Gemeingüter. Wohlstand durch Teilen

Der neue Gemeingüterreport ist fertig. Bald! Er wird am Montag, den 22. Februar 2010 um 19.30 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8 (Berlin-Mitte) der Öffentlichkeit vorgestellt.  Ein paar Stichworte:

  • Wem gehört der Himmel, wem die Stille, wem das Land?
  • Wem die Ideen, wem das Wissen? Und was passiert gerade in Sachen Urheberrecht?
  • Wie sieht eine Produktionsweise aus, in der Kreativität und Kooperation gedeihen?

Es geht um Reklame und Waldkaffee, um das Copyleft und Fischereipolitik, um Aidsmedikamente und um die Frage, wie wir wieder die Kontrolle über die Energieproduktion gewinnen können.

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“Auf leisen Sohlen ins Gehirn”

zitiert dieser Blogbeitrag die Linguisten und Kommunikationsforscher George Lakoff und Elisabeth Wehling:

Wird … in der politischen Debatte eine Metapher über lange Zeit hinweg ständig benutzt und durch die Medien verbreitet, so wird das, was eigentlich eine Metapher ist, in unseren Köpfen zum Common Sense, also zum allgemeinen Verständnis der Situation.”

Das ist mit der Metapher von Garrett Hardin von der so genannten “Tragik der Allmende” geschehen. Sie ist zum Mythos geworden, obgleich es in der Fachliteratur kaum eine Passage vergleichbarer Länge und Berühmtheit gibt, die so viele Fehler enthält wie die entscheidende Passage des gleichnamigen hardinschen Artikels, merkt der Ökonom Partha Dasgupta an.

Das Problem ist nun:

“… wenn Menschen erst einmal in diesen Deep Seated Frames denken, prallen die nicht in diese Frames passenden Fakten einfach ab.

Das heißt: ein Teil der Realität dringt nicht bis zu uns vor. Wir nehmen diesen Teil der Realität nicht wahr.  Das ist mit den Commons, den Gemeingütern passiert. “Metaphern können töten”, sagt Den Rest des Beitrags lesen »

Der Duden von gestern

ForvoDas Internet fördert immer wieder Erstaunliches zu Tage. Heute verblüffte mich der DUDEN durch die Einfallslosigkeit eines anachronistischen Service-Angebots (Zitat: “Mit dem Jahresabo erzielen Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Für nur 7,95 € im Monat stehen Ihnen ein Jahr lang sämtliche Wörterbücher der Duden-Suche zur Verfügung” – Das sind immerhin 95,40 Euro im Jahr, Davon kann man sich vier gedruckte Exemplare kaufen!). Gleich darauf überrascht mich eine zumindest mir neue Internetseite namens FORVO mit einem phantastischen Exemplar für die Commons-Sammlung. Noch habe ich wenig über den baskischen Träger dieser Webseite in Erfahrung bringen können. Offenbar eine Organisation oder Firma in San Sebastian. Ich bin gespannt auf Kommentare hierzu.

In meinem ursprünglichen Anliegen, nämlich die Aussprache des griechischen Wortes αειφορία (Nachhaltigkeit) zu ergründen, bin ich indes nicht weiter gekommen. Irgendwer muss da noch zu den Commons beitragen. Ich bin gespannt, wie lange das dauert. :-)

PS: ana|chro|nis|tisch <Adj.> (bildungsspr.): 1.  zeitlich falsch eingeordnet. 2. nicht in eine bestimmte Zeit, Epoche … (mehr gibt’s leider nicht umsonst)

Luft: Verkauf Dich nicht

Ode an die Luft
von Pablo Neruda (1904-1973)

Auf einem
Wege wandernd,
traf ich die Luft,
ich grüßte sie und sprach zu ihr
voll Ehrerbietung:

ich weiß nicht, wer du bist, aber
um etwas bitt ich dich,
verkaufe dich nicht.
Das Wasser
hat sich verkauft,
und in den Rohren
in der Wüste
sah ich die Tropfen
versiegen

Nein, Luft,
verkaufe dich nicht,
auf daß sie dich nicht kanalisieren,
auf daß sie dich nicht in Leitungen zwängen,
auf daß sie dich nicht in Kisten packen
noch zusammenpressen,
auf daß sie dich nicht zu Tabletten verarbeiten
und in eine Flasche tun,
gib acht!
Ruf mich
zu Hilfe,
wenn du mich brauchst …

Komplett zu finden hier.

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Des Unternehmers Versagen – des Commoners Erfolg

Michael Tuck (mit Mikro) ist Projektmanager bei History Commons. (vía) Dort arbeitet er als Forscher und Autor unter dem Pseudonym „blackmax”  Tuck unterrichtet Englisch, Geschichte und EDV in “alternativen Schulen” (für Schüler, die überall anders rausfliegen. Nur wenige Lehrer halten dort durch.) Tuck stellte History Commons erstmals in Europa vor. Und zwar… Den Rest des Beitrags lesen »

Wenn Sprache kein Common wäre

dann hießen wir wohl alle Herbert oder Hermine!

Was wäre, wenn Sprache kein Commons sondern kommerzialisierbar wäre? Wenn Sprache nicht geteilt werden könnte? Wenn der Zugang zur Sprache nicht (gemein-)frei, sondern nur gegen cash zu haben wäre? Wenn Sprache keine offene Infrastruktur böte, stabil und zugleich veränderbar? Was, wenn Sprache den Launen der Spracheigentümer entspräche?


Internet – Allmende des 21 Jhd.

Gestern in heise news ein hundertfach kommentierter Artikel von Stefan Krempl zum 50 Jährigen der VG Wort. (vía) Dort erfahre ich von bemerkenswerten Rundumschlägen Heribert Prantls, dem Chef des innenpolitischen Ressorts der Süddeutschen Zeitung. Ziel der Kritik: das Internet und seine gesetzesbanausigen Nutzer.

“… Prantl, … rühmte in seiner Festrede, dass sich die Verwertungsgesellschaft aus einem ‘besseren Holzkahn’ in ein ‘hochseetaugliches Schiff’ verwandelt habe. Es stelle sich aber die Frage, ob sie damit bereits für die gefährliche Fahrt ins ‘Mare Horribilis’ in Form der ‘Kommunikationswelt des 21. Jahrhunderts’ gerüstet sei. ‘Das Kap Horn heißt Internet’,… Den Rest des Beitrags lesen »

Omnia sunt communia

Da ich gerade bei der Relevanz vitaler Gemeingüter für unser Überleben war (siehe hier, hier und hier): Noch eine Fundsache (räume gerade die drafts auf).

In casu extremae necessitatis omnia sunt communia. Den Rest des Beitrags lesen »

Intellektuelles Eigentum gibt es nicht

Ich zitiere immer Lawrence Lessig, der den Autor der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Thomas Jefferson zitiert. Jefferson wiederum zitiert – nicht explizit, glaub ich- den römischen Philosophen und Dichter Cicero. Und Cicero zitiert Ennius. De officiis heißt das Werk, in dem Cicero sich auf eine Aussage des römischen Poeten bezieht; darüber wie immaterielle Dinge geteilt werden sollten. Den Rest des Beitrags lesen »

Nix mit “bienes comunes”

Frust des Tages: Warum fällt der Groschen immer erst, wenn das Buch zuklappt? Wenn sich das Werk kurz vor der Abgabe befindet und frau es am liebsten “irgendwie neu und anders” machen würde.

Heute schrieb ich einen von zwei einführenden Artikeln für den spanischsprachigen Sammelband “Genes, Bytes y Emisiones: Bienes Comunes y Ciudadanía”, den ich seit Monaten editiere. Grund der Anstrengung: der so komplexe wie komplizierte Versuch einer Übersetzung des engl. commons in eine Bezeichnung, die in Lateinamerika “funktioniert”. Den Rest des Beitrags lesen »

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