Ich werde ja immer gefragt: Wie kommen wir von hier nach da?
Also von da wo wir grad sind zu den Commons?
Jetzt weiß ich’s:
Nach Colchester fahren und dort in die 68 einsteigen
.
[1000 Dank an MB]
Ich werde ja immer gefragt: Wie kommen wir von hier nach da?
Also von da wo wir grad sind zu den Commons?
Jetzt weiß ich’s:
Nach Colchester fahren und dort in die 68 einsteigen
.
[1000 Dank an MB]
Anfang Dezember 2012 feierte Creative Commons, die Organisation, die hinter den alternativen Lizenzen steht (darunter ein paar freie), ihr 10jähriges Bestehen. Die c3s will eine Verwertungsgesellschaft für diese Lizenzen initiieren und damit eine Alternative zur GEMA bieten.
Die Hedonistische Trickfilmsektion, in dem die GEMA mit dem gemeingutfreundlicheren c3s Modell verglichen wird. Nicht auf Hochglanz poliert, so wie sich das für eine hedonistische Trickfilmsektion gehört. c3s steht für Cultural Commons Collecting Society.
“Die C3S ist eine gemeinschaftliche Initiative mit KünstlerInnen und für KünstlerInnen, eine neue und richtungsweisende europäische Verwertungsgesellschaft zu gründen. Eine nicht-exklusive Verwertungsgesellschaft, die es MusikerInnen ermöglicht, ihre unter nicht-kommerziellen Creative-Commons-Lizenzen veröffentlichten Werke außerhalb traditioneller Schemata kommerziell verwerten zu lassen. Mehr als das, die C3S wird auch offen sein für die kommerzielle Verwertung von Werken unter anderen freien Lizenzen einschließlich der Werke, die ohne explizit definierte Lizenz veröffentlicht werden.”
Die c3s gibt es noch nicht. Es könnte sie geben… aber dafür bedarf es einer Mobilisierung. Das Video erklärt warum.
PS: “C3S vs. GEMA” ist das zweite Video der Hedonistischen Trickfilmsektion zum Thema GEMA. Letztes Jahr erschien der Clip “Die Bohlensteuer – wem die GEMA wirklich nutzt”
Wir reden manchmal salopp davon, dass sich Ideen, Wissen und Werke besser verbreiten, wenn wir das Teilen so einfach machen wie möglich. Wir wollen, dass sich die Idee der Commons verbreitet; nicht weil sie so gut ist, sondern weil nur durch eine breite Diskussion, Aneignung und kritische Würdigung ihre Ungereimtheiten, Herausforderungen, Grenzen und ihr Entfaltungspotentail abgeklopft werden können: auf dem Weg zu einer “Wissensordnung der Commons”, wie meine Kollegin Brigitte Kratzwald unter Rückgriff auf Foucault jüngst formulierte.
Deshalb und weil zudem alle 90 Autorinnen und Autoren ihre Ideen mit uns geteilt haben, sollte das Teilen der in diesem Buch versammelten Beiträge einfach werden: Mit einer Creative-Commons Lizenz (CC-BY-SA, hier geht’s zur Englischen Fassung) Das ist – auch für Autorinnen und Herausgeber – ein spannendes Experiment. Für den Verlag ohnehin. Es ist Neuland.
Was allein in den knapp 10 Monaten nach Veröffentlichung entstand, übertrifft meine Erwartungen. Den Rest des Beitrags lesen »
Auch wenn die Möglichkeit der Urheberrechtsverletzung durch Fotografie eingehegter Erdteile (auch wenn sie so klein wie eine Briefmarke sind) skuril erscheint, so ist dies doch ein Indiz für gesellschaftliches Denken. Alles, und sei es noch so irrelevant, soll kommerzialisiert werden. Vom Trinkwasser über das Urinal bis hin zum Blick auf die Welt. Genau betrachtet ist dies nicht skuril, sondern äußerst bedenklich!
Nein, es liegt nicht nur am bevorstehenden Wahlkampf, dass auch die Parteien nunmehr das Gemeingüter-/ Commonsthema für sich entdecken. Es liegt daran, dass wir alle auf der Suche sind nach einem gedanklichen Rahmen für eine Welt, in der sich Nachhaltligkeit – Gerechtigkeit – Freiheit und Demokratie zusammendenken lassen. Ohne Ökodikatur, ohne (weiter) auf Kosten der Anderen zu leben und ohne weiter im Hamsterrad zu rennen.
Gestern habe ich darüber berichtet, dass die bayrischen Piraten auf ihrem Landesparteitag einen Commonsantrag angenommen haben. Heute möchte ich mich einer Einladung der Grünen anschließen. Die Bundestagsfraktion hat ein recht umfängliches Positionspapier zu Gemeingütern zur öffentlichen Diskussion freigegeben. Der Umfang weist darauf hin, dass sich verschiedene BT-Abgeordnete an der Erarbeitung beteiligt haben.
Aus der Einladung zur öffentlichen Debatte (ACHTUNG: NUR BIS 31.Januar.)
“Der verantwortungsvolle Umgang mit Gemeingütern ist Grundlage einer gerechten Gesellschaft. Der Schutz und langfristige Erhalt von Gemeingütern gehört auf die politische Tagesordnung. Um die Positionen der Grünen Bundestagsfraktion zu diesem vielschichtigen Thema zu bündeln, wurde vom Fraktionsvorstand eine Projektgruppe eingesetzt, die das nun vorliegende Papier entwickelt hat. Darin werden neben politischen Ansätzen auch ganz konkrete Beispiele und Handlungsempfehlungen dargestellt. Wir sind der festen Überzeugung: Politik profitiert von einer regen Bürgerbeteiligung. Daher möchten wir Sie herzlich einladen, mit Ihren Anmerkungen zu einer Weiterentwicklung des Papiers beizutragen.”
Das Positionspapier befindet sich in den kommenden 2 Wochen zur Kommentierung hier.
Die Beispielthemen sind Boden, medizinische Versorgung in den Entwicklungsländern, Saatgut, Fischbestände, Internet, Kultur. Wer mag, kann sich ja auf sein jeweiliges Lieblingsthema stürzen.
Im Februar werden die öffentlichen Anregungen in der Fraktion diskutiert und das Papier entsprechend überarbeitet. Danach soll es durch die Bundestagsfraktion verabschiedet werden!
Wie wir alle wissen, geht heute das Alte Denken unter. Zeitenwende. Die Ära die etwa 1622 begann ist zu Ende. Die Welt wird sich daran gewöhnen, dass sich neue Prinzipien durchsetzen. Neue Glaubenssätze. Glaubenssätze verändern zu wollen ist, als wolle man mit einem Nussknacker Diamanten knacken. Irgendwann wird man einsehen müssen, dass die Instrumente des Alten Denkens (die Nussknacker) nicht mehr taugen.
Stattdessen richten “viele Menschen, die anders denken und viele kleine Schritte tun” etwas aus. Im Auftrag der ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel haben Holger Lauinger und Daniel Kunle von Schein im Sein diesen Menschen zugehört. Herausgekommen ist der Dokumentarfilm „Wir könnten auch anders“; ein vielstimmiges Mosaik über Lebenswirklichkeiten, Zivilengagement, Selbstorganisation, sozial-ökologische Projekte und Möglichkeiten der Teilhabe. Ein Plädoyer für eine „Politik des Kleinen“ und für ein neues Narrativ.
Die Heldinnen und Helden des Films tun das was sie tun im Wesentlichen aus eigener Kraft. Sie beschreiben das ganz authentisch:
“Fördergelder sind wie Freibier”, findet eine Protagonistin. “Sie machen einfach besoffen.” Und “gescheite Leut’ narratieren gern”, resümiert der Gründer des Lügenmuseums im sächsischen Radebeul. Fast scheint es so, als gäbe es zwischen Narr und Narrativ einen etymologischen Zusammenhang. Es gibt ihn aber nicht. Diejenigen, die am Narrativ der Zukunft, der neuen großen Erzählung spinnen, sind alles andere als Narren. Sie stellen die Welt vom Kopf auf die Füße. Sie alle sind großartige Erzähler, und auch ich durfte – hoch über Jena – in die Kamera sprechen.
Ich kannte die anderen nicht und fand dennoch, dass die Sprache der Commons, mit der der Film sich dem Ende zuneigt, treffend zu fassen vermag, was sie denken, sagen und tun. Die Zeiten wenden.
“Wir könnten auch anders” lief am 17.12.2012 im ZDF und ist noch 3 Tage in der Mediathek zu sehen. Nächster Sendetermin: Heute, Freitag, den 21.12.2012 um 20.15 Uhr und 23.45 Uhr und Sonntag, 23.12.2012 um 0.10 Uhr in ZDFkultur
Zum Trailer geht’s hier.
Gemeinschaftsstiftendes und noch dazu unabhängiges Kino? Wie das geht zeigen gerade die Kameradistinnen. Ich dokumentiere hier eine aktuelle Rundmail, die ich lediglich um ein paar Links ergänzt habe:
“In den kommenden Tagen finden überall in Argentinien große Protestveranstaltungen und Demonstrationen gegen den Konzern Monsanto statt. Indigene Radiomacherinnen im Norden Argentiniens haben Monsanto und Co. den Kampf angesagt. Ihre UKW-Stationen koordinieren in der Region Santiago del Estero die Abwehr des Landraubs der großen Agrarkonzerne. Die Radios klären die Menschen über ihre Recht auf. Sie senden, wer unter den Campesinos gerade Hilfe braucht, damit dann alle zusammenkommen können, um Schutz zu geben. Von diesen Ereignissen erzählte unser Dokumentarfilm “Sachamanta”. Auch der Filmemacher Rainer Knepperges (“Die Quereinsteigerinnen”) hat ihn gesehen. In seiner Kritik schrieb er dann:
„Eine junge Frau schüttet mit Schwung einen Eimer Wasser über das staubige Solardach ihrer unabhängigen Radiostation. Aus amerikanischen Western kennt man solche Kinoheldinnen, die irgendwo in der Weite eines kargen Landes leben, und die trotz ihrer Not zu beneiden sind um ihren Mut. Menschen, deren Stärke schon deshalb zu bewundern ist, weil jeder Einzelne von der Angst spricht und sich erinnert an die Schwäche vor dem Zusammenfinden zu einer Gemeinschaft.”
Die Radiomacherinnen von Sachamanta haben dem bundesdeutschen Publikum etwas zu sagen gehabt und sie haben es auch gesagt:
Literarische Einblicke in die Geschichte der Allmende
Nein, es geht nicht um meinen Mitblogger.
Es geht um diesen Roman von Peter Rosegger.
Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, für den Urlaub immer nach Literatur von Autor_innen der entsprechenden Gegend zu suchen. Dieses Jahr waren wir in der Steiermark, und wer in die Steiermark fährt, kommt an Peter Rosegger nicht vorbei. Rosegger gilt als wichtigster Vertreter des poetischen Realismus, der – sehr realistisch eben – die Vorgänge in seiner Heimat (obere Steiermark) prosaisch dokumentiert und reflektiert.
Nun entdeckte ich ‘Jakob er Letzte’ unter den bereits digitalisierten Büchern auf Gutenberg.de. Prima, ich wollte ohnehin darüber bloggen.
Ich hatte mir eine Ausgabe in Frakturschrift besorgt, weil ich fand, die Fraktur passt gut zum Thema und zur Sprache. Alle Nase lang musste ich Brigitte fragen: Was heißt “verganten”? Und was “Pfaiden” (das muss irgendein Kleidungsstück sein). Und redet man wirklich von “kreuzverwindierten” Bauern? Mal wusste sie Rat, mal nicht
Ich will hier einfach ein paar eindrucksvolle Ausschnitte dokumentieren. Zunächst zum Stichwort Bauernabtrennung, der Oberförster der Region um Altenmoos (das ist das Dorf, in dem die Geschichte spielt) tut sich in diesem Kontext besonders hervor. An einer Stelle sagt er:
“So muß man es schütteln, dieses Altenmoos. Was reif ist, fällt, was heut’ nicht fällt, fällt morgen. Fest anpacken.” – Er ging gegen den Reuthof.
Und auf dem Reuthof (das kommt von “reuten” = ‘Steine lesen’ um das Land urbar zu machen) lebt besagter Jakob mit seiner Familie. Er wehrt sich bis zu seinem tragischen Ende gegen das, worein die Anderen nach und nach “einwilligen”: wegzuziehen und das Land zu verkaufen.
Hier eine Szene: Den Rest des Beitrags lesen »
Mit dem Filmequipment in der Hand komme ich abends in dem 164-Einwohner-Dorf Bechstedt in Thüringen an und öffne die große Holztür zur alten Scheune. Vor mir erstreckt sich eine lange Tafel, in Kerzenlicht getaucht und nahtlos umsäumt von Menschen zwischen 16 und 60, die sich neugierig und konzentriert beim Abendessen austauschen.
Die Teilnehmer der 1. Deutschsprachigen Commons-Sommerschule sind mit den unterschiedlichsten Projekten hierher gekommen: eine Garten-Coop und ein Wohnprojekt aus Freiburg, eine Food-Coop in Potsdam, ein online Nähforum und „Freifunk“ – um nur ein paar zu nennen. Manche suchen Themen für ihre Abschlussarbeit, andere wollen neue Initiativen gründen, wieder andere das bereits Gegründete kritisch beleuchten oder ihren Erfahrungsschatz austauschen. Für manche steht die theoretische Auseinandersetzung mit „Commons“ im Vordergrund, für andere deren tagtägliche Praxis. So unterschiedlich Teilnehmer und Projekte auch sind, alle sind verbunden in dem Wunsch, eine nachhaltige, soziale, verantwortungsvolle und gleichzeitig selbstbestimmte Lebensform zu ermöglichen.
Da „Commons“ ein sehr vielfältig eingesetzter Begriff ist, nehmen wir uns immer wieder Zeit, ihn zu definieren und im Zusammenhang mit anderen Begriffen zu verstehen. Commons definiert nicht mehr nur das, was wir unter „Allmende“ bzw. „Gemeingut“ verstehen. Es beschreibt kein Gut an sich, sondern eine soziale Praxis, wie wir mit Gütern umgehen. Und diese folgt den Grundprinzipien: Selbstorganisation und Transparenz, Konsens- vor Mehrheitsprinzip, Freies Nutzen und Teilen von Wissen, keine Übernutzung aber auch keine Unternutzung von Ressourcen (z.B. die Unternutzung von von Wissen durch strenge Lizenzen). „Commons“ nicht nur als Gemeingut sondern auch als eine Methode zu verstehen, macht es möglich, … Den Rest des Beitrags lesen »
Die lange Nacht hat mich gepackt. Genauer: die hörenswerte Sendung über Marilyn Monroe, die in diesem
Jahr 85 Jahre alt geworden wäre. Bekanntlich ist sie’s nicht. So ganz und gar nicht. Die Sendung drehte sich am Schluss um die Frage, wem die Persönlichkeitsrechte (moral rights) der toten Diva gehören? Ich dachte ja immer, die seien unveräußerlich.
Also nachgeschaut bei der Wikipedia, in der auch von “Persönlichkeitsrechten” die Rede ist. Ich muss nicht alles verstehen! (Lass mich aber gern in den Kommentaren aufklären.)
Auf jeden Fall ist die Sache recht erstaunlich. Monroe starb 1962.
„Monroes Persönlichkeitsrechte besitzt heute die 1999 gegründete (sic! – SH) Firma Marilyn Monroe LLC. Eine beauftragte Agentur verwaltet das Copyright mit Bezug auf das Image der Schauspielerin. Darunter fallen ihr Aussehen, ihr Name, ihre Signatur und ihre Stimme. Das Copyright für Fotos, Lieder und Filme gehört nicht dazu. Die Agentur vermarktet Monroe in der Werbung und Modebranche oder für allgemeine Produkte wie etwa Modeschmuck, Puppen, Kalender, Poster, Postkarten, Bettwäsche oder Aschenbecher.“
Weiter heißt es: „Mit Bezug auf die Pressefreiheit und die Bildende Kunst haben ihre verbliebenen Persönlichkeitsrechte keine juristische Bedeutung.“ Hmm, ob das so stimmt? Da gibt es Lieder, die erst 15 Jahr nach ihrem Tod überhaupt veröffentlicht wurden, wie „Oh, do it again“. Das kann man hier hören. … nur bei uns nicht
. Da geht es also offenkundig um Verwertungsrechte.
Wem also gehört nun das Aussehen von Marilyn Monroe? Wer steckt hinter Marilyn Monroe LLC? Den Rest des Beitrags lesen »