubgüter und ähnlicher Assoziationen abzugrenzen. Die Antwort kann eigentlich nur in den Mustern des Commoning liegen.

Morgen bin ich dann wieder in commons-affinerer Umgebung. Freue mich auf einen Abend mit Commons-Pionieren bei Neuland e.V. in Köln.  Hier gab’s vorab ein Interview in der Kölner Rundschau.

PS: Prof. Dr. Müller-Nehler: Vielen Dank für die Einladung und die großartige Vorbereitung.

Lüneburg: Commons und Gewerkschaft?

Wie geht das zusammen? Nächste Woche habe ich Gelegenheit, dass mit dem Gewerkschaftssekretär Dierck Hirschel zu diskutieren. Es wird sich also die Frage stellen, wie eine Kultur des Commoning in produktiven Prozessen aussehen könnte. Ich bin gespannt auf die Sicht des Verdi Chefökonomom und auf die Beteiligung eines hoffentlich zahlreichen Publikums. Hier die Einladung der Leuphana Universität in Lüneburg. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Konferenzwoche für Nachhaltiges Handeln 2013 statt.
HELFRICH UND HIRSCHEL:
WEM GEHÖRT DIE WELT?
FÜR EINE KULTUR DER COMMONS
27.02. | 11.30 – 13.00 Uhr | Hörsaal 3

Sagt euch das Wort „Allmende“ etwas? Es setzt sich zusammen aus „All“ und „Gemeinde“. Heute ist dieser Begriff eher unter Commons, also Gemeingütern, bekannt. Damit ist längst nicht mehr nur die traditionelle Dorfweide gemeint. Ressourcen wie Sonnenlicht, Wasser und Rohstoffe fallen ebenso unter den Begriff wie auch Wissen, Ideen und kulturelle Vielfalt.

Doch wie sähe eine Kultur des Commonings aus? Schaffen Finanz-, Klima- und Ernährungskrisen Platz für eine neue Gemeingüterwirtschaft? Welche Rolle spielen Markt, Wirtschaft und Demokratie dabei? Die Commons-Expertin und Bloggerin Silke Helfrich sowie Ver.di`s Chefökonom Dr. Dierk Hirschel nehmen auf dem Podium die Idee der Commons unter die Lupe und messen deren Tragweite für ein anderes Wirtschaften. Nutzt die Diskussion und informiert euch – denn auch sie ist ein Gemeingut.

Moderation: Stefanie Langkamp

 

Veröffentlicht in Veranstaltungen. 7 Kommentare »

The Commons as a Paradigm for Political Action

Am Dienstag, den 04.Dezember um 19.30 Uhr in der American Academy in Berlin, auch als livestream.

Ich kündige hier ja nur selten Veranstaltungen an, an denen ich mitwirke. Erstens sind es zu viele und zweitens: wen interessiert das? Aber diese hier liegt mir am Herzen. Sie ist von und für und mit meinem us-amerikanischen Kollegen und Freund David Bollier, der sich als Fellow der Academy seit Wochen in Deutschland aufhält.  Dennoch kommunizieren wir weiter per mail und skype, gesehen haben wir uns noch nicht, eben wegen der vielen Veranstaltungen, die mich in den letzten Wochen nicht in die Hauptstadt führten. Umso besser, dass wir am 04. Dezember diesen Auftritt gemeinsam bestreiten:

Aus der Ankündigung der American Academy in Berlin:

“We would like to invite you to an evening lecture on December 4, 7:30 pm, where the author, activist, and co-founder of the Commons Strategies Group, Academy fellow David Bollier, will discuss “The Commons as a New/Old Paradigm of Governance, Policy and Political Action” at the Academy’s Hans Arnhold Center. The evening will be moderated by Silke Helfrich and followed by a reception.

In his lecture, Bollier will explore … Den Rest des Beitrags lesen »

Commons-Reisen durch Europa. Eine Projektskizze

Eine einfache Idee sucht Mitmachende. Es geht um eine Commons-Reise irgendwann zwischen August und Oktober 2013. Eine Reise, die weder Arbeit noch Urlaub ist, sondern einfach wichtig und spannend zugleich.

„Nimm den Menschen ihre Reproduktionsmittel– ihr Land, ihre Arbeit, ihre Sozialleistungen, so dass sie einfach jeden Job annehmen müssen. Und dann erkläre die Krise. Sie ist immer ein guter Vorwand, den Menschen noch mehr wegzunehmen.“ (Silvia Federicci im Interview)

Zum Beispiel das, was sie heute brauchen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten: ihre Jobs.

————————————-

Krisen lassen besonders augenfällig werden, wenn wir von Markt (Jobs) und Staat (Daseinsvorsorge) verlassen sind und Das-Dazwischen zerrieben ist. Zugleich scheinen sie besondere Gelegenheiten für neue Experimente des Commoning zu eröffnen. Commons sind zwar mehr als eine Krisenreaktion, ganz klar, aber auf diesen Reisen wollen die, die sie unternehmen sich auf Commons als Antwort auf die Krise konzentrieren. Und dazu publizieren!

Die Tragedy of the Market richtet in Europa immer mehr Verwüstungen an. Deshalb wollen wir eben hier in Europa der Frage nachgehen: Wie kommen wir von der Krise zu mehr Commons? … und „nebenbei“ Vernetzung betreiben. Das Thema ist alles andere als neu. Neu ist vielleicht die Form, die ich vorschlage.

Hier ist eine allererste Skizze.

COMMONS INMITTEN UND JENSEITS DER KRISE oder: WOVON DIE MENSCHEN WIRKLICH LEBEN

Wer: 3 Reiseteams à 3 Personen, die die Motivation teilen, sind insgesamt 13 Tage (inkl. An- und Abreise) in 3 Ländern (Spanien, Griechenland und ein drittes… ) unterwegs

Wann: ein klimatisch und für die Reisenden sowie Partner_innen geeigneter Termin im Spätsommer/Herbst 2013

Was: Zum Themenkomplex Commons und Krise ein paar Fragestellungen für die Gruppe erarbeiten – mikro und makro. Und mit diesen Fragestellungen im Kopf maximal 2 Projektbesuche und/oder akademisch-politische Fachgespräche täglich mit anschließender Reflexion und Kommunikation „nach Hause“

Wie: selbstorganisiert :-) , pro Land gibt es mind. 2 Ansprechpersonen, die auch in die Reiseorganisation eingebunden sind. Nach Spanien sollten des Spanischen Mächtige reisen, in Griechenland brauchen wir sicher Übersetzung (Ideen vorhanden) und das dritte Land wäre zu entscheiden. Das kommt auf Eure Rückmeldungen an.

Kontakte zur Commons-Szene insbesondere nach Spanien aber auch nach Griechenland sind vorhanden. Die Reise sollte NICHT nur auf zwei Orte pro Land beschränkt sein.

Wofür: Ganz praktisch: täglich wird mindestens ein Blogbeitrag von jeder der Gruppe produziert werden (daher nur 2 Termine am Tag) darüber hinaus am Ende oder nach der Reise von jeder Gruppe mindestens 2 in Print- und Onlinemedien publikationsfähige Artikel. Die Idee ist, den Menschen, von denen die jeweilige Reisegruppe lernt, etwas zurückzugeben und gleichzeitig die Frage zu beantworten, wovon Menschen leben inmitten der ökonomisch-politischen Krise neben Jobs am Markt und Fürsorge vom Staat.

Womit: Bahn- oder Flugkosten müssen selbst getragen werden, Unterkunft und Verpflegung sollte vor Ort, von Partnern zur Verfügung gestellt werden. Verwaltungsaufwand muss sich so gering wie möglich halten, da es niemanden gibt, der das abwickeln kann oder möchte.

Was meint Ihr?
Meine Fragen, die gern in den Kommentaren vervollständigt und beantwortet werden können:

Welche Fragen zu Commons und Krise habt Ihr?

Welches dritte Land schlagt Ihr vor?

Wer hat Lust, sich für dieses Vorhaben zu engagieren?

Egal ob in der weiteren Konzeption, in der Reisevorbereitung, ob im publizistischen Teil (z.B. eine Website basteln und die Artikel gegenlesen) und natürlich:

Wer wäre dabei?

Ihr könnt mir auch eine mail schicken, an die Blogadresse oder an Silke.Helfrich@gmx.de

Update 21.Oktober:

Ich sehe diesen Vorschlag weder als Projekt, noch als Arbeit. Ich habe einfach Lust das zu machen, weil ich es für wichtig halte. Und ich freue mich auf Mitmachende, die ähnliche Fragen bewegen. Natürlich könnte man auch “ein Projekt” daraus stricken, aber dazu bedürfte es erstens eines Vereins und zweitens eines gewissen Aufwandes (Anträge schreiben, abrechnen, evt. inhaltlich-politisch rechenschaftspflichtig sein). Aber genau so etwas will ich nicht. Ich will unterwegs sein, reden, lernen, schreiben … das, was ich sonst zu Hause tue auf ein wichtiges Thema fokussieren und unterwegs tun.  Und weil ich dieses Thema reisenderweise am liebsten an vielen Orten bearbeiten würde, aber nicht kann, habe ich Euch eingeladen mitzukommen.

Update 24. Oktober:

Hey, danke für die Post in meiner mailbox :-)

Commons and Transition: It’s about the whole thing

Rob Hopkins, alias der Unermüdliche (vermutlich ist er allen Blogleser_innen hier bekannt) hat nicht nur ein Interview mit mir gemacht, sondern es auch noch transkribiert und ganz nebenbei die englische Ausgabe des Commonsbuches mit vorgestellt.  Thank you, Rob!

Hopkins ist immer etwas schneller als die anderen. Ein Kümmerer der Transition Town Bewegung, wie diese ihn sich besser nicht wünschen könnte.  Für mich war es wichtig, endlich eine Gelegenheit zu finden, mit Rob Hopkins über die Beziehung zwischen Commons- und Transition Town Bewegung zu sprechen. Dazu gibt’s auch  ein paar Gedanken ganz am Schluss des Interviews. Den Text habe ich ganz leicht bearbeitet – schließlich war das ein Überfall in der Mittagspause ;-) .

An interview with Silke Helfrich: “We have to reformulate the role of the state as enabler of the commons” [via]

The other interview I did at the Degrowth conference in Venice recently was with Silke Helfrich, one of the editors (along with David Bollier) of the excellent recently-published book The Wealth of the Commons:  A World Beyond Market and State‘, a collection of 73 articles by activists, academics and project leaders (I wrote one on resilience) on the theme of the commons.  I recommend it.  Silke gave a fascinating presentation at Degrowth 2012, so one day, after lunch, I caught up with her and asked to her to tell me more.

So Silke, you’re one of the editors of ‘The Wealth of the Commons: a world beyond market and state’, and you’ve been talking here at the Degrowth 2012 conference about the commons and why for you the commons is such an important aspect of Degrowth and where we go forward from there. Could you give, for people who don’t know what you mean by that term, the commons, a basic sense of how would you explain it to somebody in a lift? Den Rest des Beitrags lesen »

1. Commons-Sommerschule: eine erschöpfende Verblüffung

von Julia Gechter

Mit dem Filmequipment in der Hand komme ich abends in dem 164-Einwohner-Dorf Bechstedt in Thüringen an und öffne die große Holztür zur alten Scheune. Vor mir erstreckt sich eine lange Tafel, in Kerzenlicht getaucht und nahtlos umsäumt von Menschen zwischen 16 und 60, die sich neugierig und konzentriert beim Abendessen austauschen.

Die Teilnehmer der 1. Deutschsprachigen Commons-Sommerschule sind mit den unterschiedlichsten Projekten hierher gekommen: eine Garten-Coop und ein Wohnprojekt aus Freiburg, eine Food-Coop in Potsdam, ein online Nähforum und „Freifunk“ – um nur ein paar zu nennen. Manche suchen Themen für ihre Abschlussarbeit, andere wollen neue Initiativen gründen, wieder andere das bereits Gegründete kritisch beleuchten oder ihren Erfahrungsschatz austauschen. Für manche steht die theoretische Auseinandersetzung mit „Commons“ im Vordergrund, für andere deren tagtägliche Praxis. So unterschiedlich Teilnehmer und Projekte auch sind, alle sind verbunden in dem Wunsch, eine nachhaltige, soziale, verantwortungsvolle und gleichzeitig selbstbestimmte Lebensform zu ermöglichen.

Da „Commons“ ein sehr vielfältig eingesetzter Begriff ist, nehmen wir uns immer wieder Zeit, ihn zu definieren und im Zusammenhang mit anderen Begriffen zu verstehen. Commons definiert nicht mehr nur das, was wir unter „Allmende“ bzw. „Gemeingut“ verstehen. Es beschreibt kein Gut an sich, sondern eine soziale Praxis, wie wir mit Gütern umgehen. Und diese folgt den Grundprinzipien: Selbstorganisation und Transparenz, Konsens- vor Mehrheitsprinzip, Freies Nutzen und Teilen von Wissen, keine Übernutzung aber auch keine Unternutzung von Ressourcen (z.B. die Unternutzung von von Wissen durch strenge Lizenzen). „Commons“ nicht nur als Gemeingut sondern auch als eine Methode zu verstehen, macht es möglich, … Den Rest des Beitrags lesen »

Commons im Roten Club

Am Montagabend präsentierte Silke auf Einladung von Andrea Ypsilanti einige Commons-Ideen im Roten Club im Frankfurter Gewerkschaftshaus. Auch ich hatte mir die Veranstaltung nicht entgehen lassen, da ich gespannt auf die parteiübergreifende Diskussion mit den Genossinnen und Genossen war.

Meine Neugier wurde nicht enttäuscht. Als hart aber herzlich könnte man den Austausch wohl bezeichnen und man spürte, dass dies eine erste vorsichtige Annäherung war. Zu den Einwänden, die mir besonders gut gefielen, gehörte die Frage nach dem Nutzen dieser Debatte für den LKW-Fahrer, der seine Joghurtbecher ans Ziel bringen muss und dafür einen fairen Lohn benötigt. Da wurde mir (mal wieder) klar, wie wichtig konkrete Beispiele sind und wie wichtig es ist, dass jeder mit der Commonsbrille auf der Nase in seiner eigenen Welt danach suchen kann, wo und wie ihn diese Idee betrifft und berührt.

Ich selbst bin noch immer davon fasziniert, alle Nase lang neue Betätigungsfelder für Commoners zu finden – die Welt ist übervoll davon. Aber wie gesagt: Zunächst muss man ihren Kern entdecken und der verbirgt sich im Inneren einer verdammt harten Nuss. Auch die Bitte um eine verständliche Sprache erschien mir wichtig. Denn Commons, Allmende, Enclosure, Homo oeconomicus, GURT-Technologien, “commons-basierte Peer-Produktion” und gentechnologische Patente sind Begriffe, die gerade dem akademischen Ei entschlüpfen und noch längst keine Themen in jeder Betriebskantine sind.

Die Diskussion streifte dann natürlich auch das Thema Genossenschaften, nach dem Motto: Alles schon dagewesen”, stellte sich die Frage: Was ist an den Commons eigentlich neu? (An dieser Stelle sei verwiesen auf einen Beitrag im aktuellen taz-Genossenschaftsbuch). Und schließlich die zur Zeit wohl unvermeidlichen Themen “Urheberrecht und Geistiges Eigentum”. Wahnsinn, wie sich der Begriff der Umsonst-Mentalität in unser Denken gefressen hat und wie schwierig es ist, bei der Rede vom “freien Zugang zu Kultur” nicht an Geiz-ist-geil zu denken. Wie heftig der eine oder andere Besucher sich für das so genannte geistige Eigentum engagierte hat mich dennoch überrascht. Ich hätte eher damit gerechnet, auf eine Forderung nach gerechter Entlohnung für kreative Arbeit zu stossen, als auf eine Forderung nach gesicherten Privatgrundstücken in der Kulturlandschaft. Denn freier Zugang zu Bildung und Kultur für Arbeiterkinder … aber wie gesagt, demnächst in diesem Theater.

Fest steht, es war ein lohnender Abend. Einer, der vielleicht die commonsdebatte etwas näher an das Institut für Solidarische Moderne rückt (meint Silke). Wir haben den Abend jedenfalls sehr Genossen – im wahrsten Sinne der Worte.

Veröffentlicht in Veranstaltungen. Schlagwörter: , , . 3 Kommentare »
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 77 Followern an