Monsanto: von Drehtüren und Werkzeugen die keine sind

Michael Grolm, der Thüringer Imker der für seine Überzeugungen ins Gefängnis geht, sagt Sätze die jeder versteht. Etwa:

Der ehemalige Monsanto-Chef spricht davon, dass die Gentechnik ein Werkzeug sei. Nicht gut und nicht schlecht. Eben ein Werkzeug. Aber ein Werkzeug ist so etwas wie ein Hammer oder eine Schere. Die kann ich benutzen, um etwas zu tun. Doch diese Technologie benutzt uns! Sie macht etwas mit uns, nicht wir mit ihr.

Gestern Abend habe ich für INKOTA an einer Diskussionsveranstaltung zum überMacht-Film-Festival teilgenommen. Ich komme spät. Öffne die Tür. Der Saal des KuBus ist voll. Man muss wissen: Den Rest des Beitrags lesen »

Sherwood Forest ist überall

….nur dieser Artikel von Bernard Pötter in der jüngsten Ausgabe von Le monde diplomatique leider nicht. Jedenfalls ist er nicht vollständig im Netz.

Es ist der Stoff, aus dem Heldengeschichten gemacht sind: die Verteidigung der Gemeingüter gegen den Zugriff eines Einzelnen. Anfang des 13. Jahrhunderts begann der König von England, den Wald für seine Jagden und für die Versorgung seiner Günstlinge zu seinem exklusiven Eigentum zu machen. Bis dahin hatten alle Menschen das Recht, im Wald zu jagen, Holz zu sammeln und in den Gewässern zu fischen, auch wenn das Land dem König gehörte. Dieser kalten Aussperrung widersetzte sich nicht nur der Adel mit der Magna Charta, dem wichtigsten Verfassungsdokument Englands, mit der 1215 der englische Herrscher in seine Schranken gewiesen wurde – sondern auch ein Mann, dessen Taten legendär wurden: Rob Hod, besser bekannt als Robin Hood. Mehr in der aktuellen Printausgabe der Monde Diplomatique,

Mehr gib’ts aber auch hier und vor allem hier. Und morgen muss ich zum Kiosk…

Onlinepetition gegen Gewässerprivatisierung: JETZT!

Ich bin gerade in El Salvador. Hier kann man gut studieren, was passiert, wenn man sich weigert, etwas als Gemeingut wahrzunehmen. Beispiel: der Zugang zu Gewässern im Däumling Lateinamerikas. Wer zum Strand fährt, sieht statt des Meeres Mauern. Alles zugepflastert. Privateigentum. Kein Platz für die Allgemeinheit. Der Zugang zum Meer oder zum wundervollen Lago de Coatepeque kostet Geld (indem man sich in ein Hotel einmietet oder in einem Restaurant speist) oder wird auf die weniger attraktiven Orte verdrängt. (Mehr hier.) Ähnlich sieht es am Ilopango aus.
Auch in Deutschland steht die Privatisierung der Gewässer auf der Tagesordnung. Dagegen gibt es Widerstand, doch einer Internetpetition gegen das Voranschreiten derselben droht noch diese Woche das Scheitern.

„Vier Tage vor Ablauf der Unterschriftenfrist für den Aufruf an den Bundestag hätten sich erst gut 5.400 Unterstützer eingetragen,… Den Rest des Beitrags lesen »

Das Undenkbare denken: Global Agricultural Commons

Wir spielen Russisches Roulette mit der Erde. Die Klimaforscher – hier Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK – bedienen drastische Bilder. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig. Schellnubers Präsentation!

Er sagt: Wir stehen vor der MAD Herausforderung (Akronyme können wunderbar mehrdeutig sein). MAD heißt: Mitigation (Klimawandel verhindern) + Adaption (an Klimawandel anpassen) + Development (Entwicklung). Der zentrale Vorschlag: Wir brauchen eine Große Transformation der Land- und Wassernutzung! Ein Global Agricultural Commons. Den Rest des Beitrags lesen »

Neuerscheinung: Wem gehört die Welt?

Das Buch erscheint am 06. März. Sagt der Verlag! Ich freue mich und bringe hier die Ankündigung.

»Gemeingüter sind Räume, in denen wir frei sind.« Yochai Benkler, Harvard University

Wem gehört die Welt?

Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches Leben gehören. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird eingezäunt und kommerzialisiert – zu unserem Schaden. Davon zeugen… Den Rest des Beitrags lesen »

Commons: Herausforderung der Macht

Helmut Höge, Genossenschaftsexperte und taz-Blogger, hat unseren Contrasteschwerpunkt zur Peer Economy kritisiert.(vgl. Punkt 6)

Höge setzt Commons mit Gemeineigentum gleich. Vermutlich, weil er unter Commons nur die historische Allmende versteht. Auch Commons auf die Eigentumsfrage zu reduzieren -wie Höge das tut- ist verkürzt. Das wird auch dadurch nicht besser, dass er mit diesem Kurzschluss nicht der Einzige ist. Wenn Gemeineigentum die Lösung sein soll, warum haben dann so viele Gemeineigentumslösungen den Commons nichts genützt?

Was haben wir Kooperativen unterstützt! Beispielsweise in Nicaragua, Mitte der 90er Jahre. Aber Gemeineigentum allein ist eben noch kein Garant für einen wachsenden Commonssektor (der nicht dasselbe ist wie die historische Allmende). Zur historischen Allmende allerdings hat Höge immer Interessantes zu sagen. … Den Rest des Beitrags lesen »

Allmend auf Switzerdütsch: Zelgen

Das Historische Lexikon der Schweiz definiert die Allmende dreisprachig. Deutsch, Italienisch und Französisch (wann folgt Rätoromanisch?) Die Schweizer benutzen bekanntlich viele putzige Wörter – schon deshalb macht es Spaß, im Lexikon zu blättern. Dabei findet man u.a. die klassische (historische) Allmende gut beschrieben:

„Als A.en bezeichnet werden Weiden -, Wald – und Ödlandflächen, die von den dazu berechtigten Bewohnern eines Siedlungsverbands — eines oder mehrerer Dörfer, Weiler oder Hofgruppen — zur kollektiven wirtschaftl. Nutzung ausgeschieden waren.“

Als idealtypisches Modells dient die verzelgte dörfliche Wirtschaft. Den Rest des Beitrags lesen »

Daewoo kauft halb Madagaskar

Ja, es regt mich auf! Aber frau soll ja nicht immer so emotional sein. Sondern schön sachlich bleiben.
Gestern war ich zu einem Vortrag über die Sojarepublik Paraguay von Tomás Zayas (der als Aktivist massiv bedroht wird). Es geht um eines der ursprünglichsten Commons überhaupt: Das Land und jene, die es bebauen.

Paraguay wird vom Agrobusiness ausgebeutet was das Zeug hält. Da werden die communities kaputt gemacht, der Boden gleich mit. Da werden die kulturellen Rechte der vorwiegend indigenen Bevölkerung mit Füßen getreten. Da werden über 60 % der Nahrungsmittel des Landes importiert – obwohl im Prinzip genug landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung steht. Doch Tonnen von Soja verlassen das Land, und zwar ohne Exportsteuer(!). Dh. das Gemeinwesen kriegt nichts zurück. Den makroökonomischen Kennziffern sieht man die Fakten nicht an.

Da gibt es etliche Todesfälle -vor allem unter Kindern. Auch zahlreiche Mißbildungen sind zu beklagen, denn auch gedüngt wird, was das Zeug hält. Selbst dort, wo viele Menschen mit dem Gift in Berührung kommen. Aber bitte immer sachlich bleiben!

Dann komme ich heim, mache den Rechner an und lese:
„Südkorea hat vor kurzem die Hälfte alles bebaubaren Landes in Madagaskar gepachtet“. Es geht um 1, 3 Millionen Hektar. (vía – Zusammenfassung der bisherigen Diskussion) Den Rest des Beitrags lesen »

Marschrichtung Zuckerökonomie: Wem gehört die Natur?

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Die internationale ETCgroup hat einen neuen Report zur „Kommodifizierung“ (marktwirtschaftlichen Verwertung) der Wissensallmende und zur Konzentration des Zugriffs auf natürlichen Ressourcen veröffentlicht.

ETCGroup steht für eine hervorragende Spürnase der Themen von morgen, für die treffsichere Identifizierung neuer „Einzäunungen der Gemeingüter“ und für topaktuelle Informationen aus Forschung und Wirtschaft.

Titel des neuen Reports: Wem gehört die Natur? Den Rest des Beitrags lesen »

„Die vielköpfige Hydra“

Heute ein Buchtipp. Noch vor wenigen Wochen hatte ich mir das erste Kapitel aus „The Many-Headed Hydra“  im Original ausgedruckt. Hatte also die Geschichte des Schiffbruchs der Sea Venture, 1609, bereits gelesen und mich in den Bann ziehen lassen. Hier die Kurzfassung (vía):

„Auf dem Weg von Plymouth nach Virginia geriet dieses Schiff der Virginia Company bei den Bermudas in einen fürchterlichen Hurrikan. Nach drei Tagen des aussichtslosen Kampfes gegen die Elemente gab die Besatzung auf. Angesichts des nahen Todes brachen sie in die Kapitänskajüte ein und plünderten die Schnapsvorräte. Im Vollrausch strandeten sie wie durch ein Wunder auf einer »unbewohnten« Insel, ohne dass jemand zu Tode kam. … Den Rest des Beitrags lesen »