Saatgut ist die Software des Lebens

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, ausführlich mit Oliver Willing zu sprechen. Willing ist Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Landwirtschaft der GLS Treuhand. Dabei ging es nicht nur um die Arbeit der Zukunftstiftung (in die finanzielle Unterstützung des Bundes und nicht nur von privaten Spenderinnen und Spendern fließen müsste!), sondern wir versuchten, den Unterschied zwischen einem Verständnis von Saatgut als Ware vs. Saatgut als Gemeingut zu fassen. Denn derzeit wird …

„Saatgut zunehmend als reines Wirtschaftsgut betrachtet und damit zum Rohstoff der Biotechnologie und der Börse.“

Dabei ist Saatgut die Software des Lebens. Saatgut birgt den Code unserer Lebensmittel, der (wie digitaler Code) gepflegt und weiterentwickelt werden muss.

„Saatgutvielfalt gehört zu den wichtigsten und ältesten Kulturgütern der Menschheit, älter als die Pyramiden von Gizeh und der Kölner Dom“,

sagt Willing. Doch diese Vielfalt teilt das Schicksal der Allmende. Denn erst wenn sie schwindet, … Den Rest des Beitrags lesen »

„Contraste“ Schwerpunkt zu Gemeingütern

Ich hinke der Zeit hinterher. Hoffnungslos. Gut, dass die Kollegen von Keimform den neuen Gemeingüterschwerpunkt von Contraste, der Monatszeitung für Selbstorganisation, Schritt für Schritt publiziert haben. Dank nach drüben an die Keimformer!

Hier eine Übersicht mit den Links zu allen Artikeln des Commons-Schwerpunkts:

Auszug aus meinem Beitrag:

Ein Schlüssel für eine commonsorientierte Gesellschaft

In Präsentationen zu meinen Vorträgen verwende ich oft zwei Fotos. Das eine von Tim Berners-Lee, das andere von Bill Gates. Die dazugehörige Frage lautet: Wissen Sie, wer das ist? Das Ergebnis ist immer das Gleiche: Den Rest des Beitrags lesen »

Creative Commons für Abgeordnete

„In Deutschland gibt es inzwischen mehrere namhafte Beispiele einer praktischen Anwendung von CC-Lizenzen: So sind die Inhalte bei Wikipedia und Netzwelt.de mit CC-Lizenzen ausgestattet. Das Bundesarchiv stellt der Öffentlichkeit mehr als 100.000 Bilder unter einer freien CC-Lizenz zur Verfügung. Auch Fernsehsendungen wie „Elektrischer Reporter“ (ZDF) sowie „Extra 3“ und „Zapp“ (NDR) sind im Internet unter einer CC-Lizenz zu finden….“

Das erfahren die deutschen Bundestagsabgeordneten und alle jene, die es sonst noch wissen wollen, im letzten Absatz dieses Zweiseiters: Titel: Aktueller Begriff: CREATIVE COMMONS. Der Wissenschaftlichen Dienst fasst gut verständlich zusammen, worum es bei den alternativen Lizenzen geht. O-Ton: Es sei eine Idee,

die Nutzern eine höhere Transparenz und Urhebern eine bessere Ausschöpfung ihrer Rechte verspricht.“ BINGO!

Hoffen wir mal, dass es in spätestens 2 Jahren einen Zweiseiter gibt mit dem Titel: „Aktueller Begriff: Gemeingüter“. (via)

Foto: Jakob B.

Jack Wolfskin und die Tatzenposse: 1:0 für uns

Jack Wolfskin lenkt ein. Vernunft siegt über Markenrecht. Das Agieren der (Internet-)communities über den Konzern! Jetzt knirscheln vermutlich nicht nur Jack Wolfskins Anwälte.

Hier die aktuelle Meldung bei Heise.

„Der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin lenkt im Streit mit Kleinhändlern um angebliche Markenrechtsverstöße ein. Das Unternehmen will seine umstrittenen Abmahnungen zurücknehmen. ‘Die zum Teil heftige Kritik unserer Kunden … nehmen wir ernst und zum Anlass, unser Vorgehen kritisch zu hinterfragen’, erklärte Geschäftsführer Manfred Hell am Freitag. Heftige Reaktionen im Internet hätten zum Einlenken geführt. … Anwaltliche Hilfe soll in Zukunft erst ein letzter Schritt sein.“ (Herv. von mir)

Großartig.

Die Posse um die Tatze hatte eine Welle der Entrüstung ausgelöst, die sich per Blogs und Twitter sowie in den klassischen Medien rasend schnell verbreitete. Auch hier auf dem Commonsblog.

Invasion des Schwachsinns

Ist es zu fassen? Anstatt endlich über sinnvolle Alternativen zu diesem Rechtsmißbrauch zu diskutieren, der die Interessen künstlicher Kulturverknapper zugunsten saftiger Gebühren und gegen die Interessen der Menschen UND Musiker schützt, prescht Frankreich vor und stellt ein neues Ministerium zur Abwehr von Raubkopierern auf die Beine??? Ich glaube, ich bin im falschen Film. (Tageschaumeldung )

Digitale Kunst und Gesellschaft auf BR2

Unter anderem ein Interview mit Lawrence Lessig, dem Gründer von Creative Commons.

Botschaft der Sendung auf BR2: Nichts ist so wichtig für Kunst und Gesellschaft im 21. Jahrhundert wie der ungehinderte Zugang zur Ressource Wissen und der freie Umgang mit ihr!

Telepathology: a life saving commons?

Access to Pathology Expertise: How can we turn this luxury into a global commons? This is the question asked by Jacques Paysan from Carl Zeiss MicroImaging GmbH during the World Commons Forum held in Salzburg on September 29/30.

The success of medical treatment crucially depends on accurate diagnosis by an experienced pathologist. This is particularly true for tumour surgery, transplantation medicine, and diagnosis of infections. In a nutshell: No diagnosis, no therapy!

Just imagine: You have something you don’t understand. Nor your doctor does. So, … Den Rest des Beitrags lesen »

Nerds schreiben die Drehbücher unseres Denkens

das meint Frank Schirrmacher in einem must-read über Nerds und deren politisch-piratige Gestalt in der FAZ:

„Nerds haben die Drehbücher unserer Kommunikation, unserer SMS-Botschaften, mittlerweile unseres Denkens geschrieben. Sie sind die größte Macht der modernen Gesellschaft.

Ihrem Wesen nach sind Nerds individualistisch. Aber sie sind Individualisten, die dank der digitalen Technologie die größte Vernetzungsstufe der Menschheitsgeschichte möglich gemacht haben: Vernetzung einzelner Subjekte, die ihren Charakter und ihre Individualität bewahren können, nicht nach ihrem Äußeren beurteilt werden, nicht nach ihrem Geschlecht, nicht nach ihrem Diplomatenkoffer oder ihrer Jute-Tasche. … Und das macht sie wichtig und notwendig.

Über die „Piraten“ lässt sich Endgültiges noch nicht sagen. … Den Rest des Beitrags lesen »

GreenXchange oder: Wie funktioniert „open innovation“?

Entworfen, um für’s Geschäft und mehr Innovation Wissen zu teilen.

Das folgende Video über GreenXchange (vía; „enable the green economy“, ein Projekt von Nike, BestBuy und Science Commons) erklärt neue Kooperationsformen – Open Innovation -, die (Digital) Commons und die Comedy of the Commons. Deswegen steht es hier. Und weil zutrifft, was  der Sprecher John Wilbanks sagt, dass nämlich die Möglichkeiten digitaler Kooperation nicht vorwiegend dafür eingesetzt werden, Lösungen für komplexe Umwelt- und Ressourcenprobleme zu finden. Gerade in diesem Bereich werden Innovationen aber dringend gebraucht:  „shared innovation is more innovation.“

So; hier sollte das Video stehen, aber ich kriege es nicht eingebunden :-( ,  Ihr HIER klicken.

Aus der Projektbroschüre: Den Rest des Beitrags lesen »

Wandern für eine Freie Weltkarte

Die Linux-User-Group Jena lädt zum Wandern ein. Das klingt wie  eine typische Twitternachricht. Ist aber weit mehr – nämlich eine Einladung, sich am 19. September einen sportlichen Tag zu machen und dabei zu einem Gemeingut beizutragen: der Open Street Map:

OpenStreetMap ist ein Projekt mit dem Ziel, eine freie Weltkarte zu erschaffen. Den Rest des Beitrags lesen »