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	<title>CommonsBlog &#187; Land</title>
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	<description>Fundsachen von der Allmendewiese</description>
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		<title>CommonsBlog &#187; Land</title>
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		<title>Monsanto: von Drehtüren und Werkzeugen die keine sind</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/11/05/monsanto-von-drehturen-und-werkzeugen-die-keine-sind/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 13:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
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		<description><![CDATA[Michael Grolm, der Thüringer Imker der für seine Überzeugungen ins Gefängnis geht, sagt Sätze die jeder versteht. Etwa:
&#8222;Der ehemalige Monsanto-Chef spricht davon, dass die Gentechnik ein Werkzeug sei. Nicht gut und nicht schlecht. Eben ein Werkzeug. Aber ein Werkzeug ist so etwas wie ein Hammer oder eine Schere. Die kann ich benutzen, um etwas zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3131&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://www.schlossimkerei-tonndorf.de/" target="_blank"><img class="alignright" src="http://de.indymedia.org/icon/2009/08/259393.jpg" alt="" width="125" height="174" />Michael Grolm</a>, der Thüringer Imker <a href="http://www.epd.de/ost/ost_index_69340.html" target="_blank">der für seine Überzeugungen ins Gefängnis geht</a>, sagt Sätze die jeder versteht. Etwa:</p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Der ehemalige Monsanto-Chef spricht davon, dass die Gentechnik ein Werkzeug sei. Nicht gut und nicht schlecht. Eben ein Werkzeug. Aber ein Werkzeug ist so etwas wie ein Hammer oder eine Schere. Die kann ich benutzen, um etwas zu tun. Doch diese Technologie benutzt uns! Sie macht etwas mit uns, nicht wir mit ihr.</em>&#8222;</p></blockquote>
<p>Gestern Abend habe ich für <a href="http://www.inkota.de/" target="_blank">INKOTA</a> an einer <a href="http://www.jenapolis.de/35961/filmfestival-uebermacht-im-kubus-heute-monsanto-mit-gift-und-genen/" target="_blank">Diskussionsveranstaltung</a> zum <a href="http://diegesellschafter.de/uebermacht/festival.php" target="_blank">überMacht-Film-Festival </a>teilgenommen. Ich komme spät. Öffne die Tür. Der Saal des <a href="http://www.kubus.jena.de/neu/index.html" target="_blank">KuBus</a> ist voll. Man muss wissen: <span id="more-3131"></span>Der KuBus hat gerade eröffnet &#8211; inmitten des Jenaer Neubaugebietes Lobeda-West. Und das Thema bietet eher das Gegenteil von &#8222;Guter Unterhaltung&#8220;.</p>
<p>Es ging um Grüne Gentechnik. Also die Manipulation des Lebens im Labor und deren Freisetzung in natürliche Ökosysteme. Genauer noch: Es ging um die Strategien <a href="http://www.monsanto.de/" target="_blank">des größten Pestizid- und Saatgutkonzerns der Welt</a> (Monsanto), mit der Kontrolle über das Saatgut auch die Kontrolle über die Menschen zu gewinnen.</p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Saatgut und Lebensmittel zu kontrollieren ist wirksamer als eine Bombe</em>&#8222;,</p></blockquote>
<p>sagt die indische Physikerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vandana_Shiva" target="_blank">Vandana Shiva</a>, die immer bildmächtig spricht.</p>
<p>Vom ehemaligen <a href="http://www.nndb.com/people/194/000130801/" target="_blank">Monsanto-Chef Robert Shapiro</a>, der den Konzern ins Biotechzeitalter geführt hat, gibt es ein Video. Und dort sagt er den Werkzeug-Satz. Ich würde Grolm korrigieren. Die Gentechnik in der Landwirtschaft ist schon ein Werkzeug &#8211; allerdings nicht für uns, sondern für Menschen wie Shapiro. Das Problem ist, dass diese Menschen sehr viel Macht haben. Und sie wissen, dass der Zugriff auf Gemeingüter (wie Land, Saatgut, Wasser&#8230;) immer mehr Macht verleiht. In diesem Fall: Marktmacht über den Saatgut-, Pestizid- und schließlich den weltweiten Lebensmittelmarkt.</p>
<p>Wie das Werkzeug zum Einsatz kommt, das zeigt in einem 100 Minuten Epos der Film <strong>&#8222;Monsanto &#8211; Mit Gift und Genen</strong>&#8220; von Marie Monique Robin. 4 Jahre ist Robin durch die halbe Welt gereist. Nun weist sich nach, wie der Hammer um sich schlägt und seit Jahrzehnten die Menschen in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anniston_(Alabama)" target="_blank">Anniston</a> krank macht und umbringt, wie er den Bauern in Mexiko, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Monsanto#Farmer_suicides" target="_blank">Indien</a> und Paraguay die Existenzgrundlage nimmt, die Kinder dort vergiftet, wie er Bauern in den USA den Schlaf raubt und unzählige Wissenschaftler weltweit mundtot macht. Die Behörden machen sich zum Helfershelfer. Die Politik duldet, schaut weg oder reagiert.</p>
<p>Die Dokumentation von Robin, kritisiert Imker Grolm, habe etwas &#8222;erschlagendes&#8220;. Als seien alle Messen schon gelesen, als könne man nichts mehr tun gegen &#8222;die grünen Wüsten&#8220; und monokulturalisierte  Landschaften, in denen &#8222;keiner mehr spazieren gehen will&#8220;. Oder gegen den Skandal, dass profitorientierte Unternehmen die Gesetze schreiben. Das ist zwar auch nichts Neues, war aber noch nie eine gute Idee. Beim Gesetzeschreiben sind die berühmten &#8222;Drehtüren&#8220; behilflich, die<strong> <em>revolving doors</em></strong>. Konzernmitarbeiter wechselt ins Ministerium, Ministeriumsmitarbeiter in den Konzern, Aufsichtsratsmitglied in die Regierung, Regierungsmitglied in den Aufsichtsrat. Es gibt Fälle, wie jenen von <strong>Michal R. Taylor</strong>, da gelingt dieser Wechsel mehrfach hin und her.</p>
<blockquote><p>&#8222;Michael R. Taylor was an assistant to the <a title="Food and Drug Administration" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Food_and_Drug_Administration">Food and Drug Administration</a> (FDA) commissioner before he left to work for a law firm on gaining FDA approval of Monsanto’s artificial growth hormone in the 1980s. Taylor then became deputy commissioner of the FDA from 1991 to 1994.&#8220;</p></blockquote>
<p>Das erfahre ich im Film. Die Journalistin Robin telefoniert mit Taylor. &#8222;Ob er keinen Interessenskonflikt sehe?&#8220; &#8222;Neeeein&#8220;!</p>
<p>Ein Blick in die Wikipedia ergänzt die Geschichte: Taylor wurde vor drei Monaten von Obama <a href="http://www.counterpunch.org/kenfield08142009.html" target="_blank">zurück in die FDA geholt</a>. Die FDA ist u.a. für die Zulassung und Kontrolle von Verfahren und Produkten im Landwirtschafts- und Lebensmittelbereich zuständig. Sie prüft die Werkzeuge von Monsanto auf Unschädlichkeit für  Mensch und Natur. Sollte sie zumindest.</p>
<p>&#8222;Drehtüren&#8220; gibt&#8217;s nicht nur in Amerika. <span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://commonsblog.wordpress.com/2009/11/05/monsanto-von-drehturen-und-werkzeugen-die-keine-sind/"><img src="http://img.youtube.com/vi/KFM8QDyubHA/2.jpg" alt="" /></a></span> Und <a href="http://www.dondahlmann.de/?p=376" target="_blank">diktierte Gesetzbücher</a> nicht nur in der Grünen Gentechnik. Beim Blick auf die aktuelle <a href="http://www.boelw.de/pm+M54249d42669.html" target="_blank">Pressemitteilung des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft</a> etwa frag&#8217; ich mich, wie die <a href="http://www.basf.com/group/corporate/de/index" target="_blank">BASF</a>-Gen-Kartoffel &#8222;Amflora&#8220; es in dieser Konkretheit <a href="http://uebermonsanto.wordpress.com/2009/10/27/koalitionsvertrag-gepragt-durch-gentechniklobby/" target="_blank">ins Koalitionspapier</a> geschafft hat.</p>
<p>Grolm hat etwas gegen das Entwaffnende des Films. Ich hingegen finde den Film eher entwaffnend überzeugend. Zudem erscheint mir der energische Bauer alles andere als entwaffnet. Er tut etwas. Und wirkt dabei kohärent bis zur Hutspitze. Mit seinen <strong><a href="http://www.gendreck-weg.de/?id=22&amp;lg=de" target="_blank">Freiwilligen Feldbefreiungsaktionen</a> </strong>zum Beispiel, der Begriff ist angelehnt an die Freiwillige Feuerwehr: &#8222;Die kommt auch wenn&#8217;s brennt.&#8220;.</p>
<p>Der Imker will den Saal nicht verlassen, bevor sich nicht jemand bereit erklärt, auch etwas konkretes zu tun. Etwa eine Gruppe zu gründen, die darauf aufmerksam macht, dass in Jenas Laboren und Gewächshäusern die Saat aufgeht, die das Potential hat, der Biodiversität den Garaus zu machen.</p>
<p><a href="http://blogs.taz.de/saveourseeds/2009/02/11/189/" target="_blank">Hier</a> eine lesenswerte Rezension des Buchs zum Film sowie der Bericht von A.Lorch und Ch.Then: <a href="http://commonsblog.files.wordpress.com/2009/11/232887-kontrolle_oder_kollaboration_agrogentech.pdf">Agrogentechnik und die Rolle der Behörden.</a></p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Während PolitikerInnen in Parlamenten und Regierungen kamen und gingen, herrschte in den Behörden, die für die Überwachung der Agro-Gentechnik zuständig waren und sind, über Jahrzehnte hinweg eine weitgehende personelle Kontinuität. &#8230; Die so über die Jahre gewachsenen Seilschaften und Netzwerke sind der Politik oft nicht nur einen Schritt voraus, sondern die betreffenden Experten versuchen in einigen Fällen sogar, politische Entscheidungen aktiv zu unterlaufen bzw. vorwegzunehmen. Es entsteht der Eindruck, dass hier eine Art Parallel-Struktur entstanden ist, die der politischen Kontrolle zunehmend zu entgleiten droht.&#8220;</em></p></blockquote>
<p>Und hier zum Reinschauen: <span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://commonsblog.wordpress.com/2009/11/05/monsanto-von-drehturen-und-werkzeugen-die-keine-sind/"><img src="http://img.youtube.com/vi/7gyThpKbQII/2.jpg" alt="" /></a></span></p>
<p>Nicht verpassen! Das Filmfestival läuft noch.</p>
<p>foto <a href="http://de.indymedia.org/2009/08/259392.shtml" target="_blank">by</a> Lizenz: CC: by, nc, sa</p>
Posted in Biodiversität, Demokratie, Grundsatzfragen, Land, Ressourcenkonflikte, Veranstaltungen Tagged: Biodiversität, Demokratie, Gemeingüter, Gentechnik, Inkota, Jena, Marie Monique Robin, Michael Grolm, Michael R.Taylor, Monsanto, revolving doors, Saatgut, ueberMacht <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3131&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Sherwood Forest ist überall</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 19:59:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Commons]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230;.nur dieser Artikel von Bernard Pötter in der jüngsten Ausgabe von Le monde diplomatique leider nicht. Jedenfalls ist er nicht vollständig im Netz.
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>&#8230;.nur dieser Artikel von Bernard Pötter in der jüngsten Ausgabe von <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/.aktaus" target="_blank">Le monde diplomatique</a> leider nicht. Jedenfalls ist er nicht vollständig im Netz.</p>
<p>&#8222;<strong>Es ist der Stoff, aus dem Heldengeschichten gemacht sind: die Verteidigung der Gemeingüter gegen den Zugriff eines Einzelnen.</strong> Anfang des 13. Jahrhunderts begann der König von England, den Wald für seine Jagden und für die Versorgung seiner Günstlinge zu seinem exklusiven Eigentum zu machen. Bis dahin hatten alle Menschen das Recht, im Wald zu jagen, Holz zu sammeln und in den Gewässern zu fischen, auch wenn das Land dem König gehörte. Dieser kalten Aussperrung widersetzte sich nicht nur der Adel mit der Magna Charta, dem wichtigsten Verfassungsdokument Englands, mit der 1215 der englische Herrscher in seine Schranken gewiesen wurde – sondern auch ein Mann, dessen Taten legendär wurden: Rob Hod, besser bekannt als Robin Hood. Mehr in der aktuellen Printausgabe der Monde Diplomatique,</p>
<p>Mehr gib&#8217;ts aber auch <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2008/11/11/robin-hood-der-erste-commoner/" target="_blank">hier</a> und vor allem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1P0fdwRNRbQ" target="_blank">hier</a>. Und morgen muss ich zum Kiosk&#8230;</p>
Posted in Commons, Land, Ressourcenkonflikte, Wald Tagged: Eigentumsrechte, Robin Hood, Wald <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/2642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/2642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/2642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/2642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/2642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/2642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/2642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/2642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/2642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/2642/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2642&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Onlinepetition gegen Gewässerprivatisierung: JETZT!</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/07/21/onlinepetition-gegen-gewasserprivatisierung/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 17:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin gerade in El Salvador. Hier kann man gut studieren, was passiert, wenn man sich weigert, etwas als Gemeingut wahrzunehmen. Beispiel: der Zugang zu Gewässern im Däumling Lateinamerikas. Wer zum Strand fährt, sieht statt des Meeres Mauern. Alles zugepflastert. Privateigentum. Kein Platz für die Allgemeinheit. Der Zugang zum Meer oder zum wundervollen Lago de [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2578&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/f/f1/Wandlitzsee.JPG/800px-Wandlitzsee.JPG" alt="" width="210" height="156" />Ich bin gerade in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/El_Salvador" target="_blank">El Salvador</a>. Hier kann man gut studieren, was passiert, wenn man sich weigert, etwas als Gemeingut wahrzunehmen. Beispiel: der Zugang zu Gewässern im Däumling Lateinamerikas. Wer zum Strand fährt, sieht <strong>statt des Meeres Mauern</strong>. Alles zugepflastert. Privateigentum. Kein Platz für die Allgemeinheit. Der Zugang zum Meer oder zum wundervollen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Coatepeque_Caldera" target="_blank">Lago de Coatepeque</a> kostet Geld (indem man sich in ein Hotel einmietet oder in einem Restaurant speist) oder wird auf die weniger attraktiven Orte verdrängt. (Mehr <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2009/04/29/wem-gehort-der-griebnitzsee/" target="_blank">hier</a>.) Ähnlich sieht es am <a href="http://www.britannica.com/EBchecked/topic/283182/Lake-Ilopango" target="_blank">Ilopango</a> aus.<br />
Auch in Deutschland steht die<strong> Privatisierung der Gewässer auf der Tagesordnung</strong>. Dagegen gibt es Widerstand, doch einer <strong>Internetpetition</strong> gegen das Voranschreiten derselben droht noch diese Woche das <strong>Scheiter</strong>n.</p>
<blockquote><p>&#8222;Vier Tage vor Ablauf der Unterschriftenfrist für den Aufruf an den Bundestag hätten sich erst gut 5.400 Unterstützer eingetragen,&#8230;<span id="more-2578"></span> sagte Axel Kruschat vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Montag. Bis Freitag müssen mindestens 50.000 Onlineunterschriften zusammenkommen, damit sich der Bundestag mit dem Thema befasst. Mit der Petition soll der Bundestag zu einem Moratorium beim Verkauf weiterer Seen in den neuen Bundesländern bewegt werden. Damit soll der Zugang der Allgemeinheit zu den Gewässern gesichert werden.&#8220; (vía epd)</p></blockquote>
<p>Kein Zweifel, den Ökos fehlt es an Netzaffinität. Sie nutzen die Möglichkeiten des Web 2.0 viel zu wenig für ihre Anliegen.</p>
<p>Also: <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?PHPSESSID=95b90711a0799dbafae68d9b08fab243&amp;action=petition;sa=details;petition=4525" target="_blank">Hier der Link </a>zum unterschreiben (trotz Registrierungsprocedere nur ca 5 Minuten). Und im Folgenden noch ein<strong> Interview mit dem Initiator der Petition,</strong> Carsten Preuss. Ich habe das Interview per mail bekommen,  Quelle unbekannt, Hervorhebungen sind von mir:</p>
<p><strong>Warum keine Seen privatisieren?</strong></p>
<p>Sie reichten beim Bundestag eine Online-Petition gegen die weitere Privatisierung von Gewässern in Ostdeutschland ein. Warum?</p>
<p><strong>C.P.</strong> Den Anlass bot ein Fall in der Nähe meiner Heimatstadt Zossen in Brandenburg. Hier droht der Verkauf des 270 Hektar großen Mellensees durch die bundeseigene Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (<a href="http://www.bvvg.de/" target="_blank">BVVG</a>) (Anmerkung. S.H.: Vielsagend &#8211; dieser Name. Ich schlage eine Umbenennung in Bodennutzungsgesellschaft vor), deren Aufgabe die Privatisierung ehemals volkseigener Flächen ist. Zwar hatte das Bundesamt für offene Vermögensfragen diesen See dem Land Brandenburg zugeschlagen. Doch die BVVG klagte dagegen. So bleibt die Eigentumsfrage offen. Die Gemeinde Am Mellensee möchte zum Beispiel einen großen Steg bauen, scheut nun jedoch die Investition, weil die Zukunft unklar ist. Der BVVG ist ihr Vorgehen nicht anzulasten. Sie handelt lediglich auftragsgemäß. <strong>Der Fehler wurde beim Einigungsvertrag gemacht </strong>und hier muss die Politik einen Riegel vorschieben. <strong>In den vergangenen zehn Jahren wurden 10 000 Hektar Gewässer für insgesamt 15 Millionen Euro verkauft.</strong> Geplant ist, in den nächsten Jahren weitere 15 000 Hektar zu privatisieren.</p>
<p>Was könnte die Folge sein?</p>
<p><strong>C.P.</strong> Nachdem der nördlich von Berlin gelegene <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wandlitzsee" target="_blank">Wandlitzsee</a> im Jahr 2003 privatisiert</strong> wurde, verlangte der neue Eigentümer, eine Düsseldorfer Immobiliengesellschaft, von den Anliegern erhebliche Gebühren dafür, dass sie ihre eigenen Stege weiter benutzen dürfen. In einem anderen Fall ließ der neue Eigentümer den See vermessen und fand heraus, dass der Wasserspiegel gesunken war. Die übrigen Meter bis zum Ufer sollten die Besitzer der anliegenden Grundstücke für horrende Beträge kaufen, wenn sie weiter Zugang zum Wasser haben wollten.</p>
<p>Was ließe sich dagegen tun?</p>
<p><strong>C.P. </strong>Der Bundestag müsste beschließen, dass zunächst keine Gewässer mehr verkauft werden. In der Zwischenzeit sollte gesetzlich festgelegt werden, dass Gewässer als sogenanntes Verwaltungsvermögen anzusehen sind und den Gemeinden, Städten, Kreisen oder Ländern kostenlos übertragen werden sollen, wenn diese das wünschen. Das ist der Inhalt meiner Petition. Sie steht seit dem 11. Juni unter https://epetitionen.bundestag.de [https://epetitionen.bundestag.de/] im Internet. Bis zum 24. Juli kann man dort elektronisch unterschreiben. 50 000 Unterstützer sind erforderlich.</p>
<p>Was verbirgt sich hinter dem Begriff <strong>Verwaltungsvermögen</strong>?</p>
<p><strong>C.P.</strong> Dabei handelt es sich um Vermögen, dass laut Einigungsvertrag den Kommunen zugeordnet wurde, zum Beispiel Gebäude wie die Rathäuser. Seen fallen leider selten in diese Kategorie, nur, wenn sie zu einem Stichtag überwiegend touristisch genutzt wurden. Aber da fängt der Ärger schon an. Am Mellensee gibt es mehrere Freibäder und Badestellen, es werden Wasserfahrräder an Ausflügler verliehen und früher hatten dort etliche Firmen ihre Betriebsferienheime. Trotzdem wird juristisch darum gestritten, ob der See vornehmlich dem Tourismus diente.</p>
<p>Was erhoffen Sie?</p>
<p>C.P. Ich bin guter Dinge, die Marke von 50 000 Unterschriften zu erreichen. &#8230; Im Bundestag sind leider nur die LINKE und die Grünen auf meiner Seite. Die Grünen verlangen, erst einmal keine Seen mehr zu verkaufen. Ihr Antrag wurde in die Ausschüsse überwiesen. Die FDP bemerkte dazu, Eigentum sei eine Säule der Marktwirtschaft. Nun gilt es <strong>vor der Bundestagswahl die Gewässerprivatisierung zum Thema zu machen.</strong></p>
<pre>Foto: Wandlitzsee, by Marco Kahlund Lizenz: CC: BY SA</pre>
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	</item>
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		<title>Das Undenkbare denken: Global Agricultural Commons</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/05/24/das-undenkbare-denken-globale-agricultural-commonss/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 15:55:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir spielen Russisches Roulette mit der Erde. Die Klimaforscher &#8211; hier Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK &#8211; bedienen drastische Bilder. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig. Schellnubers Präsentation!
Er sagt: Wir stehen vor der MAD Herausforderung (Akronyme können wunderbar mehrdeutig sein). MAD heißt: Mitigation (Klimawandel verhindern) + Adaption (an Klimawandel anpassen) + Development (Entwicklung). Der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2284&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4d/SW-629.jpg" alt="" width="196" height="110" />Wir spielen<strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Russisches_Roulette" target="_blank">Russisches Roulette</a> mit der Erde</strong>. Die Klimaforscher &#8211; hier <a href="http://www.wbgu.de/wbgu_schellnhuber.html" target="_blank">Hans Joachim Schellnhuber</a>, Direktor des <a href="http://www.pik-potsdam.de/" target="_blank">PIK</a> &#8211; bedienen drastische Bilder. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig. Schellnubers<a href="http://climatecongress.ku.dk/speakers/schellnhuber-plenaryspeaker-12march2009.pdf/" target="_blank"> Präsentation</a>!</p>
<p>Er sagt: Wir stehen vor der <strong>MAD Herausforderung</strong> (Akronyme können wunderbar mehrdeutig sein). MAD heißt: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mitigation_of_global_warming" target="_blank"><strong>M</strong>itigation</a> (Klimawandel verhindern) + <a href="http://www.global-greenhouse-warming.com/climate-mitigation-and-adaptation.html" target="_blank"><strong>A</strong>daption</a> (an Klimawandel anpassen) + <strong>D</strong>evelopment (Entwicklung). Der zentrale Vorschlag:<strong> </strong>Wir brauchen eine Große Transformation der Land- und Wassernutzung!<strong> </strong>Ein <strong>Global Agricultural Commons. </strong><span id="more-2284"></span>Was meint Schellnhuber damit?<strong><br />
</strong></p>
<p>Einer der renommiertesten Klimaforscher dieser Republik macht ein <strong>Gedankenexperiment</strong> (FOLIE 25): Was wäre, wenn wir das verfügbare Ackerland so optimal wie möglich nutzen würden? Dann würden riesige Flächen in Nordamerika und Europa, weniger riesige Flächen in Südamerika und einige andere Punkte der Erde zu den Hot Spots der Nahrungsmittelproduktion. (Das ist, was ich der Folie entnehmen kann. Den Vortrag habe ich nicht gehört und digital ist er leider nicht verfügbar. Auch die Quelle ist nicht nachzuvollziehen: Müller et al. 2006, Gl Biogeochem Cyc??)</p>
<p>Schellnhuber zeigt Entwürfe für eine neue, globale Landnutzung (FOLIEN 15/16). Geschützte Flächen würden erheblich ausgeweitet (v.a. Wildnis und <a href="http://www.biodiversityhotspots.org/Pages/default.aspx" target="_blank">Biodiversitäts-Hotspots</a>), die Fortswirtschaft im globalen Maßstab verlagert (gen Norden), die Landwirtschaft zurückholt in die Mitte Europa, Weideflächen erheblich reduziert und stattdessen auf jedem Kontinent die Flächen für eine <a href="http://idw-online.de/pages/de/news292204" target="_blank">nachhaltige und nicht mit der Lebensmittelproduktion konkurrierende Energiegewinnung aus Pflanzen</a> erweitert. Energetisch bedeutet das beispielsweise: Die Nutzung von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Solar_power#Concentrating_solar_power" target="_blank">CSP</a> (Concentrating Solar Thermal Power) bei  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hochspannungs-Gleichstrom-%C3%9Cbertragung" target="_blank">Hochspannungsgleichstromübertragung</a> (engl: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/HVDC" target="_blank">High-Voltage- Direct Current)</a> mit niedrigen Übertragungsverlusten (&lt;15%).</p>
<p>Nehmen wir also an, die Landnutzung würde in nachhaltiger Weise effizienter und zunehmend auf Erneuerbaren Energien beruhen. Wie gestaltete sich dann der Zugang zur wichtigsten produktiven Ressource? Schellnhuber schlägt vor, &#8222;das Undenkbare zu denken&#8220;: <strong>Der Welt fruchtbarste Böden als Globale Gemeingüter der Landnutzung auszuweisen</strong>. (FOLIE 35)</p>
<p>Das Pikante daran: Sie liegen &#8211; anders als der Amazonas, für den diese Idee auch schon diskutiert worden ist, überwiegend im Norden, in den USA und in Europa. Etwas als Globales Gemeingut definieren heißt, <strong>die gesamte Menschheit hat Anspruch auf Zugang und Nutzung dieses Gutes</strong>. Anders ausgedrückt: Wir müssten teilen.</p>
<p>So gesehen ist mir die Idee sympathisch. Dennoch sehe ich ein größeres Problem. Land ist, anders als die wenigen anderen Natürlichen Globalen Gemeingüter (Atmosphäre, Fischbestände) <strong>an einen Ort gebunden</strong>. Die fruchtbarsten Böden der Erde als Global Commons auszuweisen würde in der Konsequenz bedeuten: um alle Menschen an diesem Common in irgend einer Form teilhaben zu lassen &#8211; produzieren wir hier und teilen die Ernte oder energetischen Erträge mit anderen. Das würde hochkonzentrierte, wenig flexible und unidirektionale Produktions- und Verteilungsprozesse nahelegen. Das Gegenteil einer wirklichen Commonsphilosophie sozusagen.</p>
<p>Dennoch verstehe ich, dass Schellnhuber, der sich täglich das uns bevorstehende globale Drama vergegenwärtigt, in solchen Dimensionen denkt. Ich hoffe, es gibt bald Gelegenheit, das zu diskutieren &#8211; ich würde gern die Idee der Global Agricultural Commons durchdenken.</p>
<p>Wenn es nämlich mit MAD nichts  wird, dann bleibt eine miserable Alternative: <strong>Das Überleben in einer +5 Grad Welt </strong>(FOLIE 23 und 36 ff). Mit ansteigendem Meeresspiegel, übersäuerten und sauerstoffarmen Böden, mehr Hitzewellen und sintflutartigen Regenfällen, den entsprechenden Fluchtbewegungen der Menschen und so weiter. Die logische Forderung Schellnhubers: Dann (oder schon jetzt) brauchen wir eine Quote für die Aufnahme von Klimaflüchtlingen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<pre>Foto on flickr CC: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/User:CrucifiedChrist" target="_blank">BY</a></pre>
Posted in Commons, Eigentum, Globale Gemeinressourcen, Klima, Land, Ressourcenkonflikte Tagged: Global Agricultural Commons, Klimawandel, Landnutzung, Landwirtschaft, Schellnhuber, Wasser <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/2284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/2284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/2284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/2284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/2284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/2284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/2284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/2284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/2284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/2284/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2284&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Silke Helfrich</media:title>
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	</item>
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		<title>Neuerscheinung: Wem gehört die Welt?</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/02/19/neuerscheinung-wem-gehort-die-welt/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 12:48:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Buch erscheint am 06. März. Sagt der Verlag! Ich freue mich und bringe hier die Ankündigung.
»Gemeingüter sind Räume, in denen wir frei sind.« Yochai Benkler, Harvard University
Wem gehört die Welt?
Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1819&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://commonsblog.wordpress.com/das-buch-el-libro/" target="_blank"><img class="alignright" src="http://farm3.static.flickr.com/2084/2222523486_5e1894e314_m.jpg" alt="" width="213" height="213" />Das Buch</a> erscheint am 06. März. Sagt der <a href="http://www.oekom.de/" target="_blank">Verlag</a>! Ich freue mich und bringe hier die Ankündigung.</p>
<p><strong>»Gemeingüter sind Räume, in denen wir frei sind.«</strong> <a href="http://www.benkler.org/" target="_blank">Yochai Benkler</a>, Harvard University</p>
<p><strong>Wem gehört die Welt?</strong></p>
<p>Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches Leben gehören. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird eingezäunt und kommerzialisiert &#8211; zu unserem Schaden. Davon zeugen&#8230;<span id="more-1819"></span>die weltweiten Konflikte über die Trinkwasserversorgung, den Zugang zu neuen Technologien oder den Umgang mit Regenwäldern. Wir stehen an einem Scheidepunkt, an dem ein neuer Blick auf unsere gemeinsamen Besitztümer erforderlich ist.<br />
Dieses Buch will diesen neuen Blick ermöglichen. Es zeigt die Vielfalt unserer Gemeingüter &#8211; und welch ungeheures Potenzial in ihnen steckt. Es macht uns vertraut mit Dingen wie Creative Commons, Slow Food und der Wissensallmende. Und es skizziert durch praktische Beispiele den Weg, wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Demokratie durch Gemeingüter auf Dauer erhalten oder erreicht werden können.<br />
Mit Beiträgen von <strong>David Bollier, Elinor Ostrom, Yochai Benkler, Richard Stallman, Sunita Narain, Ulrich Steinvorth, Peter Barnes, Oliver Moldenhauer, Pat Mooney</strong> und vielen anderen.</p>
<p>Silke Helfrich und Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.)<br />
Wem gehört die Welt?<br />
Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter<br />
288 Seiten; zahlreiche Abbildungen; EUR 24,90<br />
oekom Verlag München; ISBN 978-3-86581-133-2</p>
<p>Das Buch ist ab dem 6. März bei der Heinrich-Böll-Stiftung (www.boell.de) sowie im Buchhandel erhältlich.</p>
<address>foto on flickr by<a href="http://flickr.com/photos/wwworks/" target="_blank"> woodleywonderworks</a><br />
</address>
Posted in Commons, Commons based Economy, Eigentum, Gene, Globale Gemeinressourcen, Grundsatzfragen, Internet&amp;Software, Klima, Kunst&amp;Kultur, Land, Ressourcenkonflikte, städtische Gemeinschaftsgüter, Wald, Wissen  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/1819/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1819&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Commons: Herausforderung der Macht</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/02/09/commons-herausforderung-der-macht/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 17:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Commons]]></category>
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		<description><![CDATA[Helmut Höge, Genossenschaftsexperte und taz-Blogger, hat unseren Contrasteschwerpunkt zur Peer Economy  kritisiert.(vgl. Punkt 6)
Höge setzt Commons mit Gemeineigentum gleich. Vermutlich, weil er unter Commons nur die historische Allmende versteht. Auch Commons auf die Eigentumsfrage zu reduzieren -wie Höge das tut- ist verkürzt. Das wird auch dadurch nicht besser, dass er mit diesem Kurzschluss nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1797&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://farm1.static.flickr.com/47/166505068_37baf9d22c_m.jpg" alt="" width="240" height="180" />Helmut Höge, Genossenschaftsexperte und taz-Blogger, hat unseren <a href="http://www.keimform.de/2009/01/05/contraste-schwerpunkt-zur-peer-oekonomie/" target="_blank">Contrasteschwerpunkt zur Peer Economy </a> <a href="http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2009/02/" target="_blank">kritisiert</a>.(vgl. Punkt 6)</p>
<p>Höge setzt Commons mit Gemeineigentum gleich. Vermutlich, weil er unter Commons nur die historische Allmende versteht. Auch <strong>Commons auf die Eigentumsfrage zu reduzieren</strong> -wie Höge das tut- ist verkürzt. Das wird auch dadurch nicht besser, dass er mit diesem Kurzschluss nicht der Einzige ist. Wenn Gemeineigentum die Lösung sein soll, warum haben dann so viele Gemeineigentumslösungen den Commons nichts genützt?</p>
<p>Was haben wir Kooperativen unterstützt! Beispielsweise in Nicaragua, Mitte der 90er Jahre. Aber Gemeineigentum <strong>allein</strong> ist eben noch kein Garant für einen <strong>wachsenden Commonssektor (der nicht dasselbe ist wie die historische Allmende</strong>). Zur historischen Allmende allerdings hat Höge immer Interessantes zu sagen. &#8230;<span id="more-1797"></span>Im zitierten Beitrag macht er einem Exkurs zu den <strong>Einhegungen der klassischen Allmende in Deutschland </strong>und verweist auf das&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8222;Bauernlegen&#8220; mit den großen <a href="http://jungle-world.com/artikel/2008/38/23495.html" target="_blank">Sumpftrockenlegungsprojekten </a>(Meliorationen) zwischen 1830 und 1880&#8230;. Laut <a href="http://www.perlentaucher.de/autoren/17552/Rita_Gudermann.html" target="_blank">Rita Gudermann</a> schuf die gewaltsame Zerschlagung des Gemeindeeigentums einen <strong>Binnenmarkt, der die Bevölkerung in Konsumenten und Produzenten aufspaltete</strong> &#8211; auch auf dem Land, d.h. es entstanden dort wenige reiche Bauern und viele landlose Arme. 1906 kam der Agrarforscher Franz Christoph in einer Studie über die letzten ländlichen Allmenden in Preussen zu dem Resultat: <strong>&#8222;Äußerste Armut ist in Ländern mit Gemeingut weniger bekannt</strong>, auch der ärmste Tagelöhne hat wenigstens sein Land für Gemüse und Kartoffeln. <strong>Ein Proletariat ist in Gegenden mit größerem Allmendebesitz kaum anzutreffen</strong>.&#8220; (Herv. von mir)</p></blockquote>
<p>Die zitierte Studie von<strong> Franz Christoph </strong>(Jena, 1906) ist eine kleine Fundgrube.</p>
<p>Dort erfährt man viel Differenziertes zur damaligen Diskussion um die so genannten <strong><a href="http://www.lwg.uni-hannover.de/wiki/Glossar(Agrargeschichte)#Gemeinheitsteilungen" target="_blank">Gemeinheitsteilungen</a></strong>, also die Zerschlagung der traditionellen Gemeineigentumsstrukturen an Wald und Weide. Ein Thema, das einen Großteil der Bevölkerung bewegt haben muss, denn</p>
<ul>
<li>60% des Wald- und Weidelandes Deutschlands waren um die (vorletzte) Jahrhundertwende noch in Allmendbesitz</li>
</ul>
<p><strong>Zum Nutzen der Allmende:</strong> (Herv. von mir, weil ich darin zentrale Aspekte der aktuellen Commonsdebatte wiederfinde.)</p>
<ul>
<li>„Babenhausen, Grossherzogtum Hessen, ist reich an Grundeigentum, besonders Wald. Im Jahr 1892 erhielt jeder Bürger frei 2m Scheitholz, 2m Knüppelholz, 2m Streckholz, 100 m Wellen Kiefern. Der Wert dieser Gabe betrug zusammen etwa 44m. Ausserdem erhielt jeder Bürger in bar etwa 30 Mark; die Gemeindesteuern sind niedrig.&#8220;  	 	 	 „Der aus dem Gemeindewalde empfangene Holzvorrat &#8230; <strong>macht den Bauern weniger abhängig von dem dauernden Steigen der Holzpreise</strong>. Für die schlimmste Not hat er einen <strong>Rückhalt</strong>, den ihm keiner rauben kann.&#8220;</li>
<li>Nach der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holzgerechtsame" target="_blank">Holzgerechtsame</a> &#8222;empfing jede berechtigte Stelle ausser dem Raff- und Leseholz<strong> eine gewisse Menge</strong> Kluft-, Knüppel- und Wellholz&#8220;. „Durch das Sammeln von Beeren und Pilzen ist ärmeren Leuten und Kindern namentlich in der Nähe grösserer Städte Gelegenheit zu reichen Einnahmequellen gegeben&#8230;.&#8220; (S.10)</li>
<li>„Am segensreichsten gestalten sich die Wirkungen der <strong>A. in sozialer Hinsicht</strong>.&#8220; Als da wären: &#8222;vertieftes gegenseitiges Interesse der Einwohner&#8220; und &#8222;ein inniges, lebendiges Gemeinschaftsgefühl&#8220;, kurz: &#8222;<strong>Solidarität</strong>&#8222;</li>
<li><strong>relative Unabhäenigigkeit der Besitzlosen, Handwerker und Gewerbetreibenden</strong></li>
<li>„In reich mit Allmenden ausgestatteten Gebieten treffen wir beinahe immer das Prinzip der <strong>gleichen</strong> Erb<strong>teilung</strong> an. Ohne die vorhandenen Gemeindegüter würde es vielen Erben kaum möglich sei, das so verkleinerte, mit Schulden belastete Besitztum anzutreten.&#8220; (S.27)</li>
<li>&#8222;Nicht unwichtig &#8230; ist die<strong> Unmöglichkeit, die Allmende zu beleihen und zu verschulden</strong>. Gerichtliche Exekution ist nicht ausführbar.&#8220;</li>
<li>Die Allmende ist für Franz Christoph: &#8222;Grundlage einer wahren Heimstätte: <strong>Hort, Schutz, Zuflucht&#8220;</strong></li>
<li>&#8222;Für die <strong>Armenpflege</strong> ist die Allmende sehr hoch zu bewerten. Durch sie wird auf anständige, vornehme Weise erreicht, was keine andere Unterstützung bewirken kann.&#8220;(S.30)</li>
<li>&#8222;&#8230;daher finden wir auch die <strong>Abwanderung </strong>der Arbeiter <strong>besonders stark</strong> in den Provinzen Ost- und Westpreussen, Pommern, Schlesien und Posen, <strong>wo </strong>der Grossgrundbesitz herrscht,<strong> keine Allmenden</strong> und keine leistungsfähigen Bauern <strong>vorhanden sind</strong>&#8230;. „Süddeutsche, vorwiegend kleinbäuerliche Betriebe mit reich versehenem Allmendland weisen dagegen nur eine geringe Abwanderungsziffer auf.&#8220; (S.32)</li>
<li>„in den Staaten mit landwirtschaftlichen Grossbetrieben und Industrie bildet sich schnell ein Gegensatz von arm und reich aus. <strong>Diesem Gegensatz seine Schärfe zu nehmen, vor seinen Folgen zu bewahren, bedeutet der Allmendbesitz ein sicheres Mittel</strong>.&#8220; (S. 32)</li>
<p>Mit zunehmender Erbteilung und Erhöhung der Anzahl der Nutzungberechtigten an der Allmenden und der <strong>gleichzeitigen Entstehung neuer politischer Gemeinden neben der Realgemeinde</strong>, erhöhten sich die Ansprüche auf Mitnutzungsrechte an den Allmenden. Die Gesetzgebung unterstützte die Interessen der politischen Gemeinde! Entweder &#8222;zog die politische Gemeinde alles Gemeingut als Gemeindevermögen oder als Gut zur Nutzung bestimmter Bürgerklassen an sich, oder die Markgenossenschaft erhielt sich neben der politischen Gemeinde als privatrechtliche Körperschaft.&#8220;</ul>
<p>Die<strong> Logik der Zerstörung der Allmende</strong> hat sich bis heute erhalten:</p>
<blockquote><p>&#8222;Bei dem Erlasse der Gesetze über Aufhebung und Teilung der Allmende oder Gemeinheiten stellte man sich hauptsächlich auf den <strong>einseitigen wirtschaftlichen Standpunkt</strong>. Die Steigerung der Produktion durch Zerschlagen des Gemeinbesitzes und Vergeben desselben an Privatpersonen war die Parole. Die <strong>soziale Bedeutung der Allmende für die Volkswohlfahrt wurde vollständig übersehen</strong>.&#8220; (S. 25)</p></blockquote>
<p><strong>Die Probleme nachhaltiger Allmendbewirtschaftung waren damals ähnlich wie heute:</strong></p>
<p>Unter anderem gab zur Sicherstellung der &#8222;sachgemässen Pflege&#8220; bei Äckern oft <strong>langjährige Nutzungsvereinbarungen</strong> (14-18 Jahre) oder lebenslängliche Pacht (S. 19-21).</p>
<p>Und: „Es ist entschieden nicht gutzuheissen, wenn sich die Gemeinde aller Rechte bei der Übergabe des Ackers an diesem begibt und nur das Eigentum behält. Sie muss die Möglichkeit haben, müssige, faule Menschen zur notwendigsten Kultur und Düngung anhalten zu können, ferner muss sie den Trunkenbolden, notorischen Schuldenmachern und Nichtsnutzern die Ländereien entziehen dürfen, wenn diese solche nur dazu benutzen, um Schulden zu machen und das Gut durchzubringen. Derartige Bestimmungen enthalten auch die meisten Ortsstatuten der mit Allmenden gesegneten Gemeinden in Süddeutschland. Weiter ist erforderlich, bestimmte Normen über die Entschädigung für Dung, gute Bewirtschaftung zu haben&#8230;&#8220;</p>
<p>Es gab also <strong>immer klare Regeln und Allmende waren immer sanktionsbewehrt</strong>.</p>
<p>Das Fazit von Franz Christoph: <strong>„</strong>Die Nachteile (der Allmende) sind durchweg auf&#8217;s Konto der menschlichen Natur zu schreiben<strong>. </strong>Auch in der Allmendwirtschaft wird der unvollkommene Mensch stets das grösste Hindernis für den ideal vollkommenen Wirtschaftsbetrieb sein.&#8220; Das klingt wie aus dem vor letzten Jahrhundert und ist es auch, sagt aber genau das, was wir heute so formulieren: Die so genannte <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende" target="_blank">Tragik der Allmende</a> ist immer eine Tragik der menschlichen Gemeinschaft</strong>.</p>
<p>Höge meint zudem, wir &#8211; die dem Commonsbegriff zugeneigten Linken- unterschätzten die <strong>Machtfrage</strong>. Mir wird nicht klar wie er darauf kommt.</p>
<p>Ich kenne kaum eine größere Herausforderung für völlig vermachtete Strukturen (Microsoft) als die Strategie von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stallman" target="_blank">Richard Stallman</a> und der Freien Software Bewegung. Gleiches gilt für die Entwicklung freier Lizenzen als stärkste Waffe in den &#8222;<a href="http://www.resoom-magazine.de/news-special-display-pages/detailed-article/article/urheberrechtskriege-sind-fuer-musikindustrie-nicht-zu-gewinnen/" target="_blank">Urheberrechtskriegen</a>&#8222;. Und wer stellt die Machtfrage so radikal wie die Bolivianer, die das Verbot der Privatisierung der Gemeingüter jetzt in <a href="http://www.boell.de/demokratie/demokratie-5959.html" target="_blank">ihre Verfassung </a>geschrieben haben?</p>
<p>Instrumente und Projekte, die <strong>Commons </strong><strong>in den unterschiedlichsten Eigentumsformen</strong><strong> als (oft dezentrale) Räume der Freiheit, der Selbstentfaltung und Selbstorganisation, der Kooperation und Solidarität </strong>erweitern sind IMMER eine Herausforderung an die Macht. Sie zielen IMMER darauf ab, Monopole oder absolutes Herrschaftseigentum über Dinge zu knacken.</p>
<p>Ich werde Helmut Höge ein<a href="http://commonsblog.wordpress.com/das-buch-el-libro/" target="_blank"> Commonsbuch</a> zur Rezension schicken! Es wird ja bald der Öffentlichkeit vorgestellt. Genauer: <strong>Am 23. März 2009 </strong>in Berlin, hbs, Schumannstraße 8, 19. Uhr</p>
<p>PS. Der Schlußsatz von Höge ist grandios: Mit Verweis auf meinen Blog steht da: &#8222;Möge Gott Ihrer armen Seele gnädig sein:  “www.commonsblog.de”. Hach, der liebe Gott. Zu dem habe ich nie gebetet. Mir bleibt deshalb gar nichts anderes übrig, als auf die Macht der Visionen und die Kraft der Ideen, Kreativität und Kooperation zu bauen.</p>
<pre>foto on flickr by <a href="http://flickr.com/photos/alexeya/" target="_blank">alexeya</a></pre>
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		<title>Allmend auf Switzerdütsch: Zelgen</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/01/26/allmend-auf-switzerdutsch-zelgen/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 07:45:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Historisches Schweizer Lexikon]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Historische Lexikon der Schweiz definiert die Allmende dreisprachig. Deutsch, Italienisch und Französisch (wann folgt Rätoromanisch?) Die Schweizer benutzen bekanntlich viele putzige Wörter &#8211; schon deshalb macht es Spaß, im Lexikon zu blättern. Dabei findet man u.a. die klassische (historische) Allmende gut beschrieben:
&#8222;Als A.en bezeichnet werden Weiden -, Wald &#8211; und Ödlandflächen, die von den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=800&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://farm4.static.flickr.com/3162/2658747952_927a2eb7b3_m.jpg" alt="" width="240" height="180" />Das<a href="http://www.hls-dhs-dss.ch/index.php" target="_blank"> Historische Lexikon der Schweiz </a>definiert die Allmende dreisprachig. Deutsch, Italienisch und Französisch (wann folgt Rätoromanisch?) Die Schweizer benutzen bekanntlich viele putzige Wörter &#8211; schon deshalb macht es Spaß, im Lexikon zu blättern. Dabei findet man u.a. die klassische (historische) Allmende gut beschrieben:</p>
<blockquote><p>&#8222;Als A.en bezeichnet werden Weiden -, Wald &#8211; und Ödlandflächen, die von den <strong>dazu berechtigten Bewohnern </strong>eines Siedlungsverbands &#8212; eines oder mehrerer Dörfer, Weiler oder Hofgruppen &#8212; zur kollektiven wirtschaftl. Nutzung ausgeschieden waren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Als idealtypisches Modells dient die <strong>verzelgte dörfliche Wirtschaft.<span id="more-800"></span></strong></p>
<blockquote><p>&#8220; &#8230; neben der Ackerflur und dem Wohnbereich mit Hofstätten und Gärten die dritte <strong>ökonom.-rechtl. Zone</strong>&#8230;<a href="http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D13702.php" target="_blank">(Zelgensysteme</a>).&#8220;</p></blockquote>
<p>Zelgensysteme unterschieden sich substantiell von der Dreifelderwirtschaft. Sie waren waren offenbar produktiver und <strong>zwangen -auf Grund ihres Designs- zur Kooperation.</strong></p>
<blockquote><p>&#8222;Als Z. werden <strong>Bodennutzungssysteme</strong> bezeichnet, bei denen die Ackerflur einer Siedlung in grosse &#8230; sog. Zelgen, eingeteilt war. Jede Zelge setzte sich aus Parzellen zahlreicher Besitzer zusammen und wurde mit derselben Frucht bebaut.<strong> Weil die Grundstücke nicht durch Wege erschlossen waren, mussten die Dorfbewohner in der Bewirtschaftung kooperieren</strong>. Die Fruchtfolgen der Zelgen eines Dorfes waren verschoben, so dass sie im selben Jahr versch. Früchte trugen (oder brachlagen). Zwischen dem HochMA und dem 19. Jh. waren Z. in weiten Teilen Mittel-, Nord- und Osteuropas verbreitet. Im Gebiet der alten Eidgenossenschaft gab es v.a. Zwei- und Dreizelgensysteme&#8230;. Im Gegensatz zur Dreifelderwirtschaft , die ledigl. eine auf Betriebsebene und in Einzelhofsiedlungen praktizierte Fruchtfolge beschreibt, <strong>waren Z. in herrschaftl. und v.a. kommunale Sozialbeziehungen eingebunden</strong>: Die verzelgte Ackerflur eines Dorfes wurde hinsichtl. Anbaurhythmus und -produkt aufgrund von <strong>verbindl. Absprachen gleichartig genutzt</strong>. Sie unterlag dem Flurzwang, d.h. <strong>Normen</strong>, welche z.B. die Zeiten der Feldbestellung und Ernte, die Überfahrts- und Beweidungsrechte regelten und in Dorfrechten (Offnungen ) festgehalten wurden.</p></blockquote>
<p>Der Allmendebegriff ist in der Schweiz geläufiger als bei uns. Das liegt wohl auch daran, dass, wie mir neulich ein Schweizer Historiker schrieb, auch &#8222;<strong>eine Bushaltestelle oder eine kleine Bahnstation, den Namen &#8216;Allmänd&#8217; trägt</strong>. Zudem existieren in der Schweiz noch zahlreiche <strong>Allmendkorporationen</strong>.&#8220;</p>
<p>Das seien aber &#8222;meist superreiche private Vereinigungen, reich geworden durch die Wertsteigerung des Landes&#8230; Privat sind sie, weil das Land bei der Einrichtung des schweizerischen Bundesstaates 1848 nicht in Staatsbesitz bzw. Gemein(de)besitz überging, sondern eben bei den Bürgerschaften, die Allmendrechte hatten blieben.&#8220;</p>
<p>Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<pre>foto on flickr by <a href="http://flickr.com/photos/hwro/" target="_blank">hwro</a></pre>
Posted in Commons based Economy, Eigentum, Land, Uncategorized Tagged: Allmende, Historisches Schweizer Lexikon, Zelgen <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/800/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/800/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/800/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/800/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/800/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/800/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/800/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/800/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/800/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/800/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=800&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Daewoo kauft halb Madagaskar</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2008/11/26/daewoo-kauft-halb-madagaskar/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 13:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Globale Gemeinressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Land]]></category>
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		<description><![CDATA[Ja, es regt mich auf! Aber frau soll ja nicht immer so emotional sein. Sondern schön sachlich bleiben.
Gestern war ich zu einem Vortrag über die Sojarepublik Paraguay von Tomás Zayas (der als Aktivist massiv bedroht wird). Es geht um eines der ursprünglichsten Commons überhaupt: Das Land und jene, die es bebauen.

Paraguay wird vom Agrobusiness ausgebeutet [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1426&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://farm1.static.flickr.com/78/181102095_d9c988c194_m.jpg" alt="" width="180" height="240" />Ja, es regt mich auf! Aber frau soll ja nicht immer so emotional sein. Sondern schön sachlich bleiben.<br />
Gestern war ich zu einem Vortrag über die <strong><a href="http://fdcl-berlin.de/index.php?id=1393#c3047" target="_blank">Sojarepublik Paraguay</a></strong> von Tomás Zayas (der als Aktivist massiv bedroht wird). Es geht um eines der<strong> ursprünglichsten Commons </strong>überhaupt: <strong>Das Land und jene, die es bebauen.<br />
</strong></p>
<p><strong>Paraguay</strong> wird vom Agrobusiness ausgebeutet was das Zeug hält. Da werden die <em>communities</em> kaputt gemacht, der Boden gleich mit. Da werden die kulturellen Rechte der vorwiegend indigenen Bevölkerung mit Füßen getreten. Da werden über 60 % der Nahrungsmittel des Landes importiert &#8211; obwohl im Prinzip genug landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung steht. Doch Tonnen von Soja verlassen das Land, und zwar ohne Exportsteuer(!). Dh. das Gemeinwesen kriegt nichts zurück. Den makroökonomischen Kennziffern sieht man die Fakten nicht an.</p>
<p>Da gibt es etliche <a href="http://www.foei.org/es/who-we-are/testimonies/paraguay-transnacionales-de-la-soja-al-servicio-de-la-muerte" target="_blank"><strong>Todesfälle </strong></a>-vor allem unter Kindern. Auch zahlreiche Mißbildungen sind zu beklagen, denn auch gedüngt wird, was das Zeug hält. Selbst dort, wo viele Menschen mit dem Gift in Berührung kommen. Aber bitte immer sachlich bleiben!</p>
<p>Dann komme ich heim, mache den Rechner an und lese:<br />
<strong>&#8222;Südkorea hat vor kurzem die Hälfte alles bebaubaren Landes in Madagaskar gepachtet&#8220;. Es geht um 1, 3 Millionen Hektar.</strong> (<a href="http://www.readers-edition.de/2008/11/25/madagaskar-13-millionen-hektar-an-suedkoreanischen-konzern-verpachtet/" target="_blank">vía</a> &#8211; Zusammenfassung der bisherigen Diskussion)<span id="more-1426"></span></p>
<p>Genauer formuliert es die Financial Times: <a href="//www.dwlogistics.co.kr/main/e_index.asp" target="_blank">Daewoo Logistics</a><strong> to cultivate Madagascar land for free </strong>(<a href="http://www.ft.com/cms/s/0/6e894c6a-b65c-11dd-89dd-0000779fd18c.html" target="_blank">ft.com</a>)</p>
<p>Was sie wollen? Palmöl pressen (von 300.000 ha Palmpflanzungen) und Mais exportieren. Es soll so viel sein, dass es für die Hälfte des südkoreanischen Bedarfs reicht und auch noch was in Drittländer reexportiert werden kann. Es geht auch um Futter für Autos, nehme ich an. Nicht nur um Essen für Menschen.<br />
Dabei steht angeblich <strong>Ernährungssicherheit</strong> wieder ganz oben auf der politischen Agenda. Die Frage ist nur: Wessen Ernährungssicherheit?</p>
<p><strong>Doch kommen wir &#8211; ganz sachlich &#8211; zu den Fakten. </strong></p>
<p><strong></strong></p>
<li>Daewoo hat im <strong>Mai 2008</strong> ein &#8222;memorandum of understanding&#8220; mit der madagassischen Regierung unterzeichnet.</li>
<li>Daewoo glaubt, dass es <strong>keinerlei Pachtgebühren</strong> zahlen wird, denn es sei &#8222;undeveloped land&#8220;,  bisher unberührt ( <a href="http://www.panda.org/about_wwf/where_we_work/africa/where/madagascar/environmental_problems_in_madagascar/index.cfm" target="_blank">vgl. zur ökologischen Situation in Madagaskar</a>) &#8211; Diese Info ist noch nicht ganz wasserdicht, woanders ist von &#8222;billigem Land&#8220; die Rede.</li>
<li>Madagaskar würde den<strong> Gewinn mit 30 %</strong> <strong>besteuern</strong> (das steht angeblich <a href="http://news.naver.com/main/read.nhn?mode=LSD&amp;mid=sec&amp;sid1=110&amp;oid=025&amp;aid=0001982681" target="_blank">hier</a>)</li>
<li>Madagaskar (wer genau?) könnte von Daewoo&#8217;s <strong>Investitionen</strong> in Straßen, Bewässerung und Lagerkapazitäten profitieren, aber</li>
<li><strong>Extraktive Industrien lassen überlicherweise nichts</strong> &#8211; außer Umwelt- und Sozialproblemen- im Land <strong>zurück</strong> (so wie in Paraguay oder wie in den <a href="../../../../../2008/01/17/wem-gehort-das-gold-lateinamerikas/" target="_blank">Gold-, Silber- und Kupferminen ganz Lateinamerikas</a>). Was die Gewinnbesteuerung an Bargeld bringen mag, ist demgegenüber ein Tropfen auf den heißen Stein.</li>
<blockquote><p><strong></strong> &#8222;It is unclear<strong> if any of the production will remain in Madagascar</strong>, an impoverished nation where the World Food Programme provides food relief to about 600,000 people &#8211; about 3.5 per cent of the population. The WFP, the UN agency in charge of emergency food relief, said <strong>more than 70 per cent of Madagascar&#8217;s population lives below the poverty line</strong>. &#8222;Some <strong>50</strong> <strong>per cent of children</strong> under three years of age suffer<strong> retarded growth</strong> due to a chronically inadequate diet,&#8220;</p></blockquote>
<p>Besonders interessant in Sachen Kooperationsbereitschaft ist nun Folgendes: <a href="http://andrydago.wordpress.com/2008/10/21/malagasy-land-and-foreign-investments/">Auf Cyber Observer</a>, war ein Jurist und Blogger &#8211; Andrydago &#8211; der Frage des <strong>Rechtsrahmens für Ausländische Direktinvestitionen</strong> (FDI) nachgegangen. Er versucht dabei, die Sicht der ausländischen Direktinvestoren nachzuvollziehen. (Wobei auch er weiß: &#8222;Taxes from these 02 big companies are not enough to enable the Malagasy governement to do great public works.) Andrydago stellt fest:</p>
<blockquote><p><em>1. das Land darf ausschließlich für geschäftliche Zwecke<strong> </strong>genutzt werden. Jeder persönliche Gebrauch und jede Nutzung, die sich von der Art der Nutzung unterscheidet, die er der Regierung Madagaskars „versprochen&#8220; hat, sind verboten</em>.</p>
<p><em>2. die ausländische Gesellschaft oder der ausländische Investor müssen einen Businessplan &#8230;vorlegen.</em></p>
<p><em>3. die ausländische Gesellschaft oder der ausländische Investor müssen&#8230;eine formale Zustimmung namens „Zulassung zum Landerwerb&#8220; beantragen&#8230;. Wenn eine solche Zulassung erteilt wird, gibt sie der ausländischen Gesellschaft oder dem ausländischen Investor dieselben Rechte wie einer madagassischen Person, Land in Madagaskar zu besitzen.&#8220;</em></p></blockquote>
<p>Was aber passiert, wenn jenen, denen das Land nun gehört, nicht mehr grundsätzlich daran gelegen ist, dass die damit verbundenen natürlichen, sozialen und kulturellen Ressourcen auch erhalten bleiben, weil ihnen die <strong>Bindung</strong> zu diesem Stückchen Erde fehlt? Weil sie es als &#8222;<strong>Investitionsobjekt</strong>&#8220; betrachten, für das sie einen &#8222;Preis&#8220; zahlen (oder nicht mal das). Weil sie woanders hin gehen können, wenn es sich &#8222;nicht mehr rechnet&#8220;? Weil es im Grunde eben nicht &#8222;ihr&#8220; Land ist, nicht im emotionalen Sinne!?</p>
<p>Dann sind meist auch die Commons kaputt. Und <strong>der Preis der Zerstörung der Commons ist hoch</strong>, wie man in der Sojarepublik Paraguay sehen kann. So hoch, dass er sich nicht beziffern lässt. Der Preis der Commons ist nicht messbar. Er ist unermesslich. Es geht eben um&#8217;s Ganze, um <strong>Lebensgrundlagen</strong>. Der Daewoo Manager hat  durchaus recht, wenn er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir möchten dort Mais pflanzen, um unsere Lebensmittel[versorgung] zu sichern. Lebensmittel können eine Waffe sein auf dieser Welt.”</p></blockquote>
<p>Das internationale Netzwerk <a href="http://www.grain.org/about/">GRAIN</a> hat einen aktuellen <a href="http://www.grain.org/briefings/?id=212" target="_blank">Report </a>zu dieser Art von <strong>neuem Landraub </strong>weltweit erstellt. Da finden sich dann noch ein paar mehr Fakten.</p>
<pre>foto on flickr: irrigated crops in Madagascar by <a href="http://flickr.com/photos/olly_boyo/" target="_blank">Olly Boyo</a></pre>
Posted in Commons, Globale Gemeinressourcen, Land, Ressourcenkonflikte Tagged: Ausländische Direktinvestitionen, common, Daewoo, Land, Madagaskar, Mais, Palmöl, Paraguay, Soja <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/1426/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/1426/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/1426/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/1426/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/1426/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/1426/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/1426/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/1426/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/1426/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/1426/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1426&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Marschrichtung Zuckerökonomie: Wem gehört die Natur?</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2008/11/13/auf-dem-weg-in-die-zuckerokonomie-wem-gehort-dann-die-natur/</link>
		<comments>http://commonsblog.wordpress.com/2008/11/13/auf-dem-weg-in-die-zuckerokonomie-wem-gehort-dann-die-natur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 11:09:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
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		<description><![CDATA[
Die internationale ETCgroup hat einen neuen Report zur &#8222;Kommodifizierung&#8220; (marktwirtschaftlichen Verwertung) der Wissensallmende und zur Konzentration des Zugriffs auf natürlichen Ressourcen veröffentlicht.
ETCGroup steht für eine hervorragende Spürnase der Themen von morgen, für die treffsichere Identifizierung neuer &#8222;Einzäunungen der Gemeingüter&#8220; und für topaktuelle Informationen aus Forschung und Wirtschaft.
Titel des neuen Reports: Wem gehört die Natur? &#8230;
Er [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1319&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://commonsblog.files.wordpress.com/2008/11/sugar-economy1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1328" title="sugar-economy1" src="http://commonsblog.files.wordpress.com/2008/11/sugar-economy1.jpg?w=527&#038;h=372" alt="sugar-economy1" width="527" height="372" /></a></p>
<p>Die internationale <a href="http://www.etcgroup.org/en/" target="_blank">ETCgroup</a> hat einen<strong> neuen Report zur &#8222;Kommodifizierung</strong>&#8220; (marktwirtschaftlichen Verwertung) der Wissensallmende und zur Konzentration des Zugriffs auf natürlichen Ressourcen veröffentlicht.</p>
<p>ETCGroup steht für eine hervorragende Spürnase der Themen von morgen, für die treffsichere Identifizierung neuer &#8222;Einzäunungen der Gemeingüter&#8220; und für topaktuelle Informationen aus Forschung und Wirtschaft.</p>
<p>Titel des neuen Reports: <strong>Wem gehört die Natur? </strong>&#8230;<span id="more-1319"></span></p>
<p>Er hat 48 Seiten und steht <a href="http://www.etcgroup.org/upload/publication/pdf_file/707" target="_blank">hier</a> als pdf zur Verfügung.</p>
<p><strong>Zentrale Themen:</strong> Ernährung, Landwirtschaft, Gesundheit, Biotech aber auch Soft- und Hardwareproduktion sowie die strategischen Bewegungen auf globaler Ebene, um noch die letzten natürlichen Reserven der kapitalistischen Landnahme einzuverleiben. Kurz: ETC bringt die Zahlen zur Einzäunung der Nahrungskette als &#8222;ultimate enclosure&#8220; (<a href="http://commonsblog.wordpress.com/2008/08/19/fotofundsache-von-der-allmendewiese/" target="_blank">Vandana Shiva</a>).</p>
<p>Teil des Reports sind die aktuellen TOP 10 Listen der Aufkäufer unserer Lebensgrundlagen und der <a href="http://www.attacmarburg.de/wissensallmende/basistext/" target="_blank">Wissensallmende.</a> Letztere umfassen genetische und andere immaterielle Ressourcen, die in der Regel in biologische Ressourcen eingeschrieben sind, somit den gesamten Saatgut- und Pharmabereich aber auch Informationen und kulturelle Inhalte.</p>
<p><strong>Beim Saatgut sieht das im Jahr 2007 so aus: (Zahlen der ETC Group)<br />
</strong></p>
<p>1. Monsanto (US)                                 23% (Anteil am globalen Markt)<br />
2. DuPont (US)                                     15%<br />
3. Syngenta (Switzerland)                     9%<br />
4. Groupe Limagrain (France)               6%<br />
5. Land O&#8217; Lakes (US)                            4%</p>
<p>Dann weiter mit KWS AG (Germany), Bayer Crop Science (Germany), Sakata (Japan), DLF-Trifolium (Denmark) und Takii (Japan) .</p>
<p><strong>Die Top 10 </strong>halten damit  <strong>67%.</strong> Die <strong>Top 5</strong> sind mit<strong> 57 %</strong> mit von der Partie.</p>
<p>Bei <strong>Pestiziden</strong> liegt nach wie vor &#8222;Deutschland ganz vorn&#8220; (Man ist hier ja so gern Weltspitze. Es gibt eben zweifelhafte Weltrekorde.)</p>
<p>1. Bayer (Germany)                             19%<br />
2. Syngenta (Switzerland)                  19%<br />
3. BASF (Germany)                              11%<br />
4. Dow AgroSciences (USA)               10%<br />
5. Monsanto (USA)                                9%<br />
Dann weiter mit DuPont (USA), Makhteshim Agan (Israel), Nufarm (Australia), Sumitomo Chemical (Japan), Arysta Lifescience (Japan).<br />
Hier halten <strong>10 Firmen 89%</strong> der Anteile am Globalen Markt und <strong>5 Firmen 68 %.</strong></p>
<address>(Source: Agrow World Crop Protection News, August 2008)</address>
<p>Und schließlich der <strong>Pharmabereich</strong>. Die Zahlen gelten für <strong>2006</strong> und die Prozentangaben beziehen sich auf den Anteil der Verkäufe unter den TOP 100.</p>
<p>1. Pfizer                          8.9%<br />
2. GlaxoSmithKline        8.0%<br />
3. Sanofi-Aventis           7.6%<br />
4. Roche                        5.4%<br />
5. AstraZeneca             5.3%</p>
<p>Weiter geht es mit Johnson &amp; Johnson, Novartis, Merck &amp; Co., Wyeth und Lilly. <strong>Die TOP 10 kommen auf 55 %.</strong></p>
<address>(Source: Scrip 100, 2007/2008)</address>
<p>Es ist immer gut zu wissen, wer über den Inhalt unserer Kühl- und Apothekerschränkchen verfügt.</p>
<p>Von circa 1,000 biotech start-ups der letzten 15 Jahre kontrollieren nun 10 Firmen circa drei Viertel der Einnahmen. Und auch im Hard- und Softwarebereich sieht es ähnlich aus: Auf Seite 33 werden die Einnahmen  der größten IT-Firmen aufgelistet. (An erster Stelle Hewlett-Packard, dann weiter mit IBM, Microsoft, Fujitsu Limited, Apple, Oracle und Google.)</p>
<p>Mit dem Kollaps der Systeme -Ökosysteme, insbesondere Klima, Nahrungsmittelproduktion und Finanzsystem- wird es einen neuen Anreiz des &#8222;<strong>engineering of living organisms at the nano-scale</strong> (a.k.a. synthetic biology)&#8220; geben, warnt der Bericht.</p>
<p><strong>Jeder technologische Sprung erhöht die Privatisierungsmöglichkeiten</strong>, da die bereits entzifferten Bausteine von Wissen und Leben immer kleiner werden. Heute gibt es Patente auf chemische Elemente und Gensequenzen. Morgen können es die unvorstellbar kleinen Bestandteile dieser Elemente auf Nanoskala sein. (siehe <a href="http://commonsblog.files.wordpress.com/2008/11/rede-elevate.pdf" target="_blank">Eröffnungsrede</a> zum Elevate Festival.)</p>
<p>Dazu auch der alternative Nobelpreisträger und Gründer der ETC Group<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pat_Mooney" target="_blank"> Pat Mooney</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;About one-quarter of the world&#8217;s biomass has already been commodified. With <strong>extreme genetic engineering</strong>, we&#8217;re seeing new corporate strategies to capture and commodify the three-quarters of the world&#8217;s biomass that has, until now, remained beyond the market economy.&#8220;</p></blockquote>
<p>und weiter:</p>
<blockquote><p>&#8222;Advocates of synthetic biology &#8211; the creation of <strong>designer organisms built from synthetic DNA</strong> &#8211; are promising a post-petroleum future where fuels, chemicals, drugs and other high-value products depend on biological manufacturing platforms fuelled by plant sugars. In the<br />
<strong>21st century &#8222;<a href="http://www.peakoil.com/article43387.html" target="_blank">sugar economy</a>,</strong>&#8220; industrial production will be based on biological feedstocks (agricultural crops, grasses, forest residues, plant oils, algae, etc.) whose sugars are extracted, fermented and converted into high-value products. Synthetic microbes will become &#8222;living chemical factories&#8220; that require massive quantities of plant biomass.&#8220;</p></blockquote>
<p>Woher kommt die Hoffnung? &#8222;From the edges&#8220; (Von den Rändern), würde Mooney sagen: Auch wenn Monsanto fast ein Viertel der gesamten proprietären Saatgutproduktion kontrolliert, haben noch immer drei Viertel der Bauern weltweit ihr Saatgut unter Kontrolle. Sie bewahren es von der letzten Ernte auf, tauschen, säen erneut aus, passen es den lokalen Bedingungen an. Nur so geht Adaption an veränderte (Klima-) Bedingungen, nicht so: siehe Bild oben. Und nicht mit dem Ruf nach Genmanipulation für mehr Klimaresistenz.</p>
<p>Das gleiche gilt für die Vertriebswege: Wal-Mart mag der weltgrößte Auf- und Verkäufer von Lebensmitteln sein (46% des globalen Umsatzes!), aber noch immer werden<strong> 85% der weltweit produzierten Lebensmitte</strong>l im unmittelbaren Umfeld der Produzenten konsumiert. Ausserhalb des Marktsystems.</p>
<p>Den <strong>Commonssektor auszuweiten</strong> heißt, diese -nicht marktförmig zugerichteten- Produktions- und Reproduktionsformen zu unterstützen. Überall und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.</p>
<p>Zur Zuckerökonomie mehr <a href="http://www.etcgroup.org/_page24?pub_id=703" target="_blank">hier</a>.</p>
<address>Foto: dies und vieles mehr <a href="http://www.shtig.net/" target="_blank">hier</a></address>
Posted in Biodiversität, Commons, Eigentum, Globale Gemeinressourcen, Land, Ressourcenkonflikte Tagged: Besitz, Ernährung, ETC group, Gesundheit, Konzentration, Landwirtschaft, Natur, Saatgut, Verwertung, Zuckerökonomie <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/1319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/1319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/1319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/1319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/1319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/1319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/1319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/1319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/1319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/1319/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1319&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>&#8222;Die vielköpfige Hydra&#8220;</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2008/10/16/vielkopfige-hydra/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 21:58:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Vielköpfige Hydra]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute ein Buchtipp. Noch vor wenigen Wochen hatte ich mir das erste Kapitel aus „The Many-Headed Hydra&#8220;  im Original ausgedruckt. Hatte also die Geschichte des Schiffbruchs der Sea Venture, 1609, bereits gelesen und mich in den Bann ziehen lassen. Hier die Kurzfassung (vía):
&#8222;Auf dem Weg von Plymouth nach Virginia geriet dieses Schiff der Virginia Company [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1067&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://www.sjakoo.nl/img2/12089.jpg" alt="" width="156" height="226" />Heute ein <strong>Buchtipp</strong>. Noch vor wenigen Wochen hatte ich mir das erste Kapitel aus „The Many-Headed Hydra&#8220;  im Original ausgedruckt. Hatte also die Geschichte des<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sea_Venture" target="_blank"> Schiffbruchs der Sea Venture,</a> 1609, bereits gelesen und mich in den Bann ziehen lassen. Hier die Kurzfassung <a href="http://www.wildcat-www.de/wildcat/70/w70hydra.htm" target="_blank">(vía)</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Auf dem Weg von Plymouth nach Virginia geriet dieses Schiff der Virginia Company bei den <strong>Bermudas</strong> in einen fürchterlichen Hurrikan. Nach drei Tagen des aussichtslosen Kampfes gegen die Elemente gab die Besatzung auf. Angesichts des nahen Todes brachen sie in die Kapitänskajüte ein und plünderten die Schnapsvorräte. Im Vollrausch strandeten sie wie durch ein Wunder auf einer »unbewohnten« Insel, ohne dass jemand zu Tode kam. &#8230;<span id="more-1067"></span>Die Passagiere bestanden aus mehr bzw. meist weniger freiwilligen Siedlern für die englische Kolonie in Virginia. Schnell entdeckten sie, dass die »barbarischen« Bermudas mehr versprachen als das mühselige Leben in Virginia. Der britische Gouverneur konnte erst durch einige öffentliche Hinrichtungen der Rädelsführer verschiedener Meutereien die Disziplin auf den Bermudas herstellen. Damit wurde die wilde Siedlung zur Keimzelle einer neuen englischen Kolonie. Aber vielen gelang auch die Flucht in die Wälder, wo sie zusammen mit den Einheimischen lebten.&#8220;</p></blockquote>
<p>Nun ist der Klassiker der <em>Geschichte von unten</em> auf deutsch erschienen:</p>
<p><strong>Linebaugh, Peter &amp; Marcus Rediker:</strong> <strong>Die vielköpfige Hydra, Die verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks.</strong> (<a href="http://www.assoziation-a.de/neu/Die_vielkoepfige_Hydra.htm" target="_blank">AssoziationA</a>)</p>
<p>Die Autoren beleuchten Ursprünge und Aufstieg des frühen globalen Kapitalismus im Gebiet des „englischsprechenden Atlantiks&#8220; vom Ende des 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, Es ist die Geschichte der verarmten Massen, der Seeleute und Sklaven, der Schuldknechte, der einfachen Frauen, der marginalisierten Arbeiter und Bauern und all jener, die auf die sogenannten <strong>„common rights&#8220;</strong> dringend angewiesen waren. <strong>Es ist die Geschichte der commoners.</strong></p>
<p>2001 wurde das Buch mit dem International Labor History Award ausgezeichnet.</p>
<p><a href="http://www.taz.de/1/leben/buch/artikel/1/black-atlantic/" target="_blank">Hier</a> noch eine Kritik der taz, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Vor allem weil der Autor -recht diffus- auf die so genannte &#8222;Tragik der Allmende&#8220; anspielt. Diese Metapher ist hier schon zur Genüge kritisiert worden.</p>
<p><a href="http://www.wildcat-www.de/wildcat/70/w70hydra.htm" target="_blank"></a></p>
Posted in Commons, Eigentum, Land, Ressourcenkonflikte Tagged: Geschichte der Commons, Linebaught, Rediker, Vielköpfige Hydra <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/1067/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=1067&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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