Thüga-Strom in Bürgerhand

Der Thüga Verkauf (im Prinzip eher ein Rückkauf) durch E.ON macht Schlagzeilen. Die ehemalige Thüringer Gas AG

„besteht überwiegend aus Minderheitsbeteiligungen an regional tätigen Versorgern, die sich mehrheitlich in kommunaler Hand befinden …. Thüga selbst gehört zum E.ON-Konzern, der 100 Prozent der Unternehmensanteile besitzt. Im Jahr 2008 erwirtschaftete das Unternehmen  … einen Umsatz von 381 Mio. Euro, + 295 Mio. Euro aus den gehaltenen Beteiligungen. Die gesamten mit Thüga assoziierten Unternehmen erwirtschafteten im selben Zeitraum einen Umsatz von 16,4 Mrd. Euro, beschäftigten 19.200 Mitarbeiter und versorgten rund 3,5 Mio. Gaskunden sowie rund 2,9 Mio. Stromkunden…. (vía)

Ausgehend von einer Freiburger Initiative wird nun die Thüga nicht nur von den Kommunen, sondern von möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern erworben. Angesichts des Verkaufspreises von 2,9 Milliarden Euro scheint das eine verwegene Idee. Doch die Genossenschaftler von Energie in Bürgerhand (EiB) sind optimistisch. Es ist nämlich ganz einfach (jede gute Idee zur Reproduktion der Commons muß einfach sein):

Mit schon 500 Euro bist Du Miteigentümer von 90 Stadtwerken mit 7,5 Millionen Kunden. Du kannst mitbestimmen, ob… Den Rest des Beitrags lesen »

1, 2, 3, viele Manifeste

Manifeste haben immer mal wieder Konjunktur. Wer sich in den Dschungel alter und neuer „handgreiflich gemachter politischer Erklärungen“ wagt, geht mit Sicherheit inspiriert daraus hervor.  Besonders provokant ist, was einzelne Vordenker zu Papier bringen – also Manifeste, denen man ansieht, dass sie nicht um Zustimmung ringen. Es folgen ein paar manifeste Lesetipps, die sich rund um das Thema Gemeingüter bewegen.

Wissen, Information, Software und Kultur:

Da ist zunächst das GNU-Manifest von Richard Stallman. Hier die inoffizielle deutsche Übersetzung. Den Rest des Beitrags lesen »

The Age of Stupid

Filmtipp: in über 40 Ländern wird auf über 700 Leinwänden am 21. und 22. September eine Filmpremiere gewagt. Am Vorabend der UN Verhandlungen zum Klimawandel wirft der Film einen Blick zurück aus dem Jahr 2055 auf das Jahr 2007. Die Frage ist: Warum haben wir nichts getan? Regisseur: John Bassek

Hier der Trailer (engl.)

Wer zahlt die Rechnung?

Germanwatch Kurzfilm: bisschen plakativ. Oder liegt das daran, dass ich diese ganzen Muster, die da bedient werden schon für jenseits dieser Welt halte? Empfehlenswert!

vía

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350 – die wichtigste Zahl der Welt!

Die Physik verhandelt nicht. 350 ppm - das ist die Grenze! Geniales 90 Sekunden Video zur Mobilisierung all derer, die von den global commons abhängen. Also wir alle! Am 24. Oktober ist internationaler Klimaaktionstag. Nah dran am Superlativ, der wichtigste Tag der Welt zu werden. Denn die Regierungen in Kopenhagen werden sich nur bewegen, wenn sich die halbe Menschheit bewegt.

Hier die Website von 350.org. Aufrufen, einschreiben, mitmachen! Die Frage von Kopenhagen wird nicht sein, ob es ein Vertragswerk gibt oder nicht. Die Frage wird sein, ob das Werk das Papier wert sein wird, auf dem es steht. Wir brauchen die größte Mobilisierung aller Zeiten … um eine der größten Krisen, die uns bevorstehen, vielleicht doch noch in bewältigbare Bahnen (Stichwort Anpassung) zu lenken.

Alles zum Thema auf Klima der Gerechtigkeit, dem Blog zur Klimapolitik.

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Luft: Verkauf Dich nicht

Ode an die Luft
von Pablo Neruda (1904-1973)

Auf einem
Wege wandernd,
traf ich die Luft,
ich grüßte sie und sprach zu ihr
voll Ehrerbietung:

ich weiß nicht, wer du bist, aber
um etwas bitt ich dich,
verkaufe dich nicht.
Das Wasser
hat sich verkauft,
und in den Rohren
in der Wüste
sah ich die Tropfen
versiegen

Nein, Luft,
verkaufe dich nicht,
auf daß sie dich nicht kanalisieren,
auf daß sie dich nicht in Leitungen zwängen,
auf daß sie dich nicht in Kisten packen
noch zusammenpressen,
auf daß sie dich nicht zu Tabletten verarbeiten
und in eine Flasche tun,
gib acht!
Ruf mich
zu Hilfe,
wenn du mich brauchst …

Komplett zu finden hier.

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Commons zwischen Kuhglocken und Alphörnern

Eigentlich sehe ich selten in die Ferne, aber gestern musste ich mir (ob dieser Fernsicht) die Augen reiben. Mitten in der Nacht im Fernsehsender Phoenix ein Bericht über Artenvielfalt, Dialekt- und Sprachenvielfalt und vieles mehr: Messners Alpen! Muss man gesehen haben. Das macht richtig Lust auf mehr. Nach Sepp Holzers Ausführungen zur Permakultur auf dem Krameterhof bin ich jedenfalls trotz der späten Sendezeit sofort raus und habe versucht im Mondschein ein Gemüsebeet anzulegen.

Es gibt noch zwei Sendetermine, wenn ich das richtig verstehe: Do, 23.07.09, 01.45 Uhr und Mi, 29.07.09, 01.30 Uhr.

Streiten für Gemeingüter: Jetzt!

AllmendesalonEs ist ein Manifest entstanden. Die Autorinnen und Autoren wollen einen  Begriff stark machen und „den Gemeingütern eine Stimme geben“. Ob dies gelingt, wird die öffentliche Reaktion auf dieses Papier zeigen: Gemeingueter stärken. Jetzt!

Ein Vierseiter, der den Einsatz für Umwelt und Freie Software, für lebendige Stadteile und kulturelle Vielfalt zusammen denkt, als neue gesellschaftliche Bewegung.

Es geht um die großen Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit. Niemand darf den Gemeingütern mehr entnehmen, als er an sie zurück gibt. Das gilt für Marktteilnehmer wie für den Staat. Wer die Gemeingüter füllt, anstatt nur aus ihnen zu schöpfen, verdient Prestige und gesellschaftliche Anerkennung. Das Handeln der Wirtschaft, des Staates und des einzelnen Menschen den Gemeingütern zu verpflichten, muss zur Grundlage wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Erfolgs werden.“

Das Dokument ist Ergebnis eines in dieser Form in Deutschland einzigartigen, interdisziplinären Dialogs zu Gemeingütern. Es entstand im  Politischen Salon „Zeit für Allmende“ 2008/2009. Die großen Themen:

  • Wie die Krise das Netz unserer Gemeingüter sichtbar macht
  • Was Gemeingüter ausmacht und warum sie wesentlich sind
  • Es gibt etwas Neues. Eine gesellschaftliche Bewegung
  • Weder Niemandsland noch schrankenloses Eigentum
  • Für eine Gesellschaft, in der Gemeingüter gedeihen

Streiten Sie mit uns oder werden Sie zum Mitstreiter, für eine Gesellschaft, in der…

„Sich der Gemeingüter besinnen heißt: unsere Lebensbedingungen bewusst zu machen und auf allen Ebenen zu erforschen, wieviel Produktivität und Reichtum wir aus den Gemeingütern schöpfen. Es erfordert ein grundständiges Nachdenken über die Verfasstheit der Gesellschaft. Es heißt, in Freiheit und selbstbestimmt unseren gemeinschaftlichen Reichtum nutzen, teilen und mehren.“

Verlinken, Kommentieren und Kritisieren, Weiterverbreiten und Weiterentwickeln des Textes ist ausdrücklich erwünscht. Dringlicher aber ist eine Praxis, in der Gemeingüter nicht schwinden, sondern in aller Vielfalt immer wieder neu entstehen. Make commons work for people.

foto: Copyright, Heinrich-Böll-Stiftung

Energie als Gemeingut: SEU

Ist die Daseinsvorsorge auf der Strecke geblieben. Energieversorgung zwischen privatwirtschaftlichen und öffentlichen Interessen., fragte letzte Woche das Technologiezentrum Jülich. Die Fragestellung fokussiert auf das Binäre: öffentlich (also Staat) versus privat. Spannend wäre, darüber hinaus zu denken, schließlich leben wir zum ersten Mal in einer Zeit, in der Strom quasi überall produziert werden kann. Radikal dezentral. Eine 2 Megawatt Windturbine versorgt heute 600 durchschnittliche us-amerikanische Haushalte. Da ist ein Strukturwandel in Sicht, der es uns ermöglicht, die Energiefrage anders zu stellen.

Die Referenten von RWE, dem Institut der deutschen Wirtschaft und selbst von der Lobbyorganisation Germanwatch – vertraten  durchweg Positionen, die von der Idee der commons recht weit entfernt sind. Umso mehr habe ich mich über die Einladung gefreut und habe eingebracht, was ich für nötig hielt. So hatte zum Beispiel der Vetreter von RWE in seinem Vortrag auf den Emissionsrechtehandel hingewiesen und angemerkt, dass dieser den Strom verteuert. „Das müssen die Kunden wissen!“ Stimmt. Das müssen die Kunden wissen.

Vor allem aber müssen die BürgerInnen wissen, dass sie in der ersten Phase des Emissionsrechtehandels (2005-2012) über den Tisch gezogen wurden – und zwar von ihren Regierungen im Interesse der großen Emittenten, darunter RWE.

Die Emissionsrechte (also unsere Rechte) wurden an die großen Emittenten verschenkt. Das Ergebnis: windfall-profits der großen europäischen Stromversorger von schätzungsweise 31- 64 Milliarden Euro zwischen 2005 und 2012. (vgl dieses WWF-Dokument) Einfach so! Nebenbei. Damit hat dann z.B. RWE seine Anlagen saniert, um weiter fossilen Strom zu produzieren. Nach Berechnungen der VDI Gesellschaft für Energie und Umwelt, liegt der Mitnahmegewinn niedriger.

  • CO2-Emissionen der deutschen Energieversorger: 350 Mt/a= 350 Mill. t/a
  • Börsenpreis CO2-Zertifikate: rund 20 €/t
  • Gesamt: 20*350 Millionen € = 7 Mrd. €
  • für alle europäischen Versorger wäre es das doppelte, also 14 Mrd

Doch egal, wieviele Milliarden. Der Punkt ist:

Eigentlich müsste das ganze Geld gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt werden.“, so Ernst Günter Hencke vom VDI. Recht hat er.

Aber dies nur am Rande. Über Energie aus Perspektive der Gemeingüter, habe ich Neues gelernt. Friedensnobelpreisträger John Byrne und KollegInnen vom Centre for Energy and Environmental Policy der University Delaware verfassten dazu einen aktuellen Text: „Relocating Energy in the Social Commons“ (Etwa: Energie zurückholen ins Gemeinwesen“) Worum geht es?

Probleme können nur dann gelöst werden, wenn das Problem richtig analyisiert wird. Als zentrales Problem identifizieren Byrne et al. unsere Beziehung zur Natur. Ich sag’s mal so: in Mitteleuropa kommt normalerweise der Strom aus der Wand. So wie das Wasser. Wir verbringen unser modernes Leben zu 90% in irgend welchen Räumen und werden dort mit dem versorgt, was wir der Natur entnommen haben. Dass die Grenzen dieser Entnahme überschritten sind, merken wir erst, wenn wir uns (strombetriebener) technischer Hilfsmittel bedienen – allen voran das Fernsehgerät, zunehmend der Computer.

Die energiepolitische Diskussion wird indes unverdrossen in alten Schemen weitergeführt. Als Diskussion über Versorgungsicherheit im Sinne von „Strom muss immer verfügbar und preiswert sein“. So steht es im Gesetz. Dieser versorgungstechnische Hang ist übrigens das, was die Diskussion um öffentliche Dienstleistungen (Strom als vom Staat zu garantierendes öffentliches Gut) von der Perspektive der Gemeingüter unterscheidet.

Ein zweiter Ausgangspunkt der Analyse von Byrne und Kollegen ist, dass die Größe der Systeme (scale) immer technisch und nicht sozial definiert wird. Die (globale) Mittelklasse stützt technikfixierte Antworten auf die Energiekrise. Sie profitiert davon. Im Ergebnis wird alles getan, was technisch machbar ist; Hauptsache, Strom – preiswert, sicher und verbraucherfreundlich.

Aber erst umgekehrt wird ein Schuh draus, „es ist wichtig, unsere Beziehung zu Energie neu zu denken“, so das Papier. Nur so könne man der Energiefettleibigkeit und dem herrschenden Paradigma entgegen wirken, das auch den beiden heiß diskutierten CO2 mageren Produktionsstrategien unterliegt: Nuklearenergie, die fröhliche Urständ feiert und Mega-Renewables Projekte. Das Paradigma lässt sich so zusammen fassen:

  • - allgegenwärtige Verfügbarkeit
  • - ausgeklügelte Technologien
  • - zentralisierte Produktion/Verteilung/ Verwaltung

Alle gegenwärtigen Systeme und Lösungen sind vor allem eins: groß, komplex und hierarchisch. Und sie speisen sich aus der Vorstellung, dass das Wachstumsparadigma nicht angeknackst werden darf. Daher diese Füllhornidee, die die Energiedebatte prägt. Wir brauchen Strom und immer mehr Strom, für immer mehr Konsum von immer mehr Produkten (egal, wie das sozial zu bewerten ist und ob diese Produkte überhaupt noch jemand kaufen will oder kann). An Absurdität nicht zu überbieten ist eine Politik, in der wir Steuermittel dafür einsetzen, dass Konsumgüter verschrottet werden, um neue zu produzieren. Für solche Absurditäten brauchen wir Strom. Und immer mehr Strom.

Etwas süffisant merken die Autoren an:

„Making this feature of modern life work in real time is no easy task. It requires unending engeneered change in products and production and in parallel, continual change in consumption preferences designed by advertising.“

Weniger suffisant dann:

„the march of commodification is spurred by the green titans as they seek to enter historic common areas such as mountain passes, pasture lands, coastal areas and the oceans in order to collect renewable energy. Although it is not possible to formally privatize the wind or solar radiation, the extensive technological lattices created to harvest renewable energy on a grand scale functionally preempt commons management of these resources. Previous efforts to harness the kinetic energy of flowing waters should have taught the designers of the mega-green energy program and their environmental allies that environmental and social effects will be massive and will preempt commons-based, society-naturerelations. Instead of learning this lesson, the technophilic awe that inspired earlier energy obesity now emboldens efforts to tame the winds, waters, and sunlight—the final frontiers of he society-nature commons—all to serve the revised modern ideal of endless, but low- to no- carbon emitting, economic growth.“

Byrne et al. nennen das „den harten Pfad der Energiepolitik“. Ein Designfehler, der darin besteht, Energiesysteme der Größe XXL zu entwerfen. Titantechnologien statt Änderung der Beziehung der Gesellschaft zum Thema Energie! Egal, welche Energiequelle genutzt wird. In diesem Punkt treffen sich Braunkohleverteidiger, Nuklearenergieadvokaten und Eneuerbare Energiegiganten. Heute sind Billionen Dollar schwere „Nuklearrenaissance Programme und XXL-Programme für Erneuerbare wie Desertec (hier ein sehr guter Beitrag zur Desertec Diskussion)“ Kern neuer globaler Energiepolitik.

they reinforce the centralist architechture of the modern energy system requirements of continuously growing demand.“

Politik (Investitions- und Forschungspolitik) sowie das daraus resultierende Design unserer Energiesysteme hat also wesentlich zur Energiefettleibigkeit beigetragen. Das spiegelte sich auch auf dem Workshop: Monopolstrukturen wurden nicht thematisiert, da gibt es diese Idee der natürlichen Monopole – doch selbst wenn sie für die Netze noch gilt (wie lange noch?), die Produktion kann dennoch radikal dezentralisiert werden. Das ist bedrohlich für die Stromgiganten. Die Frage, ob die technologische Entwicklung der letzten 20 Jahre nicht mehr Dezentralisierung ermögliche (Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen wo immer sinnvoll), wurde entsprechend ausweichend beantwortet:

Selbst wenn man mehr auf Erneuerbare setzt, sei Kohle/Fossilstrom oder Nuklearstrom vonnöten, da nur dies „stabile Versorgung“ sichere, weil der Wind mal bläst und mal nicht. Bei einer radikalen Umstellung auf Erneuerbare ist dieses Argument allerdings obsolet, sogar technisch falsch – wie der Sachverständigenrat für Umweltfragen feststellt.

Und auch die klassische Verniedlichungsstrategie kam zum Zug: „Soll man etwa wollen, dass wieder jeder sein eigenes Holz hackt?“ Nicht unbedingt. Aber was, wenn jeder seinen eigenen Strom produziert und die Kunden von RWE wieder zu Bürgern würden, die ihre Stromquellen und die Art der Energieproduktion vor Ort selbst bestimmen? Das Neue lächerlich zu machen war schon immer ein Zeichen für Schwäche.

SEU - so heißt der von Byrne und Mitarbeitern ins Spiel gebrachte gemeingüterbasierte Ansatz und das entsprechende institutitionelle Konzept dazu: Sustainable Energy Utility. Nachhaltige Energieeinheiten.

Ihr Zweck:

“ The sustainable energy utility (SEU) involves the creation of an institution with the explicit purpose of enabling communities to reduce and eventually eliminate use of obese energy resources and reliance on obese energy organizations. It is formed as a nonprofitorganization to support commons energy development and management. … it has no financial or other interest in commodification of energy, ecological, or social relations.“

„The SEU is not a panacea nor is it a blueprint for fixing our energy-carbon problems. It is a strategy to change energy-ecology-society relations.“

In Stichworten, es geht darum

  • mit Energieerzeugung nicht primär Geld zu verdienen sondern schlicht produzieren, was gebraucht wird
  • primäre Strategie: Energieverbrauch verringern
  • Nutzung solcher erneuerbarer Energiequellen, die vor Ort vorhanden sind (im Gegensatz zur Korporativen Politik für Erneuerbare Energien)
  • Kontrolle der Produktion durch die communities selbst – Mitglieder entscheiden. Das heißt auch: „an SEU is at the mercy of its community’s judgement“ – dh. es gibt kein formal legitimierendes Verfahren, SEUs in die Welt zu setzen- entweder die community macht es selbst, oder es passiert nichts
  • diverse Infrastrukturen und Institutionen, die vor Ort in der täglichen Praxis entstehen
  • erwirtschaftete Mittel werden komplett in Investitionen zur Senkung des Energiebedarfs gesteckt oder gleichen Aufwendungen der community aus
  • Konfliktschlichtung v.a. durch Vertrauensbildung innerhalb der community

„The SEU constructs energy-ecology-society relations as phenomena of a commons governance regime…. It combines political and economic change for the purpose of building a postmodern energy commons; that is, a form of political economy that relies on commons, rather than commodity.“

Energie zurück ins Gemeinwesen holen ist keine theoretische Schwärmerei, sondern Praxis. Das zeigen viele Beispiele:

Wenn man energetische Ressourcen – per definition Gemeinressourcen – nicht zur Ware macht, kann man daran nichts verdienen. Das scheint als Vision nicht allen attraktiv.

Foto on flickr by dragonleek
The sustainable energy utility (SEU) involves the
creation of an institution with the explicit purpose of
enabling communities to reduce and eventually eliminate
use of obese energy resources and reliance on obese
energy organizations. It is formed as a nonprofit
organization to support commons energy development
and management. Unlike its for-profit contemporaries, it
has no financial or other interest in commodification of
energy, ecological, or social relations; its success lies
wholly in the creation of shared benefits and
responsibilities. The SEU is not a panacea nor is it a
blueprint for fixing our energy-carbon problems. It is a
strategy to change energy-ecology-society relations.

Das Undenkbare denken: Global Agricultural Commons

Wir spielen Russisches Roulette mit der Erde. Die Klimaforscher – hier Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK – bedienen drastische Bilder. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig. Schellnubers Präsentation!

Er sagt: Wir stehen vor der MAD Herausforderung (Akronyme können wunderbar mehrdeutig sein). MAD heißt: Mitigation (Klimawandel verhindern) + Adaption (an Klimawandel anpassen) + Development (Entwicklung). Der zentrale Vorschlag: Wir brauchen eine Große Transformation der Land- und Wassernutzung! Ein Global Agricultural Commons. Den Rest des Beitrags lesen »