„Der Kampf um die Commons“ im Freitag

Kämpferischer Artikel von Stefan Vogel zur  globalisierungskritischen Bewegung und den Commons. „Der Kampf um die Commons“, gestern im FREITAG.

Informativ und optimistisch, ohne Anflüge von Euphorie. Leider keine Bezüge zur Gemeingüterdiskussion in Deutschland und etwas „privatisierungsfixiert“. Ich hatte gerade am Donnerstag in München so eine Diskussion, in der es schließlich statt um die Commons, um das tausendfach wiederholte Für und Wider der Privatisierung ging. Natürlich ist das nach wie vor ein wichtiges Thema.

Aber Privatisierung ist eben nur eine Durchsetzungstrategie der Einhegung der Commons, wenngleich eine machtvolle. Ich halte es für mindestens ebenso wichtig, genau zu schauen, wie nationale und internationale Forschungspolitik betrieben und welche Stellschrauben zur Einhegung der Gemeingüter da bewegt werden. Zudem sollten wir unsere Energie darauf richten zu beschreiben, welches Potential in den Commons steckt.

Hier Auszüge aus dem Freitag und Neues vom Weltsozialforum. Hervorhebungen von mir:

„Unser aller Selbstbetrug, so Saramago…, bestehe darin, diese Gefährdung der Demokratie nicht sehen zu wollen. … Allzu oft versandet der Wunsch nach Mitsprache… Den Rest des Beitrags lesen »

Pro Zukunft

Das ist der Titel einer Zeitschrift, in deren jüngster Ausgabe es eine lange Rezension von „Wem gehört die Welt“ gibt. Leider kann ich den Beitrag nicht verlinken, da er nicht online ist. Aber er steht in der richtigen Zeitschrift! Die Quartalszeitschrift analysiert „Bücher zu aktuellen Zukunftsthemen.“

Besonders freut mich, dass die gewählte Übersetzung (Gemeingüter) doch gut aufzugehen scheint. Diese Erfahrung habe ich in letzter Zeit öfter gemacht. Manchmal, so scheint mir, kommt es nur darauf an, mit welcher Konsequenz und Bestimmtheit man manche Dinge sagt.
Zu Recht kritisiert der Rezensent das klassische „alle Rechte vorbehalten“ der Printausgabe. Aber immerhin haben wir ja CC für die Onlineausgabe geschafft. Und überhaupt: ES GIBT EINE KOMPLETTE ONLINEAUSGABE. Das ist derzeit noch alles andere als selbstverständlich.
Am Ende der Rezension steht: „Sich auf die dargebotene Menufolge einzulassen, ist gleichermaßen anregend wie dauerhaft erquickend … :-) :-)

Tango ist Weltkulturerbe

„El tango pasa por vos como la geografía pasa por el ecuador.“ VAZQUEZ MONTALBAN

Die begehrteste Ressource der Tangueras und Tangueros ist der Flow, jenes völlige Aufgehens in dem, was man gerade tut. Tangotanzen erzeugt Endorphinschübe – nach harter Arbeit und mitunter irritierenden Begegnungen in der Tangocommunity.

Deswegen ist es kein Zufall, dass die Anhängerschaft des im 19. Jahrhundert entstandenen Tango kontinuierlich wächst, auch hier in Deutschland. Berlin gilt den europäischen tangueros gar als Geheimtipp. Die Regeln der unterschiedlichsten Tangostile haben sich im Lauf der Zeit gebildet: Sie haben sich Tanz-Schritt für Schritt zu komplexen Kombinationen und Figuren fortentwickelt. Wer auf der Milonga bestehen will, muss Einfaches beherrschen: Das Gehen in Tanzrichtung etwa. Das klingt einfacher als es ist. Wer derlei Regeln missachtet, wird es schwer haben in der Tangocommunity. Der Tango hat also all das, was eine Sache zum Commons macht.

Die UNESCO hat nun diesen unvergleichlichen Tanz und alles was dazu gehört zum Weltkulturerbe erklärt. Die Konvention zur Wahrung des Immateriellen Kulturerbes von 2003 (von der Bundesrepublik noch nicht ratifiziert) macht’s möglich. Ich find’s großartig! Die Süddeutsche allerdings (und nicht nur die) mokiert sich. Adrian Kreye offenbart dabei, dass er weder den Grundschritt des Tangos – für die Milonga geht der so: Tango Negro – eine meiner Lieblingsmilongas …. Den Rest des Beitrags lesen »

Snapshots vom World Commons Forum

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Silke illustriert die Architektur der Commons durch eine Parabel mit Liegestühlen und Badetüchern. Den Rest des Beitrags lesen »

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Boden ist unverkäuflich: für ein gemeingüterbasiertes Bodenrecht

Auf dieser Grafik (Quelle) liegt Jena zwar nicht unter dem einzigen Türmchen im Osten, aber ich vermute, so eine  Einpunktpyramide war schwer zu zeichnen. Nehme an, die exorbitanten Bodenpreise der 100.000 Einwohnerstadt wurden durch jene der näheren Umgebung nivelliert. Sollte es so etwas wie Bodenpreise überhaupt geben?

„Ein Unternehmen ist ein verkäuflicher Vermögensggegenstand geworden und ebenso verhält es sich mit dem Boden. Auf diese Weise hat sich die moderne Fruchtfolge gebildet: Weizen, Zuckerrüben, Bauland.“

schreibt Christoph Strawe in „Grundzüge eines modernen Bodenrechts“ (Theorie und Praxis für einen anderen Umgang mit Grund und Boden, Hrsg:  2006, auch hier als pdf verfügbar)

Die Herausgeber, Stiftung Trias und Stiftung E. Maryon, formulieren:

Der Grund und Boden kann nicht Gegenstand des Eigentums, nicht Gegenstand des Kaufs und Verkaufs sein, so wenig wie Wasser, Luft und Sonnenschein.“

Dieser Reim geht weder in der Poesie noch in der Praxis auf. Boden ist zum hochspekulativen Investitionsobjekt geworden… Den Rest des Beitrags lesen »

Kommt ZEIT kommt Rat

Eine schöne Rezension von Wem gehört die Welt ist jetzt in der ZEIT erschienen.  Was mir an Christiane Grefes Ausführungen besonders gefällt sind die Gedanken zur Rolle der Parlamente, der Ruf nach selbstkritischen Einblicken in real existierende Commons und die Idee, dass CDU und SPD gleichermaßen über eine Revitalisierung ihrer Commons nachdenken könnten. Warum die Liberalen (vom bunten Spektrum der Linken ganz zu schweigen) hier allerdings außen vor bleiben sollten, bleibt mir vorläufig unklar.

Silke jedenfalls, die zur ZEIT mit einer unbegreiflichen Energie durch Mittelamerika geistert um die spanische Ausgabe vorzustellen, darf sich über die Resonanz zurecht freuen. Mit der politischen Wirksamkeit kommt der Gegenwind, da kann ein bisschen Rückenwind nicht schaden.

Gemeingüter im Wirtschaftsblatt

Heute gibt’s einen Artikel zum Buch und der Gemeingüterdiskussion (fokussiert auf Eigentum) im österreichischen Wirtschaftsblatt. Nach dem Post von gestern, freut mich doch sehr, folgendes zu lesen:

„Die Vision ist nicht so weltfremd, wie sie auf den ersten Blick scheint. Privates Eigentum widerspreche der Nutzung durch die „commoners“ nicht zwangsläufig. Schon die Magna Charta legte fest, dass Privateigentum das Nutzungsrecht der Allgemeinheit nicht ausschließt. Helfrich: „Gemeingüter sind unser aller Reichtum.“ Absolute private Verfügung über Gemeingüter könne es nicht geben, weil das immer die Zugangs- und Nutzungsrechte der Allgemeinheit in unzulässiger Weise beschneide.“

Münkler unkt und munkelt: Gemeingüter und Existenzsicherung

Herfried Münkler ist Politikprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Genauer: Er ist Geschichtsphilosoph, Experte der Ideengeschichte. Das ist wichtig zu wissen. Münkler macht mir Angst. Dabei hat er eine Menge Bücher geschrieben und noch mehr StudentInnen unterrichtet. Wie kann er mit ein paar Federstrichen seine gesamte Glaubwürdigkeit riskieren? Als Wissenschaftler und als Bürger?

Markus Beckedahl hat sich zu Münklers Kenntnisarmut in Sachen Internet hinreichend geäußert. Ich mag ja dieses „Die-Alten-Herren-Haben-Keine-Ahnung-Bashing“ normalerweise nicht, aber in dem Fall kommt Markus einfach nicht drumrum.

Zum dem auf Netzpolitik von über 100 Menschen treffend Kommentierten ärgert mich der Münklersche Gemeingut-Begriff. Münkler ist nicht nur Hardin auf den Leim gegangen, er verwischt auch ziemlich banale Unterschiede.

Nehmen wir die Sache mit dem Unterschied zwischend er „realen“ und der „virtuellen“ Welt und was daraus für die Eigentumsdiskussion folgt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Commonsblog im Interview

Der praktische Ratgeber hat mich interviewt. Warum und wofür es dieses Blog gibt, wie ich damit angefangen habe, was die Leser/innen interessiert, welche Ziele ich noch habe?  Ich denke da manchmal gar nicht so viel drüber nach, denn das Blog ist für mich inzwischen zu einem unverzichtbaren Zettelkasten für meine Arbeit zu den Commons geworden. Daher: Danke! Hier das Ergebnis.

Ab in den Urlaub

Ich schau mir in den nächsten drei Wochen die Commons dieser Welt an. Ciao und lasst Euch vom deutschen Aprilwetter nicht frustrieren.