Saatgut ist die Software des Lebens

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, ausführlich mit Oliver Willing zu sprechen. Willing ist Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Landwirtschaft der GLS Treuhand. Dabei ging es nicht nur um die Arbeit der Zukunftstiftung (in die finanzielle Unterstützung des Bundes und nicht nur von privaten Spenderinnen und Spendern fließen müsste!), sondern wir versuchten, den Unterschied zwischen einem Verständnis von Saatgut als Ware vs. Saatgut als Gemeingut zu fassen. Denn derzeit wird …

„Saatgut zunehmend als reines Wirtschaftsgut betrachtet und damit zum Rohstoff der Biotechnologie und der Börse.“

Dabei ist Saatgut die Software des Lebens. Saatgut birgt den Code unserer Lebensmittel, der (wie digitaler Code) gepflegt und weiterentwickelt werden muss.

„Saatgutvielfalt gehört zu den wichtigsten und ältesten Kulturgütern der Menschheit, älter als die Pyramiden von Gizeh und der Kölner Dom“,

sagt Willing. Doch diese Vielfalt teilt das Schicksal der Allmende. Denn erst wenn sie schwindet, … Den Rest des Beitrags lesen »

Konkurrenz und Kooperation

Troja (Foto: Hans Paysan)

Kaum zwei Aspekte unseres sozialen Daseins sind so heiss umstritten wie Konkurrenz und Kooperation. Die beiden Streithähne tauchen in allen Bereichen unseres Lebens in den verschiedensten Farben und Schattierungen auf, wie zwei Chamäleons auf dem Kriegspfad. Kapitalismus und Kommunismus, Krieg und Frieden, Teamplayer und Einzelkämpfer, Proletariat im blauen Anton und Lonesome Cowboy im Sonnenuntergang, geldabhängige Warenwirtschaft und Sphäre der Gemeingüter, Homo oeconomicus und Homo reciprocans, Schwarz oder Weiss. Mann und Frau?

Zugegeben, es ist verlockend,… Den Rest des Beitrags lesen »

Darwinfinken und die Krise der Vielfalt

Vielfalt bedeutet Lebensqualität. Vielfalt der Kultur, der Sprachen und Dialekte, der Nahrungsmittel. Vielfalt der Berufe, der Ideen und der Geschmäcker. Vielfalt der Farben, der Gerüche und Aromen, der handwerklichen Fertigkeiten. Vielfalt der Arten in den Biotopen der Welt, vom heimischen Gemüsebeet bis hin zum tropischen Regenwald. Schon meine Großmutter mahnte, ich solle mich abwechslungsreich ernähren – ein Vorsatz, der zu Zeiten der Industrialisierung der Lebensmittelproduktion und des Gentechnisierung von Saatgut und Zuchttieren zunehmend schwieriger wird. Mit der Vielfalt berauben wir uns eines unserer wichtigsten Gemeingüter. Viele empfinden diesen Verlust als Bedrohung, aber wenige sehen wirkungsvolle Strategien diesen Trend einzudämmen oder gar umzukehren. Neue Anstösse hierzu könnten  aus der Betrachtung biologischer Prozess kommen, auch wenn wir uns (schon aus historischen Gründen) vor einer Biologisierung gesellschaftlicher Prozesse hüten sollten.

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Wissensallmendereport: Das Video

Zu unserem Wissensallmendereport, den ich hier schon vorgestellt habe, gibt es nun auch ein Video (hab mal wieder Probleme, das Ganze hochzuladen :-( ). Hier also bei Netzpolitik.

Neuerscheinung: Wem gehört die Welt?

Das Buch erscheint am 06. März. Sagt der Verlag! Ich freue mich und bringe hier die Ankündigung.

»Gemeingüter sind Räume, in denen wir frei sind.« Yochai Benkler, Harvard University

Wem gehört die Welt?

Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches Leben gehören. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird eingezäunt und kommerzialisiert – zu unserem Schaden. Davon zeugen… Den Rest des Beitrags lesen »

Die hinkende Idee von der Knappheit der Ressourcen

Das Elevate Festival ist vorbei, es war bislang wenig Zeit zum bloggen. Werde ich diese Woche nachholen. Hier zunächst ein paar links: KORSO hat ein Interview mit mir gemacht: Den Rest des Beitrags lesen »

Commons – Substanz unserer Existenz

Der österreichische Standard veröffentlicht heute einen interessanten Beitrag des slowenischen Medienphilosophen Slavoj Žižek: Auf der Suche nach dem Ort der Utopie – Zur Aktualität der 68er Parole: Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche. Dabei nimmt er eine unmittelbar einleuchtende Klassifizierung vor: die commons der äußeren Natur, die commons der inneren Natur und die commons der Kultur. Was Žižek damit meint steht in diesem post, nebst Passagen, die für die Analyse des kapitalismuskritischen Potentials der Commonsdebatte besonders relevant sind: Den Rest des Beitrags lesen »

Nano- statt Genfood

Ich esse Nano- statt Genfood! Sie tun das auch. Jedenfalls ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie das tun; denn Nanopartikel sind in unseren Lebensmitteln. Zur Aufhellung von Salatsoßen, als Rieselhilfe oder Verdickungsmittel. Kennzeichnungsfrei versteht sich.

Dem BUND und anderen internationalen Organisationen haben wir nun eine Studie zu verdanken, die dem nachgeht. Das Ergebnis – mit einer verständlichen Einführung zum Thema Nanotechnologie- findet sich hier: Endstation Mensch: Aus dem Labor auf den Teller.

93 Lebensmittel oder mit Lebensmitteln in Berührung kommende Produkte ermittelten die Organisationen. Die Spitze des Eisbergs. Denn, so die Herausgeber:… Den Rest des Beitrags lesen »

Monsanto entschädigt Schmeisers

David besiegt Goliath. Als vor einigen Monaten die Schmeisers den Alternativen Nobelpreis bekamen, hab ich nicht so lange gebraucht, um einen der meistgelesenen posts diese blogs zu verfassen. Dieses Mal hab ich geschlafen. Schon vor knapp zwei Wochen wurde bekannt, dass Monsanto Schadenersatz an die Schmeisers zahlt und nach jahrelangem Prozess die Verantwortung für die Kontamination der Rapsfelder der Schmeisers mit genmanipuliertem Saatgut einräumt. Man darf gespannt sein, welche Mobilisierungswirkung sich daraus ergibt.

Hier die Pressemitteilung der Genossenschaft Zeit-Fragen, mit der Percy Schmeiser vor wenigen Monaten in Deutschland auf Tour war.

PS: Apropos Mobilisierung: Schon was vom Zwergenaufstand gegen Genteckriesen gehört?

foto by ? on flickr

Zugang zu Genen Ja; Monopolisierung nein

Ist das evolutionäre Erbe von Jahrmillionen kollektives Vermächtnis oder Ware?, fragt Jeremy Rifkin schon vor 5 Jahren. Er weist auf (s)einen Vorstoß für einen Vertrag zur Erklärung des globalen Genvorrats zum Gemeingut im Februar 2002 beim Weltsozialforum in Porto Alegre hin. Dort heißt es: “Der Genvorrat der Erde ist ein kollektives Vermächtnis und ein gemeinsames Gut.”
Weiß jemand, was aus der Initiative geworden ist?
Die unterzeichnenden Organisationen bekräftigten die Idee,… Den Rest des Beitrags lesen »

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