Die Dinosaurier sind wieder da! Ila jetzt bestellen

Ila LandgrabbingDie ILA verdient ja immer mal wieder ein dickes Lob aus der Commonsecke, so auch für die neueste Nummer und für das Titelblatt. Die neue Ausgabe (Nr. 364, April 2013) erschien zum Schwerpunkt “Landgrabbing” und Spielarten wie das Green Grabbing. erschien pünktlich vor dem 17. April, dem Internationalen Tag der Landlosen!

Aus der Ankündigung: Landnahme, Landraub, Jagd nach Boden, Landgrabbing – das Thema ist
nicht neu. Es steht in einer langen Traditionslinie mit den Landnahmen, Aneignungen und Vertreibungen während des europäischen Kolonialismus und der US-amerikanischen Interventionen in Lateinamerika. Neu an der aktuellen Welle sind das Ausmaß der Landnahme, die Geschwindigkeit sowie die dahinter stehenden Haupttriebkräfte. Das Phänomen deutet auf Machtverschiebungen und Produktionsveränderungen auf globaler Ebene hin.  Häufig ist mittlerweile auch von Greengrabbing die Rede. Gemeint sind damit Landkäufe mit der Absicht, Umwelt- oder Klimaschutzziele  umzusetzen, etwa Wiederaufforstungsprojekte, Anbau von Soja, Zuckerrohr  oder Ölpalmen für die Agrotreibstoffproduktion oder andere Projekte zur Energiegewinnung, die große Flächen beanspruchen …/”

Zum Editorial und zu einigen Leseproben.

Der Inhalt: Den Rest des Beitrags lesen »

“Nachbarschaftlich weltumspannendes Kino”

Gemeinschaftsstiftendes und noch dazu unabhängiges Kino? Wie das geht zeigen gerade die Kameradistinnen. Ich dokumentiere hier eine aktuelle Rundmail, die ich lediglich um ein paar Links ergänzt habe:

“In den kommenden Tagen finden überall in Argentinien große Protestveranstaltungen und Demonstrationen gegen den Konzern Monsanto statt. Indigene Radiomacherinnen im Norden Argentiniens haben Monsanto und Co. den Kampf angesagt. Ihre UKW-Stationen koordinieren in der Region Santiago del Estero die Abwehr des Landraubs der großen Agrarkonzerne. Die Radios klären die Menschen über ihre Recht auf. Sie senden, wer unter den Campesinos gerade Hilfe braucht, damit dann alle zusammenkommen können, um Schutz zu geben. Von diesen Ereignissen erzählte unser Dokumentarfilm “Sachamanta”. Auch der Filmemacher Rainer Knepperges (“Die Quereinsteigerinnen”) hat ihn gesehen. In seiner Kritik schrieb er dann:

„Eine junge Frau schüttet mit Schwung einen Eimer Wasser über das staubige Solardach ihrer unabhängigen Radiostation. Aus amerikanischen Western kennt man solche Kinoheldinnen, die irgendwo in der Weite eines kargen Landes leben, und die trotz ihrer Not zu beneiden sind um ihren Mut. Menschen, deren Stärke schon deshalb zu bewundern ist, weil jeder Einzelne von der Angst spricht und sich erinnert an die Schwäche vor dem Zusammenfinden zu einer Gemeinschaft.”

Die Radiomacherinnen von Sachamanta haben dem bundesdeutschen Publikum etwas zu sagen gehabt und sie haben es auch gesagt:

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Hände weg von Yasuni. Bürger bewegen den Haushaltsausschuß!

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Was ist die effizienteste Methode, um CO2 Emissionen zu senken (da war doch was mit Klimawandel), Regenwälder am Leben zu lassen, Menschen nicht zu vertreiben sowie langristige Folgekosten für die Umwelt und die ohnehin ächzenden Haushaltskassen zu vermeiden?

Richtig: Das Öl im Boden lassen! Ecuador will auf 20% seiner Erdöleinnahmen verzichten indem es nicht zulässt, dass in einem megabiodiversen Regenwaldgebiet nach Öl gebohrt wird. Dafür bittet Ecuador um internationale Unterstützung in Höhe von 50% der entgangenen Einnahmen, die aber nicht die Regierung bekommt, sondern von einem unabhängigen Trust verwaltet wird, der bei UNEP angesiedelt ist.

Ganz einfach! Aber nicht alle machen mit. Vor allem: nicht alle deutschen Beamten.

Wie lange warte ich schon darauf, dass Avaaz das Thema des Yasuni-Nationalparks auf die Agenda setzt. Avaaz hat über 10 Millionen Mitglieder, davon einige Hundertausend in Deutschland. Und auf die kommt es jetzt an. Am Donnerstag, den 10.11., tagt der Haushaltsausschuß im Bundestag. Er kann dort Gelder für ein innovatives globales Commons-Projekt freigeben, das vom BMZ (früher hatte das mal was mit Entwicklung zu tun) blockiert wird. Deshalb: Beteiligt Euch bitte an dieser Aktion.

Einfacher als bei Avaaz ist “Bewegung” nicht zu haben.

Zur Unterzeichung!

PS: am 8. November 16.30 Uhr: Schon 60.250 Unterschriften!  Weiter so!

PPS: am 10. November 11.36 Uhr: Heute ist besagte Sitzung im Haushaltsausschuss und es sind schon 110.282 Unterschriften und der Ticker läuft munter weiter!

Buen Vivir und Commons – zwei Konzepte, eine Richtung

Buen Vivir. Sumak Kwasay. Wer wollte das nicht? Gut Leben! In Lateinamerika wird das Konzept des Buen Vivir derzeit intensiv diskutiert.  Insbesondere in den Andenländern Bolivien und Ecuador. Wie konkret die Idee des Buen Vivir gelebt wird oder gelebt werden kann, ist mir noch nicht wirklich klar. Klar aber ist, dass es weniger darum geht, in der Sonne zu liegen und sich den Bauch zu kratzen.

Die ILA hatte mich gebeten, einen Artikel zum aktuellen Schwerpunkt beizusteuern, denn die Redaktion fand: Da gäbe es “zwei sich ergänzende Konzepte jenseits der Verwertungslogik”. Commons und Buen Vivir. Stimmt. Ich habe also zugesagt, und teile hier das Ergebnis:

Gemeingüter und buen vivir

Zwei sich ergänzende Konzepte jenseits der Verwertungslogik

von Silke Helfrich

Etwas vorwitzig schiebt sich die Pointe des Almadies in Richtung Karibik. Die Spitze auf der afrikanischen Landkarte liegt weit weg vom turbulenten Dakar. Selbst wenn dieser Ort den Charme eines Parkplatzes hätte, er wäre schon wegen der außergewöhnlichen Lage eine Reise wert. Schließlich ist die Pointe des Almadies der westlichste Zipfel Afrikas. Und dennoch ist kaum jemand dort, denn auch dieses Stückchen Erde ist eingezäunt. Rote Ziegelmauern umgeben das Areal des ehemaligen Club Mediterranée, sie versperren den geldlosen Zugang. Gustavo und ich haben gezahlt, wir sitzen innerhalb der Mauern des heute von Senegalesen geführten Hotel des Almadies; gemeinsam mit der vorwiegend brasilianischen Delegation, die hier für das 10. Weltsozialforum (WSF) ihr Lager aufgeschlagen hatte.

Gustavo Soto Santiestéban, vom Zentrum für Wirtschaftliche, Soziale, Kulturelle und Umweltrechte CEADESCA in Cocha­bamba/Bolivien, ist ein bärtig-bissiger Intellektueller, ein Aktivist der sozialen Bewegungen, der der Regierung von Evo Morales kritisch auf die Finger schaut. Soto legt seinen Finger in die Wunde. Megaverkehrsprojekte für Güter statt für Menschen, neue Bergbauprojekte und Staudämme bis weit hinein in die Amazonasregion – verbunden mit zweifelhaften Fortschrittsversprechen, die altbekannte Breschen in die Lebenswelten der Bevölkerung schlagen. Zugleich wurde das buen vivir in die bolivianische Verfassung geschrieben. “Cómo se come eso?”  “Wie isst man das?”, pflegt man in Lateinamerika zu fragen. Wie geht das zusammen? Sollte ein „Gutes Leben“ tatsächlich nur in Verbindung mit und finanziert durch einen “Neuen Extraktivismus” denkbar sein? Den Rest des Beitrags lesen »

Es gibt absolut nichts und das mitten im Überfluss

Commonsfreie Zone

Seltsam, dass ich erst nach Mexiko fliegen muss, um zu begreifen was der Verlust von Commons tatsächlich bedeuten mag. Nicht ganz freiwillig sitze ich im Radisson Perisur fest, dessen wichtigste Attraktion die gegenüber liegende Shopping Mall Perisur zu sein scheint. Ein Ort des Grauens. Zwischen dem Hotel und der Shopping Mall wälzt sich Tag und Nacht vielspuriger Verkehr, der die Vorstellung von Ruhe so realistisch wie ein Kamel hinter dem Duschvorhang erscheinen lässt. Wer im Lärm lebt ist arm

Über diese Todezone reckt sich ein seltsam rot lackierter Gittertunnel, durch den die Gäste bequem zu Kunden werden können ohne unterwegs der Versuchung zu erliegen, durch einen Sprung in die Tiefe dieser Erfahrung zu entgehen. Auf der anderen Seite angelangt muss man Obacht geben, um nicht von Parkplatzrasern über den Haufen gefahren oder von den grimmig dreinschauenden Wachleuten über den Haufen geschossen zu werden. Ich verstehe das schon, …

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Online-Petition to President Rousseff (Brazil) for Inclusive Public Cultural Policies

The international open letter to President Dilma Rousseff initially signed by international organizations, academics and activists in support of the work of the Brazilian society and government for the cultural commons is now online. Please support this initiative with your signature! The open letter was highly welcomed at the World Social Forum in Dakar by Brazilian Organizations who know that international pressure can make a big difference.

The International Open Letter follows an Open Letter by the Brazilian civil society in December expressing concern that Rousseff’s appointment of Ana de Hollanda as new Minister of Culture might lead to a reversal of the progressive policies of under the Ministers Gilberto Gil and Juca Ferreira.

The letter points out a range of achievements by the previous Ministry of Culture (MinC), including the support for free software, the Development Agenda at WIPO, an open inclusive dialogue in society about culture policies, the adoption of free licenses such as those of Creative Commons and the copyright bill. For some background on the issues see here.

The letter, an initiative of Commons Strategies Group with the help of some friends, was presented to a considerable number of international media and communication networks at the World Social Forum and will be released to international media by Monday, February 21.

The more people join us before the international media release, the better!

Mehr in deutscher Sprache hier und hier.

Minister Dirk Niebel ist gegen die Zukunft

Auf dem Commonsblog gab es bereits mehrere Einträge über die Initiative Ecuadors, ein Fünftel seiner Erdölreserven im Boden zu lassen. Ein informatives Video erklärt, worum es geht.

Bislang klangen unsere Beiträge optimistisch und dafür gab es guten Grund. Erst vorgestern veröffentlichen die Klimaretter ein Interview mit dem prominenten katalanischen Wirtschaftswissenschaftler Joan Martínez Allier, der klang nicht minder optimistisch und er meint:

“Das Modell ist zukunftsweisend, …. Den Rest des Beitrags lesen »

US Militärstützpunkte in Kolumbien und der Streit um Gemeingüter

So überschreibt der Analyst der Wochenzeitung Brecha (Montevideo), Raúl Zibechi den von Anja Kanbach aus dem Spanischen übersetzten Beitrag im Quetzal. Der Originalbeitrag stammt vom August 2009.

“Das bevorstehende Abkommen zwischen den USA und Kolumbien über die Nutzung von sieben Militärstützpunkten durch das US-Südkommando ist einer der Anlässe für die heftigen Diskussionen, die derzeit in Südamerika über Gemeingüter geführt werden.”

Man erfährt Interessantes. Etwa dass,… Den Rest des Beitrags lesen »

Elemente einer neuen Agenda auf dem Weltsozialforum

… unter diesem Titel lief heute das Gemeingüterpanel während des Internationalen Seminars (10 Jahre danach: Eine andere Welt ist möglich), welches die Träger des Weltsozialforums anlässlich des Jubileums derzeit in Porto Alegre veranstalten.

Hier stelle ich meine Präsentation und den Vortrag zur Verfügung. Beides zwar auf Portugiesisch, aber da mich Zuhörer darum baten, möchte ich einen Link erzeugen, um ihn dann rumzuschicken.

Zu den ReferentInnen des Panels gehörte auch Carlos Candiotti von CONACAMI in Peru. Er sagt:

“Gemeingüter und indigene Völker, das gehört zusammen. “(Eigentlich sagt er: Bienes Comuns inherentes aos Pueblos Indígenas, aber wie übersetzt man das?)

Definition von CONACAMI ist einfach und bestechend:

“Gemeingüter sind das, was in Gemeinschaften erzeugt wird.” (Bienes comunes son aquellos que surgen in una situación de comunidad.)

(Ich werde mir seine Präsentation besorgen und kann dann ggf. mehr berichten) Anschließend erzählt er, was es bedeutet, in Peru Gemeingüter zu verteidigen. Über 600 Leute von CONACAMI seien in den letzten Jahren denunziert worden, viele von ihnen wurde Gewalt angetan.

Am Nachmittag anregende Gespräche mit Beatriz Busaniche von Vialibre und Florencia von Codigosur, Zukunftspläne und die nächste Lateinamerikareise geplant, workshops, Buchvorstellung. Alles sehr erfreulich. Ansonsten: ein paar Interviews gegeben und mit der  Resonanz beschäftigt…

Ich bin nun sehr gespannt, ob es das Thema in die nächste, die Strategierunde schafft, oder genauer: ob es diese Runde übersteht. Stichworte der hießigen Debatte sind Klimagerechtigkeit (durchaus als Begriff umkämpft), Bem Viver (das gute Leben), Ubuntu… Gemeinsinn und – das bringen die feministischen Gruppen ein – die “care economy“. Eine gemeingüterbasierte Wirtschaftsweise erzeugt all dies.

Hier noch ein nein zwei Links zum Hintergrund.

Fortalecer los bienes comunes. ¡Ahora!

Das Gemeingütermanifest “Gemeingüter stärken. Jetzt!” des Interdisziplinären Salons “Zeit für Allmende” der Heinrich Böll Stiftung gibt es nun auch auf spanisch. Hier als pdf.

English version: Strenghten the Commons. Now!

Fortalecer los Bienes Comunes. ¡Ahora!

Los bienes comunes son espacios institucionales en los que estamos libres de las restricciones impuestas por los requerimientos de los mercados.”
Yochai Benkler

De cómo la crisis hace visible la red de nuestros bienes comunes

La explosión en el avance del conocimiento, la tecnología y la productividad posibilitó un acrecentamiento sin precedentes de la riqueza privada durante los dos últimos siglos. No obstante que ello mejoró nuestra calidad de vida en muchos sentidos, a la vez hemos permitido que las fuentes se agoten y la riqueza social merme. Las crisis, interrelacionadas de múltiples maneras, lo hacen evidente. La crisis de finanzas, de economía, de alimentación, de energía y de medios ecológicos de subsistencia. Las crisis han provocado que se incremente en las personas la conciencia por la existencia y la importancia de los bienes comunes. Los bienes comunes naturales son indispensables para nuestra supervivencia, los bienes comunes sociales aseguran la cohesion social y los bienes comunes culturales son requisito para nuestro desenvolvimiento individual. Es tiempo que enfoquemos nuestro entusiasmo y nuestra creatividad, nuestros medios y nuestros talentos en el acrecentamiento de la riqueza social. En aras de este objetivo tenemos que cambiar las estructuras en la política, la economía y la sociedad.

¡Más prosperidad social en vez de más producto interno bruto! Nos parece amenazante, cuando la curva de crecimiento se vence y el producto bruto interno disminuye. Pero las apariencias engañan. El producto bruto interno representa únicamente cifras productivas y flujos de dinero, sin importar que estén articulados con la producción de medios que necesitamos para vivir o con la destrucción de los mismos. Así, el producto interno bruto no registra la prosperidad social. De hecho, un decremento del producto interno bruto no necesariamente se articula con un decremento de la riqueza real de una sociedad. Comprender eso significa ampliar la perspectiva.

Los bienes comunes ofrecen salidas de la crisis, pero necesitan un apoyo sistemático. En nuestro idioma (alemán1) ni siquiera existe un término poderoso para ellos . Estas palabras son nuestro aporte para darles una voz a los bienes comunes.

Qué son los bienes comunes y por qué son fundamentales Den Rest des Beitrags lesen »

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