So ein Aufstand um die Schweinegrippe!

Erstmals seit Ausbruch der Schweinegrippe ist in Europa ein Mensch am Virus gestorben, so heute auf allen Kanälen. Die WHO hat die Schweinegrippe vor 4 Tagen zur Pandemie erklärt. Vor Panikmache wird gewarnt. Die gäbe es bei anderen Krankheiten wie der Malaria und dem Durchfall auch nicht, erinnert die linke Tageszeitung CoLatino aus El Salvador. Dort gibt es in der Ausgabe vom 19.05. (letzte Seite) ein  Theaterstück zu den Debatten über die Schweinegrippe und den entsprechenden Umgang mit Medikamenten. Sehr lesenswert.

„Sprecher: In der Welt sterben jährlich zwei Millionen Menschen an Malaria, einer Krankheit, die mit einem Moskitonetz bekämpft werden könnte.

Sprecherin: Die Nachrichten bringen nichts darüber. Den Rest des Beitrags lesen »

„Aufrüsten beim Durstlöschen“

Was lassen wir uns nicht alles verkaufen! Wasser fast so teuer wie Wein! Das  Mineralwassergeschäft ist ein Skandal sondergleichen.

Immer wenn ich daran denke, fällt mir eine Szene ein, die ich während der Buchvorstellung „La Gota de la Vida“ (Der Tropfen des Lebens)  in San Salvador erlebte. Maria Luisa Torregrossa, Wasserexpertin aus Mexiko, stellt während der Buchpräsentation das Flaschenwasserproblem in den Mittelpunkt. Hitzige Debatte, in die sie irgendwann ruft: „Lieber sterbe ich, als dass ich eine Flasche Wasser kaufe.“

Maria Luísa Torregrossa wohnt in Mexiko. Da ist ist die Trinkwasserversorgung und -qualität ähnlich lausig wie in El Salvador. Es war ein mehr als radikales Statement. Und trotzdem es gibt Alternativen – auch dort. Die Menschen haben sie nur vergessen. Warum wir Alternativen dringend brauchen, steht unter anderem in diesem Buch:  Blaues Gold, der alternativen Nobelpreisträger Maude Barlow und Tony Clarke. Für eilige Leser habe ich aber was Kürzeres gefunden, ein Schlaglicht aus der Studie Zukunftsfähiges Deutschland (S.133) Aufrüsten beim Durstlöschen. (Ich reproduziere den kurzen Text und ergänze entsprechende Links.)

„Nur wer ausreichend trinkt, bleibt gesund – Mineralwasser erscheint als der ideale Durstlöscher…. Den Rest des Beitrags lesen »

WSF Gemeingüteraufruf unterzeichnen. Jetzt!

asamblea de asambleasÜber den Aufruf des 9. Weltsozialforums zur Wiedergewinnung der Gemeingüter habe ich hier schon berichtet. Wir haben ihn in mehrere Sprachen übersetzt, eine mehrsprachige Website eingerichtet und streuen jetzt den Appell in alle Welt. Demnächst kommt noch eine schönere Website und einer Reihe prominenter Unterzeichner hinzu! Doch bis dahin habt Ihr hoffentlich schon unterschrieben.

DIE ERSTE INTERNATIONALE COMMONSCAMPAGNE DER SOZIALEN BEWEGUNGEN KANN STARTEN.

Verbreitet den Aufruf massiv, so knapp und holzschnittartig er ausgefallen sein mag. Es war ein komplexer, meist per mail geführter Diskussionsprozess von Leuten in aller Welt. Das WSF ist die Plattform der Sozialen Bewegungen. Verlinkt den Appell, setzt ihn in Eure Newsletter und blogs, kritisiert, diskutiert mit, macht Vorschläge, übersetzt mit und für uns…

Es gibt viel zu tun, wenn wir dafür sorgen wollen, dass es eine machtvolle Stimme für die Gemeingüter gibt – von unten, von uns!

Hier der link zur Seite und zur Unterzeichnung.

So, und bevor wir mit der systematischen Werbung bei einschlägigen Organisationen anfangen, bin ich gespannt, was die Blogosphäre so hergibt.:-)

Wem gehört der Griebnitzsee?

Ich kenne das aus El Salvador. Die Menschen haben fast keinen Zugang mehr zum Coatepeque, dem schönsten Binnensee des Landes. Fast alle Ufergrundstücke sind bebaut. Bootsanlegestelle, dann Grundstück, dann Haus, Hotel oder Gaststätte, dann eine hohe Mauer. So hoch und solide sind die Mauern in Deutschland noch nicht, aber wir sind auf dem besten Weg dahin. Acht Eigner der in Ufernähe gelegenen Villen wollen sich den ungestörten  Zugang zum Griebnitzsee sichern. Ein freies Begehen des seit Jahren umkämpften Uferwegs ist derzeit nicht mehr möglich. Im Villengarten lebt sich’s ruhiger, wenn die Allgemeinheit nicht am See rumstapft. Wo kämen wir da auch hin? Ich finde schon lange, dass in Deutschland eine gewisse Lateinamerikanisierung der Verhältnisse stattfindet. Hier ein Beitrag aus der taz:

„Die Villenbesitzer sind wütend, das sieht man an ihren Absperrmethoden, … Den Rest des Beitrags lesen »

Enclosure ist mehr als Privatisierung

Die neue ILA ist da! Kauf bzw. Abo für alle Lateinamerikainteressierten wärmstens zu empfehlen. Der Schwerpunkt dieser Nummer: Gemeingüter. Mit zahlreichen Beiträgen zur Debatte aus Lateinamerika. Am erhellensten zum Verständnis der Commons finde ich das Interview mit Gustavo Esteva.

Ich bin mit einem einführenden Beitrag, einer kurzen Reflektion über städtische Räume als Commons und mit einem Artikel über die die Einhegung der Gemeingüter (enclosure) beteiligt.

„Diebstahl an unserem Kollektivbesitz“ ist das Ganze überschrieben. Hier ein paar Auszüge:

„Enclosure bezeichnet in der Sozialgeschichte vor allem die Auflösung der Allmenderechte (commons) in Mittelengland…. Vorher gemeinschaftlich genutztes Land wurde eingezäunt. Dafür brauchte es zwei Dinge: Macht und eine schlichte Technologie – Hammer, Pfähle und Draht…. Den Rest des Beitrags lesen »

Weltsozialforum fordert Wiederaneignung der Gemeingüter

Durchgehalten hab’ ich nicht. Nach der 17. Deklaration – weitere 10 sollten folgen – raffte ich mein Regencape vom verschlammten Boden: das Weltsozialforum 2009 strebte seinem Ende entgegen, ich dem Ausgang des Mega-Veranstaltungsgeländes (UFRA).

Gerade war mir klar geworden, dass das Thema Gemeingüter (auf Portugiesisch bens comuns) einen enormen Energie- und Legitimationsschub erhalten hat. … Den Rest des Beitrags lesen »

Gemeingüter auf dem WSF

Ich halte gerade die Programmzeitung des Weltsozialforums 2009 in der Hand. Bis ich mich da durchgefunden habe, ist das WSF vorbei! Und die Gelegenheit den Amazonas zu sehen gleich mit.

Berichtenswert für den Commonsblog sind u.a. die Ziele… Den Rest des Beitrags lesen »

Pupunha und Açaí – Biodiversität zum Frühstück

Bei mir gab’s heute zum Frühstück pupunha. Die Frucht der Pfirsichpalme. Ich kann jetzt gut verstehen, warum die Paraenses sie lieben. Man muss pupunhas lange kochen, dann am Stielansatz „köpfen“ und vom spitzen Ende her abziehen. Der Kern ist relativ groß, Fruchtfleisch eher wenig. Trotzdem schmeckt man sofort, wie nahrhaft das Ganze ist – stärkehaltig. Pupunhas werden zum Kaffee genossen, pur oder in Honig getaucht. Hmmm…

Dem folgte açaí auf dem Speiseplan, die Frucht der Kohlpalme. … Den Rest des Beitrags lesen »

Wie Geister Gemeingüter schützen

Kennen Sie den? Das ist ein Curupira, ein kleiner brasilianischer Waldgeist. Ich fliege ja morgen in die Amazonasregion. In Belém, der Hauptstadt des Bundesstaates Pará, findet das Weltsozialforum statt. Mit ein paar Ko-autoren werde ich dort mein Buch vorstellen. Gute Gelegenheit um nachzusehen, ob der Curupira im Amazonas wirklich einer der wichtigsten Hüter der Gemeingüter ist.

Die Sache ist nämlich die: Geister sind effizienter als Regeln. Überall gibt es alle möglichen Vorschriften für die Bewirtschaftung von Gemeinressourcen. Sie sind formell (in Gesetzestexten fixiert) oder informell (mündlich weitergegeben). Den Rest des Beitrags lesen »

Geschafft: Das Commonsbuch

Geschafft, ich freue mich riesig! Der spanische Sammelband rund um die Commons ist da. Er  heißt -wohl etwas sperrig- „Gene, Bytes und Emissionen – Gemeingüter und citizenship“ (citizenship/ciudadanía find ich unübersetzbar.)

Ein Nobelpreisträger hat es mit einem Geleitwort geehrt, ein Alternativer Nobelpreisträger hat dafür einen ziemlich aufregend-futuristisch anmutenden Beitrag geschrieben, ein Guru hat mir ein Interview gegeben, ein Harvard Prof -hier im Gespräch-  einen Text überlassen, die Commonsexpertin schlechthin hat ihre Expertise beigesteuert…

Viele tolle, engagierte und vor allem kenntnisreiche Autorinnen und Autoren sind mit von der Partie. … Den Rest des Beitrags lesen »