Der Duden von gestern

ForvoDas Internet fördert immer wieder Erstaunliches zu Tage. Heute verblüffte mich der DUDEN durch die Einfallslosigkeit eines anachronistischen Service-Angebots (Zitat: „Mit dem Jahresabo erzielen Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Für nur 7,95 € im Monat stehen Ihnen ein Jahr lang sämtliche Wörterbücher der Duden-Suche zur Verfügung“ – Das sind immerhin 95,40 Euro im Jahr, Davon kann man sich vier gedruckte Exemplare kaufen!). Gleich darauf überrascht mich eine zumindest mir neue Internetseite namens FORVO mit einem phantastischen Exemplar für die Commons-Sammlung. Noch habe ich wenig über den baskischen Träger dieser Webseite in Erfahrung bringen können. Offenbar eine Organisation oder Firma in San Sebastian. Ich bin gespannt auf Kommentare hierzu.

In meinem ursprünglichen Anliegen, nämlich die Aussprache des griechischen Wortes αειφορία (Nachhaltigkeit) zu ergründen, bin ich indes nicht weiter gekommen. Irgendwer muss da noch zu den Commons beitragen. Ich bin gespannt, wie lange das dauert. :-)

PS: ana|chro|nis|tisch <Adj.> (bildungsspr.): 1.  zeitlich falsch eingeordnet. 2. nicht in eine bestimmte Zeit, Epoche … (mehr gibt’s leider nicht umsonst)

Luft: Verkauf Dich nicht

Ode an die Luft
von Pablo Neruda (1904-1973)

Auf einem
Wege wandernd,
traf ich die Luft,
ich grüßte sie und sprach zu ihr
voll Ehrerbietung:

ich weiß nicht, wer du bist, aber
um etwas bitt ich dich,
verkaufe dich nicht.
Das Wasser
hat sich verkauft,
und in den Rohren
in der Wüste
sah ich die Tropfen
versiegen

Nein, Luft,
verkaufe dich nicht,
auf daß sie dich nicht kanalisieren,
auf daß sie dich nicht in Leitungen zwängen,
auf daß sie dich nicht in Kisten packen
noch zusammenpressen,
auf daß sie dich nicht zu Tabletten verarbeiten
und in eine Flasche tun,
gib acht!
Ruf mich
zu Hilfe,
wenn du mich brauchst …

Komplett zu finden hier.

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Des Unternehmers Versagen – des Commoners Erfolg

Michael Tuck (mit Mikro) ist Projektmanager bei History Commons. (vía) Dort arbeitet er als Forscher und Autor unter dem Pseudonym „blackmax“  Tuck unterrichtet Englisch, Geschichte und EDV in „alternativen Schulen“ (für Schüler, die überall anders rausfliegen. Nur wenige Lehrer halten dort durch.) Tuck stellte History Commons erstmals in Europa vor. Und zwar… Den Rest des Beitrags lesen »

Wenn Sprache kein Common wäre

dann hießen wir wohl alle Herbert oder Hermine!

Was wäre, wenn Sprache kein Commons sondern kommerzialisierbar wäre? Wenn Sprache nicht geteilt werden könnte? Wenn der Zugang zur Sprache nicht (gemein-)frei, sondern nur gegen cash zu haben wäre? Wenn Sprache keine offene Infrastruktur böte, stabil und zugleich veränderbar? Was, wenn Sprache den Launen der Spracheigentümer entspräche?


Internet – Allmende des 21 Jhd.

Gestern in heise news ein hundertfach kommentierter Artikel von Stefan Krempl zum 50 Jährigen der VG Wort. (vía) Dort erfahre ich von bemerkenswerten Rundumschlägen Heribert Prantls, dem Chef des innenpolitischen Ressorts der Süddeutschen Zeitung. Ziel der grobschlächtigen Kritik: das Internet und seine gesetzesbanausigen Nutzer.

„… Prantl, … rühmte in seiner Festrede, dass sich die Verwertungsgesellschaft aus einem ‘besseren Holzkahn’ in ein ‘hochseetaugliches Schiff’ verwandelt habe. Es stelle sich aber die Frage, ob sie damit bereits für die gefährliche Fahrt ins ‘Mare Horribilis’ in Form der ‘Kommunikationswelt des 21. Jahrhunderts’ gerüstet sei. ‘Das Kap Horn heißt Internet’,… Den Rest des Beitrags lesen »

Omnia sunt communia

Da ich gerade bei der Relevanz vitaler Gemeingüter für unser Überleben war (siehe hier, hier und hier): Noch eine Fundsache (räume gerade die drafts auf).

In casu extremae necessitatis omnia sunt communia. Den Rest des Beitrags lesen »

Intellektuelles Eigentum gibt es nicht

Ich zitiere immer Lawrence Lessig, der den Autor der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Thomas Jefferson zitiert. Jefferson wiederum zitiert – nicht explizit, glaub ich- den römischen Philosophen und Dichter Cicero. Und Cicero zitiert Ennius. De officiis heißt das Werk, in dem Cicero sich auf eine Aussage des römischen Poeten bezieht; darüber wie immaterielle Dinge geteilt werden sollten. Den Rest des Beitrags lesen »

Nix mit „bienes comunes“

Frust des Tages: Warum fällt der Groschen immer erst, wenn das Buch zuklappt? Wenn sich das Werk kurz vor der Abgabe befindet und frau es am liebsten „irgendwie neu und anders“ machen würde.

Heute schrieb ich einen von zwei einführenden Artikeln für den spanischsprachigen Sammelband „Genes, Bytes y Emisiones: Bienes Comunes y Ciudadanía“, den ich seit Monaten editiere. Grund der Anstrengung: der so komplexe wie komplizierte Versuch einer Übersetzung des engl. commons in eine Bezeichnung, die in Lateinamerika „funktioniert“. Den Rest des Beitrags lesen »

Falken über commons

Begriffe kann man besetzen. Wirkmächtig machen. Das können aber auch die Anderen. Also jene, die unter commons verstehen: „Was bisher Dein war, ist fortan mein“. Das ist ein Riesenproblem. Ich erinnere mich an eine Diskussion vor ca 3 Jahren in Kuba anlässlich einer internationalen Konferenz zu Politischer Ökologie. Dort vertrat ich der Idee, dass Wasservorkommen Allmende sind (im spanischen in der umstrittenen Übersetzung „bienes comunes“). Eine engagierte Umweltexpertin, Maria Fernanda Espinosa (bis gestern Außenministerin Ecuadors) fand das ein unmögliches, um nicht zu sagen gefährliches Konzept… Den Rest des Beitrags lesen »

Kinderkram?

Auch unsere gemeinsame Sprache („Sprachallmende“) ist vor Einhegung durch sogenannte geistige Eigentumsrechte nicht gefeit. So berichtet heute die taz:

Kinder können aufatmen. Sie dürfen sich auch künftig Kinder nennen, ohne dafür bestraft zu werden. Der Süßwarenhersteller Ferrero kann niemandem die Benutzung des Wortes „Kinder“ verbieten. Das entschied gestern der Bundesgerichtshof (BGH). Damit unterlag Ferrero („Kinderschokolade“) im Verfahren dem Konkurrenten Haribo, der Süßigkeiten unter der Marke „Kinder Kram“ angeboten hatte. Laut BGH kann Ferrero zwar seine grafischen Bildmarken schützen lassen, nicht aber den Wortbestandteil „Kinder“.

Scheint ja gerade noch mal gut gegangen…

Hier die Infos für den, der es juristisch genau wissen will. Und eine ausführliche Meldung beim Spiegel.

Foto: by mac steve on flickr

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