Monsanto: von Drehtüren und Werkzeugen die keine sind

Michael Grolm, der Thüringer Imker der für seine Überzeugungen ins Gefängnis geht, sagt Sätze die jeder versteht. Etwa:

Der ehemalige Monsanto-Chef spricht davon, dass die Gentechnik ein Werkzeug sei. Nicht gut und nicht schlecht. Eben ein Werkzeug. Aber ein Werkzeug ist so etwas wie ein Hammer oder eine Schere. Die kann ich benutzen, um etwas zu tun. Doch diese Technologie benutzt uns! Sie macht etwas mit uns, nicht wir mit ihr.

Gestern Abend habe ich für INKOTA an einer Diskussionsveranstaltung zum überMacht-Film-Festival teilgenommen. Ich komme spät. Öffne die Tür. Der Saal des KuBus ist voll. Man muss wissen: Den Rest des Beitrags lesen »

„Umwelt-Auftragsmörder“ oder Kein Strand für alle

Zur Rolle des Staates in der Gemeingüterdebatte wird noch viel zu diskutieren sein. Hier anders als anderswo. Oft wird der Staat als trustee der Gemeingüter herbeigewünscht. Das scheint nicht unlogisch: Wen anders – wenn nicht demokratische Institutionen – sollte man mit der Verwaltung von Dingen beauftragen, die nicht auf lokaler Ebene in den Griff zu kriegen  sind? Küstenstreifen zum Beispiel. Hier ist Staat als trustee mitten in  Europa noch einigermaßen vorstellbar, wenngleich es nicht immer vernünftig oder effizient erscheint, an den Staat zu delegieren … . Aber anderswo ist es anders.  In ihrer Oktoberausgabe hat die ILA einen Artikel veröffentlicht, der schlagartig klar macht, warum mir das Wort Rechts-Staat beim Gedanken an Mexiko immer genau in der Mitte im Hals stecken bleibt. Den Rest des Beitrags lesen »

„Reputation ist die Währung der Gemeingüter“ – WDR 5: Redezeit

von Tango, Fischen und Software und davon, wie wir unsere eigene Welt bauen: Eine halbe Stunde Redezeit in der WDR Redezeit: „Neugier genügt“ – mit Thomas Koch. Hier der link zum podcast.

Ich hab’ doch da tatsächlich gesagt, dass Wasser und Land die „zentralen produktiven Ressourcen von früher sind“… sind sie natürlich auch noch heute. :-)

Ach so, ja: ich bin keine Ökonomin.

Ausstieg aus dem Atomausstieg? Mitmachen!

Der Commonsblog ist kein Kampagnenblog, aber es gibt Kampagnen, um die kommt niemand herum. Nicht links und nicht rechts. Also: Mitmachen bei Campact und bei der Montagsdemo in BERLIN!

„über 33.000 Menschen haben in den letzten 48 Stunden bereits unseren Offenen Brief „Am Atomausstieg nicht rütteln!“ unterzeichnet.“

Wer’s noch nicht getan hat: hier der link, geht schnell und einfach!

„… Jetzt wollen wir den Worten Taten folgen lassen. Wenn am kommenden Montag die schwarz-gelben Koalitionäre zu ihrer ersten Verhandlungsrunde in Berlin zusammenkommen, wollen wir uns mit hunderten Menschen warmlaufen für den Widerstand. Unsere Botschaft…: Wer auf eine Renaissance der Atomkraft setzt, erlebt eine Comeback der Anti-Atom-Bewegung!“

Wieso eigentlich nur mit Hunderten?

Weitere Infos zur Aktion: http://www.campact.de/atom2/k1

Die Atomfreunde freuen sich zu früh“ überschrieb gestern die Financial Times Deutschland einen Kommentar, indem zu lesen war: Den Rest des Beitrags lesen »

Wenn die Steinzeit Patente gekannt hätte

fragt Natur&Kosmos anlässlich des World Commons Forums in Salzburg (29.-30.09.09) und legt nach:

„Amerikaner und Russen reklamieren den Nordpol für sich, sämtliche Industriestaaten die Atmosphäre und einzelne Unternehmen sogar Patente auf Leben.

Was wäre wohl, wenn die Steinzeit schon das Patentrecht gekannt hätte? Wenn der erste Mensch, der vor Zigtausend Jahren mit Stein und Zunder ein Feuerchen anzündete, zum Amt gerannt wäre und seinen Anspruch auf Verfahren und Produkt angemeldet hätte? Wäre der Kochtopf je erfunden worden? Die Zentralheizung? Der Verbrennungsmotor?

Wir wissen es nicht. Eines ist jedoch klar: Es gibt Ressourcen auf der Erde, die für jedermann nutzbar sein sollten, sonst müssten viele von uns bald wieder leben wie unsere Urahnen. Feuer ist ein Beispiel: …“

Der ganze Text hier.

Foto: Der Versuch Feuer zu entzünden mit Hilfe eines funkenschlagenden Feuerdings. by Torsten Magner; Lizenz: CC: BY, SA

Commons im Forbes Biz Mag

Commons sind allgegenwärtig. Deswegen wird es Zeit, dass sie auch in Zeitungen aller Couleur allgegenwärtig sind. Das sieht derzeit nicht schlecht aus: Dieses Mal titelt Elisabeth Eaves vom US-Business Magazin Forbes (sic!): Common Sense. Treffender Untertitel angesichts der  politischen Großwetterlage: „As heads of state meet, the most urgent priority is to preserve what we have.“ Eaves Ausgangspunkt sind drei Beispiele: Das Schwinden der Fischbestände, das Problem internationaler Piraterie und der zunehmenden Stromverbrauch durch IT! Was hat das alles miteiannder zu tun? Und dann umreißt sie die Idee der global commons.

Ihr Fazit: Den Rest des Beitrags lesen »

Belohnung statt Strafe lohnt sich

Gestern berichtet die Süddeutsche, dass bewiesen ist, was wir schon ahnen:

„Wer durch asoziales Verhalten auffällt, den bestraft die Gesellschaft. Doch möglicherweise geht sie dabei genau den falschen Weg.

Eine der großen Fragen der Commonsdebatte ist: Wie bewegen wir Menschen zu kooperativem Handeln? Wie bewegen wir uns dazu, Dinge zu tun, die uns selbst nützen aber anderen nicht schaden? Wie ermöglichen wir, dass Müll vermieden, Kohlendioxidemissionen gesenkt, Ideen ausgetauscht, Vielfalt geschützt wird? Wie setzen wir die richtigen Anreize, gerade, wenn es um Handlungen geht, deren komplexe Konsequenzen, wir als Einzelne gar nicht überblicken? … und vor allem dann, wenn wir zu den anderen keine persönliche Beziehung haben, wenn wir sie nicht kennen, ihnen nicht vertrauen?

Am besten durch clevere Belohnungsstrategien. Darauf jedenfalls lassen  Experimente schließen, die ein Forscherteam um David Rand und Anna Dreber im Fachmagazin Science (Bd. 325, 2009, S.1272 ff) soeben veröffentlichte. Hier der abstract. Die gesamte Science Ausgabe widmet sich den Ursprüngen der Kooperation.

„Die Forscher nutzten ein Standardexperiment aus der Spieltheorie, das sogenannte Public Goods Game. Bei diesem Spiel kann jeder aus einer Gruppe von Mitspielern entscheiden, wie viel Geld er in einen gemeinsamen Topf wirft. Die so gesammelte Summe wird am Ende gleichmäßig verteilt…. Den Rest des Beitrags lesen »

Goethe: Eigentumsrecht ungültig

Heute fand ich dieses Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe. Katechisation!

Lehrer:     Bedenk’, o Kind! Woher sind diese Gaben? Du kannst nichts von Dir selber haben.
Kind:        Ei! Alles hab’ ich vom Papa.
Lehrer:     Und der, woher hat’s der?
Kind:        Vom Großpapa.
Lehrer:     Nicht doch! Woher hat’s denn der Großpapa bekommen?
Kind:        Der hat’s genommen.

(Johann Wolfgang von Goethe, Berliner Ausgabe. Poetische Werke [Band 1–16], Band 1, Berlin 1960 ff, S. 468-469.: Gemeinfrei)

Ich lese gerade einen interessanten Artikel zum Bodenrecht bzw. zur Notwendigkeit, dieses zu reformieren (mehr dazu in Kürze).
Beim Boden ist es so: Man kann die klassische Begründung für das  Eigentumsrecht in der Tradition von John Locke nicht auf den Boden anwenden. Denn diese lautet: Den Rest des Beitrags lesen »

Nanotech: die Privatisierung der chemischen Elemente

Mehr Infos vom Internationalen Commoners Treffen, heute auf Englisch. Das Transkript war eine Herausforderung, denn aus Pat Mooney (ETC Group), über den ich hier schon berichtete, sprudeln die Sätze nur so. Und das mit kanadischem Akzent. Ich werde beim zuhören oder lesen immer abwechselnd hilflos oder zornig. SEHR lesenswert sind seine Beiträge aber immer! Wer wissen will, was Nanotechnologie für Gemeingüter bedeutet, wie korporative Kontrolle in 10 Jahren aussieht („at the end of the day, they have changed the world“) , wie das Leben auf der atomaren Ebene manipuliert oder neu gebaut wird, warum wir dem Zahnartzt genau auf die Finger schauen sollen, wie leicht es ist, Tee mit Tequila zu verwechseln, warum wir statt eines im Grund 5-6 Periodensysteme haben und wie man erfolgreich die chemischen Elemente patentiert, der nehme sich Zeit für diesen Text! (leicht gekürzt, alle Hervorhebungen und links von mir)

Hier nochmal alle Audios des Treffens, die Stefan Meretz von Keimform wunderbarerweise für uns aufgenommen, geschnitten und hochgeladen hat! Es ist Teil 7.

New technologies and new enclosures of the commons

I’ll give my perspective on the cause of that fight – from biotechnology to nanotechnology. Den Rest des Beitrags lesen »

„Häng ‘ne Null dran“: Von der Entdeckung der Peer-Ökonomie

commoners crottorfIch habe noch nichts über das bemerkenswerteste Treffen geschrieben, an dem ich seit langem teilgenommen habe. Unser erstes internationales Strategietreffen für insgesamt 21 „commoners“ fand Ende Juni statt, an einem einzigartigen Ort und mit inspirierenden Menschen.

„Es war ein unwahrscheinliches Treffen,“, sagte mein Kollege David Bollier. Und doch hat es stattgefunden. Warum hab ich dann noch nichts geschrieben? Es gab viel Stoff. Sehr viel! … und es war Sommer. Vor allem aber sind aus diesem Treffen neue Ideen entstanden, an denen wir arbeiten (müssen).

Heute gibt es einen Input zur Debatte über eine neue Produktionsweise: Peer-Economy/ Commons based Peer Production.  Den Aufschlag macht Michel Bauwens (Teil 5 der soeben verlinkten Audiofiles). Ich bringe ein  leicht gekürztes deutsches Transkript, weil in unserer Sprache wenig über das Thema geschrieben wird.

Bauwens arbeitete als Berater für eine Firma … sein Boss schaut ihm über die Schulter und sagt. „Häng noch eine Null dran“. Zwei Wochen später das Gleiche. Häng’ noch eine Null dran! So wurden aus 100.000 USD für ein Projekt im Handumdrehen 10.000.000 USD. Ein kleiner Unterschied, der für Bauwens zum Symbol wurde. Den Rest des Beitrags lesen »